Drohende Sanktion, VV erhalten aber keine Rückmeldung an Jobcenter (1 Betrachter)

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Apolis

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Hallo
Habe vor ein paar Wochen einen VV erhalten und mich sofort beworben, der Arbeitgeber hat das aber nicht beim Jobcenter bestätigt.
Jetzt droht mir eine sperre wenn ich das nicht beweisen kann.
Bewerbung wurde mit der Post geschickt und auf meine nachfrage ist angeblich keine Bewerbung eingegangen was kann ich noch machen?
 

Sorata

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Hast du den Antwortzettel des VV (Ich habe mich am.... beworben) dem JC zugeschickt? Mit der Unterschrift darunter würdest du die Bewerbung sehr verbindlich bestätigen.
Ansonsten bleibe einfach bei deiner Aussage, dich beworben zu haben. Sobald du deine Bewerbung bei der Post aufgeben hast, ist diese nicht mehr in deinem Machtbereich und was dann passiert, kann dir nicht zulasten gelegt werden.

Dazu gibt es noch folgendes Urteil:
Zwar kann ein Zugang seiner Bewerbung nach den vorliegenden Aussagen der Mitarbeiter der I. nicht festgestellt werden. Der nicht nachgewiesene Zugang erfüllt im vorliegenden Fall jedoch nicht den Tatbestand der "Weigerung". Die Kammer kann insbesondere keine konkludente Weigerung aus den Umständen ableiten, da ein misslungener Zugang auf unterschiedlichen Ursachen beruhen kann, die auch außerhalb des Einflussbereichs des Absenders liegen können. Der Zugangsnachweis eines postalisch versandten Schriftstücks kann i. d. R. nur geführt werden, wenn die Zustellung - relativ kostenintensiv - mit Einschreiben/Rückschein erfolgt. Dies wurde jedoch von den Beteiligten bei Bewerbungen üblicherweise so nicht praktiziert. Nach dem Eingliederungsverwaltungsakt vom 31.03.2010 sollte der Kläger vielmehr als Nachweis lediglich „die dem Vermittlungsvorschlag beigefügte Antwortmöglichkeit ausfüllen und dem Träger der Grundsicherung vorlegen.“ In der Vergangenheit wurde dies zwischen den Beteiligten so gehandhabt, dass der Kläger eine Kopie der Bewerbungsschreiben beim Beklagten eingereicht. Dem ist der Kläger auch in diesem Fall nachgekommen. Allein aus diesem Grund stellt sich daher die Frage, ob vom Kläger im Rahmen der Sanktionsverhängung eine darüber hinausgehende Nachweispflicht entgegengehalten werden kann.
SG Lüneburg Az. S 37 AS 844/10 v. 13.11.2013 Urteil
Link zur Volltextveröffentlichung
 

Imaginaer

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Hast Du eine schriftliche Anhörung nach § 24 SGB X bekommen? Wenn ja, dann bitte diese ausreichend anonymisiert hier einstellen. Oder ist die Anhörung mündlich durchgeführt worden?

Gibt es eine unterschriebene EGV bzw. dessen ersetzenden Verwaltungsakt? Wenn ja, auch diesen ausreichend anonymisiert hier einstellen.

Erst dann ist eine konkrete Antwort möglich.
 
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