Dokumentation der Wohnungssuche -Trennung (1 Betrachter)

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joelle

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Hallo liebes Forum,
ich lebe in einer 3 Zimmer Wohnung mit meinem ehemaligen Lebensgefährten und einem gemeinsamen Kind zusammen.
Wir haben uns getrennt (Februar) aber uns räumlich so eingerichtet, dass wir uns nur selten in die Quere kommen (gemeinsames Bad, gemeinsame Küche).
Jeder hat ein Zimmer für sich. Wir kommen aufeinandereinigermaßen klar, wollen aber auch beide hier raus und halten nach passendem Wohnraum Ausschau.

Ich habe für mich und mein Kind einen ALG2 Antrag gestellt; den Weiterbewilligungsantrag habe ich letzten Monat abgegeben.
Das Amt will aber nicht mehr zahlen, weil wir angeblich jetzt wieder eine Bedarfsgemeinschaft mit meinem Ex bilden sollen. Nach erheblicher Gegenwehr wurde mir ein vorläufiger Bescheid für 2 Monate angekündigt und ein kleiner Vorschuss gezahlt.

Jetzt will das Amt rückwirkend die Dokumentation meiner Suche nach neuem Wohnraum sehen. Davon wußte ich aber nichts, so dass ich mir auch nichts aufgeschrieben bzw. die alten Zeitungen aufgehoben habe.
Ein Wohnungsangebot hatte ich Ihnen im Mai vorgelegt, da wäre ich gern eingezogen, aber der Vermieter wollte dann doch nicht.
Mein Ex hatte sich in der Zeit einige Wohnungsangebote angesehen, hat aber den Zuschlag nicht bekommen.

Ich hätte bestimmt einige Wohnungen besichtigt, wenn ich nicht in der letzten Zeit mich vorrangig um einen Kindergartenplatz (Pflicht aus EGV) gekümmert hätte.
Mehr Zeit als für regelmäßige Suchläufe war einfach nicht übrig.

Kann das Amt eigentlich rückwirkend eine solche Auflistung verlangen und mich damit in Beweisnot treiben?

Wofür soll das eigentlich gut sein, was bezweckt die Arge damit?

Was kann ich denen antworten, wenn ich keine konkreten Besichtigungen vorweisen kann? Mein Ex könnte sie nachweisen, er ist aber kein Leistungsempfänger, somit trifft ihn keine Nachweispflicht.

Wenn ich ihn bitte, einen Nachweis zur Akte zu geben, heißt es später womöglich, wir hätten ein derart gutes VErhältnis miteinander, dass wir doch wieder Bedarfsgemeinschaft seien.
Wie man es dreht und wendet ...

Was kann ich tun, was empfehlt ihr mir?
Herzlichen Dank!!!
 
G

gast_

Gast
Kann das Amt eigentlich rückwirkend eine solche Auflistung verlangen und mich damit in Beweisnot treiben?
Nein. (eigene Erfahrung)

Geh zum Amtsgericht und hole dir einen Beratungshilfeschein, geh damit zu einem Fachanwalt für Sozialrecht.

Wichtig ist daß du erklärst, daß ihr getrennt lebt - räumlich getrennt kann man auch in einer Wohnung leben, als WG eben. Wichtig ist, daß man erklärt keine BG oder HG zu sein, jeder für sich seit der Trennung wirtschaftet.

Ab sofort solltet ihr aber die Wohnungssuche dokumentieren.
 

joelle

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Oh super, danke, damit kann ich etwas anfangen.

Ich weiß nicht, wie oft wir schon zur Akte gereicht haben, dass wir getrennt sind und keiner für den anderen aufkommen will. Sogar eine Skizze der Aufteilung unserer Wohnung mit Tisch, Schrank und Bett haben wir eingereicht. Unsere Wohnung ist WG tauglich :biggrin:

Wir sehen uns schon beim Verfassungsgericht, weil die Vermutungsregel: Bedarfsgemeinschaft, wenn "gemeinsames Kind" vom Amt als Zwangspartnerschaft ohne Trennungsmöglichkeit ausgelegt wird.

Ich bin auch der Auffassung, dass wenn Eheleute sich innerhalb ihrer gemeinsamen Wohnung trennen können, das erst recht für nichteheliche Lebensgemeinschaften gelten können muß.

Jetzt schreib ich denen, dass ich aus meiner Erinnerung für die Vergangenheit keine Nachweise zur Wohnraumsuche bringen werde, da mir die Dokumentationsobligenheit nicht bekannt gemacht wurde, wohl aber zukünftig meine Bemühungen schriftlich festhalten werde.

Puh, eine Sorge weniger, danke!
 
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