Dissertation während der Arbeitslosigkeit - ALG I pausieren möglich? (1 Betrachter)

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Pascal2

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Hallo zusammen,

ich hatte bis inkl. April eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Universität und ich promoviere dort auch. Seit Anfang Mai bin ich arbeitslos gemeldet, habe Anspruch auf 12 Monate ALG I, und werde wohl auch Ende des Monats mein erstes Arbeitslosengeld erhalten.

„Nebenbei“ schreibe ich meine Dissertation – wobei es das Wort nebenbei nicht trifft: Das ist ein full-time Job der mich maximal fordert. Und ich habe bemerkt, dass es mir zu viel wird in den nächsten Monaten zusätzlich auch noch die Anforderungen des Arbeitsamtes zu erfüllen – ich will mich momentan nicht um Bewerbungen kümmern, nach Stellen suchen, Infos zusammentragen und mich bewerben. Ich habe mit meinem Betreuer Rückmeldetermine ausgemacht zu denen er Fortschrittsberichte zu getätigten Bewerbungen usw haben möchte. Ich habe keine Ahnung was passiert wenn ich den Betreuer hier nicht zufrieden stelle; evtl bekomme ich Maßnahmen verpasst oder sonstige für mich in meiner Situation sehr nervige Auflagen.

Am liebsten wäre mir folgendes: Ich möchte die nächsten drei Monaten einfach nur vom Arbeitsamt in Ruhe gelassen werden. Es macht mir auch nichts aus, wenn ich in dieser Zeit kein ALG I oder II beziehe. Allerdings möchte ich nach Ablauf der drei Monate auf jeden Fall wieder ALG I erhalten, denn zu diesem Zeitpunkt werde ich meine Dissertation beendet haben und kann mich voll und ganz auf die Jobsuche konzentrieren.

Ich kenne mich mit dem Arbeitsamt leider überhaupt nicht aus. Ist das was ich vorhabe machbar? Verfällt mein Anspruch evtl wenn ich jetzt drei Monate „Pause“ einlege. Was muss ich in die Wege leiten damit das so klappt wie ich es oben beschrieben habe?

Vielen Dank schonmal für eure Antworten
Pascal
 

Kerstin_K

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Auf jeden Fall müßtest Du dann Deine Krankenversicherung selber zahlen, koste so rund 170 EUR im Monat.
 

Tornator

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Und nach den 3 Monaten wird das ALG I sicher weniger werden
 
A

ALGler

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Hallo Pascal2,

wie schon Kerstin_K erwähnt hat musst du dich in der Übergangszeit selbst um deine Krankenversicherung kümmern.
Durch die Nachversicherungspflicht bist du übrigens einen Monat umsonst versichert bevor du den Krankenversicherungsbeitrag selbst bezahlen musst.

Nach den drei Monaten kannst du dich wieder arbeitslos melden. Allerdings musst du dann wieder einen neuen Antrag stellen.

Gruß vom ALGler
 

Doppeloma

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Hallo Pascal2,

Am liebsten wäre mir folgendes: Ich möchte die nächsten drei Monaten einfach nur vom Arbeitsamt in Ruhe gelassen werden. Es macht mir auch nichts aus, wenn ich in dieser Zeit kein ALG I oder II beziehe.
Dann solltest du das bitte direkt mit der AfA klären, da brauchst du doch kein Geheimnis draus zu machen, es gibt sogar einen § dafür im SGB III, dass man den bestehenden Anspruch "aufschieben" kann ...

Wenn du das Geld nicht benötigst (ALGII würdest du ohnehin NICHT bekommen so lange noch Anspruch auf ALGI besteht) und deine Krankenversicherung anders absicherst kannst du dich ganz offiziell z.B. für 3 Monate dort aus der Vermittlung "abmelden" ...

Denn wer Leistungen bezieht (auch und besonders ALGII) ist natürlich auch verpflichtet sich intensiv um Bewerbungen zu kümmern, nicht erfüllte Bewerbungen können zu einer Leistungssperre (ALG I) / Sanktionen (ALG II) führen.

Allerdings möchte ich nach Ablauf der drei Monate auf jeden Fall wieder ALG I erhalten, denn zu diesem Zeitpunkt werde ich meine Dissertation beendet haben und kann mich voll und ganz auf die Jobsuche konzentrieren.
Bin mir nicht ganz sicher, ob da § 137 SGB III noch zutreffend ist aber das kannst du doch ganz offen bei der AfA ansprechen, lass dir aber die Informationen dann auch schriftlich geben.

§ 137 SGB III Anspruchsvoraussetzungen bei Arbeitslosigkeit

Die haben eine gesetzlich Auskunfts- und Beratungspflicht gemäß §§ 13 / 14 / 15 SGB I ...

§ 13 SGB I Aufklärung

§ 14 SGB I Beratung

§ 15 SGB I Auskunft

Ich kenne mich mit dem Arbeitsamt leider überhaupt nicht aus. Ist das was ich vorhabe machbar? Verfällt mein Anspruch evtl wenn ich jetzt drei Monate „Pause“ einlege. Was muss ich in die Wege leiten damit das so klappt wie ich es oben beschrieben habe?
Das dürfte eigentlich kein Problem geben, dein Anspruch ist zwar schon beschieden worden aber der verfällt ja nicht in 3 Monaten, du wirst dann den (aktuellen) Rest-Anspruch einfach neu beantragen müssen, wenn du wieder ALGI beziehen möchtest.

Der Ansicht meines Vorschreibers kann ich mich nicht anschließen, das wird nicht weniger (zeitlicher Anspruch stoppt mit der Abmeldung aus der Vermittlung) und der Leistungsbetrag ändert sich auch dadurch nicht ... :icon_evil:

Diese Verringerungen (der Anspruchsdauer) ergeben sich nur aus Sperrzeittatbeständen und die liegen ja nicht vor wenn du freiwillig eine "Leistungs-Pause" einlegst.

MfG Doppeloma
 

Kerstin_K

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ALGler;2200846 Durch die Nachversicherungspflicht bist du übrigens einen Monat umsonst versichert bevor du den Krankenversicherungsbeitrag selbst bezahlen musst. [/QUOTE meinte:
Das glaube ich nicht. Das greift naemlich nur, wenn daran eine Pflichtversicherung anschließt. Und die Sozialversicherungstraeger zahlen sicher nicht aus Spass rueckwirkend, wenn ein Antrag dann mal durch ist.
 

BerndB

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.... und werde wohl auch Ende des Monats mein erstes Arbeitslosengeld erhalten.

„Nebenbei“ schreibe ich meine Dissertation – wobei es das Wort nebenbei nicht trifft: Das ist ein full-time Job der mich maximal fordert. Und ich habe bemerkt, dass es mir zu viel wird in den nächsten Monaten zusätzlich auch noch die Anforderungen des Arbeitsamtes zu erfüllen
Du stehst der Vermittlung vermutlich nicht zur Verfügung, sofern du nicht arbeiten kannst und hast dann keinen Anspruch auf Alg. Ich denke dass du deiner SB dies so noch nicht geschildert hast.
 

Pascal2

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Hallo zusammen und vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Vor allem der ausführliche Post von Doppeloma hat mir sehr geholfen bzw auch Sicherheit gegeben, dass das was ich vorhabe so in Ordnung ist. Ich habe mich soeben aus der Vermittlung und dem Leistungsbezug abgemeldet. Sobald ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe melde ich mich wieder arbeitslos. Auf meinen ALG I Bescheid habe ich ab jetzt 4 Jahre Anspruch - danach würde er verfallen. KV (175 EU) und RV (?) trage ich für die nächste Zeit selbst (ich hoffe es gibt ausser KV und RV nicht noch mehr Versicherungen die ich jetzt selbst übernehmen muss). Auch wenn das finanziell belastend ist ist es mir das wert einfach weil ich dann den Kopf für die wirklich wichtigen Sachen frei habe.

Du stehst der Vermittlung vermutlich nicht zur Verfügung, sofern du nicht arbeiten kannst und hast dann keinen Anspruch auf Alg. Ich denke dass du deiner SB dies so noch nicht geschildert hast.
Das ist korrekt! Allerdings ist das ein ziemlicher Standard und unter meinen Kollegen weit verbreitet so zu verfahren.

Danke schön nochmal für die Hilfe
Pascal
 

BerndB

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Das ist korrekt! Allerdings ist das ein ziemlicher Standard und unter meinen Kollegen weit verbreitet so zu verfahren
Das wollte ich auch nicht be- oder verurteilen. Und solange theoretisch die Möglichkeit besteht, eine Arbeit aufzunehmen ist das auch kein so großes Problem.
Hinweis kam von mir nur deswegen, weil, wenn man tatsächlich in dieser Zeit keine Arbeit aufnehmen kann, es nicht um eine Sperrzeit (wegen Arbeitsablehnung) ginge, sondern um Betrug (weil Anspruch erschlichen).
Grüße
 
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