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Dumping-Haustarifvertrag im Berliner Kino BabylonMitte abgeschlossen

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Martin Behrsing

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Berlin, 17.12.2009
Pressemitteilung:

*Dumping-Haustarifvertrag im Berliner Kino Babylon Mitte abgeschlossen *

Am 16. 12. 09 hat Ver.di mit den Geschäftsführern des Kinos Babylon Mitte *Timothy Grossman* und *Tobias Hackel *einen Haustarifvertrag abgeschlossen, der in vielen Fällen um gut 30% unter der Vergütungstabelle des entsprechenden *Verdi*-Bundestarifvertrages liegt, oft fällt der Verzicht aber weit deutlicher aus:

Einem erfahrenen Filmvorführer, der nach 23 Uhr 2 Projektionen betreut, stünden Verdi-Bundestarifvertrag ab Juli nächsten Jahres rund 18 Euro zu. Es sei denn er arbeitet im Babylon Mitte. Hier, im einzigen vom Berliner rot-roten Senat mitfinanzierten Kino, ist dieselbe Arbeit laut Verdi-Haustarifvertrag nur die Hälfte, gut 9 Euro wert.

Monatlich verdient ein Filmvorführer mit mehr als 5 Jahren Berufserfahrung laut regulärem Verdi-Bundestarif ab Januar 1900 Euro.
Hinzu kommen üppige Zuschläge. Nicht so im Babylon. Hier hat er sich mit 1490 Euro zu begnügen, die Zuschläge wurden hier gestrichen oder deutlich gekürzt.

Wodurch dieser weitgehende Verzicht zu rechtfertigen ist, konnte Verdi-Verhandlungsführer *Andreas Köhn* nicht erklären, denn den Tarifvertrag ließ Verdi von der Babylon-Geschäftsführung präsentieren.
Auch kein anderer Verdi-Vertreter wollte offenbar an der heutigen Betriebsversammlung Verantwortung übernehmen. Bei der letzten Betriebsversammlung vor drei Monaten hatte Andreas Köhn dagegen noch versichert, es sei ihm nicht möglich überhaupt einen Tarifvertrag unter dem Niveau des Flächentarifs abzuschließen. Schon lange vor Köhns überraschender Intervention hatte die Freie ArbeiterInnen Union *FAU Berlin *mit großen Teilen der Belegschaft einen Tarifvertragsentwurf ausgearbeitet und versucht Verhandlungen herbeizuführen.

"Trotz des unangemessen niedrigen Verdi-Tarifabschlusses gibt es für manche Beschäftigte, die bisher nur 5,50 Euro verdienten, deutliche Lohnsteigerungen. Zu verdanken ist das dem langwierigen Arbeitskampf der FAU Berlin im Babylon, der Verdi und Geschäftsführung letztendlich zu einem Tarifabschluss zwang." So *der Betriebsratsvorsitzende*.

Finanziell gehe es dem Babylon gut, ließ die Geschäftsführung verlauten.
Jahr für Jahr steigen demnach die Besucherzahlen und Vermietungen, hinzu komme der einträgliche Getränkeverkauf. Dennoch wird der Tarifvertrag fest an eine Erhöhung des Senats-Zuschusses um 30.000 Euro auf 350.000 Euro pro Jahr gekoppelt. Sinkt der Zuschuss des Senats, verliert der Tarifvertrag jede Gültigkeit.

In langwieriger Kleinarbeit wird der Betriebsrat nun versuchen, mit Betriebsvereinbarungen das Beste für die Belegschaft herauszuholen, wo dies der Dumping-Tarifvertrag Verdis noch erlaubt.


Betriebsrat Babylon


betriebsratbabylon@googlemail.com
 

haef

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Berlin, 17.12.2009
Pressemitteilung:

*Dumping-Haustarifvertrag im Berliner Kino Babylon Mitte abgeschlossen *

Zu verdanken ist das dem langwierigen Arbeitskampf der FAU Berlin im Babylon, der Verdi und Geschäftsführung letztendlich zu einem Tarifabschluss zwang." So *der Betriebsratsvorsitzende*.
und dafür haben sie jetzt die Quittung bekommen

fG
Horst
 

Mario Nette

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[Berlin, Kino Babylon] kinosklavin
burn_baby_burn 17.12.2009 23:25

Ich arbeite seit mehreren Jahren im Kino Babylon Mitte und ich bin sauer. Richtig sauer. Der Grund dafür ist ein Tarifvertrag, der mir von ver.di und der Geschäftsleitung aufgezwungen wurde. Ich erzähle euch, wie es dazu kam und was gestern passiert ist.

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Mario Nette
 

ethos07

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Pressemitteillung Betriebsrat Babylon Mitte
Berlin, den 19.12.2009

Babylon-Tarif fragwürdig

Nur Tage nach der Verkündung des Verdi-Dumping-Tarifs fürs Babylon durch
die Geschäftsführung muss der Vertrag schon wieder in Frage gestellt
werden:

Bei der Informationsveranstaltung der FAU Berlin am Freitag Abend zum
Verbot sich weiterhin als Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu
bezeichnen, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Matthias Schulz von den
neuesten Entwicklungen im Babylon, dessen Geschäftsführer Tobias Hackel
und Timothy Grossman das Verbot angestrengt hatten:

Das Berliner Arbeitsgericht hat am 17.12.2009 entsprechend der Klage des
Babylon Betriebsrats festgestellt, dass die Betreiber des Kinos Babylon
Mitte, die Neue Babylon GmbH und die K&K GmbH, ein und derselbe Betrieb
sind. In der Vergangenheit wurde der Eindruck erweckt, K&K sei für den
lukrativen Getränkeverkauf und das einträgliche Catering-Geschäft im
Babylon sowie die gewinnträchtigen Freiluftkinos Schloss Charlottenburg
und Weissensee verantwortlich, während die Neue Babylon GmbH sich bemühe
mit dem Betrieb des hochsubventionierten Kinos Babylon Mitte über die
Runden zu kommen.

Beide Gesellschaften werden von Grossman und Hackel geführt. Gute
Nachrichten also für die bisherigen Angestellten der K&K, die nun auch vom
Betriebsrat des Babylon vertreten werden und dazu in den Genuss des leider
viel zu niedrig ausgefallenen Verdi-Haustarifvertrag kommen.Vorausgesetzt
allerdings, der Vertrag behält seine Gültigkeit, falls sich
Verdi-Verhandlungsführer Andreas Köhn allzu leichtfertig hat täuschen
lassen was Struktur und finanzielle Verhältnisse des Babylon angeht. Im
Vordergrund des Verdi-Abschlusses lag offenbar eher das beiderseitige
Interesse von Geschäftsführung und Verdi die FAU Berlin auszustechen, denn
die Vertretung der Interessen der Beschäftigten.

Nun stellt sich die Frage, ob der Berliner Senat sich die
Geschäftspraktiken der Babylon-Betreiber weiter gefallen lassen kann.
Sollte der Senats-Zuschuss von 350.000 Euro (davon 30.000 Euro explizit
für die neuen tariflichen Mehrausgaben) gekürzt werden, verliert der
Tarifvertrag seine Gültigkeit.

Aber auch wesentlich schwerwiegendere Konsequenzen könnten aufs Babylon
zukommen: Noch am Mittwoch hatte Geschäftsführer Timothy Grossmann auf der
Betriebsversammlung berichtet, die Gründung der Neue Babylon GmbH sei
zwingend nötig gewesen, um die Vergabekriterien für Förderung und Babylon
zu erfüllen. K&K hätte das Kino nicht betreiben dürfen. Sollte der Betrieb
des Babylon durch die jetzt erst festgestellte gemeinsame Gesellschaft
nicht den Vergabekriterien entsprechen, steht für Hackel und Grossman
deutlich mehr auf dem Spiel als die doppelten Einkünfte für jeweils zwei
Geschäftsführerposten.

Der Betriebsrat des Babylon hat angekündigt,auch weiterhin die
Ausgliederung von ArbeitnehmerInnenn und die Untergrabung der
Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats zu verhindern.

Betriebsrat Babylon Mitte

Kontakt: betriebsratbabylon@gmail.com


Weitere Informationen:
http://prekba.blogsport.de
. ... es ist halt wie fast immer: die Grösseren (Gewerkschaften) springen auf die Kämpfe der Kleineren auf und fressen sie anschließend ganz oder spucken sie nach Vereinnahmung von Teilzielen wieder aus.
 
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