EEJ per Telefon/wie verhalte ich mich richtig ?

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lopisco

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Hallo zusammen,

Letzte Woche Mittwoch hatte ich ein Telefonat mit jemanden aus dem Rathaus, welcher mich zum nächsten morgen zum Gespräch einlud. Natürlich ging ich auch dorthin und war der dritte in der Warteschlange. Wir (meine Wenigkeit, meine Frau und 2 Kinder) wohnen hier erst seit gut 4 Monaten und der Antrag wurde recht fix und problemlos bearbeitet. Der Sachbearbeiter vom Bauamt, vor dessen Tür ich nun saß hatte ein ziemlich lautes Organ und so konnte ich schon mithören, das es um einen 1 Euro Job ging, der wohl auf dem hiesigen Bauhof zu absolvieren wäre. Strasse fegen, Papier aufsuchen waren so Schlagworte welche nach aussen drangen. "Überlegen sie sich ob sie das machen wollen oder nicht" hörte ich ihn sagen und der .......ich nenn ihn mal Kollege fragte , ob er denn auch ablehnen könne. "Sie können auch ablehnen.blah blah zarp zarp war zu hören. Der Kollege war dann irgendwann weg als eine weitere Sachbearbeiterin das Büro aufsuchte. Das nächste was ich aus dem Büro hörte war....."Dem streich ich das Geld du, das wollen wir doch mal sehn". Bei dem nächsten Kollegen ging es deutlich ruhiger zu, er wünschte mir lediglich viel Spass als wir uns die Klinke in die Hand gaben. Da stand ich nun leicht irritiert und wartete auf eine Begrüßung oder sowas in der Richtung. Mit einer Handbewegung wies er mir meinen Platz zu .......ganz ganz ganz unten.... und fragte: "und ?? was gelernt ??" Ich sagte ihm das ich vom Beruf Dachdecker seih worauf er meinte " Dächer haben wir hier genug, aber kein Equipment, Bei den Job den ich ihnen anbiete müssen sie auch schonmal die Strasse fegen oder vor der Kehrmaschine hergehen, aber das müssen unsere Angestellten auch !! Für ihre beiden Vorgänger war das scheinbar ein Problem" und verwies auf einen Zettel mit 5 Namen von denen zwei bereits durchgestrichen waren. Naja, ich sagte erstmal zu allem Ja nd Amen und soll mich nun morgen um 7 Uhr auf dem Bauhof einfinden. Nun ja, 38,5 Std. die Woche, eine Woche arbeiten die andere Woche frei. Ehrlich gesagt, es klingt vielleicht wie ne blöde Ausrede, ist aber keine !! Ich meine, klar.........Strasse fegen etc. ist nicht unbedingt die Arbeit die ich mir gewünscht hätte, aber für ein entsprechendes Gehalt würde ich es wohl auch tun. Aber nicht für das Existenzminimum und als Sklave oder ***** für alles. Hinzu kommt, dass ich der Überzeugung bin, dass hier systematisch Arbeitsplätze abgebaut, bzw, nicht neu besetzt werden und das wenn dies so weiter geht, wir irgendwann alle unser Jobs für das Existenzminimum machen. Jetzt gibt es "Gemeinnützige GmbH´s " wann wird es die ersten beaufsichtigten Facharbeiterkolonnen geben welche dann nur noch von einem Meister beaufsichtigt werden und in denen dann die Leute aus den Betrieben arbeiten, welche die Aufträge nicht mehr bekommen weil sie von 1 Euro Jobbern ausgeführt werden. Weiß ich, öffentliche Gebäude komplett sanieren etc.pp---eine Spirale ohne Ende.
In meinem Fall hat es vorher weder ein Profiling gegeben noch irgendwelche Verträge. Was kann ich tun ? wie verhalte ich mich am geschicktesten ??

Danke im vorraus

lopsico
 

vagabund

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Hallo,

hast du von deiner ARGE eine schriftliche Zuweisung für diesen EEJ bekommen?
EEJ müssen folgende Kriterien erfüllen:
- zusätzlich und im öffentlichen Interesse
- vorangig, d.h. sie sollen die unmittelbare Vermittlung in Arbeit ermöglichen
- müssen für die Eingliederung erforderlich sein

Bist du über die Rechtsfolgen bei Ablehnung belehrt worden? Wenn nicht, dürfen keine Kürzungen erfolgen!

Normalerweise sollte ein EEJ auch in einer Eingliederungsvereinbarung aufgenommen sein und es muß dir begründet werden, warum ein EEJ für deinen konkreten Einzelfall notwendig ist.

vg
vagabund
 

Gozelo

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Hallo Lopisco,

Du solltest Dich auch danach erkundigen, wer für einen eventuellen Arbeitsunfall aufkommt und Dir schriftlich geben lassen, wie das geregelt ist. Ich habe nämlich schon von Fällen gehört, wo die Berufsgenossenschaft bei einem Arbeitsunfall im EEJ schlicht und ergreifend die Zuständigkeit abgelehnt hat, ebenso die Krankenkasse. Der Betreffende hat jetzt ein kaputtes Knie, konnte aber nicht zum Arzt gehen und wurde auch nicht behandelt.

Wenn das ganze Zuweisungs-Verfahren ohne Eingliederungsvereinbarung gelaufen ist, ist das eh ein Witz..................

lg
gozelo
 

lopisco

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Naja, also ich habe gar nichts schriftliches. Wurde auch nicht über mögliche Konsequenzen aufgeklärt, jedenfalls nicht im direkten Zusammenhang mit diesem , wie gesagt, mündlich zugewiesenem 1 Euro Job. Bei der Antragstellung wird man ja im Prinzip schon auf mögliche Konsequenzen hingewiesen, wenn ich mich richtig erinnere.

Ich hab auch nie etwas unterschrieben oder ein Profiling mitgemacht.

Müsste mir nicht normalerweise in schriftlicher Form so ein Angebot unterbreitet werden, mit Rechtshelfsbelehrung etc.pp und müsste da nicht auch drin stehn auf welcher Grundlage ich zur Arbeit herangezogen werde ?? Was ist mit diesem Eingliederungsvertrag ?? ist das unbedingte Vorraussetzung für 1 Euro Jobs ??

Danke schonmal für die Wortmeldungen !!

Gruß

Lopisco
 

vagabund

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Hallo

geh zu deinem SB und verlange eine schriftliche Zuweisung sowies eine schriftliche Begründung, warum in deinem konkreten Einzelfall dieser EEJ für dich notwendig ist und wie er dich in reguläre Arbeit bringen soll.

Die Zuweisung muß einen bestimmten Inhalt haben --- > hier nachzulesen (Punkt 2.)

vg
vagabund
 

hansklein

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Arbeitsagentur selbst bestätigt das hier:

https://arbeitslosengeld2.arbeitsagentur.de/chancen/fragen_zusatzj obs.php?valid=[ss2]#1

Wichtige Fragen
Bekomme ich einen Arbeitsvertrag?

Nein, weil es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis handelt. Sie erhalten einen berufspraktischen Einsatzplan mit den wesentlichen Informationen zu Ihrem Zusatzjob. Darin werden u.a. Beginn und Dauer, Einsatzorte, Umfang und Verteilung der Arbeitszeit, Arbeitsinhalte, Höhe der Mehraufwandsentschädigung, Arbeitsschutz, Haftung, Unfallversicherung und Urlaub festgehalten.

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Was bekomme ich für meine Tätigkeit?

Sie erhalten eine Mehraufwandsentschädigung für jede geleistete Arbeitsstunde. Die Höhe kann unterschiedlich sein und richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. Zusätzlich zu dieser Pauschale werden das Arbeitslosengeld II, die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung sowie die Kosten für Unterkunft und Heizung weiter gezahlt.

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Was muss ich tun, wenn ich krank bin?

Die Krankheit muss sofort Ihrem Träger der Grundsicherung und dem Träger des Zusatzjobs mitgeteilt werden. Eine ärztliche Bescheinigung muss an den Träger des Zusatzjobs gehen.
Sieht denne in der Praxis wohl anders aus. Mist ist, das ein Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat, der Job also erstmal angetreten muss, will man keine Sanktion riskieren.

Bei einer Klage muss man dann "alle" Gründe angeben, die gegen den EEj sprechen. Alles ganz schön plöd... :party:

Gruss

Hans
 
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