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Drangsalierung von Akademikern beim JC

E

ExitUser

Gast
Und das und Ähnliches gilt für nahezu jeden Arbeitslosen.
Beispielsweise. Viele Leute - Akademiker oder nicht - kriegen auch neben ihrer Arbeit kaum mit, was um sie herum abgeht. Hatte vor Jahren eine Gynäkologin als Kundin, die täglich zwölf Stunden in ihrer Praxis saß. Die wunderte sich nur irgendwann mal, wieso so viele junge Frauen auch vormittags Termine wahrnehmen konnten. Derweil war dort die offizielle Arbeitslosenrate über 20% gestiegen. Und wer als außertariflicher Angestellter so ein Arbeitszeitregime hat, der wundert sich auch irgendwann, wieso nach einer Kündigung plötzlich überhaupt nichts mehr geht.

Und weil sie gar nicht auf die Idee kommen, daß die Arbeit des Amtes nicht darauf ausgerichtet sein könnte, sie wieder in eine Stelle zu bringen, laufen sie im Schweinsgalopp in jedes Messer, was man ihnen nur hinhält. Bis sie überhaupt mitkriegen, was los ist, sind alle Zettel längst unterschrieben und die Sanktionsbescheide unterwegs.

Es ist nun nicht ganz zufällig, daß das Akademikern überdurchschnittlich häufig passiert. Die Ärztin hat zu tun, neben ihren Sprechstunden im Fach auf dem Laufenden zu bleiben. Die außertariflichen schleppen nicht selten abends noch Arbeit mit nach Hause. In ihrem Leben findet nicht viel statt, außer Medizin, Physik oder die Konstruktion von Automodellen. Für alles andere engagieren die Berater, schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten völlig vernünftig. Geld ist ja genug da, solange man sich nicht scheiden läßt. Es gibt Berater für alles Mögliche, aber eben keine, die solche Leute auf das Leben im SGB III und dann II vorbereiten.
 
E

ExitUser

Gast
Du kannst davon ausgehen, das die meisten hier schon einmal in einem Bewerbungstraining waren.
Kommt noch eines dazu:
Wenn der Arbeitsmarkt brummt, Leute wirklich gesucht werden, dann ist ein Bewerbungstraining überflüssig wie ein Kropf.
Wir hatten in Deutschland Zeiten, da wurden Stellenanzeigen in die Pizzakartons gedruckt, um an Leute heranzukommen, die keine Zeit zum Zeitunglesen hatten. Wer wechseln wollte, hatte binnen einer Woche den nächsten Job und der Arbeitgeber zahlte völlig selbstverständlich das Weihnachtsgeld, was dem Kandidaten flöten ging. Wer einen neuen Kollegen anschleppte, bekam 500 DM Prämie, sofern der länger als sechs Wochen dablieb. In so einer Situation sind Bewerbungsprozeduren reine Formsache. Ich wurde einmal eingestellt, ohne etwas anderes als den Personalausweis vorgelegt zu haben: "Hier ist der Arbeitsvertrag. Ihren Lebenslauf und Ihre Zeugnisse können Sie nächste Woche in der Personalabteilung zu den Akten geben ..."

Wer seit diesen Zeiten nie arbeitslos wurde (und solche Leute gibt's genug), muß heute fast glauben, man habe ihn über Nacht nach Nordkorea verschleppt ...
 

Texter50

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Was viele gerne vergessen: den Kulturschock durch die Entmündigung im JC und in der Wundertüte.
Leute die vorher eigene Entscheidungen getroffen haben, dürfen sich nun für jeden Mist an ein SB wenden. :biggrin:
Leute, die vorher sinnvolle Anweisungen gegeben haben, müssen jetzt den unsinnigsten Anweisungen folgen oder man droht ihnen mit dem Entzug der Existenz. :biggrin:
 

ikarus

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Mir ist jetzt noch eingefallen, dass meine SB mir in einem Gespräch empfohlen hat, mir einen Minijob als Reinigungskraft zu suchen. Das war zwar kein offizieller Vermittlungsvorschlag, aber das Problem bei Akademikern ist doch, wenn man sich auf irgendwelche Hilfsarbeiterstellen bewirbt, dann wird man doch gleich seltsam angeschaut "Will der mich auf den Arm nehmen?", "Mit dem stimmt doch etwas nicht?" oder es wird einem gleich offen mitgeteilt: "Das ist nichts für sie. Dafür sind sie überqualifiziert."

Als Student habe ich im Pendlerzug mal eine Unterhaltung zweier kaufmännischer Sachbearbeiterinnen mit angehört. Die eine hat sich darüber gewundert, dass der Pförtner in ihrer Firma Abitur hat und die andere erwiderte darauf: "Wenn ich Abi hätte, dann würde ich dort aber nicht arbeiten." Es ist auch immer wieder interessant, zu erfahren, welche Vorstellungen manche zumeist Nichtakademiker in unserer Gesellschaft so haben. So machen manche Leute ganz schön große Augen und staunen ungläubig, wenn sie beim Smalltalk am Check-Inn-Schalter am Flughafen nur einem VWL-Studenten gegenüberstehen oder bei der Security anschließend von einem angehenden Juristen kontrolliert werden, der sich in den Semesterferien gerade ihr Studium finanziert. Was ich damit sagen will, es ist keineswegs von Vorteil, auf dem Arbeitsmarkt Akademiker zu sein. Da wird man, allen Fachkräftemangel-Parolen zum trotz, nicht selten gerade wegen der Hochschul-Ausbildung diskriminiert. Dazu kommen dann noch die üblichen Vorurteile: Akademiker haben keine Ahnung von der Praxis, Akademiker wissen alles besser und lassen sich nichts sagen usw..

P.S. Ein Freund von mir, Uni-Absolvent in BWL wurde mal bei einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle als kaufmännischer Sachbearbeiter gefragt: "Aber eine kaufmännische Ausbildung haben sie doch, oder?" Das stand halt in der Stellenbeschreibung drin, die die Personalsachbearbeiterin in dem Gespräch abgearbeitet hat. Er war, je nach Perspektive des Betrachters, nicht hinreichend bzw. überqualifiziert. :icon_pfeiff: Wahrscheinlich aus diesem Grund hat er die Stelle auch nicht bekommen.
Es ist nun mal so, dass ihr als Elite durchgeht!

Alles andere kann man sich nur theoretisch Vorstellen.
Habt ihr dann euer Ziel erreicht fängt fast automatisch der Standesdünkel an.
Das Volk denkt nun mal so........
Durch Vorgesetzte (Akademiker) wird das Vorurteil meist nur bestätigt.
Hat man mit Akademikern nur schlechte Erfahrungen gemacht dann potenziert sich dieses Vorurteil, wie bei mir.
Da mag der Einzelne ggf. unschuldig sein.
Das gebe ich zu!
 

Texter50

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Hat man mit Akademikern nur schlechte Erfahrungen gemacht dann potenziert sich dieses Vorurteil, wie bei mir. Da mag der Einzelne ggf. unschuldig sein. Das gebe ich zu!
Nur, können wir hier im Forum was für Deine schlechten Erfahrungen?
Gibt es die Akademiker hier, die Dich blöde anmachen?
Das habe ich bislang nicht so erfahren. :icon_hug:

Hier rotzen teils gaaaanz andere Kaliber, die dann unter anderem Namen wieder kommen und - erneut rumrotzen, einfach weil sie es von ihrer Persönlichkeit her nicht anders können. :icon_party:
 
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Wir hatten in Deutschland Zeiten, da wurden Stellenanzeigen in die Pizzakartons gedruckt, um an Leute heranzukommen, die keine Zeit zum Zeitunglesen hatten. Wer wechseln wollte, hatte binnen einer Woche den nächsten Job und der Arbeitgeber zahlte völlig selbstverständlich das Weihnachtsgeld, was dem Kandidaten flöten ging. Wer einen neuen Kollegen anschleppte, bekam 500 DM Prämie, sofern der länger als sechs Wochen dablieb.
Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, dass es jemals Zeiten gab in der Stellenanzeigen in Pizzakartons standen, aber es gab wirklich mal Zeiten in der die Anforderungen an einen Arbeitnehmer so niedrig war, dass er beinahe jeden Job bekommen hat. Aber diese Zeiten sind lange, lange,lange vorbei.
 
E

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Gast
Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, dass es jemals Zeiten gab in der Stellenanzeigen in Pizzakartons standen, aber es gab wirklich mal Zeiten in der die Anforderungen an einen Arbeitnehmer so niedrig war, dass er beinahe jeden Job bekommen hat. Aber diese Zeiten sind lange, lange,lange vorbei.
Ich fürchte, solche Verhältnisse werden wir in diesem Leben nicht mehr zu sehen bekommen, jedenfalls nicht in Deutschland.
 
E

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Gast
Hat man mit Akademikern nur schlechte Erfahrungen gemacht dann potenziert sich dieses Vorurteil, wie bei mir.
Dein Hausarzt, Dein Steuerberater, Dein Anwalt, der Architekt, der die Bude plant in der Du wohnst - sind alles Leute, die Dich wie Dreck behandeln? Vielleicht solltest Du Dir andere Partner suchen, es gibt genug davon.

Da mag der Einzelne ggf. unschuldig sein.
Das gebe ich zu!
Zumindest daran, daß Du nicht begreifst, daß nicht alle Akademiker Vorgesetzte sind und selbst von denen nicht alle ihre Untergebenen drangsalieren.
 

pferdchen81

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Nur, können wir hier im Forum was für Deine schlechten Erfahrungen?
Gibt es die Akademiker hier, die Dich blöde anmachen?
Das habe ich bislang nicht so erfahren. :icon_hug:

Hier rotzen teils gaaaanz andere Kaliber, die dann unter anderem Namen wieder kommen und - erneut rumrotzen, einfach weil sie es von ihrer Persönlichkeit her nicht anders können. :icon_party:
Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut Dinge zu ändern, die ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.:icon_mrgreen:

Ich sehe hier nur Akademiker, die hoffen, dass sie für ihren Mehraufwand an Bildung auch die entsprechende "Belohnung" (Entlohnung und/oder Arbeitsaufgabe) bekommen. Und das kann ja wohl nicht sein, dass damit Kippenstummel auflesen oder Spargelstechen auf Befehl des Hartzamtes gemeint ist.

Jeder von uns, sucht eine Arbeit von der er ohne weitere Unterstützung seitens irgendwelcher Ämter seine Rechnungen bezahlen und sich auch mal ein Eis leisten kann ohne vorher nachzurechnen, ob er dann noch seine Stromrechnung bezahlen kann. Und wo er nicht körperlich oder seelisch schikaniert wird.

Ich finde, das ist keineswegs zuviel verlangt.
 

ikarus

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Also die schlechten Erfahrungen, da kann natürlich keiner was für!
Auch schere ich keineswegs alle über einen Kamm.
Ich kann schon unterscheiden zwischen diese oder welche!
Natürlich ist es frustrierend wenn man ein abgeschlossene Studium sein eigen nennt und
dann an Hilfsarbeiten verwiesen wird!
Jedoch gebe ich zu bedenken das auch Leute aus der mittleren Führungsebene arbeitslos
werden, die über Jahre Vorgesetztenpositionen inne hatten durch Pleitefirmen unschuldig
arbeitslos geworden sind und da zu alt in Hartz IV rutschten.
Für diese Menschen ist es ein gleicher Schock plötzlich zu den "faulen" Hartzer zu gehören.
Genauso alle anderen arbeitenden Menschen die das gleiche Schicksal erleiden mussten!
Da finde ich es unfair von unseren "Akademikern" sich zu fein zu fühlen plötzlich niedere
Tätigkeiten auszuführen!
Es wäre besser sich mit allen LE zu solidarisieren als in dieser bescheidenen Situation sich evtl. noch als den Besseren ALG II - Empfänger zu fühlen.
Die unterste Stufe der Nahrungskette ist erreicht, das sollte jedem klar sein!
Darum ist es wichtig das alle Bildungsstufen zusammen halten!
Nur so kann man auf Sicht etwas gegen diese unmenschlichen Gesetzte tun.
I have a dream!
Vielleicht sehe ich das etwas unrealistisch!
 

ikarus

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Dein Hausarzt, Dein Steuerberater, Dein Anwalt, der Architekt, der die Bude plant in der Du wohnst - sind alles Leute, die Dich wie Dreck behandeln? Vielleicht solltest Du Dir andere Partner suchen, es gibt genug .
Mein Hausartz, mein Anwalt, der Architekt möchte mein Geld und sind sehr freundlich aber
im Privatleben bleiben sie doch lieber unter sich, oder?
Ausnahmen bestätigen die Regel!
 

pferdchen81

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Auch Realschüler und Hauptschüler fühlen sich zu fein, niedere Arbeiten zu erledigen. Ich seh weder im Forum noch privat Nicht-Akademiker, die schreien: "her mit der Drecksarbeit, ich bin mir für nix zu schade!" Keiner möchte diese Arbeiten machen. Nichtmal der, der für nichts anderes qualifiziert wäre. :wink:

Wenns der Real- oder Hauptschüler nicht möchte, ist es völlig ok. Wenn der Akademiker nicht will, ist er gleich arrogant und überheblich.
 
E

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Gast
Ich glaube, dass die sogenannten "Drecksarbeiten" nicht so verschmäht würden, wenn sie anständig bezahlt würden.
Aber in der Regel ist es ja so, dass solche Arbeiten auch noch drecksmäßig entlohnt werden.
 

Julchen68

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Ich glaube, dass die sogenannten "Drecksarbeiten" nicht so verschmäht würden, wenn sie anständig bezahlt würden.
Aber in der Regel ist es ja so, dass solche Arbeiten auch noch drecksmäßig entlohnt werden.
Vor allem fehlt die Wertschätzung. Wenn sogenannte Drecksarbeiten nicht dazu mißbraucht würden, Menschen vorsätzlich zu erniedrigen, gäbe es weit weniger Probleme.

Ich habe hier spaßigerweise den Nachdruck eines "Konservationslexikon für alle Stände" von 1834 rumliegen. Konservation wohlgemerkt, nicht Konversation!
Da geht es darum, den Leuten Dinge beizubringen, wie man Gesundheit und Leben erhält, und zwar hinsichtlich aller Belange. Haltbarmachung von Lebensmitteln. Wie man ein Dach deckt, ohne sich den Hals zu brechen. Und auch darum wie man "Abtritte" korrekt pflegt, ohne dabei Gebäuden, Brunnen, der allgemeinen Gesundheit und der Gesundheit des Pflegers im besonderen zu schaden. Das war offensichtlich ein hochangesehenes Geschäft.

Heute geht alles einfach ohne jeden weiteren Gedanken das Rohr und den Bach runter. In vielerlei Hinsicht :icon_hmm:
 

ZynHH

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Wenn der Akademiker nicht will, ist er gleich arrogant und überheblich.
Nein.

Aber wenn der Akademiker sagt, mach du das mal, ich hab ja studiert.
Dann ist das arrogant und völlig fehl am Platz, da die Voraussetzungen in HIV fuer alle gleich sind.
 

ikarus

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Auch Realschüler und Hauptschüler fühlen sich zu fein, niedere Arbeiten zu erledigen. Ich seh weder im Forum noch privat Nicht-Akademiker, die schreien: "her mit der Drecksarbeit, ich bin mir für nix zu schade!" Keiner möchte diese Arbeiten machen. Nichtmal der, der für nichts anderes qualifiziert wäre. :wink:

Wenns der Real- oder Hauptschüler nicht möchte, ist es völlig ok. Wenn der Akademiker nicht will, ist er gleich arrogant und überheblich.
Mal nicht gleich beleidigt sein!

Es geht nicht darum wer welche Arbeit zu machen hat.
Es geht um die Einstellung.
Der Hauptschüler oder Realschüler weiß eigentlich genau wo er in der Gesellschaft steht und welche arbeiten ihm zugemutet werden, wenn er sie auch ggf. nicht gerne macht.
Das ist bei der sog. Elite aber ganz anders, da wird man doch von Anfang an auf höherwertige Arbeit getrimmt und nimmt kaum zur Kenntnis welche Arbeiten "dort unten" gemacht werden müssen.
Bis, ja bis die Hartz IV - Keule zuschlägt.
Bitter!!!!!!
 
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Der Hauptschüler oder Realschüler weiß eigentlich genau wo er in der Gesellschaft steht und welche arbeiten ihm zugemutet werden, wenn er sie auch ggf. nicht gerne macht.
Das ist bei der sog. Elite aber ganz anders, da wird man doch von Anfang an auf höherwertige Arbeit getrimmt und nimmt kaum zur Kenntnis welche Arbeiten "dort unten" gemacht werden müssen.
Das ist allein der fehlenden Wertschätzung zuzuschreiben, dass von denen , die qualifizierte Ausbildung , Studium oder beides haben, solche Arbeit Niemand machen möchte.

Es ist doch sogar so, dass selbst Arbeitgeber die Leute für "blöd" halten, die solche Tätigkeiten ausüben.

Wie oft habe ich schon mitbekommen, dass Arbeitgeber solche Leute als "Dummköpfe" bezeichnen, die eben zu blöd seien, mehr zu verdienen.

Und wenn da Menschen sind, die schon einiges vorzuweisen haben, aber irgendwo entlassen worden, weil sie Ü50 sind oder ein Betrieb Insolvenz anmeldete - oder, oder, oder-- die da nicht reinwollen, kann ich das sehrt gut verstehen. Ich wollte das auch nicht.

Der Ton macht die Musik . Und der Ton ist bei "solchen" Stellen disharmonisch und tut weh. Man hält sich also, auch um sich selbst zu schützen, dann lieber die Ohren zu.

Die Arbeitsbedingungen sind zu dem so unfair und abenteuerlich, dass sich selbst "Schulabbrecher" etc ernsthaft fragen sollten, ob sie solche Stellen annehmen sollen, wo am Ende nur sie verlieren.

Bis, ja bis die Hartz IV - Keule zuschlägt.
Ich bin der Meinung, dass Menschen, die schon vorher einiges geschafft haben im Leben, beruflich und privat, genug Lebenserfahrung besitzen, sich auch unter H4 Bedingungen vor solchen Stellen wirkungsvoll zu schützen.
 

ZynHH

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Ich bin der Meinung, dass Menschen, die schon vorher einiges geschafft haben im Leben, beruflich und privat, genug Lebenserfahrung besitzen, sich auch unter H4 Bedingungen vor solchen Stellen wirkungsvoll zu schützen.
Ja, so sollte es sein. Die Wirklichkeit hat wohl jeder von uns schon gesehen und erlebt in verschiedenen Massnahmen. Wie die Leute sich da teilweise gaengeln lassen tut schon fast weh.
 

pferdchen81

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Du hast gar nicht die Grundlage zu beurteilen wer welche Arbeiten zur Kenntnis nimmt und wer nicht, weil jeder Mensch ein Individuum ist. Der eine sitzt im Café und sieht, dass die Bedienung die ganze Zeit wie ein aufgescheuchtes Huhn herum rennt und vermutlich nur 6€/h verdient und der andere, dem ist das völlig egal, der will nur seinen Kaffee. Empathie ist unabhängig vom Bildungsgrad.

Und um solch eine realitätsfremde zu entwickeln, wie du sie pauschal unterstellst, dazu müsste man komplett abgeschottet von Nicht-Akademikern sein.

Der Gros der Akademiker ist kein Top-Manager, sondern in einem mittelständigen Unternehmen in der Team- oder Abteilungsleitung. Oder ein ganz normaler Angestellter ohne irgendwelche Leitungsfunktion. Der hat im Familien, Freundes- und Bekanntenkreis eine bunte Mischung aus allen Berufen und Schulbildungen.

Das erinnert mich irgendwie an meinen Wirtschaftsprofessor, der in der ersten Vorlesungsstunde sagte, dass wir nach dem Studium ja mal alle ins Top-Management einsteigen. Der war mit seiner Behauptung genau so fern ab der Realität wie du.
 
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Der Gros der Akademiker ist kein Top-Manager, sondern in einem mittelständigen Unternehmen in der Team- oder Abteilungsleitung. Oder ein ganz normaler Angestellter ohne irgendwelche Leitungsfunktion.
Genau deshalb wirst Du diese Leute auch nicht dabei erleben, wie sie sich vor sich selber quasi entehren und dann in der Reinigungsfirma rummachen oder Produktionshelfer bei der Zaf sein werden.

Und darum auch, so kommt mir es vor, werden diese Kräfte auch bei Jobcentern besonders rüde angegangen, um sie doch noch gefügig zu machen für solche Jobs, wenn sie dem nicht rechtzeitig einen Riegel vorschieben.
 

pferdchen81

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Aberkennung eines akademischen Grades ? Wikipedia

Die können ja gerne rüde werden und mich zu allem möglichen Knechtschaften zwingen wollen, aber mein Abschluss, den hab ich und wenn das so ist, dann ist das so. Und wenn der SB mir einreden möchte, dass mein Abschluss nichts wert ist, dann bitte ... Das ist seine persönliche Meinung. Die interessiert mich aber nicht. Das eine ist Wunschdenken, das andere die Realität. Er kann auch gern meine Diplomurkunde durch seinen Aktenschredder lassen. Dann ist er mir gegenüber schadensersatzpflichtig für die Kosten zur Beantragung und Ausstellung eines Ersatzdokumentes seitens der Hochschule.

Amen.
 
E

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Mit Drangsalierung hat das nichts zu tun. Wer einen akademischen
Abschluss hat, hat damit ja nicht die Garantie auf ein bestimmtes Lohnniveau oder einen gesellschaftlichen Status erworben.
Ich denke was Akademiker in aller Regel besorgt ist nicht irgend ein Statusdenken oder Anspruchsdenken. Man hat sich ja über viele, auch materiell entbehrungsreiche, Jahre eine Qualifikation aufgebaut. Wenn man nun komplett branchen- und qualifikationsfremd in irgendwas reingedrängt wird, dann kann man quasi zuschauen wie der Wert der eigenen Qualifikation, also sozusagen sein "Lebenswerk", erodiert.

Und das ist nebenbei gesagt auch eine unfassbare politische Torheit, man redet immer von Fachkräftemangel, aber anstatt Akademiker, in die auch der Steuerzahler schon viel Geld für deren Ausbildung gesteckt hat, während Zeiten der Arbeitlsosigkeit optimal fortzubilden, also sozusagen aus der Not eine Tugend zu machen, liest man dann was von den üblichen Computerkursen a lá "was ist ein Bildschirm?" oder, noch schlimmer, eben das Drängen in qualifikationszerstörende Tätigkeiten. Aus Wochen werden dann Monate, aus Monate manchmal Jahre in vollkommen qualifikationsfremden Tätigkeiten und damit ist man dann auch nur noch als Hilfskraft vermittelbar. Was ist denn die Qualifikation eines Informatikers noch wert, der längere Zeit nicht mehr in diesem Beruf tätig war? Eines Bauingenieurs? Usw. Da verändert sich einfach viel zu viel in der Praxis, so dass Arbeitgeber nachqualifizierten müssten und "Trainees" stellen die Firmen dann lieber gleich frisch von der Uni ein.

Damit ist solch eine Existenz dann teilweise einfach ruiniert. Und das alles nur um die Leute möglichst schnell aus der Statistik zu kriegen und weil, was ich schon immer sehr seltsam finde, bei Behörden Sachbearbeiter die Prokura haben, über Qualifikation und Förderung von Akademikern zu entscheiden, die selbst kein Studium für diese Tätigkeit brauchen. Was ja auch dahingehend ziemlich absurd ist, weil ja erfahrene Fachanwälte für Sozialrecht, also Juristen mit einem guten Jahrzehnt an Ausbildung und fortlaufender Fortbildung, in Zeitungsinterviews usw. regelmäßig eingestehen, dass das Sozialrecht kaum noch durchschaubar ist. Das dürfte auch erklären warum soviele Fehler in den JC gemacht werden und soviele Klagen erfolgreich sind.
 
E

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Gast
nd wenn der SB mir einreden möchte, dass mein Abschluss nichts wert ist, dann bitte ... Das ist seine persönliche Meinung.
Wenn ein Gegenüber so persönlich wird, dann würde ich - ebenfalls persönlich - zurück fragen, welcher Abschluss ihn denn seinerseits zu diesem apodiktischen Urteil qualifiziert? Und darauf verweisen, dass man eine fundierte Beurteilung der eigenen fachlichen Kompetenz Kollegen des eigenen Faches überlassen möchte und nun doch bitte der behördliche Vollzug des SGB II sachlich fortgesetzt werden möge.
 
E

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Gast
Wenn man nun komplett branchen- und qualifikationsfremd in irgendwas reingedrängt wird, dann kann man quasi zuschauen wie der Wert der eigenen Qualifikation, also sozusagen sein "Lebenswerk", erodiert.
Danke, auf den Punkt gebracht!

Und das ist nebenbei gesagt auch eine unfassbare politische Torheit, man redet immer von Fachkräftemangel, aber anstatt Akademiker, in die auch der Steuerzahler schon viel Geld für deren Ausbildung gesteckt hat, während Zeiten der Arbeitlsosigkeit optimal fortzubilden, also sozusagen aus der Not eine Tugend zu machen, liest man dann was von den üblichen Computerkursen a lá "was ist ein Bildschirm?" oder, noch schlimmer, eben das Drängen in qualifikationszerstörende Tätigkeiten. Aus Wochen werden dann Monate, aus Monate manchmal Jahre in vollkommen qualifikationsfremden Tätigkeiten und damit ist man dann auch nur noch als Hilfskraft vermittelbar. Was ist denn die Qualifikation eines Informatikers noch wert, der längere Zeit nicht mehr in diesem Beruf tätig war? Eines Bauingenieurs? Usw. Da verändert sich einfach viel zu viel in der Praxis, so dass Arbeitgeber nachqualifizierten müssten und "Trainees" stellen die Firmen dann lieber gleich frisch von der Uni ein.
Auch hier Danke! Jeder der weiß, nach welchen Kriterien solche Maßnahmen ausgewählt werden und welches Niveau diese haben, kann ermessen, dass es die nötigen Weiterbildungsmaßnahmen nicht geben kann. (kein Angebot - zu speziell, zu teuer) Ergo bleibt es bei dem erfolglosen "Maßnahmenbefüllen".

Damit ist solch eine Existenz dann teilweise einfach ruiniert.
:icon_daumen:

Und das alles nur um die Leute möglichst schnell aus der Statistik zu kriegen und weil, was ich schon immer sehr seltsam finde, bei Behörden Sachbearbeiter die Prokura haben, über Qualifikation und Förderung von Akademikern zu entscheiden, die selbst kein Studium für diese Tätigkeit brauchen.
:icon_daumen:
Wobei dies oft SB mit einer Ausbildung in Verwaltungsfachangestellte(r) etc. mit späteren, mangelhaften Fortbildungen, sind.

Im Übrigen orientieren sich diese SB ausschl. an den Zielvorgaben und Weisungen. Oft mit mangelndem Verständnis der Materie.
 
E

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Gast
Auch Realschüler und Hauptschüler fühlen sich zu fein, niedere Arbeiten zu erledigen. Ich seh weder im Forum noch privat Nicht-Akademiker, die schreien: "her mit der Drecksarbeit, ich bin mir für nix zu schade!" Keiner möchte diese Arbeiten machen. Nichtmal der, der für nichts anderes qualifiziert wäre. :wink:

Wenns der Real- oder Hauptschüler nicht möchte, ist es völlig ok. Wenn der Akademiker nicht will, ist er gleich arrogant und überheblich.
Nur kommt beim Akademiker eben hinzu, dass seine komplexe und aufwändige Ausbildung auch eine viel kürzere Halbwertszeit hat im Vergleich. Bei Schlossern, Schreinern, Bürokräften usw. ändern sich die fachlichen und im Beruf ganz praktisch benötigten Kompetenzen einfach viel, viel langsamer, als eben zB beim Informatiker (oder noch extremeres Beispiel, beim Juristen; in der hohen Taktzahl wie sich Gesetze ändern ist ein Jurist, der aus der Praxis länger raus ist, ja schon fast ein unkalkulierbares rechtliches Risiko für einen zukünftigen Arbeitgeber).
 

Hainbuche

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Bei Schlossern, Schreinern, Bürokräften usw. ändern sich die fachlichen und im Beruf ganz praktisch benötigten Kompetenzen einfach viel, viel langsamer
Das würde ich so pauschal nicht sagen. Beim Kfz-Schrauber hat sich in den letzten 20 Jahren wahrscheinlich kaum weniger geändert als beim Germanisten. Vielleicht sogar mehr.
 
E

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Gast
Nur kommt beim Akademiker eben hinzu, dass seine komplexe und aufwändige Ausbildung auch eine viel kürzere Halbwertszeit hat im Vergleich. Bei Schlossern, Schreinern, Bürokräften usw. ändern sich die fachlichen und im Beruf ganz praktisch benötigten Kompetenzen einfach viel, viel langsamer, als eben zB beim Informatiker (oder noch extremeres Beispiel, beim Juristen; in der hohen Taktzahl wie sich Gesetze ändern ist ein Jurist, der aus der Praxis länger raus ist, ja schon fast ein unkalkulierbares rechtliches Risiko für einen zukünftigen Arbeitgeber).
JURISTEN haben ihre, stets aktualisierten, Gesetzestexte, Juris im Internet. Das einmal erlernte Prozedere der Rechtsdurchsetzung, Antragerstellung usw., ändert sich nicht.

Oft werden in Kanzleien auch Programme genutzt, die mit wenigen Mouseklicken einen fertigen Antrag generieren. Zudem sind die Kanzleien oft spezialisiert.

Gerade bei Juristen, herrscht aber ein Überangebot, dass dazu führt, dass gerade ältere, weil teurere Juristen auf der Strecke bleiben.

Sarkasmus an: da freuen sich die JC, wenn sie diesen, wenn auch vorübergehend eine Option als SB anbieten können.

off...
 
E

ExitUser

Gast
Das Problem mit den "Drecksarbeiten" ist tatsächlich die miese Entlohnung. Wenn ich eine Arbeit nur des Geldes wegen mache und nicht, weil sie mir evtl. sogar Spaß macht, ist es doppelt ätzend, wenn das Ganze dann noch für einen Hungerlohn gemacht werden soll.

Bei den Akademikern, denke ich, muss das jeder selbst einschätzen. Als Jurist, Mediziner, Diplomkaufmann, Informatiker etc. würde ich mich auch nicht so schnell in Hilfsjobs drängen lassen. Aber es gibt unzählige Studienfächer, wo hinterher überhaupt nicht wirklich klar ist, was man damit arbeiten kann. Häufig sind leider sogar die Studenten überfordert, die Frage: "Und was willst Du damit irgendwann mal arbeiten?" zu beantworten. Wie will da eine SB wissen, was möglich ist. Für die ist ein studierter Sinologe genauso schwer zu vermitteln wie jemand ohne Berufsabschluss.
 
E

ExitUser

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Spezialisierte Juristen werden heute mit Sicherheit mehr denn je gesucht, die Verrechtlichung der Gesellschaft schreitet ja stark voran. Richtig ist umgekehrt sicher auch, dass Standardprozesse, wo zB Juristen früher noch ein "Wissensmonopol" hatten, heute durch EDV automatisierbar sind oder die Leute sich die Infos gleich aus dem Internet zusammenklicken und Standardformulare von Verbraucherzentralen & Co. nutzen usw. GERADE in diesem Spannungsfeld ist eine stetige Fortbildung und ein andauerndes "am Puls des Rechts" bleiben besonders unabdingbar, nur so hebt man sich von der Masse ab. Und GERADE in dieser Situation killt man das Bewerberprofil, wenn man die Leute in Maßnahmen parkt o. ä. und macht aus einem kurzfristigen "Förderbedarf" einen Langzeitarbeitslosen.

Das ist ja auch kein exklusives Problem einzelner Berufsgruppen sondern vielfach so; man denke zB an den Beruf des Bankkaufmannes, früher ein sehr angesehener und gut bezahlter Beruf, mithin der aussichtsreiche nichtakademische Beruf gewesen. Ganz anders jetzt in Zeiten wo die Leute alles selbst und schnell per Homebanking und Automaten erledigen können, kontinuierlich Stellen abgebaut werden und ein enormer Druck auf die verbliebenen Bankkaufleute besteht, Zusatzumsätze durch Produktverkäufe zu generieren. Da bleibt eigentlich fast nur die Alternative sich zu spezialisieren und durch Qualifikation hervorzutun, wenn man noch vorankommen will. Eine längere Arbeitslosigkeit oder fachfremde Beschäftigung ist da dann vermutlich das sichere Ende einer Karriere im Bankbereich. Das ist also kein exklusives Problem der Akademiker, aber sicher gerade dort evident, wo es eben auf Wissensvorsprünge besonders ankommt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

PS: wenn eine Berufsgruppe vom JC als Leistungsempfänger aber wohl in Ruhe gelassen werden dürfte, dann die der Juristen, die "in eigener Sache" besondere Motivation entwickeln dürften, was gepaart mit ihrem fachlichen Vorsprung aus Juristen ziemlich schwierige "Kunden" machen dürfte, ich denke da muss man sich um andere Berufsgruppen mehr sorgen, ich weiss auch nicht warum ich jetzt dauernd Juristen als Beispiel gebracht habe.
 
E

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Das würde ich so pauschal nicht sagen. Beim Kfz-Schrauber hat sich in den letzten 20 Jahren wahrscheinlich kaum weniger geändert als beim Germanisten. Vielleicht sogar mehr.
Klassische, musische Bildung auf der einen Seite und ein besonders technikaffiner Lehrberuf auf der anderen Seite - das ist natürlich eine extreme Gegenüberstellung. Und wenn du anstatt 20 Jahre nun einfach mal 2 Jahre annimmst und einen technischen Beruf mit einem technischen Beruf vergleichst, zB Maschinenbauingenieur und KFZ Mechaniker, dann sieht es wieder umgekehrt aus. Natürlich kann man das nicht pauschal sagen, "nichts" kann man pauschal sagen. Aber man kann ja nicht immer alles bis zur Beliebigkeit relativieren sondern sollte da schon pragmatisch schauen, bei welchen Berufsgruppen man wie vorgehen muss, um die jeweilige Qualifikation möglichst nicht durch Fehlförderung zu schädigen. Dahin kommt man aber gar nicht erst, wenn man von vorneherein unterschiede negiert.
 

Hainbuche

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Klassische, musische Bildung auf der einen Seite und ein besonders technikaffiner Lehrberuf auf der anderen Seite - das ist natürlich eine extreme Gegenüberstellung.
Ihre These war: Bei akademischen Berufen veraltet das Wissen schneller als bei nichtakademischen Berufen.

Als Beispiele nannten Sie selbst u. a. den Juristen auf der einen und den Schlosser auf der anderen Seite. Ob das wohl weniger extrem ist als Kfz-Schrauber und Germanist? Ich würde sagen, nein.

Und so ganz überzeugen kann mich Ihre These auch weiterhin nicht. Zumal Sie selbst derjenige sind, der nun relativiert hat, indem er nicht mehr allgemein "Akademiker" und "Nichtakademiker" gegenüberstellt, sondern konkreter "studierter Techniker" und "nichtstudierter Techniker", was vielleicht stimmen mag, aber eben nicht pars pro toto steht.
 

Hainbuche

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Spezialisierte Juristen werden heute mit Sicherheit mehr denn je gesucht, die Verrechtlichung der Gesellschaft schreitet ja stark voran.
Tja, ein Schelm, wer dabei gewisse Gedanken hat... ich würde ja nach wie vor gerne wissen, ob die Henne oder das Ei zuerst da war...
 
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Tja, ein Schelm, wer dabei gewisse Gedanken hat... ich würde ja nach wie vor gerne wissen, ob die Henne oder das Ei zuerst da war...
Das ALG II ist doch ein Paradebeispiel dafür. Um auf Einzelfälle einzugehen ist das Recht sehr komplex und ich bin mir auch nicht sicher, ob Arbeitslose es zB toll fänden, wenn es aus Gründen der Vereinfachung zB (wie es das beim BAföG ja gibt) nur noch eine fixe Wohnkostenpauschale geben würde. Und die Leute dann selbst schauen wie sie damit klarkommen. Alleine die vielen Probleme mit Kosten der Unterkunft, Nebenkosten, die ganzen Abrechnungen von Vermietern usw. erfordert ja einen enormen juristischen Aufwand. Aber wie gesagt, die einzige Alternative, fixe Pauschalen, dürfte den wenigsten Bürgern gefallen.

Und so ist es eben in allen Bereichen. Wir alle begreifen uns immer stärker als Individuen, wollen von unseren Rechten kein Milimeter abweichen (ganz wertungsfrei festgestellt) und verlangen nach individueller Berücksichtigung unserer Person bei allen denkbaren Fragen. Das GEHT NUR über immer komplexeres Recht, wenn gleichzeitig keine Willkür herrschen soll.

@espps
An einer differenzierten Einschätzung zum juristischen Arbeitsmarkt ist sicherlich gar nichts zu korrigieren. Es ist sicherlich so, dass ein Studium keine Karrieregarantie mehr ist, wie das in der Nachkriegszeit ja durchaus der Fall war, zB für Juristen. Damit kommen die Akademiker aber nur in der "beruflichen Normalität" an, die in anderen Berufen schon immer galt. Was auch klar ist, wenn nun ca. die Hälfte eines Jahrgangs schon an die Hochschulen strebt, anstatt nur 1/5, wie noch Anno 1980 (war jetzt ja auch keine graue Vorzeit).

Genau so werden Akademiker aber häufig noch gesehen und dargestellt, nach dem Motto "die brauchen sich doch gar nicht zu beschweren!". Dabei bildet sich zwischenzeitlich sogar schon ein akademisches Prekariat, gerade bei den Berufsteinsteigern. Auf dem "Auge" sind aber zB die Gewerkschaften noch vollkommen blind, für Lehrlinge setzt man sich (natürlich zurecht) stark ein. Für junge Akademiker überhaupt nicht, man denke nur an die absurden "Sichtungspraktika", wo erst einmal 6-12 Monate nahezu gratis Jungakademiker mit Abschluss in der Tasche ackern sollen, immer mit dem Druck im Hinterkopf keine Anstellung zu kriegen wenn man irgendwie aufmuckt.

"Sichtungspraktikum" ist daher in meinen Augen ein Feigenblatt, weil das ganz normale poplige Arbeitsrecht mit der dreimonatigen Probezeit ein mehr als ausreichendes Instrument zur "Sichtung" von Berufsteinsteigern bietet; dementsprechend akzeptieren Gewerkschaften solche "Sichtungspraktika" bei fertigen Lehrlingen, die eine Anstellung suchen, auch nicht und pochen natürlich darauf höchstens eine ganz normale, voll bezahlte Probezeit im Betrieb zu gestatten, da sind dann auch die Betriebsräte dahinter usw.

Das ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass wir noch nicht realisiert haben, was das wirklich für Folgen hat, wenn eben schon jeder Zweite studiert, dass es sich dabei nicht mehr um eine gut vernetzte, kleine "Elite" handelt, die schon selbst klar kommt. Sondern sozioökonomisch um das, was wir vor 20-30 Jahren noch als ganz normale Kleinbürger und Facharbeiter betrachtet haben. Also Menschen, für den man den Sozialstaat einst geschaffen hat. Die Oberschicht brauchte den noch nie, die kommt alleine super klar. Nur dass man es Akademikern heute halt noch doppelt schwer macht, weil man eben zB bei Arbeitslosigkeit nicht auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingeht - sie sind halt Einzelkämpfer und haben, wie das marxsche Proletariat, nichts außer ihrer Arbeitskraft (was ja mitnichten rein körperlich gemeint war). Es gibt keine "Akademikergewerkschaften", die Ständeorganisationen wo es sie gibt kümmern sich v.a. um die Erfolgreichen,... und über Häme können sich viele Betroffene dabei auch noch freuen (siehe die sofort reflexartig zu sehenden Vorwürfe, dass Akademiker gleich irgendwie "arrogant" oder so seien, wenn sie, wie jeder andere, Rechte einfordern). Ich kann mir vorstellen, dass man sich da als Betroffener sehr schnell sehr allein und sehr verzweifelt fühlt.
 

Hainbuche

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ich bin mir auch nicht sicher, ob Arbeitslose es zB toll fänden, wenn es aus Gründen der Vereinfachung zB (wie es das beim BAföG ja gibt) nur noch eine fixe Wohnkostenpauschale geben würde.
Wie toll man das findet, würde wahrscheinlich von der Höhe der Pauschale abhängen.

Alleine die vielen Probleme mit Kosten der Unterkunft, Nebenkosten, die ganzen Abrechnungen von Vermietern usw. erfordert ja einen enormen juristischen Aufwand. Aber wie gesagt, die einzige Alternative, fixe Pauschalen, dürfte den wenigsten Bürgern gefallen.
Wäre das denn die einzige Alternative? Nicht alles, was individuell ist, muß automatisch in einen juristischen Klimmzug ausarten.
 

ikarus

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Wenn man das alles so liest, stelle ich fest das es unter veschiedenen Gesichtspunkten
doch gemeinsame Ansatzpunkte gibt.
Was mich dann aber verwundert ist die politische Tatenlosigkeit?????
Man stelle sich vor Millionen würden den Protest üben!!!

Kompetenzen scheint es ja genug zu geben.
 
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Wäre das denn die einzige Alternative? Nicht alles, was individuell ist, muß automatisch in einen juristischen Klimmzug ausarten.
Natürlich muss es das! Man KANN nicht, egal wieviel Mühe man sich gibt, jede denkbare Eventualität klar vorhersehen und dann auch noch in einem möglichst klaren und prägnanten Gesetzestext abschließend regeln. Unmöglich. Und wenn man sich Berichte über ALG II Klagen anschaut, wo es teilweise wirklich nur um 20 Cent ging ("und ums Prinzip"), dann sieht man daran sehr anschaulich was ich sagte, dass die Bürger eben zunehmend nicht mehr bereit sind auch nur einen Milimeter davon abzuweichen, was sie denken das ihnen zusteht (siehe auch die viel größere Gruppe der Zivilklagen "Bürger gegen Bürger" oder davon auch nur den Teilbereich der Scheidungen und der Nachbarschaftsstreitigkeiten, da wird um jede noch so winzige Kleinigkeit gestritten, "aus Prinzip").

Ich sage nicht, dass ich das "gut" finde. Man kann Dinge feststellen, ohne sie sich zu eigen zu machen. Ich persönlich bin eher jemand der genau abwägt, ob etwas was mir zusteht die Nerven und die Lebenszeit wert ist, das durchzusetzen und da muss schon einiges im Argen liegen, bis diese Abwägung in Richtung "Streit" kippt. Tja, ist wohl mein gemütliches bayerisches Naturell :icon_hihi:
 

0zymandias

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Vielleicht ist es auch weniger eine Einstellungsfrage, sondern es stehen immer mehr Bürger mit dem Rücken zur Wand.
 
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Wenn man das alles so liest, stelle ich fest das es unter veschiedenen Gesichtspunkten
doch gemeinsame Ansatzpunkte gibt.
Was mich dann aber verwundert ist die politische Tatenlosigkeit?????
Man stelle sich vor Millionen würden den Protest üben!!!

Kompetenzen scheint es ja genug zu geben.
Das ist die Vereinzelung, seit den 80ern gibt es per Salamitaktik unzählige Maßnahmen (teilweise auch einfach nur öffentliche Debatten, die entfalten ja auch Wirkung im Bewusstsein der Menschen) um alle Lebensrisiken zu individualisieren und ebenso Schuld für Scheitern des Einzelnen aufgrund von ungünstigen Rahmenbedingen zu individualisieren.

Darauf beruht ja auch das ganze Denken des "Fordern und Fördern", was ja nur dann wirklich fair ist und Sinn ergibt, wenn man davon ausgeht, dass es schlicht für jeden erwachsenen und arbeitsfähigen Bürger prinzipiell einen Job da draußen gibt. Solange er nur guten Willens ist und sich helfen lässt. Wäre das so, DANN hätte kein vernünftiger Mensch was gegen Sanktionen, wenn Leute trotzdem meinen würden das Recht zu haben sich von ihren Mitbürgern aushalten zu lassen. Aber das ist ja nicht die Realität. Trotzdem fand seit 2004 eine spürbare Entsolidarisierung zB zwischen Arbeitslosen und Arbeitnehmern statt, letztere sind einfach nur froh, nicht in das Hartz IV System zu geraten und sind genug damit beschäftigt, ihren eigenen Standard zu halten. Da bleibt für Gedanken zum "großen Ganzen" einfach kein Raum mehr.

Leute die resignieren und sich arrangieren und schon froh sind, vom JC wenigstens "in Ruhe gelassen" zu werden und einmal im Monat ihre Überweisung zu bekommen, die begehren nicht mehr auf, verlangen keine Wirtschafts- und Sozialpolitik mehr, die wieder von Oben nach Unten umverteilt, neue Perspektiven und Chance auf Teilhabe schafft. Sie sind "ruhig gestellt" und das für, im Vergleich zur nationalen Wirtschaftsleistung, eigentlich relativ kleines Geld. Dazu noch die geistige Betäubung mit der stupiden Glotze, da kommt kein kritisches Denken mehr auf. So würde ich das hintergründig einschätzen.
 
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PS: was schade ist, denn noch haben wir eine Demokratie und meine Stimme ist am Wahltag genauso viel wert, wie die eines Milliardärs. Die Grünen erhielten bei der letzten Bundestagswahl beispielsweise 3,1 Mio. Zweitstimmen und erlangten immerhin 63 Sitze im Bundestag. Es gibt soweit ich weiss ca. 3,3 Mio. Menschen im ALG II System, die allermeisten davon sicherlich volljährig und wahlberechtigt.

Würden also nur Bezieher von ALG II eine bestimmte Partei als ihre Interessensvertretung wählen, was ja vollkommen legitim wäre, dann käme diese Partei auf ca. 60 Sitze im Bundestag, damit auch in die ganzen Ausschüsse und Gremien, hätte mit den Wahlkreisbüros eine flächendeckende Vertretung vor Ort bei den Bürgern usw. und könnte richitg was bewegen. Aber was machen die Leute? Wählen Parteien, die ihnen den Sozialabbau eingebrockt haben - oder bleiben gleich zuhause. Dafür habe ich zB einfach kein Verständnis, man kann nicht wegdiskutieren, dass nach wie vor gilt: ein Bürger - eine Stimme, WENN wir wo alle gleich sind, dann am Wahltag. Die Leute nutzen diese Macht aber nicht und dafür habe ich wie gesagt keinerlei Verständnis. Nur immer lamentieren und "Andere" dazu auffordern was zu ändern bringt ja nichts, wieso sollten sie? In einer Demokratie muss sich schon jeder selbst darum kümmern, dass seine Interessen vertreten werden. In dem Zusammenhang finde ich auch toll, dass es diese Forum gibt. Jetzt müsste man nur noch die "ELOP" gründen :wink:
 

ikarus

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Es ist schon klar und gut durchdacht was du schreibst!
Wir brauchen aber nur in die Geschichte zu sehen, es geht auch anders!
Unsere Väter würden sich im Grabe umdrehen wenn sie sehen würden
wie einfach sich ein Großteil der Gesellschaft abhängen lässt!
Natürlich konnten die Bergleute und Stahlarbeiter ihre Arbeitsplätze
letztendlich auch nicht retten.
Aber die Konditionen wurden durch die Massen Demonstrationen erheblich verbessert.
So gibt es keinen Bergarbeiter, der wie man im Ruhrgebiet sagt, ins Bergfreie fällt!
Ohne die damaligen Massen Demonstrationen wäre das nicht so gekommen!
Solange die Hartz IV Empfänger das nicht begreifen wird sich nichts zum Besseren
wenden, eher pö a pö verschlechtern.
Siehe die Diskussionen zur " Verbesserung und Vereinfachung " der Hartzgesetze!
Ohne große sozialpolitische Auseinandersetzungen wird es nicht gehen!
Dieses Forum trägt zum Meinungsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung seinen Teil bei.
Das finde ich gut. Steter Tropfen höhlt den Stein.
 

Albertt

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Nur, können wir hier im Forum was für Deine schlechten Erfahrungen?
Gibt es die Akademiker hier, die Dich blöde anmachen?
Dann fühl dich halt nicht immer angesprochen und sei still! Meine Güte! :wink:
Du machst hier ständig irgend welche Leute von der Seite an. Dabei achtest du Cleverle aber immer darauf, welches Ansehen hier wer geniesst und wie Eloquent der einzelne ist. Zwing mich nicht die Beiträge zu zitieren. :wink:


Hier rotzen teils gaaaanz andere Kaliber
Du bist ein Akademiker auf dem Papier! Das war es dann aber auch schon. Was ist das überhaupt ständig für eine Wortwahl?



Wenns der Real- oder Hauptschüler nicht möchte, ist es völlig ok. Wenn der Akademiker nicht will, ist er gleich arrogant und überheblich.
Jeder hat das gleiche Recht! Nur ist es immer der Akademiker, der sofort aufspringt, wenn man Ihm auf die Fußspitzen tritt. Und der gleiche Akademiker sieht keinen Handlungsbedarf, wenn es einen nichtakademiker trifft. Oder wieso startest du kein Thema, in dem es um die Drangsalierung von Real- und Hauptschülern geht?


Solange die Hartz IV Empfänger das nicht begreifen wird sich nichts zum Besseren
wenden, eher pö a pö verschlechtern.
Das haben viele schon begriffen. Nur möchte sich niemand bedingungslos solidarisieren.
 

Caso

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Also dann lieber gar nicht solidarisieren?
So wird der jetzige Stand dann bis zum Schlechteren betoniert?
Es ist doch gar nicht so, daß sich niemand solidarisiert.
Es gibt doch jede Menge Solidarität. Schon lange und in ganz verschiedenen Facetten.
Was meinst du denn? Auf die Straße und Plakate hochhalten oder was? Dann wieder nach Hause gehen? Das wäre Solidarität?
Steter Tropfen höhlt doch den Stein schon lange. Im Netz. Das ist auch eine Art Solidarität. Das gabs früher nicht, aber da hat die Mutter für Nachbars Kinder mitgekocht, wenns bei Nachbars ganz klamm war. Das war auch Solidarität.
Ganz ohne Massen-Demos.

ob pö ah pö oder Stück für Stück---ist doch egal.
Massen-Demos?? Gegen was denn? Gegen Hartz 4? Die olle Kamelle aufwärmen? Und ob sich unsere Großeltern DESWEGEN im Grabe umdrehen würden?? Oder doch wegen was ganz anderem?
 

ikarus

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Es ist doch gar nicht so, daß sich niemand solidarisiert.
Es gibt doch jede Menge Solidarität. Schon lange und in ganz verschiedenen Facetten. Das ist auch eine Art Solidarität. Das gabs früher nicht, aber da hat die Mutter für Nachbars Kinder mitgekocht, wenns bei Nachbars ganz klamm war. Das war auch Solidarität.
Ganz ohne Massen-Demos.

ob pö ah pö oder Stück für Stück---ist doch egal.
Massen-Demos?? Gegen was denn? Gegen Hartz 4? Die olle Kamelle aufwärmen? Und ob sich unsere Großeltern DESWEGEN im Grabe umdrehen würden?? Oder doch wegen was ganz anderem?
Ich dachte es mir!
Ob pö a pö oder peu a' peu, jeder weiß was gemeint ist!
Mein ärztl. Vorgesetzter (ich war in leitender Stellung ohne Studium) kann noch schlechter mit der deutschen Sprache umgehen.
Aber ist auch egal. Rosinenpicker, wenn ohne Argumente, gibt es überall.:icon_knutsch:
Nun zu der Solidarität!
Ich, der analoge Demonstrationen nicht für überholt hält, bin genau der Meinung, dass man für sein Anliegen auf die Straße muss.
Die Gewerkschaften haben doch die Harztgesetze mitgetragen, da sehr schnell die Demonstrationen eingestellt wurden!
Natürlich nicht einmal mit Trillerpfeife und Fähnchen.
Das muss schon eine langanhaltende Dauerveranstaltung werden. Ob man das heutzutage hin bekommt ist natürlich die Frage.
Nur im Netz vom Sofa aus alles zu bemängeln wird nicht weiterhelfen, höchstens unterstützen.

Das Butterbrot für die armen Nachbarn schmieren?
Ne, das war nicht die einzige Solidarität.
Z.B. haben viele Frauen sich um das Drum und Dran gekümmert und auch Flugblätter gedruckt.

Man sollte die Rolle der Frau nicht unterschätzen!
Sie auf die Rolle der Butterbrotschmiererin zu reduzieren ist keinesfalls angebracht!

Der Zusammenhalt erstreckte sich schon noch auf viele andere Bereiche, bis hin zu den Demos!
Es ist schon erstaunlich das man für einen Bahnhof die Menschen aktivieren kann aber die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Hartzgesetze einfach so hinnimmt!
Nebenbei ich bin kein Akademikerhasser, da es in der Familie viele Akademiker gibt.
Die eine Hälfte ist abgehoben, die andere auf dem Boden geblieben.
Also kann ich sehr gut unterscheiden und weiß, dass man nicht alles verallgemeinern kann.

Nur unsere sozialpolitische Diskussion schient hier nicht hinzugehören!
Da sollte man ggf. einen neuen Thread aufmachen!
Hier bin ich dann gern bereit meine dezidierte Meinung einzubringen!


Nebenbei: Ich hoffe das es hier einige Deutschlehrer gibt die meinen Text dann gern korrigieren!
 

Hainbuche

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Natürlich muss es das! Man KANN nicht, egal wieviel Mühe man sich gibt, jede denkbare Eventualität klar vorhersehen und dann auch noch in einem möglichst klaren und prägnanten Gesetzestext abschließend regeln.
Das sehe ich etwas anders. Man kann Gesetze mehr oder weniger absichtlich so wischiwaschi formulieren, daß die mögliche Breite der Auslegung einen Rechtsstreit geradezu provoziert; man kann es aber auch so machen, daß unterschiedliche Auffassungen bei der Interpretation nicht die Regel, sondern die Ausnahme darstellen.
 

Caso

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Ich dachte es mir!
Ob pö a pö oder peu a' peu, jeder weiß was gemeint ist!
Mein ärztl. Vorgesetzter (ich war in leitender Stellung ohne Studium) kann noch schlechter mit der deutschen Sprache umgehen.
Aber ist auch egal. Rosinenpicker, wenn ohne Argumente, gibt es überall.:icon_knutsch:
Ich dachte mir, mein pöapö könnte so eine kleine Kopfnuß für den Passanten sein, der sich im Vorbeigehen an deinem pö a pö hochzieht.
Denn der ist der Rosinenpicker gewesen und hatte 0 Argumente und selbstverständlich weiß ich, was damit gemeint ist.:icon_hihi:
Nun zu der Solidarität!
Ich, der analoge Demonstrationen nicht für überholt hält, bin genau der Meinung, dass man für sein Anliegen auf die Straße muss.
Da stimme ich dir zu. WENN das Anliegen aller das Gleiche ist und alle Betroffenen die gleiche Wut und den gleichen Streß mit und wegen Hartz 4 haben---dann könnten sie ALLE auf die Straße.
Ist es denn so mit der Gleichheit?
Schon allein hier in diesem Forum teilen sich doch die Interessen ganz gewaltig.
Und einfach *Weg mit Hartz 4*--diese Forderung stelle man sich mal stante pede vor. Was wäre die erste und logische Konsequenz?
Damit kriegt man mM. keinen auf die Straße.
Das muss schon eine langanhaltende Dauerveranstaltung werden. Ob man das heutzutage hin bekommt ist natürlich die Frage.
Nur im Netz vom Sofa aus alles zu bemängeln wird nicht weiterhelfen, höchstens unterstützen.
Ähnlich den Montags-Demos in der DDR vor der Wende? Die hatten ja schon ne Wirkung...und welche, sieht man heute !! (sagen noch viele).
Die einen halten die Auswirkung für katastrophal, die andern für den Segen schlechthin.
Eine weite Spanne---ganz schön viel Demokratie;-)
Nun lege solche Demos genau auf die Wunde *Hartz4* und denke weiter, was rauskommt, wenn Hartz 4 abgeschafft würde.

Das Butterbrot für die armen Nachbarn schmieren?
Ne, das war nicht die einzige Solidarität.
Z.B. haben viele Frauen sich um das Drum und Dran gekümmert und auch Flugblätter gedruckt.
Ich weiß, und es war nur 1 klitzekleines Beispiel. Ich unterschätze Frauen keineswegs;-)
Es ist schon erstaunlich das man für einen Bahnhof die Menschen aktivieren kann aber die himmelschreiende Ungerechtigkeit der Hartzgesetze einfach so hinnimmt!
Ja, das erstaunt mich auch mit dem Bahnhof. Da hat man wohl punktuell (nämlich für Stuttgart) den Nerv getroffen, dann viele Unterstützer von außerhalb gefunden und letztlich mit Geduld und Lärm was durchgesetzt. Hältst du diesen Erfolg für einen Erfolg für alle? Ich persönlich habe davon gar nichts. Aber das ist kurzsichtig gedacht;-)
Was aber hältst DU persönlich am Hartz 4 für himmelschreiend ungerecht?
Was genau? Punktuelles --oder umfassend und komplett---?
Nur unsere sozialpolitische Diskussion schient hier nicht hinzugehören!
Doch, die gehört hierhin. Denn wenn sich Akademiker vom JC drangsaliert fühlen, ist das mM sehr sozialpolitisch!
 

Albertt

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Also dann lieber gar nicht solidarisieren?
Das musst du diejenigen fragen, die Ihre Solidarität an Bedingungen knüpfen.

So wird der jetzige Stand dann bis zum Schlechteren betoniert?
Hartz4 wäre längst zerschlagen, wenn man sich nicht ständig durch Ablenkungsmanöver ablenken lassen würden.

Also Dich würde ich als Beistand auch nicht brauchen können, vermute ich mal.
Deine Entscheidung.
 

pferdchen81

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Tja, wir leben aber in einer Gesellschaft in der sich jeder selbst der nächste ist.

Fast jeder lässt keinen Zweifel daran, dass er den anderen verkaufen würde, wenn er dadurch selbst Vorteil schöpfen könnte. Nachbarn verklagen sich gegenseitig wegen irgendwelcher Knallerbsensträuche. Jeder zeigt jeden wegen weiss der Geier was banalem an. Jemand wird auf der Straße belästigt, keiner greift ein. Auf der Straße ereignet sich ein Unfall, fast alle fahren vorbei. Hilfe? Fehlanzeige! Irrsinniges Beispiel Umzug: zur Einzugsparty kommen sie alle gern, zum helfen, och da hat plötzlich jeder zu tun.

Und nein, Menschen die nicht so sind, sind die Ausnahme und nicht die Regel. Finde ich und findet mein Umfeld...

Jo, und jetzt soll ich mich mit den anderen solidarisieren? Warum? Sobald ihre Anliegen "erledigt" sind, verabschieden sie sich ganz schnell aus der Solidarisierung.

Ist meine persönliche Meinung. Muss man nicht teilen.
 

ikarus

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Tja, wir leben aber in einer Gesellschaft in der sich jeder selbst der nächste ist.

Fast jeder lässt keinen Zweifel daran, dass er den anderen verkaufen würde, wenn er dadurch selbst Vorteil schöpfen könnte. Nachbarn verklagen sich gegenseitig wegen irgendwelcher Knallerbsensträuche. Jeder zeigt jeden wegen weiss der Geier was banalem an. Jemand wird auf der Straße belästigt, keiner greift ein. Auf der Straße ereignet sich ein Unfall, fast alle fahren vorbei. Hilfe? Fehlanzeige! Irrsinniges Beispiel Umzug: zur Einzugsparty kommen sie alle gern, zum helfen, och da hat plötzlich jeder zu tun.

Und nein, Menschen die nicht so sind, sind die Ausnahme und nicht die Regel. Finde ich und findet mein Umfeld...

Jo, und jetzt soll ich mich mit den anderen solidarisieren? Warum? Sobald ihre Anliegen "erledigt" sind, verabschieden sie sich ganz schnell aus der Solidarisierung.

Ist meine persönliche Meinung. Muss man nicht teilen.
Ich teile deine Meinung zum großen Teil,
gebe jedoch zu bedenken, das eine Solidarität erst stattfindet wenn bei vielen Betroffenheit
entsteht!
Soweit scheinen wir leider noch nicht zu sein!
 

pferdchen81

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Ich kenne die Arbeitslosenzahlen jetzt nicht im Detail, würde aber die Betroffenheit als doch ziemlich groß beziffern.

Es macht halt jeder sein eigenes Ding. Wie komme ich selbst mit dem Arsch an die Wand? Dazu noch die allgemeine Mentalität, wenn von oben getreten wird, bück ich mich einfach noch ein Stück tiefer. :biggrin: Es werden immer die anderen an die Front zum Kampf geschickt. Jeder ist froh, wenn er nicht mitmischen muss. Sollen mal die anderen den Kopf hinhalten, ich sitze im Hintergrund und schaue zu, hoffe, dass niemandem auffällt, dass ich nur rede aber nichts tue.

Tja, die "Macher" können auch differenzieren. Ein paar Kletten werden aus Hilfsbereitschaft mitgezogen und der Rest muss halt sehen, wo er bleibt. Warum für andere die Rübe hinhalten? Ein Dank ist eh meist nicht zu erwarten -> Lebenserfahrung. Team = toll ein anderer macht's! In der Realität sehen die menschlichen Prioritäten doch wie folgt aus: ich, ich, ich und ich. Und wer sind bitte "die anderen"?

Ziemlich ab vom Thema, brannte mir aber auf der Zunge.
 

Bananenbieger

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Ich bin in dieses Forum gekommen, um dem ein oder anderen User helfen zu können. Ich kann z.b. helfen, wenn es um die richtige Bewerbung geht oder dass richtige Verhalten bei einem Vorstellungsgespräch.

Es soll nämlich in diesem Forum auch User geben, die gerne wieder in Arbeit kommen würden und über jede Hilfe dankbar sind.
Aber dem qualifikationen- und erfahrungsgerechten AN mit einem gewissen Alter und mit Krankheit ist sehr schwer einen seriösen AG zu finden. Eine ZAF und Sonstiges zählen nicht dazu.


Tipps für Bewerbungen, kann man s.u. erhalten:

Arbeits-abc.de - Arbeit und Karriere Forum
Bewerbung schreiben - Anschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch, Musterbewerbungen

Nicht bei diesen sinnlosen Bewerbungskursen.

Bei diesen Foren muss man allerdings selber aktiv sein!
 

Bananenbieger

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Ergänzung:

Wenn aber keine dementsprechende Arbeit angeboten wird, kann man noch so tolle Bewerbungsschreiben kreieren, man bekommt nichts.

Egal, ob Akademiker, oder Nicht-Akademiker.
 
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Ergänzung:

Wenn aber keine dementsprechende Arbeit angeboten wird, kann man noch so tolle Bewerbungsschreiben kreieren, man bekommt nichts.

Egal, ob Akademiker, oder Nicht-Akademiker.[/QUOT]

Das ist richtig, aber dann könnte man sich ja auch mal bei einer ZAF bewerben. Mein Schwager hat mal eine Zeit lang als Leiharbeiter gearbeitet und wurde dann vom Kunden übernommen. Seine Zeitarbeitsfirma hieß Merkur glaube ich. Er hat mir mal gesagt, dass die ihn immer fair behandelt haben, aber vielleicht war er die Ausnahme, das weiß ich nicht.
 

Charlot

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Das ist richtig, aber dann könnte man sich ja auch mal bei einer ZAF bewerben. Mein Schwager hat mal eine Zeit lang als Leiharbeiter gearbeitet und wurde dann vom Kunden übernommen.
Vom Huber Sepp, der wo bei uns im Kegelverein "Alle neune" der zweite Vorsitzende ist, dessen Frau die Margit, Schwester von der Kassiererin im örtlichen Penny-Markt, die hat auch mal bei einer ZAF angefangen.
Sie wurde aber nicht übernommen.
 

pferdchen81

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Das ist richtig, aber dann könnte man sich ja auch mal bei einer ZAF bewerben. Mein Schwager hat mal eine Zeit lang als Leiharbeiter gearbeitet und wurde dann vom Kunden übernommen. Seine Zeitarbeitsfirma hieß Merkur glaube ich. Er hat mir mal gesagt, dass die ihn immer fair behandelt haben, aber vielleicht war er die Ausnahme, das weiß ich nicht.
Bitte nicht in diesem Faden jetzt auch noch Pro ZA. Das ganze Forum strotzt nur so vor Negativerfahrungen, die die Realität wiederspiegeln. DORT kann über das Thema diskutiert werden.
 

Bananenbieger

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aber vielleicht war er die Ausnahme, das weiß ich nicht.
Davon kannst Du ausgehen.

Man kann aber für 50 ZAFs arbeiten, vllt. ist eine dabei, die alles korrekt macht.
Da lasse ich lieber anderen den Vortritt, um darauf zu kommen, dass 49 ZAFs schundluder mit mir betreiben.
Ist wie Lottospielen.

Wenn es ein Verhältnis 25/75 wäre, wäre ich dabei. So aber nicht.
 
E

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Was aber hältst DU persönlich am Hartz 4 für himmelschreiend ungerecht?
Was genau? Punktuelles --oder umfassend und komplett ---?
Auch wenn ich nicht ikarus bin: Vieles.

Zum einen den Anspruch der Initiatoren, den diese wie eine Monstranz vor sich hertragen und der ihnen trotz massiver Beispiele in der Vergangenheit immer noch abgekauft wird - der Bogen spannt sich von Ebert als Oberbefehlshaber von Reichswehreinheiten, als der er seine Parteigenossen zusammenschießen lies, über Noske (Zitat: "einer muß der Bluthund sein") bis hin zu Schröder. Und die Truppe ist selbst dann mit überwältigender Mehrheit gewählt worden, als ihre parteiinternen Meinungsverschiedenheiten ein paar Wochen zuvor von den Freikorps des erklärten politischen Gegners "beigelegt" wurden.

-> Bernt Kellermann, "Einig gegen Recht und Freiheit"
Ist in den siebziger Jahren sinnigerweise bei Bertelsmann erschienen

Manchmal hilft es schon in der Geschichte zu wühlen. Denn die allgemeine Wehrpflicht wurde nicht ohne Grund eingeführt und genausowenig grundlos in den letzten Jahren wieder abgeschafft ...

Himmelschreiend ungerecht,
weil vorsätzlich und für jedermann klar ersichtlich verfassungswidrig. Das Problem ist dabei leider, daß sich das BVerfG in der Regel zierte, Regierung und Parlament mit vollem Anlauf gegen das Schienbein zu treten. Wurde etwas als verfassungswidrig angesehen, dann profitierte oft genug nur der Beschwerdeführer und die Regierung bekam Jahre Zeit, den Mißstand zu beseitigen. Und nicht selten hat sie, anstatt die Vorgaben des BVerfG zu beachten, sehenden Auges in der Neufassung noch eins oben draufgepackt und den Richtern damit auf den Kopf gespuckt.
Verfassungskonform wären die Regelungen dann, wenn man das Existenzminimum sauber berechnen, die Bezüge um einen Faktor x höher ansetzen und allerhöchstens diese Differenz bei Sanktionen zur Disposition stellen würde.
So hat die Deutsche Sozialdemokratie ein Gesetz in die Welt gebracht, was sich ihre politischen Gegner so nie getraut hätten auch nur vorzuschlagen. Und sie ist bis heute im Grunde ihres Herzens stolz darauf. Die Zahlen des Mitgliederentscheids für die GroKo und damit für die Fortsetzung der Demontage des Sozialstaats bedürfen keines Kommentars, wofür die überwiegende Mehrheit der deutschen Sozialdemokraten steht.

Himmelschreiend ungercht,
weil der Anspruch des Gesetzes nur so von Realitätsferne strotzt. Vor der letzten Bundestagswahl verzeichnete die jobbörse über lange Zeit hinweg so um die 1,0 bis 1,2 Mio offene Stellen. Schon kurz nach der Wahl brach diese Zahl um satte 30% ein und dümpelt seitdem bei etwa 700.000 (oder weniger) herum. Dem stehen und standen stets über 3 Mio Profile Arbeitssuchender gegenüber.
Dabei weiß doch jeder genau, daß die Masse dieser Stellen gar keine sind: Die ZAF und PAV, die das Portal gepachtet zu haben scheinen, sind eben nur in Eizelfällen dumm oder frech genug (wie mans nimmt) ihre Datensammelwut in den Angebotstexten offenbar werden zu lassen ("Für unsere Kunden in Westdeutschland suchen wir immer mal wieder Arbeitskräfte ..."). Und selbst in solchen Fällen dauert es ewig, bis sich endlich irgendwer erbarmt und so etwas meldet, auf daß die BA solche Leute ob des Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen vom Portal werfe. Außerdem beauftragt heutzutage ein Wirtschaftsunternehmen mindestens vier, fünf, sechs Dienstleister mit der Suche eines Bewerbers für EINE einzige Vakanz und schreibt die auch noch selber aus.
Konservativ geschätzt verbergen sich also hinter den 700.000 Einträgen in der Jobbörse sehr viel weniger als 250.000 wirkliche Vakanzen. Also schon theoretisch-rechnerisch gibt es für jeweils 10 Mitfahrer auf der "Reise nach Jerusalem" nicht mal einen Stuhl. In der Praxis hören die Unternehmer selbst bei Stellenangeboten, die höhere Qualifikationen erfordern, bei der 70. Bewerbung auf, die Post zu öffnen. Bei weniger qualifizierten Stellen darf sich jeder beleidigt fühlen, der nicht eine ansehnliche dreistellige Anzahl von Anfragen bekommt.
Und in dieser Situation dann das Theater vom "Fordern und Fördern", wobei ersteres erkennbar nur fiskalpolitisch motiviert ist und sich zweites oft genug auf die Erstattung der Fahrtkosten zu den Meldeterminen beschränkt. Dabei kann ein Mensch, den irgendetwas zur Arbeit in so einer Behörde qualifiziert, gar nicht so realitätsfern und verblendet sein zu behaupten, er finde für jeden denkbaren Bewerber in der jobbörse 20 Seiten Stellenangebote und die Arbeitgeber säßen mit ihren Anforderungen bei "Wünsch Dir was ..." und müßten jedweden Kompromiß eingehen. Die Antwort bekommst Du aber so und mit denselben Körperbewegungen (den Oberkörper vom Gesprächspartner abwenden und Kopf zum Bildschirm, ein paar Tasten drücken) von Mitarbeitern unterschiedlicher Dienststellen.

Reicht das erstmal? Wir können gerne auch noch über die Rolle der Medien bei diesem Spiel mit gezinkten Karten sprechen, wenn Du magst.
 
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[...] Verfassungskonform wären die Regelungen dann, wenn man das Existenzminimum sauber berechnen, die Bezüge um einen Faktor x höher ansetzen und allerhöchstens diese Differenz bei Sanktionen zur Disposition stellen würde.
[...]

:danke: :danke: :danke: :danke:

Du sprichst mir aus der Seele.
 
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Maik75 hat eine arbeitsvertragliche Loyalitätspflicht. Damit will ich nicht behaupten, daß das Schreiben solcher Beiträge zu seinen Arbeitsaufgaben gehört.
Wem gegenüber habe ich ein Loyalitätspflicht? Ich schreibe rein privat hier. Jeder soll doch selber entscheiden, ob er als Zeitarbeiter arbeiten möchte oder nicht. Aber ich glaube, dass es sich manche Hartz 4 Empfänger nicht leisten können, ewig Nein zu sagen zu Zeitarbeit.
 

0zymandias

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Vom Huber Sepp, der wo bei uns im Kegelverein "Alle neune" der zweite Vorsitzende ist, dessen Frau die Margit, Schwester von der Kassiererin im örtlichen Penny-Markt, die hat auch mal bei einer ZAF angefangen.
Sie wurde aber nicht übernommen.
Ja, ich weiß genau, was Du meinst.

Mein Großvater sagte einmal zu mir: "0zy, hell biste nicht, reich biste nicht und übers Aussehen sage ich jetzt nix. Aber Du bist wenigstens nicht in der Zeitarbeit. Mach weiter so.".
Ich sagte: "Ja, Großvater.".

Und so ist das bis heute.
 
E

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Ja, ich weiß genau, was Du meinst.

Mein Großvater sagte einmal zu mir: "0zy, hell biste nicht, reich biste nicht und übers Aussehen sage ich jetzt nix. Aber Du bist wenigstens nicht in der Zeitarbeit. Mach weiter so.".
Ich sagte: "Ja, Großvater.".

Und so ist das bis heute.
Braves Kerlchen:biggrin:
 

Bananenbieger

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Wenn es eine ZAF mit wirklichen Stellen, wie in der Stellenausschreibung mit entsprechender Bezahlung geben würde, wären viele dazu bereit.
Aber, es ist nicht so. ZAFs sind Verxxxcher

Sowas ist ein richtiger Karriere-Knick.
Bis vor diesen Helfer-Ausflug (obwohl im AV Facharbeiter stand), sah mein LL mit verantwortungsvoller Tätigkeit bei einem festangestelltem Verhältnis sehr gut aus (Blickfang für Personaler). Jetzt mit diesem ZAF-Helfer-Syndrom sieht der LL nicht mehr so gut aus (Nett ausgedrückt; meine Überlegung dies wegzulassen und 2 1/2 Jahre mit etwas anderem begründen).


Akedemiker, hin oder her. Dies schaut bei jeden bescheiden aus.
 

Caso

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Wenn es eine ZAF mit wirklichen Stellen, wie in der Stellenausschreibung mit entsprechender Bezahlung geben würde, wären viele dazu bereit.
Aber, es ist nicht so. ZAFs sind Verxxxcher

Sowas ist ein richtiger Karriere-Knick.
Bis vor diesen Helfer-Ausflug (obwohl im AV Facharbeiter stand), sah mein LL mit verantwortungsvoller Tätigkeit bei einem festangestelltem Verhältnis sehr gut aus (Blickfang für Personaler). Jetzt mit diesem ZAF-Helfer-Syndrom sieht der LL nicht mehr so gut aus (Nett ausgedrückt; meine Überlegung dies wegzulassen und 2 1/2 Jahre mit etwas anderem begründen).

Akedemiker, hin oder her. Dies schaut bei jeden bescheiden aus.
Eigentlich gings um *Drangsalieren von Akademikern beim JC*
wir könnten jetzt dem Rat von @pferdchen81 folgen, die vor 10 Jahren mal ZAF-Intern-Erfahrungen gesammelt hat und uns in diesen ZAF-Spezial-Thread begeben...
oder übers Drangsalieren weiter diskutieren oder was ganz Generell Himmelschreiendes zu Hartz4 finden...
Alles geht.

Warum steht in deinem LL auf den ersten Blick sichtbar, daß du bei einer ZAF warst?
Hast du nicht bei einem Entleiher namens xxGmbH gearbeitet?
Die letzten 2,5 Jahre im LL weglassen, ist noch tödlicher als eine ZAF zu erwähnen---wenn noch tödlicher überhaupt geht!
 
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... meine Überlegung dies wegzulassen und 2 1/2 Jahre mit etwas anderem begründen).
Da sollte Dein SB mitmachen, indem er diesen Teil aus Deinem Profil ausblendet. Ansonsten steht da "von ... bis ... Berufserfahrung". Und da fragt man natürlich, wieso die in Deinem LL fehlt.
 
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Hast du nicht bei einem Entleiher namens xxGmbH gearbeitet?
Hat er denn von dem ein Zeugnis? Wenn nicht, warum nicht? Da wird ja nicht mal zum Telefonhörer gegriffen, sondern bestenfalls die Unvollständigkeit der Unterlagen bemängelt, wenn man die Bewerbung darob nicht gleich in die Ablage P gäbe.
 

Bananenbieger

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Warum steht in deinem LL auf den ersten Blick sichtbar, daß du bei einer ZAF warst?

Weil es der letzte AG war. Das Anspruchsvolle ist in der Mitte

Hast du nicht bei einem Entleiher namens xxGmbH gearbeitet?

der hat mich aber nur als Helfer benötigt. Da ist es egal, ob ich die ZAF anführe oder Entleiher


Die letzten 2,5 Jahre im LL weglassen, ist noch tödlicher als eine ZAF zu erwähnen---wenn noch tödlicher überhaupt geht!
Das ist mir klar. Es ist ja ein großer Zeitraum.
Aber daran sieht man das Dilemma.
 
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