EGV Änderungen - realistisch?

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EllaEllah

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Hallo liebe Foristen,

gerade hab ich mich durch einige Beiträge gekämpft und viel gelesen. Montag hatte ich einen Termin im Jobcenter. Aufgrund von PC-Problemen wurde mir ein Entwurf für die EGV gestern zugeschickt.

Könntet ihr mal drüberschauen?

Sind meine Änderungswünsche realitisch?

Schonmal vielen Dank.

***

Meine Änderungswünsche

Zu Zeitraum:

- Statt „auf weiteres“ hätte ich gerne eine Begrenzung auf 6 Monate ohne dass ich mich jetzt schon zu einer Fortschreibung des Vertrags verpflichte.

Zu 2. Gültigkeit:

- Den ersten Abschnitt würde ich gerne streichen.

Zu 3. Ziele:

- Der Tagespendelbereich stört mich. Hier würde ich gerne sowas wie Wohnortnähe drinhaben bzw. nur die Umgebung, die für mich ohne Probleme mit dem ÖPNV zu erreichen ist, da ich aufgrund von Knieproblemen nicht in der Lage bin, lange zu gehen und zu stehen. Vor allem nicht in Bus und Bahn. Das ist dem Jobcenter bekannt.

Zu 4. Unterstützung durch das Jobcenter:

- Die Formulierung Stellenangebote würde ich gerne durch „passende Stellenangebote“ verändern. Außerdem möchte ich eine feste Anzahl (inkl. Vermittlungsvorschläge) festlegen. Bisher war es so, dass ich 3 Bewerbungen pro Monat schreiben sollte. Das hat sich dann aber wegen der zahlreichen Vermittlungsvorschläge auf ca. 12-15 Bewerbungen erhöht. Dafür habe ich keine Bewerbungskostenerstattung erhalten, was mich recht ärgerte.

- „Passend“ bedeutet für mich auch, dass ich keine stressigen Arbeitsstellen annehmen möchte, da ich unter einer PTBS leide. Gemeinsam mit meiner Knieproblematik habe ich einen GdB von 50.

- Zusätzlich würde ich das Jobcenter gerne durch die EGV verpflichten, mir Akteneinsicht in meine Vermittlungsakte zu gewähren. Antrag habe ich schon im März schriftlich bei meiner vorherigen Beraterin gestellt, mein Antrag ist jedoch angeblich nicht eingegangen, wie ich am Montag erfahren habe. Daher erscheint es mir sinnvoll, das in der EGV festzulegen.

- Ich würde gerne in der EGV festlegen, dass ich für alle eingereichte Unterlagen eine Bestätigung erhalte.

Zu 5. Zur Integration in Arbeit:

- Den ersten Abschnitt würde ich gerne streichen und wie in meiner vorherigen Eigengliederungsvereinbarung meine Eigenbemühungen jeweils zum nächsten Termin vorlegen. Dafür habe ich letztes Jahr regelrecht gekämpft, denn ich hatte davor die Erfahrungen gemacht, dass ich 3 mal die Woche diesen Antwortzettel per Post ans Jobcenter schicken musste. Das war unglaublich nervig und teuer, da ich die Nachweise SOFORT schicken musste.

- Was Zeitarbeitsfirmen angeht,die möchte ich natürlich streichen. Ich habe unglaublich schlechte Erfahrungen gemacht. Sobald ich meine Behinderung auf Nachfrage (und die fragen immer nach) erwähne, bin ich eh raus. Außerdem ist es mir bei einer Jobmesse mal passiert, dass man mir einen Personalbogen aus der Hand genommen hat, nachdem mein Gegenüber gesehen hat, dass ich bei Behinderung "ja" angekreuzt habe. Das ist nicht gerade motivierend, nach so einer Behandlung geht mir immer recht schlecht... Dem Jobcenter ist das bekannt.

Zu 7. Rechtsfolgebelehrung zur Teilnahme an Maßnahmen:

- Hier würde ich gerne den Satz „Auch Verhalten, welches Anlass zum Abbruch der Maßnahme gibt, ist als Pflichtverstoß zu werten“ streichen. Zum einen bin ich tatsächlich mal aus einer Maßnahme „geflogen“, weil mir mal jemand unterstellt hat, ich hätte etwas bestimmtes gesagt, das aber nicht den Tatsachen entsprach. Ich bin eher so eine ganz ruhige, zurückhaltende Person und das hat mich so sehr getroffen, dass ich damals sogar eine Psychiaterin aufsuchen musste und noch heute Antidepressiva nehmen muss...

- Außerdem kann solch eine Formulierung derart ausgelegt werden, dass auch jegliche sachliche Kritik als „schlechtes Verhalten“ ausgelegt werden könnte.

Zu 9. Fortschreibung der Eingliederungsvereinbarung:

- Diesen Absatz würde ich gerne streichen und die Gültigkeit der EGV von vornherein auf 6 Monate festlegen.

Zu 12. Rechtsfolgebelehrung:
- Kann man die streichen, um zu signalisieren, dass man zumindest nicht freiwillig mit einer evtl. Bestrafung ohne gerichtliche Prüfung einverstanden ist?

Meint ihr, das wäre so okay?

GLG
 

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Pantus89

Elo-User*in
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Hallo EllaEllah,

Zu 4.
Ist ein Witz... dieser EGV und deinen Vorschlägen fehlen die Kostenerstattungen komplett. Bewerbungskosten, Kosten für Fahrten zu Vorstellungsgesprächen... und zum Maßnahmeträger?

Die Maßnahme ist übrigends nicht ausreichend begründet.

Zu 5.
Könnte man in Werktage ändern.

Bewerberprofil in der Jobbörse wird auch nicht erwähnt. (Vielleicht besser so, wenn es keines geben sollte)

VV sind auch als Eigenbemühungen anzuerkennen.

Zu 9.
Spätestens der letzte Satz ist ein Fallstrick.

Ob du eine Rechtsfolgebelehrung streichen lassen kannst... wohl ehr nicht. :popcorn: Unterschreibe aber trotzdem nicht die dir ausgehändigte EGV.

Beste Grüße!
 
E

ExitUser

Gast
Moin Ella,

ich finde deine Änderungsvorschläge prinzipiell gut.

Im Grunde genommen geht es darum, sich möglichst wenig Stress zu machen. Den wenigsten Stress hat man idR, wenn man diese EGV als Verwaltungsakt erhält.

Denn dann kann man dagegen Rechtsmittel einlegen, gegen einen selbstunterschriebenen Vertrag geht das (fast) nicht.

Um möglichst viel Munition im Falle eines Problems mit dem Jobcenter zu haben, empfiehlt es sich, einen Verwaltungsakt zu erhalten, der möglichst viele Fehler (von denen) enthält. Denn dann kann man dagegen gut angehen. Beispielsweise vor Gericht bei Bedarf.

Also würde ich eventuell überlegen, ob ich zunächst nur ein paar Punkte, z.B. 1 und 2 "monieren" würde in meinem Verhandlungsvorschlag, um noch ein wenig Munition für evtl. Fälle zu behalten.

Die gehen da idR eh nicht drauf ein, sondern schicken das Teil dann als sog. "ersetzenden Verwaltungsakt". Aber so hast du denen zumindest deine Strategie nicht schon ungefragt im Voraus verraten.

Achso fast vergessen: das Teil keinesfalls unterschreiben, ganz egal, was da vielleicht wie abgeändert wird!
 

Regensburg

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Moin :)

meiner Erfahrungen nach bringen Änderungsvorschläge rein gar nichts.

Es ist aber gut die Änderungsvorschläge zu machen -> schon wegen der Abwehr einer EGV-VA beim / vor SG.
Ein Beweis das man Verhandlungsbereit war.
 

Kerstin_K

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Leg dir mal etwas mehr Selbstbewusstsein zu. Auf dem passenden Arbeitsplatz bist du genauso leistungsfaehig wie jemand ohne Behinderung. Wenn ein Arbeitgeber das nicht verstehen möchte, dann hat er Pech gehabt.
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