Durchgehend AU - Brauche mal wieder einen Rat!!! (1 Betrachter)

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Lilli1949

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Hallo an Alle!
Ich habe 2007 die sogenannte 58ér Regelung unterschrieben.
Ich war durchgehend von 11/06 bis 11/08 krank.
Der eingeschaltete amtsärztliche Dienst hat in der Vergangenheit immer nach Aktenlage beurteilt und in seinen Gutachten immer wieder bestätigt, dass ich nicht arbeitsfähig war
.
Bei meinem letzten Weiterbewilligungsantrag 11/08 habe ich mein Kreuzchen bei arbeitsfähig 3 Std. gemacht.
1. hatte ich es satt ständig als krank bezeichnet zu werden, nur weil ich nicht mehr voll arbeitsfähig bin.
2. fühle ich mich tatsächlich mit Einschränkungen arbeitsfähig
Allerdings und das weiß die Arge bin ich 60% schwerbehindert.

Nun kam vor 4 Wochen ein Schreiben, dass man auf Grund meiner langen Arbeitsunfähigkeit anzweifelt, dass ich erwerbsfähig bin, mit den üblichen Unterlagen betreffs der Entbindung der Schweigepflicht meines behandelnden Arztes.

Hab ich alles ausgefüllt, zurückgeschickt und heute kam die Einladung zur Abklärung meiner Erwerbsfähigkeit zum ärztlichen Dienst.

Eine Bekannte die bei einer Arge in Hessen arbeitet, meinte dass man wohl beabsichtige mich in die Sozialhilfe abzuschieben, stellt der ärztliche Dienst eine Erwerbsunfähigkeit fest, da man nur als erwerbsfähiger Mensch Anrecht auf ALG2 habe auch wenn man die 58ér-Regelung seinerzeit unterschrieben hat.

Schreck lass nach!!!

Fällt das ärztliche Gutachten tatsächlich negativ aus, was dann??!!!!:icon_neutral:

Gruß Lilli
 

Spaghettirotweiss

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

........

Nun kam vor 4 Wochen ein Schreiben, dass man auf Grund meiner langen Arbeitsunfähigkeit anzweifelt, dass ich erwerbsfähig bin, mit den üblichen Unterlagen betreffs der Entbindung der Schweigepflicht meines behandelnden Arztes.

Hab ich alles ausgefüllt, zurückgeschickt und heute kam die Einladung zur Abklärung meiner Erwerbsfähigkeit zum ärztlichen Dienst.

Eine Bekannte die bei einer Arge in Hessen arbeitet, meinte dass man wohl beabsichtige mich in die Sozialhilfe abzuschieben, stellt der ärztliche Dienst eine Erwerbsunfähigkeit fest, da man nur als erwerbsfähiger Mensch Anrecht auf ALG2 habe auch wenn man die 58ér-Regelung seinerzeit unterschrieben hat.
.........

Arbeitslosengeld II oder sonstige Leistungen nach dem SGB II erhalten bedürftige Personen, die zwischen 15 und 65 Jahre alt und erwerbsfähig sind. Dazu gehören somit alle bisherigen arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger. Ihre Familienangehörigen, die selbst nicht erwerbsfähig sind und mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenleben, erhalten Sozialgeld.
Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII (Sozialhilfe) erhält bei Bedürftigkeit, wer 65 Jahre oder älter oder im Sinne des Rentenrechts auf Dauer voll erwerbsgemindert ist. Hilfe zum Lebensunterhalt als Sozialhilfe nach dem SGB XII erhalten Menschen , die sonst bei Bedürftigkeit keine Leistungen erhalten. Das sind z.B. Zeitrentner, in Einrichtungen betreute Menschen, längerfristig Erkrankte usw.

Das Sozialhilferecht ist seit dem 1. Januar 2005 ein eigenständiges Buch des Sozialgesetzbuches und zwar das SGB XII
Nach diesem Zeitpunkt sollen nur noch Erwerbsunfähige auf Zeit, Vorruheständler mit niedriger Rente, längerfristig Erkrankte und hilfebedürftige Kinder mit selbst nicht hilfebedürftigen Eltern Sozialhilfe beziehen.

Bei einer medizinisch befristeten Einschränkung auf weniger als drei Stunden pro Tag besteht Anspruch auf Sozialhilfe. Ebenso erhält Sozialhilfe, wer unter drei Stunden täglich erwerbsfähig sein kann.


Der Eckregelsatz ist (bis jetzt weitgehend) identisch mit der Regelleistung des ALG II
Zum 1. Juli 2008 erfolgte eine Erhöhung auf 351 €.

SGB XII Sozialhilfe




Einen großen Unterschied zum Bezug von ALG II
macht der Bezug von Sozialhilfe nicht. :icon_daumen:
 

ethos07

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Hi Lili1949, erstmal bei allem Schrecken tief einatmen... hmm: ich bin kein spezialist für EU-Fragen, aber mein Vermittler machte - als ich anfing von meinen altersgemäßen Abnutzungen zu sprechen - sofort ein sehr kritisches Gesicht und meinte, wenn ich nicht voll erwerbsfähig sei, müsse er mich zum MDK schicken und dann könne mir das, was dir deine Bekannte sagte, blühen.... Da gab ich mich natürlich auf der Stelle rundum fit wie nen Jungspund . Hmm. Ich hoffe sehr, dass sie dich in der 58er Regelung lassen. Denn eigentlich ist es ja vollkommen egal (ausser eben, dass sie halt sparen, wenn du abgeschoben wirst), ob man EU ist oder nicht wenn man in der 58er Regelung dem Arbeitsmarkt eh nicht mehr zur Verfügung steht.
Hmm -hoffe, dass dir andere hier noch bessere Infos geben können.
Viel Glück dir!
 

ethos07

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Einen großen Unterschied zum Bezug von ALG II
macht der Bezug von Sozialhilfe nicht. :icon_daumen:
Ich meine, bei der Sozialhilfe ist ein um einiges strengerer Vermögensverzehr als beim ALGII vorgeschrieben? So dass wer aus dem ALGII vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter herausfällt, ev. nur deshalb dann lebenslänglich auf die Grundsicherung im Alter angewiesen bleibt?
 

Spaghettirotweiss

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

........

Ich hoffe sehr, dass sie dich in der 58er Regelung lassen. Denn eigentlich ist es ja vollkommen egal (ausser eben, dass sie halt sparen, wenn du abgeschoben wirst), ob man EU ist oder nicht wenn man in der 58er Regelung dem Arbeitsmarkt eh nicht mehr zur Verfügung steht.
:icon_evil:
58er - Regelung nach § 428 SGB III
Wer erwerbsgemindert ist, der hat keinen Anspruch auf Leistungen der Agentur, trotz 58er Regelung, sondern wird auf die Erwerbsminderungsrente verwiesen.


Zitat:
Zitat von Lilli1949
........

Eine Bekannte die bei einer Arge in Hessen arbeitet, meinte dass man wohl beabsichtige mich in die Sozialhilfe abzuschieben, stellt der ärztliche Dienst eine Erwerbsunfähigkeit fest, da man nur als erwerbsfähiger Mensch Anrecht auf ALG2 habe auch wenn man die 58ér-Regelung seinerzeit unterschrieben hat.
.........




dass man wohl beabsichtige mich in die Sozialhilfe abzuschieben :icon_evil:


:icon_klatsch: ethos07 hat es auf den richtigen Gedanken gebracht, EU Rente.

Sozialhilfe ist also nicht das Thema jetzt.
 

Lilli1949

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten!

In ALG2 bin ich durch die plötzliche schwere Erkrankung meines Mannes und seinen Tod 2006 , ich habe ihn rund um die Uhr gepflegt und mußte meine Selbständigkeit erst mal aufgeben. 5 Wochen nach seinem Tod erkrankte ich selbst an Krebs und beziehe seit dem ALG2.

Da wir 2002 mit unserem Betrieb Regelinsolvenz anmelden mußten war auch unsere private Altersversorgung und die angesparten Lebensversicherungen weg.
Heute hat sich das InsO-Recht dahin geändert, dass private Altersversorgung nicht mehr bzw. nur noch zu einem Teil zur Insolvenzmasse gezogen werden dürfen. Das aber nur am Rande bemerkt.

Bei der Rentenberatung hat man mir 2007 gesagt ,vor 63 kann ich keine EU Rente beantragen, was letztendlich heißt; bis 63 erwerbsunfähig bleiben wegen Krankheit und bis dahin ALG 2 beziehen, da ich ben nicht die letzten 5 Jahre vor meiner Erwerbsunfähigkeit versicherungspflichtig beschäftigt war. Alle anderen Voraussetzungen sind erfüllt.

Wär ich also nach wie vor krankgeschrieben bräuchte ich mir keine Sorgen machen, bliebe im ALG2-Leistungsbezug.
Stellt der amtsärztliche Dienst nun fest, ich bin nicht erwerbsfähig, ab in die Sozialhilfe, und Mindestbeitrag zu Rentenversicherung wird nicht mehr gezahlt.

Seh ich das richtig?



Gruß
Lilli
 

Spaghettirotweiss

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Wer Hartz IV bekommt, erwirbt derzeit einen monatlichen Rentenanspruch von 2,19 Euro.

.... wie lange muss ein Durchschnittsverdiener in Deutschland arbeiten, damit seine Rente später über der Grundsicherung liegt?

Ungefähr 25 Jahre.



(.... warum sollte jemand 25 Jahre lang in die Rentenversicherung einzahlen, um später nicht mehr als Sozialhilfe zu bekommen? Das lohnt sich doch überhaupt nicht.:icon_eek: )


Zitat Lilli1949:
.......
und Mindestbeitrag zu Rentenversicherung wird nicht mehr gezahlt.

Deine Sorge, dadurch nennenswerte Rentenansprüche zu verlieren, ist nicht begründet.


Um auf eine Rente in Höhe der Grundsicherung – also von rund 660 Euro im Monat – zu kommen, sind 25 Beitragsjahre erforderlich.


Der Einladung zur Abklärung Deiner Erwerbsfähigkeit beim ärztlichen Dienst kannst Du natürlich nicht entkommen.
:icon_daumen: viel Glück, dass Du dort überzeugend darstellen kannst, dass du erwerbsfähig bist.
 

Lilli1949

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Hallo!
Ich habs geschafft, lt. Amtsarzt bin ich nicht erwerbsunfähig sondern nur gemindert!! Also nur leichte Tätigkeiten, die aber bis zu 4 Std. täglich. Passt!!!!

Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Nun bin ich von Haus aus MTA, war ewige Zeiten an der Uni beschäftigt, meine Gegenargumente konnten deshalb stechen.
Er riet mir allerdings nochmal zu einer Kur, und die wird mein Hausarzt jetzt beantragen. Bei meiner Grunderkrankung würden mir bis zu 3 Kuren zustehen. Mal schaun ob das so hinhaut.
Dass ich meinen Beuf nicht mehr ausüben kann ist mir klar, aber evtl. gibt´s ja was bei der Patientenaufnahme, oder bei der ARGE am Empfang :icon_twisted:!!!

Noch mal Danke für Eure Postings.

Gruß
Lilli
 

HajoDF

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Hi Lilli,
Glückwunsch!
Jetzt bleibst Du ALG II-Bezieherin und musst dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.
Eventuell vorhandenes Schonvermögen nach ALG II bleibt Dir so erhalten!
Bei Leistungen nach SGB XII wäre das futsch gewesen (max. 2.600.- € dürfen dann vorhanden sein).
Aber Vorsicht bei der Jobsuche... mit einem Job gefährdest Du u.U. die "58er"-Regel.
 

ethos07

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

@ Lilli
sehr schön! & dir dann gute kur.
(man wird ja schon vor lauter stress allein mit diesem "amt" kurreif...)

:icon_party:
 

Lilli1949

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Hallo, guten Abend!
Vielen lieben Dank für Eure Unterstützung!!!

Jetzt habe ich allerdings eine neue Frage, evtl. kann man mir auch hierzu einige nützliche Info´s geben.

Über mein Ehrenamt wurde ich heute mit Fragen konfrontiert betreffs Rente, zu dem ich gogglen mußte.

In diesem Zusammenhang bin ich auf eine Seite der Deutschen Rentenversicherung gekommen und war doch sehr erstaunt über das was ich gelesen habe, da es mich auch betreffen würde.

Ich bin 1949 geboren, 60% schwerbehindert, die Anwartschaftszeiten sind erfüllt.

Als ich 2007 die 58er ´Regelung unterschrieben habe, hatte ich ein Gespräch bei der Rentenversicherung, ob ich Rentenantrag stellen kann. Die Antwort war nein, frühestens mit 63.

Jetzt habe ich heute gelesen, dass man mit einer mindesten 50% Schwerbehinderung, vor 1951 geboren und erfüllter Wartezeit doch mit 60 in Rente gehen kann?

Als ich das Gespräch mit dem Rentenberater hatte, war meine Behinderung noch nicht anerkannt. Jetzt hab ich den Ausweis und könnte es noch mal versuchen. Die Rente wär wohl nicht üppig, aber ich wäre wenigstens raus aus ALG2!!!

Oder hab ich da mal wieder was falsch verstanden :confused:

Gruß Lilli
 
S

Sissi54

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AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Die Rentenversicherung hat einen Rentenrechner im Internet.
Nach Eingabe Deiner Daten spuckt der dann alles aus !

Diese 2600.00 € Schonvermögen bei Grusi nach SGB XII (Beitrag # 10) gibt es nur für Ü 60.
U 60 dürfen es nur 1600 € sein !
 
E

ExitUser

Gast
AW: Brauche mal wieder einen Rat!!!

Jetzt habe ich heute gelesen, dass man mit einer mindesten 50% Schwerbehinderung, vor 1951 geboren und erfüllter Wartezeit doch mit 60 in Rente gehen kann?
Ja, das ist richtig. Bei Jahrgängen 1950 und älter würde es auch ausreichen, wenn man "berufs- oder erwerbsunfähig nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht" ist.

Allerdings funktioniert dies nur mit Rentenabschlag. Die Vertrauensschutzregelung wird vermutlich nicht in Frage kommen.

Falls die Seite der Deutschen Rentenversicherung noch nicht bekannt ist - hier steht Näheres: Deutsche Rentenversicherung - Altersrente für schwerbehinderte Menschen
 
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