Dubioser 1 Euro Job an Grundschule - wie komm ich raus da?

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Warden

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Vor einigen Wochen wurde ich vom Arbeitsamt zur Vorstellung bei einem 1-Euro Job geschickt bei dem ich laut Arbeitsamt Schülern EDV-Grundkenntnisse vermitteln solle. Arbeitgeber ist die D.U.T. Wirtschaftsfachschule in Berlin. Dort sind ca. 20 1-Euro-Jobber aus dem IT-Bereich angestellt die an verschiedenen Schulen zum Einsatz kommen. Von Kollegen erfuhr ich dass die D.U.T so eine Art angeblich gemeinnützige Nebenabteilung gegründet hat um die dafür nötige rechtliche Grundlage zu schaffen (dafür wäre wohl auch eine räumliche Trennung notwendig was ich aber nicht erkennen konnte - Vorstellungsgespräch und Vertragsunterzeichnung fanden in einem Schulungsraum bzw. Sekretariat dieser Wirtschaftsfachschule statt). Weiterhin wurde mir von den Kollegen gesagt die D.U.T bekäme angeblich pro Nase 1000 Euro vom Arbeitsamt. Als was ich dieses Konstrukt ansehe kann man sich denken.

In der Praxis sieht nun alles ganz anders aus. Ich und meine Kollegen bringen dort niemand EDV-Grundkenntnisse bei (höchstens den Lehrern aber nicht den Schülern) sondern sind schlicht billige IT-Servicetechniker die sich um alles kümmern was IT-mässig so anfällt (Reparaturen, Software-Installationen, Netzwerkeinrichtung etc.)
Mein Einsatzort ist eine Grundschule und die Arbeitsbedingungen sind für mich unerträglich - ich habe keinen eigenen Arbeitsplatz, sitze entweder im Schulungsraum herum während dort Unterricht stattfindet oder stelle mich auf dem Schulgelände von einer Ecke in die andere bis die Zeit um ist. Nachdem ich dort einen zweiten Schulungsraum PC-mässig eingerichtet habe gibt es kaum was zu tun. Es ist dort alles ziemlich planlos, die Leute sind alle völlige IT-Amateure die z.B. von IT-Arbeitsschutzrichtlinien gar nix wissen.

Ich komme mit dem Schulmillieu, den Leuten dort und den Arbeitsumständen überhaupt nicht klar und will da unbedingt wieder raus, habe verschiedene Ideen wie ich das machen könnte bin mir aber sehr unsicher wegen negativer Konsequenzen und hoffe hier um Ratschlag was wohl am besten wäre:

1.) Job kündigen und Reaktion des Arbeitsamts abwarten
(Befürchtung: Leistung wird rigoros gekürzt)
2.) Job kündigen und Arbeitsamt darüber informieren / Gründe nennen
(Befürchtung: Arbeitsamt will Gründe nicht anerkennen und kürzt)
3.) Job kündigen, beim Arbeitsamt abmelden und mich einen Monat später wieder anmelden (Arbeitsamt würde dann natürlich Rückforderungen stellen wär mir aber egal, bin eh pleite und hab e.V. abgelegt)
(Befürchtung: Irgendwelche Schwierigkeiten könnten auftreten über die ich jetzt noch nix weiss)

Für guten Rat wäre ich sehr dankbar
 

Bruno1st

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Re: Dubioser 1 Euro Job an Grundschule - wie komm ich raus d

hatten wir das nicht schon einmal in einem anderen Thread ?

Warden meinte:
In der Praxis sieht nun alles ganz anders aus. Ich und meine Kollegen bringen dort niemand EDV-Grundkenntnisse bei (höchstens den Lehrern aber nicht den Schülern) sondern sind schlicht billige IT-Servicetechniker die sich um alles kümmern was IT-mässig so anfällt (Reparaturen, Software-Installationen, Netzwerkeinrichtung etc.)

Nachdem ich dort einen zweiten Schulungsraum PC-mässig eingerichtet habe gibt es kaum was zu tun.
Oder 4. den Zoll wegen "Verdacht auf Schwarzarbeit" einschalten - denn mit dem Einrichten der Schulungsräume nimmst dein Afutraggeber den normalen Unternehmen, meistens Kleinfirmen, die Arbeit WEG !
 

Warden

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Hm, ja ... will aber keinen "Krieg" anzetteln, hab mit der Justiz einige schlechte Erfahrungen gemacht (Recht und Gerechtigkeit haben nix miteinander zu tun und Unabhängig sind die auch nicht).
Ich tendiere ja zu Lösung 3. Ist es eigentlich irgendwie unzulässig sich einfach abzumelden und einen Monat später wieder anzumelden bzw. muss ich das dann begründen?
 

ladydi12

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Hallo Warden,

auch ich hatte Spass mit einem 1€Job allerdings an einem Gymnasium. Ich hab dort die Bücherei betreut und die Rechner gewartet, so gut das eben ging.

Meine Empfehlung ist Lösung 5 und 6:

Lösung 5:
Bewerb dich in der Zeit weiter (telefonisch und auch schriftlich, dafür kannst du sogar das Telefon in der Schule nutzen. Bei meiner Schule war ich da jedenfalls so frei.. :mrgreen: ) und sieh zu, daß du jede Menge Vorstellungstermine kriegst. Dafür müssen sie dich, genauso wie übrigens bei Terminen mit einer Behörde, freistellen. ;)

Lösung6:
Hast du irgendwelche gesundheitlichen Einschränkungen? Falls ja, dann hast du öfters mal einen Arztbesuch, falls du verstehst..;)
Da diese Sachen schließlich länger andauern können.... :pfeiff: :pfeiff:
hat sich das mit dem Job dann.. :pfeiff:

und stets daran denken:

Sich immer alles schön schriftlich geben lassen und genau Tagebuch führen (könnte für Klage auf Festeinstellung interessant sein, für die ich damals zu faul und zu blöd war :cry: :dampf: )

Lösung 5 und 6 dürften meines Erachtens sanktionsfrei bleiben.

Ganz nebenbei:

Die gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist von 1€-Jobs an Schulen "sehr begeistert", wie ich während meiner 1€Jobzeit feststellen durfte und mit Sicherheit über entsprechende Tipps genauso erfreut wie der Zoll (Finanzkontrolle Schwarzarbeit) ;):mrgreen:
 

wolliohne

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Keinen Krieg...? Wir sind Mittendrin !

meine Empfehlung:

Zoll und BAFIN geg.Schwarzarbeit informieren
BA und Rentenvers. informieren
Gewerkschaft und Berufsgenossenschaft inf.
Zeugen benennen
Off.Tariflohn einfordern/einklagen

Antrag demnächst unter Download.

oder hier: www.erlanger-sozialforum.de
 
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