Dringende Hilfe. Kein BAB oder sonstige Unterstützung

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Akee

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Hi Leute,

ich brauche dringend eure Hilfe.
Ich bin 29 Jahre alt, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung und habe im März aus persönlichen Gründen eine neue Ausbildung angefangen.

Wie Ihr euch sicher vorstellen könnt reicht mein Azubigehalt vorn und hinten nicht. Also habe ich versucht Unterstützung zu beantragen.

Beim BAB hat man mir gleich gesagt, ich sei zu alt und mit der 2. Ausbildung bekomm ich sowieso nichts und ich solle mich ans Jobcenter wenden. Im Jobcenter hat man mich nicht mal einen Antrag stellen lassen da bei einer Ausbildung lt. §7 SGBII keine Leistungen nach dem SGBII vorgesehen sind und auch kein Wohngeld gezahlt wird da ich zu wenig Einkommen habe. Nur wenn ich BAB bekommen würde, würde mir das Jobcenter was zur Miete dazugeben, ansonsten nicht.

Nun steh ich da und weiß nicht mehr weiter. Ich kann meine Miete nicht zahlen (Wohne zur Untermiete) und hab kaum Geld um mir was zu essen zu kaufen.

Ich brauche dringend einen Rat was ich tun kann, mir steht das Wasser bis zum Hals.

Ich bedanke mich bereits bei euch und bin über jeden Hinweis dankbar.

Grüße
Akee
 

Hartzeola

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Hallo und willkommen im Forum,

Im Jobcenter hat man mich nicht mal einen Antrag stellen lassen da bei einer Ausbildung lt. § 7 SGBII keine Leistungen nach dem SGBII vorgesehen sind

Möglicherweise Leistung nach §27 SGB II, bin allerdings nicht sicher:

(4) Leistungen können als Darlehen für Regelbedarfe, Bedarfe für Unterkunft und Heizung und notwendige Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung erbracht werden, sofern der Leistungsausschluss nach § 7 Absatz 5 eine besondere Härte bedeutet.
 
P

Pichilemu

Gast
Eine besondere Härte sehe ich hier nicht. Es bleibt wirklich nichts anderes übrig, als die Ausbildung zu schmeißen, befürchte ich.
 
E

ExitUser

Gast
Ausnahmsweise muss ich mich leider Pichilemu anschließen. Bildung ist Luxus in diesem Land. Wer da nicht was auf der hohen Kante hat, kann das gleich knicken, später noch zu studieren oder eine zweite Ausbildung zu machen. Leider.

Mir fällt da spontan leider echt nur ein Minijob ein, mit dem Du das Gehalt aufbessern könntest.

Das ist ja eine der kranken Sachen in diesem System. Bildung wird verhindert. Man wird jahrelang von einer SB zur anderen geschubst, nichts geht voran. Arbeit findet auch niemand. Aber man kriegt sein Geld. Kommt man auf die Idee, die vielen Jahre zu nutzen für ein Studium - das man sich abknapsen würde vom ALG II -, dann erlischt sofort der Anspruch auf ALG II. Rumschubsen und die Leute weiter arbeitslos sein lassen ist wohl einfacher.
 

Akee

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Erstmal danke für die Antworten. Leider ist das nicht gerade aufmunternd.

Gibt es gar keine andere Möglichkeit wenigstens einen Anteil für die Mietkosten zu bekommen?

Die Jobmöglichkeiten meiner Erstausbildung sind eher bescheiden und die neue Branche hat, allein in Deutschland, eine Wachstumsgarantie für mindestens 20 Jahre.

Ich könnte die Ausbildung jetzt wieder aufgeben und mich komplett Arbeitslos melden, dann müsste man mir ja ALGII zahlen. Das wäre dann viel mehr als was ich mit der Ausbildung benötigen würde, mal davon abgesehen, dass ich nach der Ausbildung garantiert einen sozialversicherungspflichtigen Job sicher habe.
 

gelibeh

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Das wäre dann viel mehr als was ich mit der Ausbildung benötigen würde, mal davon abgesehen, dass ich nach der Ausbildung garantiert einen sozialversicherungspflichtigen Job sicher habe.
So logisch denken die aber nicht.
 

Birgit63

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Du hast eine Ausbildung. Eine zweite Ausbildung ist Luxus, den man sich leisten können muss. Es sei denn, man kann seinen Beruf aus der Erstausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Dann bekommt man eine Umschulung über die Rentenversicherung finanziert. Meine Tochter hat auch zwei Berufsausbildungen. Sie musste aber, um sich diese leisten zu können, zu Hause wohnen bleiben. Auch hat sie neben ihrer zweiten Berufsausbildung einen Nebenjob ausgeübt.
 

Helga40

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§ 27 - Mietzuschuss greift hier nicht. Den gibt es nur, wenn BAB wegen der Höhe des Einkommens oder Vermögens abgelehnt wurde. Hier wurde aber wegen Zweitausbildung abgelehnt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wohngeld würde greifen, da dem Grunde nach nicht BAB-berechtigt.

Kannst du vielleicht mal konkrete Zahlen nennen, was dein Nettoeinkommen und deine Mietkosten betrifft, Akee? Wohngeld kann man nur bekommen, wenn man den regulären ALG II-Satz max. um 10% unterschreitet. Wenns nur geringfügig weniger ist, habe ich persönlich und im Bekanntenkreis aber die Erfahrung gemacht, dass man gerade als Student/Azubi ganz gut mit entsprechenden Vergünstigungen (Semesterticket/Azubiticket, kostengünstige Mittagsverpflegung, am Wochenende Einkehr bei den Eltern usw.) argumentieren kann, um dennoch Wohngeld zu erhalten. Allerdings wäre da vermutlich auch nicht mit mehr als 100€ zu rechnen. Das reicht nicht bei jedem Azubigehalt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
So wie ich das lese, hat der TE nur mit dem JC kommuniziert. D.h. entweder ist mit Wohngeld der Zuschuss zu den ungedeckten Kosten der Unterkunft gemeint oder die Aussage kommt von einem Amt, das für Wohngeld gar nicht zuständig ist. :wink:
 

Makale

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Zumindest hat der Gesetzgeber diese Problematik mit 2. Ausbildung und kein BAB usw. erkannt und wird wohl noch dieses Jahr Abhilfe durch Ergänzung/Änderung des SGB II schaffen. In der Regel bekommt kaum jemand BAB für eine 2. Ausbildung, wenn bereits eine abgeschlossen wurde, weil die Hürden schlicht zu bürokratisch und m.E. viel zu hoch sind.
 

Shlock

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Wohngeld sollte dir bei geringem Ausbildungsgehalt zustehen. Einfach mal zur richtigen Stelle gehen, nicht zum Jobcenter!

Aufstockende Leistungen zu den KdU vom JC sollten zumindest beantragt werden. Dann kann man ggf. dagegen angehen, wenn man einen Ablehnungsbescheid erhält.

Grundsätzlich rate ich immer dazu die Anträge zu stellen und nicht nur mündlich nachzufragen. Man hat dann wenigstens einen schriftlichen Bescheid in der Hand.
 

Helga40

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Wohngeld sollte dir bei geringem Ausbildungsgehalt zustehen. Einfach mal zur richtigen Stelle gehen, nicht zum Jobcenter!

Aufstockende Leistungen zu den KdU vom JC sollten zumindest beantragt werden. Dann kann man ggf. dagegen angehen, wenn man einen Ablehnungsbescheid erhält.

Grundsätzlich rate ich immer dazu die Anträge zu stellen und nicht nur mündlich nachzufragen. Man hat dann wenigstens einen schriftlichen Bescheid in der Hand.

Wohngeld gibt es nur, wenn das Einkommen so hoch ist, dass man es durch die Plausibilitätsprüfung schafft.
 

Akee

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Wow, jetzt wird es langsam unübersichtlich mit den Antworten.

Ich versuch mal die Fragen zu beantworten.

Ich bekomm 318€ im Monat raus. Meine Miete beträgt theoretisch 450€ (im Moment zahl ich nix, aber das geht nich mehr lange so).

Ich habe mit dem Jobcenter und der Arge kommuniziert, beide sehen sich nicht in der Pflicht. Bei dem Wohngeldrechner online kommt nix raus, da mein Einkommen zu gering ist.

Makale: kannst du mir etwas mehr Infos zu den geplanten Änderungen geben, wo kann man das finden/nachlesen ?

Danke an alle für eure Zeit und Mühe.
 

Maxenmann

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Als Fazit kann man sagen das du keinerlei Ansprüche bei irgendwelchen Behörden hast und selbst sehen musst wie du klar kommst oder das ganze abbrechen.

Ich hätte mich vor Ausbildungsbeginn informiert, dann hättest du andere Wege gehen können
 

biddy

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Akee meinte:
mehr Infos zu den geplanten Änderungen

Bericht über die Ergebnisse der
Bund-Länder-Arbeitsgruppe
zur Vereinfachung des passiven Leistungsrechts
- einschließlich des Verfahrensrechts - im SGB II
(AG Rechtsvereinfachung im SGB II)
vom 2. Juli 2014

[...]

Bis April 2014
wurden in weiteren fünf Workshops die weiteren Rechtsänderungsvorschläge diskutiert
und bewertet. Der vorliegende Bericht wurde am 2. Juli 2014 von der Arbeitsgruppe
beschlossen.

[...]

3. Änderungsvorschläge der Arbeitsgruppe

Zentrale Vorschläge sind u.a. die Verlängerung des Regelbewilligungszeitraums auf zwölf
Monate, die Zulässigkeit der Darlehensgewährung bei vorzeitigem Verbrauch einer
einmaligen Einnahme, die Schnittstellen zur Ausbildungsförderung [...]

[...]

Nr. 27: Weiterentwicklung der Abgrenzung der Grundsicherung für Arbeitsuchende von der Ausbildungsförderung - § 7 Abs. 5 SGB II

Kurzbeschreibung: Derzeit erhalten Auszubildende, die sich in einer dem Grunde nach mit
Leistungen nach dem BAföG oder mit Berufsausbildungsbeihilfe bzw. Ausbildungsgeld
förderungsfähigen Ausbildung befinden, kein Arbeitslosengeld II, sondern Leistungen
nach § 27 SGB II (insbesondere für Mehrbedarfe und für Unterkunftskosten). Diese
Rechtskonstruktion ist sehr kompliziert und führt insbesondere beim Übergang von
Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende in die Ausbildungsförderung zu
Problemen bei der Sicherung des Lebensunterhalts. Zudem besteht in einigen Fällen kein
Anspruch auf Ausbildungsförderung, was die Aufnahme einer Ausbildung unmöglich
macht. Die Probleme sollen durch eine möglichst weitgehende Einbeziehung aller
Auszubildenden in Berufsausbildung und berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen
sowie von Schülerinnen und Schülern in schulischen Ausbildungen in die
Anspruchsberechtigung für ergänzendes Arbeitslosengeld II gelöst werden.
[...]
Quelle


Inwieweit sich da jemand Gedanken zu Zweitausbildungen macht ... *schulterzuck*

Termin zur Beschlussfassung des "Neunten Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch" steht noch nicht fest:
*klick* https://www.harald-thome.de/media/files/Planungen_SGB_II_Aenderung-12.12.14.pdf
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Mist, das ist wirklich eindeutig zu wenig. Da hast du dir leider ne echt mies bezahlte Ausbildung ausgesucht... Ich krieg mal eben mehr als das doppelte und werde nicht mal nach dem Tarif meines Ausbildungsberufes bezahlt. Da ist Wohngeld natürlich nicht drin.

Ist in den 450€ schon alles drin, also NK, Heizung, Strom usw.? Wenn nicht, ist die Miete auch ziemlich hoch, die würde die Wohngeldstelle in voller Höhe vermutlich eh nicht ganz anerkennen. Wenn ja, die Wohngeldstelle kümmert sich nur um Kaltmiete und NK, der Rest ist denen egal - rechnen sie aber natürlich bei deinen Ausgaben mit ein.

Mit einem vollen 450€-Job zusätzlich würdest du allerdings hinkommen. Gibt es da eine Möglichkeit? Du hast ja schon eine Ausbildung, kannst du in dem Bereich evtl. etwas mit einem halbwegs vernünftigen Stundenlohn bekommen?
Eventuell, falls z.B. Eltern, Oma, Opa, Onkel, Tante sich bereit erklären, einen kleinen Zuschuss zu leisten, würde auch etwas weniger gehen. Grob geschätzt solltest du eben bei Wohnungskosten plus 300€ rauskommen, um der Wohngeldstelle klarzumachen, dass du mit dem Geld hinkommst.
Wie schon geschrieben, theoretisch muss man den ALG II-satz minus 10% zusammenkriegen, allerdings sind die Wohngeldstellen für Argumentationen mit Azubi-Vergünstigungen und elterlicher Wochenendverköstigung o.ä. durchaus offen, wenn man es ihnen genau erläutert.

Hast du eigentlich mal mit deinem Ausbildungsbetrieb darüber geredet? Vielleicht ist da noch was machbar, immerhin haben die ja mit dir einen älteren, erfahrenen Azubi, der vermutlich auch sehr engagiert ist, und natürlich auch schon Ausbildungskosten in dich investiert... Vielleicht geht da noch was.

Ansonsten bleibt nur, die Ausbildung aufzugeben - was natürlich auch ne bescheidene Option ist.
 
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