Edeka und der „ehrbare Kaufmann“

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wolliohne

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An die Meldungen über Dumpinglöhne im Einzelhandel hat man sich fast schon gewöhnt. Vor ein paar Jahren hießen die „prominentesten“ schwarzen Schafe in der Branche noch Lidl und KiK. Doch während sich in diesen Unternehmen infolge der gewerkschaftlichen Kritik und des öffentlichen Drucks einiges zum Besseren verändert hat, treten nun neue Akteure auf den Plan. Die beiden größten Lebensmittelhändler hierzulande, Edeka und Rewe, betreiben seit geraumer Zeit eine Politik der Privatisierung von Märkten. ver.di hat jetzt in einer aktuellen Broschüre (Schöne neue Handelswelt!?) nachgewiesen, dass diese Übergabe von Filialen meist als Mittel eingesetzt wird, um Lohndumping zu betreiben. Im Fokus steht dabei vor allem der Marktführer Edeka.
Quelle: ver.di b+b
 
R

Rounddancer

Gast
Leider hat auch der DGB mit der Gewerkschaft HBV als Betreiber von Konsum/co op eine recht unrühmliche Vergangenheit als Arbeitgeber im Lebensmittel-Einzelhandel, was Arbeitsbedingungen angeht.

So fühlten sich Konsum/co op-Beschäftigte oft sehr schlecht vertreten von "ihrer" HBV, die ja eigentlich auch ihr Arbeitgeber war. Wer dann in eine erfolgreichere, aktivere Gewerkschaft wechselte, oder versuchte, als z.B. DAG-Miglied Mitarbeiter bei Konsum/co op zu werden, der wurde gedrängt, HBV-Mitglied zu werden,- andernfalls bestand er die Probezeit nicht, bzw. das Mobbing ging los.

Allerdings gab es im Einzelhandel, damals, als noch der Bundespräsident dafür zuständig war, Tarifverträge für Allgemeinverbindlich zu erklären, einige Jahre, da waren die Tarifverträge im Einzelhandel allgemeinverbindlich.

Normal gelten ja Tarifverträge nur für Arbeitnehmer in der Gewerkschaft, und Arbeitgeber im Arbeitgeberverband.
Algemeinverbindliche Tarifverträge jedoch gelten für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber einer Branche.

Leider war auch die HBV (die ja viel später in der ver.di aufging), die ja dafür bekannt war, viel zu früh Tarifverträge abzuschließen, selbst
nicht daran interessiert, daß Tarifverträge allgemeinverbindlich wurden, bzw. blieben. Sie dachten, dann hätten es viele Einzelhandelsmitarbeiter nicht mehr nötig, Mitglied zu sein.
Jetzt, wo kaum noch Mitarbeiter im Einzelhandel -und damit auch bei Edeka- Mitglied bei ver.di ist, ist das Gejammer groß, daß die Arbeitgeber, gerade auch Edeka- und Rewe-Franchisenehmer Arbeit nicht mehr nach Tarif einkaufen, sondern billigstmöglich,- und so die Löhne und Gehälter, aber auch der Personalschlüssel sanken.

Und je weniger die Handelsmitarbeiter (sei es durch gesunkene Löhne/Gehälter, durch niedrigere Stundenzahlen, oft beides) verdienen, desto weniger investieren einen Teil ihres Einkommens für den Gewerkschaftsbeitrag ...

Was bleibt?

  • Zurück zur Allgemeinverbindlichkeit auch des Einzelhandels-Tarifvertrages
  • Endlich einen branchenübergreifenden, gesetzlichen Mindestlohn,- ziemlich egal, wo der einsteigt, aber es muß eine möglichst regelmäßige Steigerungsoption drin sein. Hauptsache, er wird endlich installiert.

  • Minijobs dürfen nur noch für Aushilfen und echte geringfügige Beschäftigungen wie Prospektverteilung, etc.) benutzt werden, nicht mehr dazu, um klassische reguläre Teil- und Vollzeitarbeitsplätze (eben wie an Kassen und in Abteilungen des Handels, etc.) zu ersetzen.
 

hartz5

VIP Nutzer*in
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Was bleibt?

  • Zurück zur Allgemeinverbindlichkeit auch des Einzelhandels-Tarifvertrages
  • Endlich einen branchenübergreifenden, gesetzlichen Mindestlohn,- ziemlich egal, wo der einsteigt, aber es muß eine möglichst regelmäßige Steigerungsoption drin sein. Hauptsache, er wird endlich installiert.

  • Minijobs dürfen nur noch für Aushilfen und echte geringfügige Beschäftigungen wie Prospektverteilung, etc.) benutzt werden, nicht mehr dazu, um klassische reguläre Teil- und Vollzeitarbeitsplätze (eben wie an Kassen und in Abteilungen des Handels, etc.) zu ersetzen.
Der darf erst dort anfangen, dass man mit ihm bei einer 38,5 Stundenwoche mehr als H4 hat bei Inanspruchnahme aller Freibeträge.


Da wäre eine Quote mehr als zeitlich überfällig. Will sagen, ein Unternehmen, welches 100 Vollzeitstellen hat, darf höchstens 8 - 10% dieser Stellen mit Minijobbern bzw Aushilfen besetzen...was drüber läge, müsste als Veruntreuung von Sozialbeiträgen geahndet werden.
 
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