EGV ALG I so in Ordnung / gültig? Nur online zur Verfügung gestellt. (2 Betrachter)

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Tomsi

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Hallo Zusammen,

ich hätte 2 Fragen:

1) Ist eine EGV gültig, die nur im Online-Portal zur Verfügung gestellt wurde. Ausserdem wurde die EGV nicht vom Inhalt mit mir so besprochen, z.B. es wurde im Gespräch nicht erwähnt, dass ich bis zum nächsten Termin 10 Bewerbungen vorweisen muss. etc.... Der nächste Termin findet in 4 Wochen statt.

2) Was ist von der EGV zu halten?

Vielen Dank für Eure Meinungen.

Thomas
 

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Seepferdchen 2010

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Hallo @Tomsi

eine EGV muß dir ausgehändigt werden.

10 Bewerbungen in einem Monat, hast du einen Antrag gestellt auf Bewerbungskosten?

Bestimmt melden sich noch einige zu deiner EGV.
 

Couchhartzer

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2) Was ist von der EGV zu halten?
Nichts, denn sie kann so aufgrund deiner fehlenden Unterschrift und einer fehlenden persönlichen Besprechung mit dir sowie auch dadurch vollständig fehlende Bekanntgabe nicht einmal ansatzweise rechtswirksam sein!
Das was man in den Portalen (online bei JC oder BA) dort findet, ist absolut uninteressant und bestenfalls irgend ein Entwurf von irgendeiner Idee eines SB sein.
 

Doppeloma

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Hallo Tomsi,

1) Ist eine EGV gültig, die nur im Online-Portal zur Verfügung gestellt wurde. Ausserdem wurde die EGV nicht vom Inhalt mit mir so besprochen, z.B. es wurde im Gespräch nicht erwähnt, dass ich bis zum nächsten Termin 10 Bewerbungen vorweisen muss. etc.... Der nächste Termin findet in 4 Wochen statt.
Da du nicht verpflichtet bist dich online um deine Arbeitslosigkeit zu kümmern, kann das auch nicht "verbindlich" sein was da abgelegt wird ...

Eine EGV (auch im ALGI) kann nur rechtswirksam werden wenn du dein Einverständnis mit deiner Unterschrift auf diesen Vertrag bekundet hast ... zudem sollen sinnvolle Maßnahmen und Aktionen VORHER mit dir besprochen und abgestimmt werden ... beides ist "online" kaum möglich.

Sind denn 10 sinnvolle Bewerbungen monatlich in deinem Berufsfeld überhaupt möglich und warum sollst du dir bereits "Alternativen" bei den diversen ZAF in deiner Umgebung suchen müssen ...

Lies dir mal den § 140 SGB III sehr gut durch, da wird sich das vielleicht schon schnell als "unzumutbar" herausstellen ...

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Die Beratung zum örtlichen Arbeitsmarkt und die realen Möglichkeiten hat man mit dir zu besprechen, dafür werden diese Herrschaften schließlich bezahlt und dir (nach § 140 SGB III) zumutbare / passende VV zu machen gehört auch dazu ...

Die AfA zieht sich auf "falls es was geben sollte zurück" damit aber du sollst am gleichen Arbeitsmarkt 10 "passende" Stellen monatlich finden können, "ausgeglichen" (fordern und fördern) sieht irgendwie anders aus ???

Auch (unbezahlte) Probearbeit wird man dir gerne "genehmigen", warum sollst du AG deine Arbeitskraft ohne Bezahlung anbieten müssen, dafür gibt es gar keine Rechtsgrundlagen ...

2) Was ist von der EGV zu halten?
Kurz gesagt NICHTS ist davon zu halten ... :icon_evil:

Allerdings solltest du umgehend die Löschung deiner Telefon-Nummer und sonstiger unnötig erhobener Kontaktdaten (Mail / Handy ?) verlangen, denn man schreibt in der EGV, dass AG dich per "CallMy" - Funktion kontaktieren dürfen ...

Man hat dir vermutlich nicht mal erklärt was das bedeutet, jeder AG der die Job-Börse durchwühlt kann dir zu Hause telefonisch auf den Geist gehen ... verbindlich ist das auch nicht, aber es kann sehr nervig werden ...

https://www.elo-forum.org/alg-ii/175650-gutachten-amtsarzt-rehasport-beruflicher-umorientierung-meint-sb.html#post2122246

In diesem Beitrag ist eine Vorlage zur Datenlöschung bei der AfA enthalten, da solltest du gleich ergänzen, dass du KEINE Call-MY- Funktion freigeben möchtest und das aus deinem online -Profil zu entfernen ist.

Mach das passend fertig und sende es per Übergabe-Einschreiben und/ oder per Fax an die AfA (muss nicht persönlich an deine SB sein), die haben kein Recht deine Daten ohne dein Einverständnis einfach im Internet-Portal für die AG frei zu geben.

Den Zugang bei der AfA kennst du mit der Sendungsnummer kontrollieren ...

https://www.deutschepost.de/sendung/simpleQuery.html

Du musst nur auf dem Postwege an deiner Meldeanschrift erreichbar sein und wenn du einen Termin hast, ist VORHER eine schriftliche Einladung zu schicken, ansonsten ist das nicht verbindlich für dich (es sei denn man hat dir bereits eine für den nächsten Termin in die Hand gedrückt) da muss dann auch drauf stehen, was du mitbringen sollst ...

Diese "EGV" ist ein Vorschlag, der ohne deine Unterschrift (auf einem Papier-Formular davon) nichts wert ist, möglicherweise kommt das noch per Post, dann legst du das beiseite, Verträge die nicht in Ordnung sind unterschreibt man nicht und dann gilt auch nicht was da drin steht ... :icon_evil:

Schickt man dir einen VA ( Bescheid als Ersatz), dann melde dich bitte wieder damit ...

MfG Doppeloma
 

Tomsi

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Hallo Zusammen,

vielen dank schon mal für die zahlreichen Meinungen.

Meine Telefonnummer und sonstigen Kontaktdaten habe ich schon vorab löschen lassen. Ich war Ende 2015 schon mal arbeitssuchend (nicht arbeitslos) gemeldet und hatte deswegen schon etwas Erfahrung mit den SB sammeln können.

Im Gespräch fragte mich der SB nach meiner Telefonnummer und Email-Adresse. Ich hab gesagt, dass ich zur Zeit schlecht online und telefonisch erreichbar bin. Da war er schon nicht so begeistert. Dann hat er mich noch bearbeitet, dass ich mein Online Profil updaten soll. Ich sagte,dass ich das Online Portal eigentlich nicht mehr nützen möchte, weil da bei meiner Arbeitssuchendmeldung Ende 2015 auch nicht viel dabei heraus kam. Er hat mich dann aber solange bearbeitet, bis ich zugestimmt hatte. Ich wollte auch nicht total verweigern, da ich dachte, dass es sonst unangenehm werden könnte.

Muss man denn das Online Portal nützen. Ich sagte ihm, dass ich ja auch ohne Zugang nach Stellen suchen kann. Damit gab er sich aber nicht zufrieden.

Gruß
Thomas
 

Doppeloma

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Hallo Tomsi,

Meine Telefonnummer und sonstigen Kontaktdaten habe ich schon vorab löschen lassen. Ich war Ende 2015 schon mal arbeitssuchend (nicht arbeitslos) gemeldet und hatte deswegen schon etwas Erfahrung mit den SB sammeln können.
Dann weiß ich nicht was der Hinweis zur "CallMy-Funktion" in der EGV überhaupt soll, wenn du gar keine Telefon-Nummer angegeben hast dafür ?

Im Gespräch fragte mich der SB nach meiner Telefonnummer und Email-Adresse. Ich hab gesagt, dass ich zur Zeit schlecht online und telefonisch erreichbar bin. Da war er schon nicht so begeistert.
Da fragen die gerne nach aber es gibt keinen weiteren Grund dafür, als die rechtliche Tatsache, dass diese Kontaktdaten für die Arbeit mit dir nicht erforderlich sind, das ist freiwillig und man muss keine Begründungen dafür abgeben, dass man freiwillige Angaben nicht machen will.

Ob die SB darüber begeistert sind oder nicht kann dir herzlich egal sein, weder telefonische Forderungen, noch Forderungen über das Internet / Mail haben eine Rechts-Folgen-Belehrung (RFB) die was wert sein könnte (für die AfA), wenn du die "Wünsche" auf diesem Wege nicht erfüllen solltest.

Zudem haben besonders Telefonate keinerlei Beweiskraft, für Niemanden ... :icon_evil:

Dann hat er mich noch bearbeitet, dass ich mein Online Profil updaten soll. Ich sagte,dass ich das Online Portal eigentlich nicht mehr nützen möchte, weil da bei meiner Arbeitssuchendmeldung Ende 2015 auch nicht viel dabei heraus kam. Er hat mich dann aber solange bearbeitet, bis ich zugestimmt hatte.
Hast du was unterschrieben, was deine "Zustimmung" belegen könnte, ansonsten kannst du "sagen" was du willst, das hat auch wenig Bedeutung, wenn der SB das nicht beweisen kann ...es gibt keine gesetzliche Verpflichtung einen PC mit Internet-Anschluss zu besitzen und daher kann man dir auch nicht vorschreiben in welcher Weise du dich um eine neue Stelle zu bemühen hast ...

Schon der Hinweis auf kostenpflichtige Zeitungen ist unzulässig, das bezahlt dir nämlich Keiner, eine Übernahme von Bewerbungskosten (als feste Zusage) fehlt komplett in deiner EGV ... das gehört auch zur Unterstützung, die von der AfA kommen sollte, besonders wenn man 10 Bewerbungen erwartet ... und dazu noch VV kommen sollen.

Ich wollte auch nicht total verweigern, da ich dachte, dass es sonst unangenehm werden könnte.
Was eventuell unangenehm werden könnte und in welcher Form das dann geahndet werden könnte ist in § 159 SGB III abschließend geregelt ...

§ 159 SGB III Ruhen bei Sperrzeit

Egal ob mit oder ohne EGV oder ersetzendem VA sind die Grenzen im SGB III noch recht eng, schon wenn die Zumutbarkeit nach § 140 nicht gegeben ist kann man dich nicht sperren weil du (angeblich) keine ausreichenden Bewerbungen getätigt haben sollst.

Wenn es der örtliche / umliegende Arbeitsmarkt nicht hergibt kannst du dich eben nicht sinnvoll 10 Mal im Monat bewerben, daher solltest du dich zumindest nicht freiwillig per (EGV)-Vertrag dazu verpflichten.

Sinnlose Bewerbungen (zwecks Erfüllung übertriebener Bewerbungsforderungen) sehen sogar Sozial-Richter sehr kritisch, darum sollen ja die konkreten Möglichkeiten wenigstens vorher mal besprochen werden ...

Muss man denn das Online Portal nützen. Ich sagte ihm, dass ich ja auch ohne Zugang nach Stellen suchen kann. Damit gab er sich aber nicht zufrieden.
Du solltest mal beginnen (im nächsten Termin) auch deinen Forderungen nach fester Zusage von Bewerbungskosten (üblich sind 5 € pro schriftlicher Bewerbung) und den "angedeuteten" Vermittlungs-Vorschlägen Ausdruck zu verleihen, zudem solltest du auch deine Fahrtkosten einfordern, die dir durch die Meldung bei der AfA entstehen ... :biggrin:

Bisher lese ich nur davon was dein SB so alles von dir "fordern möchte", zur Förderung aus dem Vermittlungs-Budget und durch deinen SB habe ich noch NICHTS gefunden ... :icon_evil:

Notiere dir deine eigenen Bemühungen (im möglichen und sinnvollen Rahmen) trotzdem in einer Liste bis zur nächsten Einladung, damit du das mitnehmen kannst (vorlegen nur, wenn er es konkret auch verlangt ODER wenn du Kosten erstattet haben möchtest dafür) ... mach es deinem SB nicht so leicht dich zu "dirigieren", der ist für dich da und nicht umgekehrt ...

MfG Doppeloma
 

Tomsi

Elo-User*in
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Hallo Doppeloma,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die vielen Tipps.

Ja eine Bewerbungsliste habe ich mir schon gemacht, die nehme ich beim nächsten Mal mit und zeige sie bei Nachfrage.

Wegen den Bewerbungskosten und Fahrtkosten: Steht mir das auch als ALG I Bezieher zu? Als ich Ende 2015 arbeitssuchend war hat mein Betreuer gemeint, dass es da nichts gibt. Ich musste alle Fahrtkosten (auch zur Arbeitsagentur), Bewerbungskosten etc. selber bezahlen.

Der Hinweis mit den kostenpflichtigen Tageszeitungen, in denen ich suchen soll, hat mich auch gestört. Vor allem soll ich auch in Anzeigern schauen, in denen für meinen Bereich vermutlich keine Stellen ausgeschrieben sind.

Irgendwie ist das so eine Zeit- und Geldverschwendung mit der Arbeitsagentur. Ich glaube mit deren Hilfe finde ich in 100 Jahren keine Arbeit.

Im Gespräch (es war das 1. Gespräch seit meiner Arbeitslosigkeit (Anfang September)) sagte der SB dann auch noch, dass bei mir ein "Coaching" sehr hilfreich wäre. Auf mein genaueres Nachhaken konnte er mir dann aber nicht sagen, was denn die genauen Inhalte und der Ablauf dieses "Coachings" wäre. Ich sollte mir bis zum nächsten Mal überlegen, ob ich so ein Coaching machen möchte und er wollte mir noch einen Flyer dazu zuschicken. Bisher habe ich noch nichts bekommen...

Thomas
 
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