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EEJ ab Montag bei der ABEG in Essen (Zipfelweg)

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redfly

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#1
Hallo liebe Leser,

ab Montag soll ich einen EEJ bei der ABEG Essen im Zipfelweg (E-Bergeborbeck) antreten. Gibt es evtl. Erfahrungswerte über den Laden. Die Eingliederungsvereinbarung und ein Profiling liegen vor, also beste Voraussetzung für die ARGE zur Zwangsarbeit. Ich soll dort als "Bürowusel" für 1,25 EUR 30 Stunden in der Woche arbeiten, also fast wie eine Vollzeitkraft.

Sollte die Arbeitsgelegenheit nicht zusätzlich oder gemeinnützig sein, kann dann evtl. ein Anspruch auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bestehen ?


Gruss Thorsten
 

marpi

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#2
Hi ft60user,

1. Die zulässige Zeitgrenze für eine Arbeitsgelegenheit (AGH) liegt bei 20 Wochenstunden. Dies ergibt sich aus dem Verbot der Konkurrenz von AGHen zum 1. und 2. Arbeitsmarkt. Zudem bleiben die Betroffenen auch während der AGH erwerbsfähige Hilfebedürftige und sind dem Grundsatz des Förderns nach § 2 SGB II unterworfen und brauchen daher ausreichend Zeit um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Arbeit zu suchen (SG Bayreuth Beschluss v. 15.07.05 - S 4 AS 145/05 ER).
2. Eine AGH mit 30 Wochenstunden ist unzumutbar und ein Abbruch kann daher nicht nach § 31 Abs. 1 Nr. 1 SGB II oder nach § 31 Abs. 1 Nr. 2 SGB II sanktioniert werden.


das Urteil ist hier
http://www.my-sozialberatung.de/cgi...=list&range=20,10&Freigabe==1&cmd=all&Id=1379

vielleicht kannst Du damit was anfangen und dich darauf berufen.
 

wusel

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#3
was heist genau Bürowusel ????
akten sortieren,akten hin und her schleppen oder was ??

wenn das so sein sollte dann frage mal nach der gesetzlichen grundlage dafür `
warum als 1 euro jobs und nicht als ABM

zusätlichkeit wo ist die darin zu sehn ?
algemeinütz wo ist die darin zu sehn ?
für diese arbeiten hat die arge spezielle leute für
die diese tätigkeiten machen
meistens sind diese leute von der poststelle die verteillen die haustpost und danach werden die akten hin und her gebracht

leg wieder spruch ein und
wie man weiter dagegen vorgeht steht einiges zu im forum zu
 

redfly

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#4
Klar, 30 Stunden sind schon ganz schön viel, also 6 Stunden pro Tag. Das ist voll der Hammer. Ich meine gelesen zu haben, dass EEJ zwischen 15 und 30 Wochenstunden liegen dürfen, also hat man mir wohl die Obergrenze aufgedrückt. Ob das Urteil vom Sozialgericht viel Wert hat glaube ich kaum, denn jedes Sozialgericht sieht das sowieso anders.

Trotzdem Danke für die Info


Gruss Thorsten
 

wusel

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#5
weiss jetzt nicht was fürn gericht das entschieden hat
aber solang es kein bundeszozialgericht entscheidet hat das urteil wenn es von ein normales sozialgericht stammt keine gültikeit für deine persohn
ist immer dann nur im einzelfall gültig und nicht für die algemeinheit

aber glaub auch das die höhst grenze bei 30stunden liegt
bin mir da aber nicht zu 100% sicher

müste man mal im optimierungs gesetz nach schauen was dort geändert wurde diesbezüglich
 

Rechtsverdreher

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#6
ab Montag soll ich einen EEJ bei der ABEG Essen im Zipfelweg (E-Bergeborbeck) antreten. Gibt es evtl. Erfahrungswerte über den Laden. Die Eingliederungsvereinbarung und ein Profiling liegen vor, also beste Voraussetzung für die ARGE zur Zwangsarbeit. Ich soll dort als "Bürowusel" für 1,25 EUR 30 Stunden in der Woche arbeiten, also fast wie eine Vollzeitkraft.

Das ist doch wohl ein Wirtschaftsunternehmen.
Im Jahr 2006 wurden 446 Personen in Arbeit vermittelt, dafür haben die dann nach Adam Riese 892.000 Euro bekommen. Wer steckt das Geld ein?

http://www.eabg.essen.de/html/index.html

Da würde ich gar nicht hingehen.

Profiling reicht nicht, es muss auch ein Eingliederungskonzept und eine Tätigkeitsbeschreibung vorliegen. Die Tätigkeitsbeschreibung muss vom Arbeitsamt abgesegnet werden. Vorher muss diese Tätigkeit gar nicht angetreten werden.

Diese Bürotätigkeiten sind auch nicht zusätzlich, die müssen ja wohl ziemlich gleich erledigt werden.
 

redfly

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#7
Das ist doch wohl ein Wirtschaftsunternehmen.
Im Jahr 2006 wurden 446 Personen in Arbeit vermittelt, dafür haben die dann nach Adam Riese 892.000 Euro bekommen. Wer steckt das Geld ein?

http://www.eabg.essen.de/html/index.html

Da würde ich gar nicht hingehen.

Profiling reicht nicht, es muss auch ein Eingliederungskonzept und eine Tätigkeitsbeschreibung vorliegen. Die Tätigkeitsbeschreibung muss vom Arbeitsamt abgesegnet werden. Vorher muss diese Tätigkeit gar nicht angetreten werden.

Diese Bürotätigkeiten sind auch nicht zusätzlich, die müssen ja wohl ziemlich gleich erledigt werden.
Der Herr Ulrich Lorch taucht bei der EBAG, ABEG, PER TRANSFER usw. immer als Geschäftsfürer auf. Als Anforderung für den "Bürowusel" wurden mir z.b. Tätigkeiten mit Office-Kenntnissen genannt.

In der Eingliederungsvereinbarung vom 20.03.07 wurde vereinbart, ab dem 04.06.07 an einer Massnahme im Rahmen von Gemeinwohlarbeit teizunehmen. Ich denke so einfach kommt man aus dieser Nummer nicht mehr raus.
 

Borgi

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#8
Schau es dir erst einmal an.
Schreibe ein Tagebuch mit den Tätigkeiten die du verrichtet hast.
Gibt es eine zeitliche Begrenzung? Immerhin soll der Laden laut eigenen Angaben 446 + 102 Leuten eine Anstellung verschafft haben. Könnte also eine Chance sein.
Länger als 3 Monate sollte das nicht dauern das sind dann ca. 400 Stunden, in denen die dich Ausgiebig testen können ob du geeignet bist. Dann bleibt denen ja noch ein befristeter Vertrag mit 6 monatiger Probezeit.
 

Lord_Locus

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#9
Zipfelweg ist der größte Sauladen den es gibt. Die wissen da selber nicht, was die mit den Leuten anstellen sollen. Dazu haben die noch das Problem das die mit ihre Abrechnungen nicht aussem Quark kommen. Arbeitskleidung stellen oder etwaige Beschwerden zu bearbeiten ist auch nicht unbedingt deren Stärke.
 

redfly

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#11
Schau es dir erst einmal an.
Schreibe ein Tagebuch mit den Tätigkeiten die du verrichtet hast.
Gibt es eine zeitliche Begrenzung? Immerhin soll der Laden laut eigenen Angaben 446 + 102 Leuten eine Anstellung verschafft haben. Könnte also eine Chance sein.
Länger als 3 Monate sollte das nicht dauern das sind dann ca. 400 Stunden, in denen die dich Ausgiebig testen können ob du geeignet bist. Dann bleibt denen ja noch ein befristeter Vertrag mit 6 monatiger Probezeit.
Das mit dem Tagebuch mache ich natürlich - Trotzdem Danke für die Info. Ich werde hier auf jeden Fall weiter über mein Schicksal bei der ABEG berichten.

Gruss Thorsten
 

redfly

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#12
So, hier ein kleiner Bericht zu meiner Arbeitsgelegenheit und den Tätigkeiten.


Ich bin seit Montag bei der ABEG Essen im Tischlereibüro am arbeiten. Dort unterstütze ich für täglich 4 Stunden (20 Wochenstunden konnte ich zum Glück aushandeln) den Meister mit fast allen Aufgaben die dort anfallen. Das sind z.b. Tätigkeiten wie Aufträge und Angebote bearbeiten, Postverteilstelle, Tabellenkalkulationen erstellen, Telefondienst, halt alles was dort so anfällt. Ob ich irgendwann das Büro alleine schmeissen soll, keine Ahnung, glaube ich persönlich aber eher nicht. Das Gewerk Tischlerei produziert hauptsächlich für Schulen Schränke und Tische. In der Werkstatt gibt es in etwa gleich viele Vorarbeiter (Gesellen) wie EEJ Kräfte, also praktisch pro EEJ ein "Bewacher". Heute habe ich vom Meister erfahren, dass es meinen EEJ vorher auch schon gegeben hat.

Jetzt meine Frage, ist das alles zusätzlich und gemeinnützig, wenn die ABEG für Schulen Möbel herstellt ?

Besten Dank für alle Infos

Gruss Thorsten
 

gelibeh

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#13
Ich würde mal sagen, nein, denn in den Schulen gab es ja auch schon früher Möbel, die jemand hergestellt haben muss.
 

redfly

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#14
Solange ich den Tischlermeister im Büro nur unter die Arme greife, könnte doch die ARGE die Tätigkeit als zusätzlich bezeichen, oder würde sich evtl. ein Widerspruch lohnen wie ihn Na_Super hier beschrieben hat ?


Gruss Thorsten
 
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#15
Den Text hat der ja von mir geklaut.

Wo ist denn das Eingliederungskonzept?

Die nehmen doch Geld für die Möbel, oder?

Das ist ein Handwerksbetrieb bei dem sich eine kleine Anzahl von Menschen auf Deine Kosten bereichern.

Teile dem Arbeitsamt auch mal mit das Du gedenkst sie auf den Tariflohn bzw. den ortsüblichen Lohn für diese Tätigkeit zu verklagen.

Wie ja bereits gesagt wurde kann die Herstellung von Schulmöbeln nicht zulässig sein für EEJobs, denn die müssen nunmal hergestellt werden. Ob Du da nun im Büro arbeitest oder lediglich den Hammer hältst dürfte keine Rolle spielen.
 

gelibeh

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#16
nochmal als verdeutlichung
Solange ich den Tischlermeister im Büro nur unter die Arme greife, könnte doch die ARGE die Tätigkeit als zusätzlich bezeichen
Büroarbeiten mussten auch früher schon gemacht werden, ist in jedem Handwerksbetrieb so, sind also auf sicher nicht zusätzlich.
 

wolliohne

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#17
Zitat

"Fast könnte man meinen das nicht die Niedrigstlöhner das Sozialsystem ausbeuten, sondern vielmehr die Arbeitgeber, die mit ihren Niedrigstlohnangeboten auf solche ergänzenden Sozialleistungen setzen".


Willkommen in der Realität.
 
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