Doku ZDF: Ausgebeutet und misshandelt - Großbritanniens neue Sklaven (1 Betrachter)

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grün_fink

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Ausgebeutet und misshandelt - Großbritanniens neue Sklaven

Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen fristen rund 13 000 Menschen in Großbritannien ein Leben als gedemütigte Sklaven skrupelloser Unternehmer.
Beitragslänge: 43 min
Datum: 24.04.2019
Verfügbarkeit: Video verfügbar bis 08.01.2021, in Deutschland

Untergebracht in ausrangierten Wohnmobilen werden sie gezwungen, täglich bis zu 14 Stunden für einen Hungerlohn schwarz zu arbeiten. Neben Einheimischen geraten auch Bürger aus Osteuropa und Flüchtlinge aus Asien leicht in die Fänge organisierter Banden. Ihnen verbaut die Sprachbarriere, aber auch ein tiefes Misstrauen gegenüber Behörden wie der Polizei häufig eine Flucht aus dem von Gewalt geprägten Milieu.

Luxus-Leben auf Kosten anderer
Wie kann man durch alle sozialen und staatlichen Raster fallen, um sich schließlich solchen Bedingungen zu unterwerfen? Und wer macht sich die Not dieser meist durch Flucht, Schicksalsschläge, Alkohol und Drogen im Elend Gestrandeten zunutze?
Die Reportage begleitet Polizeieinheiten bei ihrem Kampf gegen die Sklaverei von heute, zeigt die Ausbeuter in ihrem luxuriösen Lebensstil auf Kosten anderer und interviewt Betroffene, die sich teils nach jahrelanger Abhängigkeit zurück in ein ziviles Leben kämpfen.
 

Spidergirl

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Echt heftig 😮 Und sowas im 20. Jahrhundert 🙈 Die feinen Engländer 🙈 Meine Mutter würde jetzt sagen, solche müssten zur Strafe im Steinbruch arbeiten
 

Spidergirl

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Das ist nicht nur bei den Engländern so...leider.
Ich weiß, sowas wird es hier bei uns und überall auf der Welt versteckt geben - leider - aber dort muss es ja besonders krass gewesen sein, wenn da so aktuell noch ein Gesetzt erlassen wurde und darüber berichtet wurde. Nichts gegen die Engländer 😉
 

Gaestin

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es ist nicht nur das. Schau mal nach, wieviele in England die FOOD BANKS in Anspruch nehmen müssen, um nicht zu verhungern.
Und wie oft man auf der Straße an Schildern mit PAYDAY LOANS vorbeiläuft, weil so viele nicht auskommen, bis es Geld gibt und dies von skrupellosen Geldverleihern ausgenutzt wird. Und wieviele auf der Straße schlafen.
 

samuraji

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Ich weiß, sowas wird es hier bei uns und überall auf der Welt versteckt geben - leider - aber dort muss es ja besonders krass gewesen sein, wenn da so aktuell noch ein Gesetzt erlassen wurde und darüber berichtet wurde. Nichts gegen die Engländer 😉
Die Engländer sind uns in der Entwicklung der Gesellschaft etwas voraus, nicht viel. zb sieht man es auch im Elektroauto-Wahnsinn, dort wurden bereits vor 1-2 Jahren entsprechende Steuervorteile wieder abgeschafft, bei uns werden diese für Hybridfahrzeuge nun als was neues und tolles gefeiert, obwohl in England (und anderen Ländern) Nachweise vorliegen, dass dies falsch ist. Dort geht man schon weg vom Hybritantrieb hin zum reinen Elektro oder besser noch Wasserstoffantrieb. Wieso wir in Deutschland uns nicht dortige Erfahrungen zu herzen nehmen, um nicht die gleichen Fehler zu machen und Milliarden wegballern, verstehe ich nicht....(naja doch schon, die Autokonzerne brauchen zwingend mehr Zuneigung, sonst wären die weltweit gesehen schon längst vom Tisch...
 
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Da liefen gestern 3 interessante Dokus (Wiederholungen) hintereinander.

Die Niedriglöhner im "Jobwunderland" Deutschland, die erwähnten Sklaven in Großbritannien, und die Verarmung US-amerikanischer Regionen nach dem Niedergang der dortigen Autoindustrie. Wird auf uns auch zukommen, nachdem Deutschland deindustiraliasiert wurde.

Später lief noch was über Elektroautos in China, war aber auf einem anderen Kanal glaube ich. Da müssen sich unsere Autobauer in Zukunft warm anziehen, die Chinesen werden nicht mehr aufzuholen sein.
 

Gollum1964

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Später lief noch was über Elektroautos in China, war aber auf einem anderen Kanal glaube ich. Da müssen sich unsere Autobauer in Zukunft warm anziehen, die Chinesen werden nicht mehr aufzuholen sein.
ich gehe auch davon aus, dass an Elektroautos kaum noch was vorbeiführt, besonders wegen dem ökologischen Aspekt. Die Kehrseite der Medaille ist, dass für die Produktion solcher Autos nur noch ein Bruchteil an Arbeitern benötigt wird. Da werden noch sehr viele gutbezahlte Jobs im Autoland Deutschland verloren gehen.

Hab ich auch in der Mediathek gefunden, aber noch nicht angeschaut:


und die Sprüche vom Wissenschaftler aus der Uni München mal wieder:

-Im Niedriglohnsektor zu arbeiten ist besser als arbeitslos
-Niedriglohnsektor als Sprungbrett für besser bezahlte Arbeiten, man muß sich nur qualifizieren, dann haut das hin
-natürlich werden alle Niedriglöhner alle über einen Kamm geschoren: ursächliches Problem natürlich einzig die geringe Qualifizierung; von anderen Ursachen wie Alter, Krankheit, strukturelle Arbeitslosigkeit, Migrationshintergrund natürlich keine Rede, jaja so einfach ist das Problem zu erklären aus Sicht der Wissenschaftler im Elfenbeinturm.

nach 10 Minuten habe ich ersteinmal abgeschaltet, es wurde unerträglich
 
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Mona Lisa

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Hallo, Gollum1964,

Elektroautos sind umweltfreundlich? Und woher kommt noch mal der Strom? Von den Windrädern, die keiner haben will, von den Atomkraftwerken, den Kohlekraftwerken? Ach nein, aus der Steckdose.

Wenigstens werden die geplanten Flugtaxis nicht unsere Straßen verstopfen. Dann haben die E-Scooter mehr Platz.

LG Mona Lisa
 

Woodruff

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Pfarrer Peter Kossen – furchtloser Kritiker der Fleischbranche

Erstmalig in die Offensive ging Peter Kossen im Jahr 2013, als er die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen in einer Predigt als "modernes Sklaventum" und die Strukturen der Branche als "mafiaähnlich" geißelte. Das hat damals nicht allen gefallen. Als Peter Kossen am Tag nach seiner bedeutsamen Predigt die Haustür öffnete, war ihm klar, dass seine Worte Widerhall gefunden hatten.

Am Morgen nach der Predigt fand sich vor meiner Haustür ein Tierkadaver. Ein Kopf eines Kaninchens mit einem Fell. In der Zeichensprache der Mafia ist das ein deutliches Signal, eine unverhohlene Drohung.
Quelle: Radio Bremen, Anstalt des öffentlichen Rechts, Diepenau 10, 28195 Bremen

Auch in Schlachthöfen in Norddeutschland gibt es für ausländische Mitarbeiter besonders prekäre Arbeitsbedingungen. es handelt sich hauptsächlich um "Werkvertragsarbeiter".

Viele dieser Arbeiter leben in sehr schlechten Wohnverhältnissen.

Von einer Integration dieser Menschen kann man nicht wirklich sprechen.

Parallelgesellschaften
Quelle: Radio Bremen
 
G

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Man kann sich solche Dokumentationen gerne anschauen. Aber Schlüsse daraus ziehen würde ich nicht. Besonders, wenn es um die Zukunft geht.
 

grün_fink

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Ich war auch schockiert, als ich den Bericht gelesen habe.
Doch auch in anderen Regionen Europas sieht es nicht so viel besser aus, man kennt ja die Berichte aus Spanien und Italien, wo es um die Erntearbeiter geht.
Auch in der benachbarten Großstadt gibt es einen Arbeiterstrich, da schrieb mal eine Zeitung vor Jahren drüber (es war die Süddeutsche oder die Gewerkschaftszeitung), und natürlich die Berichte über die Schlachthöfe. Die Worte eines Verwandten, der auf dem Bau jahrelang in Konkurrenz zu Osteuropäern stand, wobei er selbst auch viele Jahre lange Strecken pendelte... Und man fragt sich dann, ob der junge Friseur in der Billigkette, der kein deutsch sprach und sehr zügig arbeitete, so einer war, oder auch die Beschäftigten im großen Nagelstudio, wo man öfter vorbei läuft.

In den neuen Ländern haben wir die Deindustrialisierung schon einmal gehabt, mit den jetzigen Folgen, die bekannt sind.

Ich selber pendelte jahrelang, die letzten Jahre mit einem Kollegen mehr als 300km weit, für Anlerntätigkeiten. Beide waren wir Ingenieure, die aus verschiedenen Gründen Geld verdienen mussten, auch als unsere Branchen der Wiedervereinigung "zum Opfer fielen". Beide waren wir dann ein Fall für Psychologen und Psychiater. Was das psychisch mit jemandem macht, dafür habe ich bis jetzt noch nicht alle nötigen Worte, und eingerenkt ist das bis heute nicht.
Man ist anderen voraus und hinterher, je nach Blickwinkel. Hinterher, weil man den Anschluss nicht mehr hin bekommt und voraus in den Erfahrungen des Abstiegs.

Wenn das schon reicht, was macht das erst mit Menschen, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen?

Ich schiebe mal noch den dritten Link nach vom ZDF von gestern abend.

@Permafrost2019
Wie meinst du denn das?
 

PerusoBotingo

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:O Ich dachte das wäre in Amerika nur so heftig und war schockiert, da ja Großbritannien (noch) zur EU gehört und dachte, dass die z.B. dann EU Rente oder ähnliches bekommen können...
 

grün_fink

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Nee nee, hier ist das Sozialsystem zwar noch besser, aber auch hier gibt es Obdachlose. Scheinst ja wo zu wohnen, wo man die nicht so sieht oder nicht fragt.

Hier sind viele unterwegs, auf ihre Weise den noch weiteren Abbau des Sozialsystems zu verhindern, zumindest aber die schlimmen Auswüchse zu verhindern.

Neue Drohung nach der deutschen Wiedervereinigung war etwa, wenn man auch nur einen kleinen Durchhänger hat, wird man so enden wie ein Chlochard in Paris. Selber mitbekommen, wie ein kleiner Sohn so angegangen wurde.
 

swavolt

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In Italien, Frankreich und Griechenland ist es noch schlimmer.
Alle die es "rüber" geschafft haben arbeiten dort an unserem Essen in den Gewächshäusern und spritzen sich tot.
Interessiert keinen.

Menschen Tot, Umwelt Tot, Hauptsache Gewinn.
 

grün_fink

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Siehe auch Monitor von gestern Abend, Monothema Armut in Deutschland.
Ich werde den Verdacht nicht los, dass man, weil man das Thema Armut in Deutschland nicht ausreichend beachtet, die noch schlimmeren Verhältnisse anderswo und auch hier nicht wahrnimmt.
Alles nur Randphänomene, nicht der Beachtung wert. Uns geht's ja gut.

Wie gerecht ist Deutschland? – MONITOR-Interview mit Marcel Fratzscher
 
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