Dortmund verteilt Hunderte Strafzettel an Obdachlose

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Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Dortmund verteilt Hunderte Strafzettel an Obdachlose

Die Stadt Dortmund geht hart gegen Wohnungslose vor: Die Ankündigung von Anfang des Jahres, Bußgelder gegen auf der Straße Schlafende zu verhängen, wird offenbar umgesetzt. Laut Informationen des WDR gab es dieses Jahr bereits 464 Maßnahmen gegen Obdachlose in der nordrhein-westfälischen Stadt. 265 Mal wurde tatsächlich ein Verwarngeld von 20 Euro erhoben. Wer das nicht zahlen kann, muss mit einer Ersatzhaft rechnen.
[...]
Eine Recherche der „WAZ“ zeigt, dass andere nordrhein-westfälische Städte wie Düsseldorf, Köln und Essen keine Strafzettel an Obdachlose verteilen. Es gebe lediglich Platzverweise.
https://amp.welt.de/vermischtes/art...teilt-Hunderte-Strafzettel-an-Obdachlose.html
 

katja30031983

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Ich denke es gibt viele, die dass sowieso nicht zahlen können und sogar freiwillig in die JVA gehen, da gibt es mindestens Essen und ein Bett. Und wenn Du wiederholt bestraft wirst, kommst Du vielleicht für länger in den Knast. Okay, keine Freiheit. Aber Essen und ein Bett. So muss man es einfach sagen.

Abgesehen davon ist das völlig daneben die Schwächsten noch zu bestrafen, ähnlich wie in Ungarn.
 

faalk

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Na dann werden die JVA ja bald aus allen Nähten platzen.

Schade, dass alle Steuerzahler für die ca. 135,00 Euro pro Tag und Person zahlen müssen und nicht die jeweilige Stadt (hier z.b. Dortmund) aus deren eigenen Haushalt.
 

Lorddong

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Mutwillig im Winter draußen schlafen? Vielleicht auch noch arbeitslos?

Schuldig! Das muss geahndet werden.
 

erwerbsuchend

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Schade, dass alle Steuerzahler für die ca. 135,00 Euro pro Tag und Person zahlen müssen und nicht die jeweilige Stadt (hier z.b. Dortmund) aus deren eigenen Haushalt.

Woher erhalten Städte und Gemeinden nochmal die Gelder für ihre Haushalte? Zahlt nicht letztlich alles der Steuerzahler?
 

Dagegen72

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das Obdachlose nicht in eine Unterkunft wollen mit vielen anderen kann ich verstehen. Mehrbettzimmer mit Fremden und alle haben Probleme ... Das mit Ungarn ist auch nicht ok, es macht Obdachlose per Gesetz zu Kriminellen https://www.wiwo.de/politik/europa/neues-gesetz-ungarn-macht-obdachlose-zu-kriminellen/23186462.html

ein TV-Sender hat dazu mal eine Doku gemacht. Und ein Obdachloser soll gesagt haben "die Stadt gehört allen" - Obdachlosen wie Nicht- Obdachlosen.

Im Dortmunder-Irrsinsvorgehen- Zusammenhang braucht man sich nicht als Sozialschmarotzer bezeichnen lassen, wenn man Geld vom Jobcenter bezieht, denn: draußen schlafen ist ja verboten!
Ich wünsche mir, dass niemand leiden, frieren, hungern muss -Niemand!

letztens übrigens gesehen: Film mit Christiane Hörbiger "Auf der Straße" https://www.daserste.de/unterhaltung/film/filme-im-ersten/sendung/auf-der-strasse-144.html
man bekommt einen Einblick, wie schnell und unverschuldet es passieren kann auf der Straße zu landen, wie elendig und gefährlich es ist. Die Hauptdarstellerin hat Glück, dass ihre Tochter nach ihr sucht, was in der Realtiät vielleicht die Ausnahme darstellt.
 

Tricia

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In Dortmund wird schon lange mit Obdachlosen so umgegangen:

https://www.spiegel.de/panorama/ges...bdachlose-das-ist-unmenschlich-a-1194644.html
407 solcher Strafzettel hat das Ordnungsamt im Jahr 2017 ausgestellt.

das Obdachlose nicht in eine Unterkunft wollen mit vielen anderen kann ich verstehen.
Selbst wenn jemand lieber in eine Unterkunft möchte, es gibt es gar keinen Platz zum Schlafen:

https://perspektive-online.net/2018...kriminalisierung-von-obdachlosen-in-dortmund/
Die Stadt Dortmund geht davon aus, dass momentan etwa 400-450 Personen in der Stadt obdachlos sind. Dies ist jedoch nur eine grobe Schätzung und die Dunkelziffer wird wohl noch höher liegen. Nun müssen auch Obdachlose irgendwo schlafen – doch es gibt in den Obdachlosen-Unterkünften der Stadt nur 100 Plätze, in denen sie legal nächtigen dürfen. Das bedeutet, dass selbst nach Einschätzungen der Stadt 300-350 Plätze fehlen.
Und wer die 20€ nicht zahlen kann, darf dann 48€ blechen:
Wenn nun die 20 Euro von den Obdachlosen nicht bezahlt werden können, folgt den 20 Euro ein zusätzliches Bußgeld von 28 Euro, zusammen also 48 Euro. Kann dies ebenfalls nicht gezahlt werden, droht der/dem Obdachlosen eine Haftstrafe.

Hinzu kommen bürokratischen Hürden für einen Übernachtungsschein:

https://www.nordstadtblogger.de/kno...ortmund-verweist-auf-berechtigte-beschwerden/
BODO kritisiert die bürokratischen Hürden für einen Übernachtungsschein

Damit werden Ausschlüsse produziert: Wer einen Schlafplatz will, brauche einen Kostenträger oder zahle selbst. „Die bürokratischen Hürden für einen Übernachtungsschein seien für manche Bedürftige unüberwindbar“, verdeutlicht Oliver Philipp von BODO die fast ausweglose Situation der Betroffenen.

„Aus unserer Arbeit wissen wir, dass die meisten dieser Menschen nicht draußen schlafen würden, wenn es ausreichend viele und angemessene Plätze in Unterkünften gäbe.“ Die Stadt habe eine Unterbringungspflicht, erkläre sich aber für alle möglichen Betroffenen als nicht zuständig.

„Und sie nutzt das Ordnungsrecht, um ein gesellschaftliches Problem unsichtbar zu machen, anstatt es zu bekämpfen. Die Kriminalisierung von Obdachlosen muss ein Ende haben“, fordert Philipp mit Nachdruck.

Lokalzeit aus Dortmund:

https://www1.wdr.de/mediathek/video...und/video-knoellchen-fuer-obdachlose-104.html


In Hamburg gab es bereits drei Kältetote:

https://www.mopo.de/hamburg/tote-ob...-fordern--stadt-muss-sofort-handeln--31627356
Es ist erschütternd: In den vergangenen Wochen sind bereits drei wohnungslose Menschen auf Hamburgs Straßen erfroren, und die Temperaturen sinken weiter rapide.

https://www.mopo.de/hamburg/obdachl...in-unserer-stadt-menschen-erfrieren--31641354
An manchen Stellen meines Körpers bin ich warm, ich konzentriere mich darauf. Nicht auf meine zitternden Knie. Die Zähne klappern, ich beiße so fest zu, dass mein Unterkiefer knirscht. Meine Füße sind zwei Klötze wie Eis, es tut weh, wenn ich meine Zehen bewege, alles ist steif. Meine Hände sind Zapfen. Ich muss die Finger in den Mund stecken, weil ich das Gefühl habe, sie sterben ab. Mein Bauch strahlt Wärme aus, darauf konzentriere ich mich.
Der Autor und ehemalige Obdachlose Dominik Bloh war am Freitag in der NDR-Talkshow:

https://www.radiobremen.de/fernsehen/3_nach_9/drei-nach-neun430-popup.html
 

Gescheitert1524

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Ich denke es gibt viele, die dass sowieso nicht zahlen können und sogar freiwillig in die JVA gehen,

Hier wage ich mal zu bezweifeln, dass obdachlose Menschen mit etwas Erfahrung freiwillig strafbar werden, nur um in den Knast zu kommen.

da gibt es mindestens Essen und ein Bett. Und wenn Du wiederholt bestraft wirst, kommst Du vielleicht für länger in den Knast. Okay, keine Freiheit. Aber Essen und ein Bett. So muss man es einfach sagen.

Vermutlich 99,9 % einheimischer Obdachloser denken nicht darüber nach, durch Kriminalität ins Chap einzufahren. Weder unter den "freiwilligen" noch den unfreiwilligen, noch den Kiddies mit jugendlicher Selbstironie des zeitweisen Ausreissens. Straftaten begehen und dafür in den Knast will so gut wie kein Bürger ohne Obdach mutwillig und freiwillig.

Abgesehen davon ist das völlig daneben die Schwächsten noch zu bestrafen, ähnlich wie in Ungarn.

Eine entsprechende Reportage über Ungarns Wohnungslose habe ich vor einiger Zeit auch schon mal gesehen mit angedrohter Zwangsberäumung derer Sammelstätten samt ihrer Hütten und Zelten in provisorischer Nothabe. Gesetzeswidrig wollen aber auch DIE keinesfalls....

Illegal Campieren ja, aber dann in grösseren Gruppen in Ungarn auch nur zum Selbstschutz und zur Selbsthilfe untereinander, wo der Staat versagt.

In anderen Staaten nennt man sowas Slum, oder Township in relativ eigener Verwaltung und Wirtschaftshaltung, wenn diese Menschen zwar perfiederweise nicht mehr in ihren Staat passsen sollen, aber unter sich und allgemein zum Staatsgesetz nicht kriminell sind / nicht werden wollen...

Dortmund selbst sendet hier nur als " Zuweisungsmagnet " für Flüchtlinge absolut falsche Signale als eine Stadt mit extrem hohem Immigrantenanteil bundesweit. Dortmumd hätte sagen müssen : mehr Flüchtlinge können wir nicht, weil wir bei uns auch andere ÄRMSTE haben....

Naja, Schröder selbst konnte als Vertreter der Sozialdemokraten ja nicht im Stadtrat gesessen haben...waren andere Geldzecken...

Schade, dass auch in dieser Lokalpolitik mal wieder die Schwächsten der Schwächsten ( einheimische Obdachlose ) darunter leiden müssen.

Die bundesweite Kritik an einer Zweigstelle der Essener Tafel war vollkommen unbegründet. Anerkannte Flüchtlinge haben keine finanziellen Altlasten und somit Unterkunft und Lebensbeihilfen absolut frei.

Damit haben die an solchen Einrichtungen ( Tafeln ) tatsächlich nichts zu suchen. Das sollte tatsächlich in Einzelfällen nur für Rentner mit negativer Prognose auf Wohnungswechsel ( unverhersehbare Mieterhöhungen ) und obdachlosen Personen vorbehalten bleiben.
 

Tricia

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Arme Menschen nicht gegeneinander ausspielen!

@Gescheitert1524 :

https://www.dortmunder-tafel.de/zahlen-und-fakten.html

Das Thema Tafeln und Geflüchtete mit dem Thema Obdachlose und Strafzettel zu vermischen finde ich ziemlich daneben. Zum Thema Essener Tafel gibt es bereits einen Diskussionsfaden.

Die Tafeln lehnen aus gutem Grund das Verteilen nach nationalistischen Auswahlkriterien ab. National und sozial passen nicht zusammen, da diese Art der Hilfestellung nur durch Ausgrenzung ganzer hier lebender Gruppen erfolgen kann. Auch dieses Forum äußert sich da ziemlich eindeutig:

https://www.erwerbslosenforum.de/allgemein/2018030679079.html
Die momentan geführte öffentliche Diskussion um eine Tafel zeigt, dass arme Menschen nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Sozialstaatliche Leistungen müssen dafür sorgen, dass für alle hier lebenden Menschen, gleich welcher Herkunft, das Existenzminimum sichergestellt ist. Es ist ein Skandal, dass die politisch Verantwortlichen das seit Jahren bestehende gravierende Armutsproblem verharmlosen und keine Maßnahmen zur Lösung einleiten. Damit drohen neue Verteilungskämpfe.
Die Zahl derer, bei denen Einkommen und Sozialleistungen nicht im Mindesten ausreichen, um Armut zu verhindern, wird zunehmend größer. Es betrifft Wohnungslose, in Altersarmut Lebende, prekär Beschäftigte, Alleinerziehende, Erwerbslose und Geflüchtete.
Außerdem sind Obdachlose nicht unbedingt das Klientel, welches bei der Tafel "einkauft". Wo soll ein Obdachloser die erhaltenen Lebensmittel zubereiten oder lagern? Obdachlose bevorzugen Einrichtungen wie diese: https://www.alimaus.de/docs/153014/home.aspx

Da Du auch das Thema anerkannte Flüchtlinge ansprichst, auch hier wird beim Thema Sozialleistungen nicht nach nationalistischen Kriterien vorgegangen, einziges Kriterium ist die Bedürftigkeit:

https://www.unhcr.org/dach/de/was-wir-tun/asyl-in-deutschland/rechte-nach-der-anerkennung
Die Höhe der Leistungen entspricht dem Niveau von bedürftigen Deutschen. Für die Gewährung der Leistungen ist das Jobcenter zuständig.
Lass uns lieber gemeinsam gegen ein Sanktionsregime kämpfen, das ist besser, als hier im Elo-Forum die hier lebenden Armen nach Nationalitäten zu sortieren.
 

Bernd the Beast

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obdachlose gab es ja eigentlich schon immer,und nie hat sich wirklich jemand um diese Menschen geschert,hier mal ein Betroffensein im Mainstream Tv,da mal ne Zeitung die ich dem Clochard abkaufen kann.
Aber das man Obdachlose mit Strafzetteln zu Schlafverbrechern erklärt hört sich an wie ein Krieg gegen die Aller schwächsten in unserer Gesellschaft.
 

Bananenbieger

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Wer behauptet denn, dass alle Obdachlose nicht arbeiten?
Es gibt auch Einige, die arbeiten gehen, aber keine Wohnung bekommen.
 

0zymandias

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Dortmund hilft den Menschen. Ortsuntypisch über die Wupper.

Und den lustigen, kleinen Scheinchen ins Portemonnaie.

Entweder durch die Schlafservicegebühr (Nachtabgabe) oder durch die Arbeitspflicht im Knast (vgl. auch Arbeiten im Gefängnis).
(Dass dabei insgesamt Mehrkosten entstehen ist irrelevant, solange in die richtigen Budgets richtiges Geld fließt.)
 
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