DRV schickt mich nun zum Gutachter, obwohl Befundbericht noch nicht erstellt?

beimi

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Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Den Befundbericht vom Nervenarzt kann ich erst nach dem Termin Ende April versenden. Soweit hatte ich ja eine Fristverlängerung bis Ende April und eine Weiterzahlung bis Ende April.
Nun habe ich von der DRV die Aufforderung erhalten, dass ich mich von einem Psychiater begutachten lassen soll.
Dieser ist auch noch hier in der Kleinstadt ansässig. Jetzt habe ich ja sehr große Bedenken, dass dieser speziell von der DRV ausgesucht worden ist und vermutlich auch in Absprache mit diesem dubiosen Nervenarzt, der mich unseriös behandelt hatte.
Kann ich selbst einen Gutachter vorschlagen, oder geht das nicht?
Denn ich bräuchte auf jeden Fall einen Gutachter, der sich auf Traumatyp II und auch mit somatischen Erkrankungen auskennt.
Ich habe Bedenken, dass die DRV mich wieder reinlegen will.
Oder muss ich da zuerst einmal hingehen?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar.
LG beimi
 
E

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Vorschlagen kann man immer. Aber ob die sich auf "Deinen" Gutachtrer einlassen?
 

Wutbuerger

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Normalerweise müssen die Gutachter irgendwie Verträge mit der DRV haben , sei es über die Qulifikation oder aus Kostengründen . Mir wurde gesagt der Gutachter dürfte mich vorher noch nie behandelt haben .Ich bekam aber zwei oder drei vorgeschlagen .Das man dir einen " aufs Auge drücken " will ist eher ungewöhnlich .
Da du ja bestimmte Voraussetzungen anführst , kannst du nicht bei deiner Krankenkasse oder beim Berufsverband eine Liste erhalten , wer da qualifiziert wäre ? und dann zur DRV gehen , welchen der Gutachter sie beauftragen könnten ?
 
E

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Wahrscheinlich dauert es der DVR zu lange bis der Befundbericht eintrudelt...:wink:

Deshalb der Termin beim Gutachter ohne Befundbericht.

Allerdings wie will selbiger ohne vorliegen aussagekräftiger Befunde, Diagnosen, Krankheitsgeschichte etc. wie das alles eben im Befundbericht angegeben ist sich ein umfassendes Bild von deinen Erkrankungen machen???

Gerade das spielt ja eine nicht unwesentliche Rolle!


Mein Gutachter hatte sogar Gutachten/Befunde von 1976 - 1979 an die ich gar nicht mehr gedacht hatte vorliegen.

Und das man sich den Gutachter aus verschiedenen Vorschlägen aussuchen kann bzw. sogar selber einen vorschlagen, sorry aber das habe ich noch nie gehört! Die DRV bestimmt den Gutachter, da kannst du gar nix machen.

Upps, habe gerade gelesen das es sich um eine Verlängerung handelt, da müsste ja schon was vorliegen von der vorherigen Begutachtung/Befundberichte...


liesa
 

Goldfield

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Hallo liebe Forum-Mitglieder,

Den Befundbericht vom Nervenarzt kann ich erst nach dem Termin Ende April versenden. Soweit hatte ich
Wie Cerberus schon schrieb vorschlagen kannst du es, ob die DRV sich drauf einlässt steht auf einem anderen Blatt, hingehen muss du dort solang der Termin nicht gecancelt wurde, ansonsten kommste deinen Mitwirkungspflichten nicht nach und dann stellt man dir die Rente schneller ein als wie du am Briefkasten bist.
Selbst wenn du bei deinem Nervenarzt warst, heißt es nicht das du nicht dennoch zu einem Gutachter muss, ich musste bis auf die letzte Verlängerung auch immer zu einem Gutachter obwohl ich Berichte von Fachärtzte/Krankenhäuser hatte.

@ Wutbuerger daran ist nichts ungewöhnliches, ich bekam alle Gutachter ( das waren einige ) direkt von der DRV bzw.wurde direkt vom Arzt angeschrieben, konnte mir keinen aussuchen, kenne auch niemanden wo sich ein Gutachter aus einer Liste aussuchen durfte, es sei denn man hat es der DRV vorgeschlagen bzw.mit ihnen geredet, darauf muss sich die DRV aber nicht einlassen.
Will es aber nicht ausschliessen, Ausnahmen bestätigen die Regel, dennoch nichts ungewöhnliches das die DRV einen Gutachter bestimmt, ist ganz normal.
 
E

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Die DRV zieht immer das für sie Schlimmste in Betracht: den Versicherungsfall, .....vorzeitige Rente etc. pp.

Zahlen wollen die, wie jede andere windige Versicherung, natürlich am liebsten nicht. Daher haben sie es (jedenfalls nach meiner Erfahrung) mit Befundberichten usw. überhaupt nicht eilig.

:icon_evil:

Laufende Vorgänge erfordern eben erstmal keine Versicherungsleistung.....
 

Muzel

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Ich hatte gar keinen vorbehandeldenden Nervenarzt bei PTBS Typ II. Meine Rente ist dauerhaft durch. Vielleicht ist es sogar besser, wenn der Gutachter unvorbelastet ist.
 

beimi

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Hallo Muzel,
ob dieser Gutachter unvorbelastet ist, da habe ich im Moment meine Zweifel.
Ich hatte ja am 21.1.2016 den zweiten Termin bei einem Nervenarzt hier in der Stadt, der mich so fertig gemacht hatte und ich anschließend unter Schock stand.
Ich hätte Anfang März einen neuen Termin gehabt bei einem anderen Nervenarzt. Den hat man mir durch die Arzthelferin ein paar Tage später absagen lassen (auch mit dem Hinweis, dass ich ja schon bei diesem Nervenarzt war.
Diese Absage habe ich diesem unseriösen Nervenarzt zu verdanken.
Und nun soll ich auf Anordnung der DRV ausgerechnet wieder zu einem Psychiater in dieser Kleinstadt hier?
Ich Frage mich hier ob dies auch wieder eine Absprache ist.
Und ich habe viel Bauchweh dabei, dort hingehen zu müssen.
Womöglich drückt der mir wieder zweifelhafte Diagnosen unter, wie dieser Nervenarzt vom 21.01.2016. Was war das noch einmal kognitive Einbuße, akut Selbstmordgefährdet, Wahnideen, Bösartigkeit usw. Da hat man ja Angst, das der Psych. Dienst kommt und einem in die Psychiatrie stecken will.
Solche Diagnosen wären den OEG-Gegnern sehr recht. Ja nur keine PTBS und Traumatyp II schon gar nicht.
Ich habe schon viel Bauchweh, dass man mich fertig machen will.

LG beimi
 

Kerstin_K

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Woher wusste der Nervenarzt mit der Terminabsage, dass Du schon wo anders warst?
 
E

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Du schreibst in deinen Beiträgen das du zu einem Nervenarzt /Psychiater nicht mehr gegangen bist was m.E. ein großer Fehler war!

Denn du schreibst ja auch u.a. von Depressionen und Persönlichkeitsstörung in deinen Beiträgen und wenn du nur bei deinem Hausarzt in Behandlung bist brauchst du dich nicht wundern wenn die DRV eine Meinung/Einschätzung von einem Facharzt (in deinem Fall einen FA für Psychiatrie) was die Verlängerung der EM-Rente angeht haben will welche du problemlos bekommen hättest wärst du wie schon gesagt in dortiger regelmäßiger Behandlung geblieben!

Da wäre dir eventuell sogar der Gutachtertermin erspart geblieben wenn der Befundbericht aussagekräftig genug gewesen wäre!





liesa
 

beimi

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Hallo zusammen,
hierüber habe ich auch unter dem Titel "Erwerbsminderungsrente/Hilfe zum Leben/OEG-Verfahren geschrieben.
Das Problem ist das ich "nur" zu einem Gewaltereignis eine Diagnose habe. Aber nicht zu meinen Missbrauch und Misshandlungen in meiner Kinder-und Jugendzeit und im Ausland. ich habe leider eine ziemliche Gewaltspirale hinter mir und nach dem OEG wurde nur eine Begutachtung vorgenommen auf die eine Gewalttat 2004. Der Täter wurde damals verurteilt. Im Gutachten selbst hat man über die Diagnose PtBS diskutiert, weil meine Verhaltenstherapeutin damals diese schon gestellt hatte. Aber die OEG-Gutachterin hatte den Auftrag vom Versorgungsamt die Gewaltereignisse in der Vergangenheit als Vorschäden zu deklarieren und ohne Rücksicht auf die Ursachen zu begutachten. So steht es im Auftrag des Versorgungsamtes. Da kann man kein Vertrauen mehr haben, wenn solches Unrecht angewandt wird.
Es gibt bis jetzt noch keine Arztberichte für die anderen Folgestörungen.
Ich habe Berichte von Therapeuten und nun von meiner Traumatherapeutin.
Da ich 2004 ein dermaßen "Schlechtergutachten" bekam habe ich es vermeidet zu solchen Ärzten zu gehen.
Ich habe das Vertrauen in Ärzte verloren.
Es hat auch fast zehn Jahre gedauert bis ein Arzt eine Dünndarmuntersuchung veranlasst hatte. Das ist nicht normal. Obwohl ich unzählige Gastroenterologen aufgesucht hatte. Alle konnten nichts finden.
Nun ist mein Dünndarm langstreckig kaputt. Dies hätte nicht sein müssen.
Ich habe nun ein großes Vermeidungsverhalten und Misstrauen aufgebaut und es ist extrem schwierig dies zu überwinden.
Denn in meiner Isolation, allein fühle ich mich sicher, es kann mir niemand schaden zufügen.
LG beimi
 
E

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bei einem Gutachten der DRV geht es aber nicht wie beim OEG um Nachweise von Gewalt sondern darum, ob man noch erwerbsfähig ist. es fließt zwar deine Biographie mit ins Gutachten ein, aber ausschlaggebend ist, ob du erwerbsfähig bist.

da interessieren die Auswirkungen, nicht die Ursachen oder wieviele Ursachen (Taten) es gab. ist ja bei Typ II Traumata eh fast nicht mehr erfahrbar. und leider ist es oft so, das Menschen, die bereits früh traumatisiert sind, ein höheres Risiko haben, später weiter Übergriffen ausgesetzt zu sein, das war auch bei mir der Fall.
heute weiss ich das, früher habe ich mich immer gewundert.
 

Buchfan

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Es muss sehr belastend sein, zu Ärzten und Gutachtern zu tapern, die einem irgendwelche Mehrfachdiagnosen aufs Auge drücken, ohne sich wenigstens die Mühe zu machen, sie einem zu erklären. Ich kann mir gut vorstellen, dass in solchen Momenten sich ganze Horrorszenarien vor dem inneren Auge des Patienten abspielen.

Für die Ärzte ist das ihr täglich Brot. Ihnen ist oft nicht klar, was im Patienten ihnen gegenüber vorgeht. Ärzte haben nicht viel Zeit für lange Erklärungen. Das ist das eine. Das andere ist, dass sie nur selten mit ihrer Meinung (Diagnose) hinterfragt werden. Oder ihre Vorgehensweise infrage gestellt wird.

Warum ich das sage? Ich würde in einer solchen Gutachtersituation mich so wenig wie möglich ausliefern. Das kann ich beispielsweise tun, indem ich ihn gut beobachte. Beobachtet er? Oder ist er im Stress? Stellt er einfühlsame Fragen? Holt er einen da ab, wo man ist? z.B. durch Ankündigungen: Als nächstes möchte ich mit Ihnen über xy sprechen. Gibt er das Gefühl, man darf Fragen stellen? Gibt er das Gefühl, man darf seine Hilflosigkeit thematisieren? Darf man "Stop" sagen?

Das alles sind Mittel, die helfen können, dass man sich nicht so ausgenutzt fühlt. Man bleibt nicht so starr in der Opferrolle stecken.
 

beimi

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Hallo Marion63,
ja ich habe mich früher auch immer gewundert. Schon wieder ich habe ich mich gefragt. Wieso kann ich nicht ein normales Leben führen wie andere auch. Damit bin ich auch sehr lange Zeit sozusagen schwanger gelaufen.
Heute weis ich dass das nicht so einfach funktionieren kann.

LG beimi
 

beimi

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Hallo Buchfan,
ja das ist es, dass man von den Ärzten aus Zeitmangel übergangen wird. Dass man eine Diagnose verpasst bekommt, die dann einfach von anderen Ärzten übernommen werden. Die werden dann nicht mehr hinterfragt.
Man ist irgendwie abgestempelt.
Und alles was man als Patient sagt wird dann nicht mehr gehört.
Wie beweist man, dass man das gesagt hat und nicht das was dann in meine Gutachten steht.
Ich habe eben schon die Erfahrung gemacht, dass man dann im Gutachten Projektionen geschrieben hat, die so nicht stimmen. Das war das reinste "Schlechtergutachten" und hat natürlich sobald dies ein anderer Arzt liest Auswirkungen. Dieses Gutachten habe ich erst Jahre später gelesen. ich habe mich immer gewundert warum man so mit mir umgeht. Ich konnte dies dann erst verstehen, als ich dieses "Schlechtergutachten" selbst gelesen hatte. Ich stand wie unter Schock. Ich war tagelang gelähmt.
Deshalb habe ich so gut wie kein Vertrauen mehr zu einem Arzt.

Danke für Deine Tipps zu solch einem Gutachtertermin.
 

Buchfan

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Hallo beimi,

ist schon ein übles Spiel mit diesen Gutachtern. Es ist immer noch so, dass das zugrundeliegende Trauma sehr oft ignoriert wird, obwohl in der Wissenschaft mehr als genug Erkenntnisse vorliegen. Sexueller Mißbrauch ist das schlimmste, was einem Menschen angetan werden kann. Und immer noch wird weggesehen, geschwiegen, verdrängt. Allein diese Erfahrung ist ein Grund für die Rente, von den Folgeerkrankungen ganz abgesehen.

Ich wurde psychiatrisiert und durch diese Diagnose berentet. Die wirkliche Ursache hat niemanden interessiert.

Ein schwacher Trost, aber Du weißt wenigstens um die Zusammenhänge. Viele dissoziieren/ vergessen jahrzehntelang und quälen sich mit den Folgen. Rund 20-30% der Frauen und 5-15% der Männer sollen Überlebende sein.

Hier noch eine wenig erbauliche, aber wie ich finde hilfreiche website. Dir viel Glück beim Termin und überhaupt!

Sexueller Missbrauch -- Inzest -- UTU's Texte für Überlebende
 

Muzel

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Ich habe Folter überleben müssen. Auch bei mir war auch für mich schwierig meine Opferrente zu erhalte, da die die Folter schon viele Jahre zurückliegt und es sicher noch ein anderes Ereignis vorhanden ist, dass meine PTSB II ausgelöst hat. Also, die Versicherungen reden sich immer gern mit Vor- oder Nachschaden raus. Die haben mir nicht einmal gesagt, welches Ereignis das gewesen sein soll, dass meinen Nachschaden verursacht habe soll und das nur per Aktenlage
Gehe mutig zum Gutachter und versuche immer (immer kurz) auf das Ereignis zurückzukommen.
 

beimi

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Hallo,
das tut mir in der Seele weh, was ihr auch erlebt habt.

Ja ich habe auch bedenken, dass ich psychiatrisiert werde. Gerade deshalb weil bei mir noch das OEG-Verfahren läuft und den Gegnern es recht wäre, wenn ich keine PTBS mehr hätte.
Ich finde es im meinem Fall besonders tragisch, dass ich im OEG eine Begutachtung hatte zu einem einzigen Tattag, als akute Belastungssituation.
Und das meine Gewalterfahrungen aus meiner Kinderzeit und im Ausland als Vorschaden deklariert wurden. Das ist viel Unrecht. Wenn ich meine schädigende Zeit zusammenrechne komme ich auf ca. 7304 Tage, und nur ein Tag der natürlich auch sehr schrecklich war kommt zu einer Begutachtung im OEG .Das empfinde ich schon als Betrug.
Auch das Gutachten das damals 2005 erfolgte war eine Vernichtungsaktion gegen meine Person. Das Problem, dieses ebenfalls schädigende Gutachten konnte ich gar nicht lesen. Ich habe es aus meiner Schutzfunktion heraus gar nicht aufnehmen können. Ich stand irgendwie immer noch unter Schock. Erst als ich 2012 wieder einen Antrag nach dem OEG gestellt hatte, konnte ich dessen Inhalt und Auswirkungen begreifen und ich stand tagelang wieder unter Schock.
Dieses vernichtende Gutachten wurde auch damals weitergereicht.
Und erst jetzt begreife ich warum ich ich von den Ärzten nicht ernst genommen wurde. Aber dies alles hatte schwerwiegende Auswirkungen auf meine Gesundheit. Meine vielen jahrelangen Durchfälle (kein Arzt konnte fast 10 Jahre lang nichts finden???), mein Dünndarm ist nun langstreckig kaputt und ich habe viele Unverträglichkeiten und Probleme, was ich denn essen kann. Kraftlosigkeit, Herzminderleistung habe ich nun auch noch. Ich stand permanent, wegen den vielen Abwertungen und Ablehnungen unter Trauma. Auch das was ich dann beim Jobcenter erleben musste war nicht normal. Ich habe zum Beispiel gekämpft für einen besonderen, nichtabwendbaren atypischen Bedarf wegen meinen Durchfällen, da ich mir erhoffte,dann wenigsten zu einem Heilpraktiker gehen zu können. Und als ich 2012 die Diagnose Morbus-Crohn erhielt und ich diesen Krankenhausbericht zusätzlich dem Jobcenter einreichte, erhielt ich als Antwort die Aufforderung zum Zwangsumzug, obwohl ich in der Wohnung bereits schon 6 Jahre gewohnt hatte und mir das Krankenhaus absolute Schonung verordnete.
Meine Verzweifelung war schon mehr als einmal riesengroß gewesen.
Hätte ich damals die richtigen Diagnosen gehabt und mehr Fürsorge als Ablehnung, denke ich hätte ich vielleicht wieder zumindest halbtags im Berufsleben Fuß fassen können.
Da mir das irgendwie, verweigert und boykottiert wurde (so empfinde ich dies), habe ich nicht arbeiten können, meine Rentenansprüche sind geschrumpft und jetzt muss ich auch noch darum kämpfen, dass meine EMR weiter bewilligt wird oder ich wieder den Schikanen des Jobcenters ausgesetzt werde.
Ich finde das furchtbar, was Gutachten und Arztberichte ausrichten können. Irgendwie scheint es nicht genug gewesen zu sein, was man an Gewalt erleben musste und diese einem die Seele und Gesundheit zerstört.
Ich denke schon, dass man eine Anspruch auf Wiedergutmachung hat.
Liebe Grüße beimi
 

Buchfan

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Hallo beimi,

ich wundere mich ja, offen gesagt, dass Du noch das OEG-Verfahren an der Hacke hast. Ich finde es schon belastend genug, für seine Rente zu kämpfen. Mußt Du Dir das denn jetzt antun? Wäre es nicht sinniger, mit dem OEG zu warten, bis Du etwas stabiler gesundheitlich dastehst? Kann man das angefangene Verfahren nicht auf Eis legen?

Ob man psychiatrisiert wird, kann man selbst mit steuern. Der behandelnde Psychiater wird verständlicherweise seinen Rezeptblock schnappen, kann er doch auch nichts anderes anbieten. Wenn man sich darauf einlassen möchte, weil man sich eine Verringerung seiner Beschwerden erhofft, wird man das tun. Wenn man versuchen will, ohne Medikamente durch die Episoden/ Krisen zu gehen, ist das nicht verboten. Ich kann da auch nichts allgemeinverbindliches zu den Psychopharmaka sagen, außer dass die Nebenwirkungen doch sehr erheblich sein können. Für meinen Teil fand ich die doch sehr stark dämpfende Wirkung eher hinderlich. Sie brachte mich in teils dissoziative Zustände, die ja eigentlich vermieden werden sollten.

Wenn es darum geht, in eine psychiatrische Klinik zu gehen, kann man erklären, dass man keine Psychopharmaka nehmen möchte und diese Erklärung mit der Patientenverfügung untermauern. Das schlimmste, was einem passieren kann, ist eine Zwangspsychiatrisierung mit der Begründung, eigenes oder fremdes Leben sei gefährdet. Da sitzt man ganz schnell mal im Erste-Hilfe-Transport zur nächsten geschlossenen Abteilung. Incl. Fixierung und Sedierung. Weil die Patienten in solchen Situationen angeblich keine Krankheitseinsicht haben können. Da wird es dann auch sehr schwer, Medikamente zu verweigern. Die kommen nämlich einfach so - von "oben".

Zu Deinem Morbus Crohn: Der Dünndarm ist entwicklungsgeschichtlich sehr, sehr alt. Auch in der Embryologie ist der Dünndarm das erste vollständige innere Organ. Als Bestandteil des Immunsystems ist der Darm, aber besonders der Dünndarm immens wichtig. Die Nervenzellen im Bauch-/ Darmbereich ähneln denen des Gehirns sehr stark. Soweit, dass man von seinem "Bauchgefühl" oder "Bauchhirn" spricht.

Meine Idee zu Deinen Beschwerden ist, sowohl auf der psychischen als auf der physischen Ebene, sehr viel Sorgfalt auf das "Nährende" zu verwenden und störende Elemente, soweit möglich aus Deinem Leben zu eliminieren. Natürlich kannst Du viel über Ernährung erreichen, aber auch über Abgrenzung, Entspannung und allem, was Dir Freude macht.

Eine unbefristete EMR wäre mir an Deiner Stelle ein hehres Ziel. Damit Du Dich endlich ganz auf Dich konzentrieren kannst und wieder zu Kräften kommst. Welche Diagnosen der Arzt ins Gutachten schreibt, wäre mir dabei völlig egal. Laß ihn nur machen, Hauptsache es klingt aussichtslos. Und dafür lieferst Du ihm Futter, für sonst nichts. :wink:
 

Muzel

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Mit Morbus Crohn hat man mit dem OEG ein Problem. Das OEG entschädigt nur, wenn die Gewalt überwiegend entscheidend war für den Körperschaden. Ein Morbus Crohn ist aber auch nicht harmlos. Wann hast du denn den Antrag gestellt, bevor du du die Darmerkrankung wusstet oder später?
 
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