Druck auf Gewerkschaften, Equal Pay in Zeitarbeit

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Mamato

Gast
Hallo,

schon 2006 versuchte ich Leute zu mobilisieren und dem DGB Druck zu machen, durch die Schmach, dass sie für Leiharbeiter schlechtere Bedingungen aushandeln, als das Gesetz vorsieht.
Damals antworteten nur 2 von weit über 30 angeschriebenen Gewerkschaften.
Auch wegen Zeitkonten und Unterwanderung des 615 BGB.
Auch machten keine Leute mit :(

Ich versuche es nochmals und habe auch eine Petition eingereicht. Diese werde ich posten, wenn sie öffentlich ist.

Macht mit, macht Druck, schreibt dem DGB!

https://www.dgb.de/service/kontakt/index.html

Hier meine letzte Aktion, die ich zur Nachahming empfehlen möchte. Müllt sie zu!!

Warum verhindern sie das gesetzliche Equal Pay?

Sehr geehrte Damen und Herren,
seit den christlichen Gewerkschaften die Tariffähigkeit abgesprochen wurde, gibt es keinen Grund mehr, mit der Zeitarbeitsbranche Tarifverträge abzuschließen. Dann gilt nämlich § 9 Nr. 2 AÜG!! Wieso vertreten Sie nicht die Interessen der Leiharbeiter. Das ist ihr Auftrag!! Nicht der Schutz der Zeitarbeitsbranche!! Eine Schande!!
Der DGB sollte sich schämen. Kündigen sie sofort die Verträge! MfG xxx

Antwort: :icon_kotz: :icon_kotz: :icon_neutral::icon_evil:
Die Sache ist leider etwas komplizierter als Sie das beschreiben. Natürlich haben Sie zunächst einmal recht, wenn Sie feststellen, dass die DGB-Tarifverträge derzeit ohne Dumpingdruck durch christliche Gewerkschaften den Equal Pay Grundsatz verhindern. Gleichzeitig haben aber einige der DGB-Gewerkschaften (derzeit die IGM, die IGBCE und EVG) auch zusätzliche Branchenzuschläge zu den DGB-Tariflöhnen vereinbart, mit denen nach einer bestimmten Zeit nahezu Equal Pay erreicht werden kann.

Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass sofort Christengewerkschaften wieder auf der Bildfläche erscheinen, sobald die DGB-Tarifgemeinschaft die Tarifverträge kündigt. Dann könnte es Standards geben, die unter den derzeitigen des DGB-Tarifvertrags liegen. Beachtet werden muss auch die sog. Nachwirkung von Tarifverträgen, die es nach deutscher Rechtslage auch bei gekündigten Tarifverträge eine Zeit lang gibt.

Der Ursprung allen Übels liegt in der gesetzlichen Konstruktion, die ein Abweichen vom Equal Pay-Grundsatz durch Tarifvertrag erlaubt (sog. Tariföffnungsklausel). Solange es diese Möglichkeit gibt, wird es immer Versuche geben, davon Gebrauch zu machen. Insofern versuchen wir derzeit auf politischer Ebene eine gesetzliche Equal Pay-Lösung zu erreichen ohne Tariföffnungsklausel. Allerdings ist nicht damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber vor den nächsten Bundestagswahlen hier aktiv werden wird. Hier werden wir aber auch nach den Bundestagswahlen weiter am Ball bleiben.
 
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Rounddancer

Gast
Was soll man dazu sagen, außer, daß in der Tat die Tariföffnungsklausel weg muß und das kann nur in Berlin geschehen. Oder in der EU, indem die nämlich allen Nationalstaaten untersagen könnte, das EU-Tarifrecht über solche Öffnungsklauseln zu umgehen.

Das aber ist höchste Eisenbahn, denn wenn die anderen Staaten alle mitkriegen, daß Deutschland mit der Öffnungsklausel Erfolg hat und geduldet wird, dann wollen die nicht mehr, daß wir sie abschaffen müssen, nein, dann wollen die selbst auch die Tariföffnungsklausel haben. Und das wäre dann ein Rückschritt für die Arbeitnehmerrechte. in der ganzen EU.
 

hartaber4

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Vielleicht liegt das nicht nur an den Gewerkschaften....

In den 1990er Jahren hatten die Gewerkschaften hohe Mitgliederverluste. In den DGB-Gewerkschaften gab es 2005 rund 6,8 Mio. Mitglieder; das entsprach 25 % der Arbeitnehmer. 2007 waren es nach Angaben des DGB 6,4 Mio. Mitglieder (einschließlich Rentner und Arbeitslose). Der Nettoorganisationsgrad (NOG I: aktive Mitglieder -ohne Rentner- zzgl. Arbeitslose) betrug im Jahr 2000 in Deutschland 21,3 % (1960: 34,2 und 1980: 33,6, nach Ebbinghaus in Schroeder-Weßels, Handbuch S. 196). Neuere Angaben zum Organisationsgrad fehlen zur Zeit. Beim DGB waren 2007 bezogen auf die in diesem Jahr durchschnittlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 39,7 Mio. 16,12 % noch organisiert, wobei aber diese Zahl nach unten zu korrigieren ist, da der DGB einschließlich inaktive Mitglieder (wie Rentner und Arbeitslose) rechnet, während die von der Bundesagentur für Arbeit ermittelten Gesamtbeschäftigten nur aktive Personen umfassen.

Quelle:

Gewerkschaften in Deutschland
 
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Mamato

Gast
Bei der Lohnzurückhalktung, die die Gewerkschaften seit Jahren vereinbarten ist es kein Wunder, dass sich viele AN nicht mehr gut vertreten fühlen.

In meinen Augen definitiv Schuld der Gewerkschaften. Die wurden von Jahr zu Jahr zahmer und kamen den AG immer mehr entgegen.
 

ethos07

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Vermutlich bekommst du hier im Forum - wie alle, die etwas praktischer politische Interventionen machen wollen - wenig Zuspruch, weil's halt gleich aufwändiger wird ;-).

Und die relativ wenigen, die auch praktisch-poltisich aktiv sind, sind meist mit ihrem 'Sepzialgebiet' voll ausgelastet.

(Bei mir ist das z.B. nicht Leiharbeit, sondern Wohnungs- und Stadtfragen. Und dann noch das eine oder andere übergreifende Bündnis betr. Regelsätzen. Ich müsste mich also länger in die verschiedenen strategischen Überlegungen zum equal Pay betr. Leiharbeit einlesen - dazu fehlt mir schlicht die Zeit.)

Auf Anhieb leuchtet mir nämlich z.B. die von dir abgelehnte Anwort des DGB-Menschen ein...

Bei der Lohnzurückhalktung, die die Gewerkschaften seit Jahren vereinbarten ist es kein Wunder, dass sich viele AN nicht mehr gut vertreten fühlen.

In meinen Augen definitiv Schuld der Gewerkschaften. Die wurden von Jahr zu Jahr zahmer und kamen den AG immer mehr entgegen.

Jein. Weil eine Gewerkschaft oder jede Vereinigung und jedes Bündnis und letztlich auch jede einzelne Aktion ist nur so stark wie auch die Basis Druck macht. Und das ist halt ein ewiges gegenseitiges Rangeln um mehr Gewicht.

Und inzwischen ist ja der DGB ein eingermaßen bürokratisierter Moloch mit vielen verschiedenen Zweigen und Untergruppierungen.. Was z.B. die paar gewerkschaftlich organisierten Erwerbslosen in ihren gewerkschaftlichen Inis an richtigen Dingen unterstützen oder an Aktionen machen, muss dann noch lange-lange nicht die DGB-Linie insgesamt sein.

Und das gilt vermutlich auch zur Leiharbeit.
Da gibt es bestimmt bei der IG Metall oder auch ver.di Untergruppen, die deiner Position näher stehen - vielleicht erstmal mit denen Bündnisse schließen?

Das ist ein ewiges Auftreten nötig, um für eigenen Positionen mehr Gewicht und wachsende Bündnisse zu gewinnen. Mit individuellen Petitionen und Aufrufen in Foren allein ist noch fast nix gewonnen.

Hast du dir für dein Feld der Leiharbeits-Politik - das zweifelsohne auch sehr wichtig ist! - mal überlegt, noch anderswo Bündnispartner zu finden? Oder dich in einem der dazu bestehenden Bündnisse einzuklinken?..Wie gesagt, Leiharbeit ist nicht mein Feld, wo ich mir den Kopf zerbrechen kann. Aber Z.B. weiß ich , dass im Forum Chefduzen z.B. Leiharbeit - wenn auch aus eher anarchistischer Sicht - stärker Thema ist als hier im ELO. Auch z.B. bei der FAU, der anarchistischen kleinen gewerkschaftsähnlichen Organisation wird dazu stark debattiert..

***
edit:
- grad mal kurz zu 'Leiharbeit' & 'Bündnis' gegoxxelt und hier die beiden ersten Fundstellen auf die Schnelle, wo ggf. weiter nach Gleichgesinnnten zu forschen wäre (na , da lag ich ja oben mit meinern spontanen Hinweisen im richtigen Fahrwasser...:icon_kinn:)

Leiharbeit abschaffen

Leiharbeit fair gestalten ~ Startseite Leiharbeit
... keine Ahnung, was aus dieser IG-Metall-Initatiive inzwischen gewordne ist.

auch bei Attac beschäftigen sich etliche Ortgruppen intensiver mit dem Thema Leiharbeit...

Ich wünsche viel Erfolg und berichte bitte weiter!

Ggf. findest du auch eher oben in der Rubrik Leiharbeit noch ein paar leidvoll erfahrene Interessierte.
 

hartaber4

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Jein. Weil eine Gewerkschaft oder jede Vereinigung und jedes Bündnis und letztlich auch jede einzelne Aktion ist nur so stark wie auch die Basis Druck macht. Und das ist halt ein ewiges gegenseitiges Rangeln um mehr Gewicht.

Habe ich ähnlich erlebt:

Nach mehr Geld schreien und sich über den Arbeitgeber das Maul zerreissen....... aber auf Nachfrage wie es mal mit einem geordneten Streik wäre...... war dann die Luft raus - aber jede gewerkschaftliche Lohnerhöhung mitnehmen.....

Tja --- und wenn von 140 Mitarbeitern nur 3 Gewerkschaftsmitglieder zum streiken draussen stehen ... wird das den AG kaum beeindrucken.
 
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Mamato

Gast
Vermutlich bekommst du hier im Forum - wie alle, die etwas praktischer politische Interventionen machen wollen - wenig Zuspruch, weil's halt gleich aufwändiger wird ;-).

Und die relativ wenigen, die auch praktisch-poltisich aktiv sind, sind meist mit ihrem 'Sepzialgebiet' voll ausgelastet.

(Bei mir ist das z.B. nicht Leiharbeit, sondern Wohnungs- und Stadtfragen. Und dann noch das eine oder andere übergreifende Bündnis betr. Regelsätzen. Ich müsste mich also länger in die verschiedenen strategischen Überlegungen zum equal Pay betr. Leiharbeit einlesen - dazu fehlt mir schlicht die Zeit.)

Ich habe ein Schreiben vorformuliert und die Webseite mitgeteilt, wo man das schreiben kann. Bequemer geht es nicht.

Mach das mit deinem Anliegen und ich werde dich sicherlich unterstützen.
Ist ja kein großer Akt, mal eine Mail zu schreiben, oder eine Unterschrift zu leisten.

Jein. Weil eine Gewerkschaft oder jede Vereinigung und jedes Bündnis und letztlich auch jede einzelne Aktion ist nur so stark wie auch die Basis Druck macht. Und das ist halt ein ewiges gegenseitiges Rangeln um mehr Gewicht.

Du vergisst, dass der DGB auch ohne Mitglieder die TV kündigen kann.
Im Fall Equal Pay ist das nämlich anders!! Das gäbe es, wenn es keine TV für die ZAF-Branche gibt.

In den anderen Fällen ok, da akzeptiere ich das, aber Equal Pay gibt es per Gesetz!! Sonst gibt es ja keine gesetzlichen Mindestlöhne, außer bei den allgemeinverbindlich erklärten TV.
Diese Differenzierung ist sehr sehr wichtig!!

Und inzwischen ist ja der DGB ein eingermaßen bürokratisierter Moloch mit vielen verschiedenen Zweigen und Untergruppierungen.. Was z.B. die paar gewerkschaftlich organisierten Erwerbslosen in ihren gewerkschaftlichen Inis an richtigen Dingen unterstützen oder an Aktionen machen, muss dann noch lange-lange nicht die DGB-Linie insgesamt sein.

Im Bereich ZAF brauchten wir nur Gewerkschaft, wenn man BESSERE Bedingungen als Equal Pay durchsetzen will, aber doch nicht um SCHLECHTERE Bezahlung zu vereinbaren.


Und das gilt vermutlich auch zur Leiharbeit.
Da gibt es bestimmt bei der IG Metall oder auch ver.di Untergruppen, die deiner Position näher stehen - vielleicht erstmal mit denen Bündnisse schließen?

Wofür sind die gut und wofür soll ich Beiträge zahlen, wenn eine Gewerkschaft Verträge abschließt, die schlechter sind, als das Gesetz?

Das ist ein ewiges Auftreten nötig, um für eigenen Positionen mehr Gewicht und wachsende Bündnisse zu gewinnen. Mit individuellen Petitionen und Aufrufen in Foren allein ist noch fast nix gewonnen.

Klar, stell dir vo es ist Demo und keiner geht hin. Warum sich eigentlich wehren? Bringt ja eh nix? Warum Unterschriftensammlungen, warum Petitionen, Demos, Massenbeschwerden (ELENA) beim BVerfG ? Alles vergebens?

Hast du dir für dein Feld der Leiharbeits-Politik - das zweifelsohne auch sehr wichtig ist! - mal überlegt, noch anderswo Bündnispartner zu finden? Oder dich in einem der dazu bestehenden Bündnisse einzuklinken?..Wie gesagt, Leiharbeit ist nicht mein Feld, wo ich mir den Kopf zerbrechen kann. Aber Z.B. weiß ich , dass im Forum Chefduzen z.B. Leiharbeit - wenn auch aus eher anarchistischer Sicht - stärker Thema ist als hier im ELO. Auch z.B. bei der FAU, der anarchistischen kleinen gewerkschaftsähnlichen Organisation wird dazu stark debattiert..

Ja richtig, diese Plattformen habe ich dieses mal nicht versucht zu aktivieren.
Das letzte Mal als ich so eine Aktion startete, kam auch nicht viel Engagement von Mitstreitern.
Ich bekämpfe das auch nicht extrem ernsthaft. Wenn ich mal meine Einzelaktionen mache, versuche ich nebenbei immer mal wieder Leute zu aktivieren. Meist bringt es nicht viel bis gar nichts. Aber ein Versuch ist es ja wert. Vielleicht macht der eine oder andere mit. Besser, als gar nichts tun und nur Einzelkämpferaktionen.
Wichtig ist mir, dass ich Impulse setze.

Ich bin eher in meinem direkten Umfeld engagiert und mache Ehrenamt und sonstige Hilfen.

edit:
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Leiharbeit abschaffen

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Super Engagement. Danke!!
Wie gesagt, ich mache daraus keine Lebensaufgabe. In 1. Linie dienst es dazu, andere zu aktivieren, Impulse zu setzen und Themen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wo man sich nebenbei mal einsetzen kann.
 

hemmi

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Warum das alles nicht fruchtet ist relativ einfach, der Deutsche kriegt seinen Hintern nicht hoch, der Sinn des Wortes Solidarität ist ihm abhanden gekommen und er gönnt seinem Nachbarn noch nicht das Schwarze unterm Fingernagel.:icon_neutral:
 
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Mamato

Gast
Uns geht es halt noch zu gut.
Die dt. waren schon immer obrigkeitshörig und sind nicht gerade die Kämpfer gegen Unrecht.

Was steiken betrifft, würde es mich nicht wundern, wenn wir sogar in der Weltrangliste an letzter Stelle wären.
In EU sind wir es ganz sicher.

Die Griehen und Franzosen sind die coolsten. Dann noch Spanier und Italiener.

Ich muss auch mal dem Petitionsausschuss Dampf machen. Über meine eingereichten E-Petitionen ist seit Anfang Dez. noch nicht entschieden.

Wegen einer schriftlichen Eingabe beim BMAS aus 2009 wegen Alg II-V...

(3) 1Für Bewilligungszeiträume, die vor dem 1. Januar 2009 begonnen haben, ist Kindergeld nicht als Einkommen zu berücksichtigen, soweit es die bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Beträge nach § 66 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes und § 6 Absatz 1 und 2 des Bundeskindergeldgesetzes übersteigt. 2Satz 1 gilt bis zum Ende des Bewilligungszeitraums, längstens jedoch bis zum 31. Mai 2009.

Da waren Leute mit ungünstigen Bewilligungszeiträumen benachteiligt.

....hatte ich im Okt. 2012!!! eine fadenscheinige Begründung bekommen, die nicht mal richtig auf mein Schreiben einging. Das wurde offenbar nicht einmal gelesen.

Mich kotzt es hier an. Hätte die Möglichkeit nach Venezuela abzuwandern und dort in der Versenkung zu verschwinden als Selbstversorger. Bin noch zu schissig, das zu wagen, denke aber immer öfters daran.
Schlimmere Bananenrepublick ist das auch nicht.
 
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ExitUser

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Tja --- und wenn von 140 Mitarbeitern nur 3 Gewerkschaftsmitglieder zum streiken draussen stehen ... wird das den AG kaum beeindrucken.

Richtig. Bei uns genauso. Selbst von den Gewerkschaftsmitgliedern folgen nicht alle einem Streikaufruf. Warum?

Desinteresse? Angst vor dem Karriereknick, vor einer "Schwarzen Liste", auf die man dann vielleicht kommt? Angst, daß der Chef feststellt, man wäre entbehrlich?

Keine Ahnung. Aber als in unserem Betrieb zum Streik aufgerufen wurde, um gegen die Schließung eines anderen Betriebes im Konzern zu protestieren, hat vielleicht ein Fünftel der Gewerkschaftsmitglieder (von den weitaus mehr Nicht-Organisierten gar nicht zu reden) mitgemacht. Die meisten davon Kollegen, die selbst schon Opfer einer solchen Betriebsschließung waren.


Abgesehen davon muß die Gewerkschaft erst mal zum Streik aufrufen, damit man streiken darf. Im Rahmen einer allgemeinen Tarifauseinandersetzung ist weder in meinem alten noch im jetzigen Betrieb zum Streik aufgerufen worden. Die paar Männekes, die bei uns organisiert sind, hätten einfach nicht genügend Außenwirkung im Verhältnis zu den Kosten durch Streikgeld.
 
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ExitUser

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Warum das alles nicht fruchtet ist relativ einfach, der Deutsche kriegt seinen Hintern nicht hoch, der Sinn des Wortes Solidarität ist ihm abhanden gekommen und er gönnt seinem Nachbarn noch nicht das Schwarze unterm Fingernagel.:icon_neutral:

Herzlichen Dank für diese Verallgemeinerung. Ich wurde in diesem Jahr genau zweimal von meiner Gewerkschaft zum Streik aufgerufen und bin dem Aufruf beide Male gefolgt, obwohl es nicht um meine eigenen Interessen, sondern ausschließlich um die meiner Kollegen.
 

hartaber4

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Warum das alles nicht fruchtet ist relativ einfach, der Deutsche kriegt seinen Hintern nicht hoch, der Sinn des Wortes Solidarität ist ihm abhanden gekommen und er gönnt seinem Nachbarn noch nicht das Schwarze unterm Fingernagel.:icon_neutral:

In großen Teilen stimmt das leider....

Sich den Gewerkschaftbeitrag und Engagement sparen...aber wenn es um das Verteilen geht groß rumschreien.
 
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