DSGVO | Wien: 220.000 Mieter bekommen Klingelschilder ohne Namen

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franzi

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https://www.spiegel.de/netzwelt/net...eter-verlieren-klingelschilder-a-1232989.html

Die Verwirrung ist groß, manche verwechseln Klingelschilder mit Briefkastenschildern. Diese sind aber offenbar nicht betroffen.

Es geht nur um den Datenschutz bei den Klingelschildern (in Mehrfamilienhäusern unten am Eingang).

Namensschilder an Wohnungstüren oder auch an der Klingel neben der Wohnungstür waren bisher nicht Pflicht.
Briefkastenschilder sind für die Postzustellung erforderlich.

Klingelschilder mit Namensnennungen am Hauseingang wurden bisher automatisch von der Hausverwaltung oder vom Vermieter installiert.

Für mich stellen sich heute zwei Fragen, die insbesondere Hartz IV-Bezieher in Zukunft, falls die DSGVO auch bei uns diesbezüglich umgesetzt wird, betreffen könnten:

1. Berührt es die persönliche Erreichbarkeit, wenn das namentliche Klingelschild gegen eine Nummernkombination ausgetauscht wird? (Das Schild am Briefkasten bleibt ja weiterhin unangetastet)

2. Muss man dann dem JC die eigene Klingelnummer bekanntgeben, damit ein eventueller Hausbesuch klingeln kann?

:icon_confused:

Und dann noch was Heiteres:

Gibt es die Möglichkeit von Wunschkennzeichen?
Ich wurde die Nummer 0-8-15 wählen

Aber die ist aufgrund hoher Nachfrage bestimmt schon vergeben ...
:icon_mrgreen:
 

Dagegen72

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

ich würde 666 wählen
Sechshundertsechsundsechzig (666) ist eine biblische Zahl, die in der heute geläufigen Bedeutung erstmals in der Offenbarung des Johannes vorkommt. Im Rahmen des Okkultismus und der Zahlenmystik wird ihr eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Sie wird auch als Zahl des Tieres oder Zahl des Antichristen bezeichnet.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sechshundertsechsundsechzig :biggrin:

naja, so verkehrt ist das vielleicht gar nicht. Es gibt Gründe, warum jemand seinen Namen nicht zeigen mag. Bspw. Stalking-Opfer oder Menschen, die von ihren Ex-PartnerInnen nicht in Ruhe gelassen werden o.ä.

Um so besser wenn es einheitlich ist, dann muss man das nicht immer extra erklären, warum man ne Nummer will - und wenn die allein dasteht, dann sieht es auch komisch aus a la - "die / der will anonym sein, warum bloß".

gut, der Vermiter / die Vermieterin hätte den Mieter / die Mieterin vorher fragen sollen, ob er das Namenschild anbringen soll / darf. Also, dass würde mir der gesunde und höflich-freundliche Menschenverstand sagen. Wenn es Vermieter aber nicht interessiert, was ihre Mieter wollen ,dann ist zurecht geklagt, finde ich.

BriefträgerInnen müssen auch nicht alles wissen, wer wo wohnt und welche Post erhält ..also, es fühlt sich vielleicht unsozial oder unpersönlich an - aber - Nummer können auch ihre Vorteile haben, oder?
 

Pixelschieberin

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

[...] Aber die ist aufgrund hoher Nachfrage bestimmt schon vergeben ...
:icon_mrgreen:
Warum sollte das wie bei KfZ sein, wo es - aus gutem Grund - nur eine einzige vergebene Nummer gibt?
Die Kombination Hausnummer + Name hat es bisher auch möglich gemacht, daß Müllers, Meiers und Schulzes, die in Nachbarhäusern leben, angeklingelt werden können.
Für den selben Namen mehrfach im selben Haus ist diese Nummernvariante eine Verbesserung; nur müssen Geschäftspapiere womöglich neu gedruckt werden.

Falls mehrere Nachbarn im selben Haus spitz auf die selbe Nummer sein sollten, mußt du dich halt absprechen und bei Uneinigkeit eine Verlosung vorschlagen.
 

AsbachUralt

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

In einigen Ländern sind solche anonymen Klingelschilder normal.

Und natürlich muss man bei der Adressangabe grundsätzlich dann auch die Nummer angeben, wie sonst sollte eine Zustellung funktionieren.

Probleme könnten solche Schilder aber bei Notfällen machen

Grundsätzlich halte ich das aber für Quatsch, nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die hoch bezahlten EU-Beamten mal wieder ihre Existenzberechtigung mit weiteren unsinnigen Verordnungen beweisen wollen.
Immerhin lebt man nicht nur in Deutschland seit mehr als Hundert Jahren mit dem Namen auf der Klingel und keiner ist daran gestorben.

BriefträgerInnen müssen auch nicht alles wissen, wer wo wohnt und welche Post erhält ..

Und wie kommen dann Post und Pakete zu den Empfängern?
 

Pixelschieberin

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

[...] Und wie kommen dann Post und Pakete zu den Empfängern?
Indem die Nummern dort angegeben werden und ausgewiesen sind, wo sie zur Zustellung/Kontaktaufnahme vonnöten sind?
Als da wären Lieferanschrift, Klingelschild draußen und die selbe Nummer an der Tür.
Für den Boten ists dann völlig egal ob dort der Name auch dran steht oder nicht.
Namensangaben sind doch fast genau so individuell wie Nummernkombinationen.
Die Adressaten werden doch damit auch gefunden.
Anstelle 0/8/15 könnte auch der simple Alphabet-Nummerncode gewählt werden.
A=1, B=2 :wink:
 
G

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Gast
AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

Für den Boten ists dann völlig egal ob dort der Name auch dran steht oder nicht.
Namensangaben sind doch fast genau so individuell wie Nummernkombinationen.
Die Adressaten werden doch damit auch gefunden.
Aber nur solange der Mieter nicht wechselt.
Biste grad umgezogen und das ÄD-Gutachten landet beim Nachmieter .... :icon_eek:
 

Pixelschieberin

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

@ dagobert1:
Good point.
Das Problem stellt sich jedoch auch ohne Nummernvergabe, wenn keiner weiß, wohin die Post nun gesendet werden soll.
Daß die neue Adresse des alten Mieters am Briefkasten des neuen Mieters steht, habe ich noch nicht gesehen.

Btw, wo steht, daß der neue Mieter die selbe Nummer haben muß (und wird)?
Bei dem Eingangspost kam nicht zweifelsfrei rüber, ob diese Nummer personenbezogen ist und - wie bei Telefonnummern inzwischen möglich - mitgenommen werden kann, oder ob sie unverrückbar an der Wohnung festgemacht sein wird, wie z. B. in US-Filmen anhand schicker Metallguß-Zahlen im Flur zu vermuten ist.

Wie auch immer - rechtzeitig an den Nachsendeantrag zu denken und wichtige Geschäftspartner über den anstehenden Adreßwechsel zu benachrichtigen, ist wessen Job? :wink:

Alles was auf Namen zutrifft, könnte ich 1:1 auf Nummern übertragen.
Wenn auf Briefen im Adreßfeld nicht nur die Nummer sondern auch der Name steht - so wie es bisher auch üblich ist - kann der, der den Kasten leert, wie zuvor auch, lesen und erkennen, ob der Brief an Biene Maja gerichtet ist, er jedoch Flip Schlumpfidumfi heißt.
 

noillusions

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AW: Einführung anonymer Klingelschilder - bald auch bei uns?

Na für ALG2er gibt's dann bestimmt wieder ne Sonderregelung - wie wäre es mit der BG-Nummer?:biggrin:
Kann doch nicht sein das Hausbesuche erschwert sind:icon_evil:
 

AsbachUralt

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Wer hatte denn in den letzten 100 Jahre einmal ein Problem, weil sein Name auf der Klingel gestanden hat? Außer dass der Gerichtsvollzieher bei ihm geklingelt hat.
 

TazD

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Gelöschtes Mitglied 57503

Gast
Und wie kommen dann Post und Pakete zu den Empfängern?

Wie wäres es mit: Garnicht? :biggrin:

Montags kann ich im Kalender eintragen, wenn ich dann mal einen Postboten sehe und viele Paketlieferer scheinen von der deutschen Telekom abgeworben zu sein.
Die arbeiten mitlerweile fast alle getreu dem Motto: Klingeln, Karte einwerfen und weg rennen.

Dreistete war bisher bei einem Kollegen:
"Wo waren sie denn gestern?" (In Time Lieferung bis 23 Uhr, kein Lieferant gesehen)
"Ich hatte keine Lust, war nach Hause" (Lieferant)
"OKay, dann hätte ich doch gerne Ihren Namen. Ich hab gleich noch ein Telefonat zu führen . . ."

So wird es mit den Ausreden:
- Nicht gefunden
- Keiner vor Ort

doch um einiges leichter :biggrin:
 

elvinia

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Wie immer galoppiert die Gemeinde Wien wieder einmal in vorauseilendem Gehorsam voran. Mittlerweile wurde seitens der EU klargestellt, dass das eine nicht erforderliche Aktion seitens der Gemeinde Wien ist, abgesehen davon darf der Mieter seinen Namen an der Klingelleiste anbringen, wenn er es wünscht.

Grund für diese unnötige Massnahme war die Beschwerde EINES Mieters im Gemeindebau. Wer die Kosten tragen muss, ist derzeit nicht bekannt, kann mir aber vorstellen, dass dies auf dem Rücken der Mieter passiert.

Auf den Briefkästen stehen im übrigen in den seltensten Fällen die Namen drauf, meistens nur Nummern, also...
 

Solanus

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Diese ganze Diskussion ist völlig hirnverblödet! (Nicht der TE gemeint!)

Die DSGVO gilt AUSSCHLIEßLICH für die elektronische Datenverarbeitung. Art. 2 DSGVO

Klingelschilder fallen wohl, mit ein bisschen verwendetem Hirn leicht erkennbar, nicht darunter!

Dementsprechend hat sich auch schon der BundesDatenschutz geäußert.
 

Sowhat

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Diese Sorgen möchte ich haben.
Ist jetzt nach dem Sommerloch wohl noch Herbstloch?
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

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Das Problem stellt sich jedoch auch ohne Nummernvergabe, wenn keiner weiß, wohin die Post nun gesendet werden soll.
Daß die neue Adresse des alten Mieters am Briefkasten des neuen Mieters steht, habe ich noch nicht gesehen.
Dann geht die Sendung halt zurück.
Um im Beispiel zu bleiben: Der ÄD der das Gutachten erstellt hat kennt den Inhalt sowieso, erfährt dann also nichts Neues. Im Gegensatz zum Nachmieter, wenn der den Brief kriegt.

Btw, wo steht, daß der neue Mieter die selbe Nummer haben muß (und wird)?
Alles andere halte ich bei der Vielzahl von Vermietern/Mietern/Häusern/Wohnungen für nicht praktikabel.

Die DSGVO gilt AUSSCHLIEßLICH für die elektronische Datenverarbeitung. Art. 2 DSGVO
Seh ich nicht so.
Hinsichtlich der Klingelschilder dürftest du Recht haben, aber sonst?

Art. 2 DS-GVO gibt das so nicht her:
Sachlicher Anwendungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen.
Lohnabrechnungen z.B. sind regelmäßig sowohl in Computersystemen, aber auch auf Papier vorhanden.
Sind aber eigentlich die gleichen Daten ... einmal geschützt, einmal nicht?
Oder Beispiel JC: Computerdaten geschützt, Papierakten aber nicht - also frei zugänglich? Na holla die Waldfee!

Die DSGVO kommt Ende Mai - und betrifft auch Daten in Form von Gedrucktem.
https://www.wuv.de/medien/die_dsgvo_gilt_auch_fuer_daten_auf_papier

Die DSGVO regelt jede Verarbeitung personenbezogener Daten. Das Format ist davon nicht betroffen. Man denkt in erster Linie an elektronische Formate, aber das ist nicht komplett.
https://eu-datenschutz-grundverordn...erordnung-und-physische-akten-und-ihr-umgang/

Die DSGVO gilt auch für Daten in Papierform
https://www.sicherheit.info/artikel/2109571

DSGVO: Datenschutzrisiko Papier
Die Datenschutzrichtlinie GSGVO gilt nicht nur für digitale Daten, sondern auch für die analoge Aktenablage
https://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Gesetze/DSGVO-Datenschutzrisiko-Papier.html
 

Pixelschieberin

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[...] Alles andere halte ich bei der Vielzahl von Vermietern/Mietern/Häusern/Wohnungen für nicht praktikabel. [...]
Da die Hausverwaltung i.d.R. die Schilder am Klingelbrett wegen des einheitlichen Erscheinungsbildes selbst austauschen und bei Neuvermietung extra gefräste Schildchen in Auftrag gibt, ist es kein nennenswerter Akt, Nummern ebenso zu individualisieren wie es bereits mit den Namen gehandhabt wird.
Eine Zeichenfolge wird halt durch eine andere ersetzt - so what.
[...] Um im Beispiel zu bleiben: Der ÄD der das Gutachten erstellt hat kennt den Inhalt sowieso, erfährt dann also nichts Neues. Im Gegensatz zum Nachmieter, wenn der den Brief kriegt. [...]
Den Umstand hatte ich doch berücksichtigt, da der Name des richtigen Empfängers immer noch im Adreßfeld zu lesen ist.
Vergleichbare Irrläufer kommen bei hastig agierenden Boten auch ohne Nummern vor.

Jeder ist angehalten, VOR dem Öffnen nachzusehen, ob die Post an ihn ist.
Alle Eventualitäten fehlerhafter Zuordnung können halt nicht ausgeschlossen werden, wenn der Faktor Mensch nicht gewissenhaft mitspielt.

Für Nomaden und Weltenbummler mag sich das zum Problem auswachsen.
Vorausschau, etwas Grips und guten Willen vorausgesetzt, werden Nachmieter damit rechnen, daß es in einer Übergangsphase passieren kann, daß falsch zugeordnet wird.
Vermerk drauf, in den nächsten Briefkasten gesteckt - und gut iss.

Das Szenario erachte ich als ein geringeres Problem als das, was sich drei Müllers oder Therese Meier und Thilo Maier im selben Haus stellt, deren Vornamen der Einfachheit halber abgekürzt werden und keine Anrede verwandt wurde.
Einwänden zuvorkommend:
Selbst wenn - der gehetzte Bote schaut auf die zweite Zeile und übersieht Gender schon mal.


Für mich wäre die Umstellung auf Nummern insofern ok, da ich nicht alle Nas lang umziehe.
Besuche verabrede ich eh' lieber vorab. Bei der Gelegenheit kann ich die Ziffern durchgeben.

Wer nicht mit Altbauten ohne Klingelanlage, dafür mit Doppelschlüssel und Durchsteckschloß vertraut ist, mag zunächst etwas hilfloser sein, was gewünschte Zusammenkünfte bei vorgeschalteten Hürden angeht.
Selbst in Zeiten ohne Handy ist das abertausenden von Mietern gelungen, indem kurz vorm Losfahren und von der Telefonzelle an der Ecke kurz angeklingelt wurde damit der Gastgeber beizeiten runter gehen und aufschließen, oder den Schlüssel runter werfen konnte.
Wenn - verabredungsgemäß - nicht abgehoben wurde, hat das noch nicht mal Geld gekostet.
Selbst in den Zeiten, als es noch keine flächendeckende Telefonversorgung gab, ist es den Leuten gelungen, zueinander zu finden wenn die Haustür abgeschlossen war.
Wo ein Wille ist... :wink: ... war zur Not die Concierge.
<irony> Die Nummernvariante verspricht eine Kostenersparnis in der Postproduction für Reality-Drama-Soaps:
Abgefilmte Klingelschilder müßten nicht mehr aufändigst verschwiemelt werden.
</irony>
 

Solanus

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Art. 2 DS-GVO gibt das so nicht her:
..

Sehr wohl gibt die DSGVO dies her:

Sachlicher Anwendungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für die ganz oder teilweise automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten sowie für die nichtautomatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten, die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen.

Man darf natürlich nicht den zweiten Teil des Satzes unterschlagen:

nicht automatisierte Verarbeitung....die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen.

Damit ist ganz eindeutig gemeint, es betrifft ausschließlich digitale Daten.

Trotzdem sind papierne Daten exakt gleich geschützt, dies ergibt sich aus den übrigen Gesetzen in denen Datenschutz geregelt wird.

Ansonsten wären papierne Daten bisher ungeschützt gewesen, sind und waren sie aber nie. Die DSGVO gilt allerdings ausschließlich für die digitale Verarbeitung, da sie die bestehenden Gesetze auf die digitalen Daten ausweitet. Digitale Daten waren bisher, auf EU-Ebene, ungeregelt, dies übernimmt jetzt die DSGVO und wird durch die nationalen Gesetze ergänzt. So in D das BDSG neu
 

AsbachUralt

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Das ganze war eine Art von vorauseilendem Gehorsam einer Wiener Behörde.
Letztendlich viel Lärm um nichts!

Angefangen hat es mit einer Frage eines Gemeindebaumieters, warum sein Name auf dem Türschild steht - krone.at berichtete. Daraufhin beschloss die Stadt Wien, im Rahmen der neuen Datenschutzgrundverordnung alle 220.000 Türschilder der Gemeindebauten zu anonymisieren. Doch nun hat die EU-Kommission entschieden, dass Namen an Türklingeln und Postkästen den Datenschutz nicht verletzen.

https://www.krone.at/1792225
 

0zymandias

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[...]
nicht automatisierte Verarbeitung....die in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen.

Damit ist ganz eindeutig gemeint, es betrifft ausschließlich digitale Daten.
[...]

Das sehe ich auch anders.

Selbst wenn mit dem Dateisystem nur elektronische Systeme gemeint wären, würde "gespeichert werden sollen" bedeuten, dass sie eben nicht elektronisch gespeichert sind.

Artikel 4 DSGVO 6.) liefert die Definition:
6.) „Dateisystem“ jede strukturierte Sammlung personenbezogener Daten, die nach bestimmten Kriterien zugänglich sind, unabhängig davon, ob diese Sammlung zentral, dezentral oder nach funktionalen oder geografischen Gesichtspunkten geordnet geführt wird;

Dazu gibt es auch bei jedem Artikel auf den Websites unten den Erwägungsgrund 15 mit:
1Um ein ernsthaftes Risiko einer Umgehung der Vorschriften zu vermeiden, sollte der Schutz natürlicher Personen technologieneutral sein und nicht von den verwendeten Techniken abhängen. 2Der Schutz natürlicher Personen sollte für die automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten ebenso gelten wie für die manuelle Verarbeitung von personenbezogenen Daten, wenn die personenbezogenen Daten in einem Dateisystem gespeichert sind oder gespeichert werden sollen. 3Akten oder Aktensammlungen sowie ihre Deckblätter, die nicht nach bestimmten Kriterien geordnet sind, sollten nicht in den Anwendungsbereich dieser Verordnung fallen.

Vgl. auch https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/sachlicher-anwendungsbereich-die-dsgvo-gilt-wenn/ .
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
„Wo kein Kläger, da kein Richter.“

Rechtlich stellt sich die Situation, in der ein Vermieter ungefragt den Namen seines Mieters auf das Klingelschild schreiben lässt, wie folgt dar- und das im Übrigen nicht erst seit Geltung der DSGVO:

Man braucht, wenn man mit personenbezogenen Daten umgeht, entweder eine Rechtsgrundlage oder eine Einwilligung der Betroffenen. Hier geht es um das personenbezogene Datum des Namens, welcher auf dem jeweiligen Klingelschild vom Vermieter angebracht wird. Der Name auf dem Klingelschild enthält die Information, dass hier eine bestimmte Person wohnt. Darin ist eine Datenübermittlung an eine unbekannte Anzahl von Personen zu sehen. Und hierfür bräuchte der Vermieter als Verantwortlicher der Datenübermittlung eine Rechtsgrundlage oder eine Einwilligung des Mieters. Fehlt beides, so ist die Veröffentlichung des namens auf dem Namensschild rechtlich unzulässig.
https://www.wbs-law.de/datenschutz/datenschutz-keine-namen-mehr-auf-klingelschildern-78518/
 

Kerstin_K

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Datenschutz ist gut und wichtig, aber da gibt es sicher dringlicher Probleme als Klimgelschilder.
[>Posted via Mobile Device<]
 

franzi

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Wie immer galoppiert die Gemeinde Wien wieder einmal in vorauseilendem Gehorsam voran. Mittlerweile wurde seitens der EU klargestellt, dass das eine nicht erforderliche Aktion seitens der Gemeinde Wien ist, abgesehen davon darf der Mieter seinen Namen an der Klingelleiste anbringen, wenn er es wünscht.

Grund für diese unnötige Massnahme war die Beschwerde EINES Mieters im Gemeindebau. Wer die Kosten tragen muss, ist derzeit nicht bekannt, kann mir aber vorstellen, dass dies auf dem Rücken der Mieter passiert.

Auf den Briefkästen stehen im übrigen in den seltensten Fällen die Namen drauf, meistens nur Nummern, also...

Also bei uns stehen sowohl auf den Klingeln als auch an den Briefkästen die Namen. Ich habe noch nirgends Briefkästen mit Nummern gesehen ...
 
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