Durchschnittliche Zahlbeträge von Arbeitslosengeld I, Männer und Frauen, 2004 – 2012 (1 Betrachter)

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wolliohne

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  • Die durchschnittliche Höhe der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I fällt im Jahr 2012 mit 924 Euro/Monat (Männer) bzw. 697 Euro/Monat (Frauen) bescheiden aus.
    Zwischen Männer und Frauen liegt der Abstand bei etwa 25 %.
    Da sich die Höhe des Arbeitslosengeldes aus dem Nettoverdienst ableitet, spiegelt sich hier wider, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen (Stundenentgelte) und eine hohe Teilzeitquote aufweisen.
    Auch die Wahl der Steuerklasse V (mit hohen steuerlichen Belastungen und einem entsprechend geringen Nettoentgelt), die bei verheirateten Frauen häufig vorkommt, führt zu niedrigen Arbeitslosengeldbeträgen.
  • Das Bedarfsniveau der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Hartz IV) für einen Ein -Personen-
    Haushalt einschließlich der bundesdurchschnittlichen Kosten der Unterkunft mit etwa 671 Euro im Bundesdurchschnitt wird damit – insbesondere von den Frauen – nur knapp überschritten. In Regionen und Städten mit hohen Mieten liegt das durchschnittlich gezahlte Arbeitslosengeld
    noch unterhalb des Bedarfsniveaus der Grundsicherung.
  • Fächert man die Zahlbeträge des Arbeitslosengeldes nach Zahlbetragsklassen auf, so zeigt sich für Ende 2011, dass 19,9 % der Männer und sogar 44,8 % der Frauen weniger als 600 Euro im Monat erhalten.
  • Liegt das Arbeitslosengeld unter dem SGB II-Existenzminimum kann eine Aufstockung durch das Arbeitslosengeld II beantragt werden; vorausgesetzt es besteht Bedürftigkeit (unter Anrechnung sämtlicher Einkommen der Mitglieder eines Haushaltes). Davon haben 10,4 % der Arbeitslosengeld-
    Empfänger im Jahr 2012 Gebrauch gemacht.
  • Angesichts der niedrigen Arbeitslosengeldzahlungen ist zu vermuten, dass viele Arbeitslose die Möglichkeit der Aufstockung nicht kennen oder nicht beantragen.
  • Im zeitlichen Verlauf seit 2004 haben sich die Durchschnittsbeträge nur schwach erhöht, bei den Frauen etwas mehr als bei den Männern. Der Kaufkraftverlust durch die Inflation, die im Beobachtungszeitraum gut 14 % betrug wird damit allerdings nicht aufgefangen.
  • Da in diesem Zeitraum die durchschnittlichen Nettolöhne stärker angestiegen sind (um etwa 13 %, vgl. Tabelle III.1), deutet dies darauf hin, dass vermehrt Personen mit Niedriglöhnen arbeitslos geworden sind.
    Die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld hat seit der Einführung des SGB II stark an Bedeutung verloren. Nur noch etwa 30 % aller Arbeitslosen werden durch die Arbeitslosenversicherung erfasst, knapp 70 % sind dem Rechtskreis des SGB II und den Job-Centern zugeordnet (vgl.Abbildung IV.39), sei es, dass die Anspruchsvoraussetzungen für das Arbeitslosengeld nicht erfüllt werden oder dass die Leistungsdauer überschritten worden ist.
Quelle: Sozialpolitik aktuell [PDF - 103 KB]
Hinweis: Auf Sozialpolitik aktuell finden Sie wieder viele neu eingestellte und interessante Studien und Informationen zur Sozialpolitik.
 

galadriel

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AW: Durchschnittliche Zahlbeträge von Arbeitslosengeld I, Männer und Frauen, 2004 – 2

Noch ein bisschen Zeit hin und ein paar prekäre Arbeitsplätze mehr und ALGI wird abgeschafft.
 

ZynHH

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AW: Durchschnittliche Zahlbeträge von Arbeitslosengeld I, Männer und Frauen, 2004 – 2

Um den Unterschied bei den Gehältern zwischen Männern und Frauen aufzufangen, werden die Gehälter der Männer angepasst.....:popcorn:
 

Anna B.

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AW: Durchschnittliche Zahlbeträge von Arbeitslosengeld I, Männer und Frauen, 2004 – 2

Das ist ja hochintersssant...

als ich ALG I beantragt hatte, wurde die fiktive Bemessung angenommen....

ich bekam ein ALG I von 817 Euro ausgezahlt...Beiträge habe ich 40 Jahre lang bezahlt..als Höchstbeitrag...

ich hätte eigentlich einen Anspruch auf ca. 1250 Euro ALG I gehabt...

dieses fiktive Entgelt bzw. ALG I soll ja angeblich ein Durchschnitts-ALG I sein...

wenn aber in dieser Statistik von ca. 900 Euro gesprochen wird, dann wundert mich schon, warum es bei mir nur 817 Euro waren...die sie dann auch noch einstellten..(Schweigepfrlichtentbindungen)....

die Statistiken sind doch sowas von geschönt...
 
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