Diskurse um Rentenpolitik - haben wirklich so viele Rentner nennenswertes Zusatzeinkommen?

Harzfünfer

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Von verschiedenen Stellen wird ja immer wieder die Behauptung aufgestellt, dass die meisten Rentner ja viel mehr haben als nur die gesetzliche Rente. Dazu gibt es dann unterschiedliche Angaben. Es wurde mal eine "repräsentative" Studie im Auftrag der DRV durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass die Einkommen der Rentner um ein vielfaches höher liegen als die Rentenhöhe.

Auch Bernd Raffelhüschen, der bekannte "Rentenexperte" aka Versicherungslobbyist hat in einem Artikel behauptet, der "Durchschnittsrentner" hätte Einnahmen aus Vermögen, Mieteinnahmen und was weiß ich noch alles (Riester- und Betriebsrente natürlich auch).

Also ich stelle mir die Frage, ob wirklich so viele Rentner so dermaßen viele Zusatzeinnahmen haben wie von manchen Stellen, sicher nicht ganz uneigennützig, dargestellt.

Ich kenne vielleicht zu wenige Leute, um das beurteilen zu können, habe aber den Eindruck, dass viele eigentlich nur die gesetzliche Rente haben und falls Zusatzeinkommen besteht, dann ist das aber auch nur ein kleines Zubrot, das Haupteinkommen kommt immer noch von der DRV.

Ich frage mich z.B. wo die Betriebe sein sollen, die jedem eine Betriebsrente zahlen. Meine Mutter, die ursprünglich als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte arbeitete, hatte nie eine Betriebsrente. Auch mein Vater hatte so etwas nie.

Meine Oma, inzwischen verstorben, arbeitete jahrzehntelang in einem großen und angesehenen Betrieb, auch sie hatte keine Betriebsrente. Sie war aber auch schon lange in Rente, seit Mitte der 80er. Damals konnte man noch mit 60 gehen. Und damals war auch noch nicht so das Gerede von wegen privat riestern usw. Das kam doch eigentlich erst mit der Agenda 2010 auf, soweit ich weiß.

Also ich frage mich wirklich, wie viele Leute eigentlich eine Betriebsrente haben. Mein Onkel z.B., wird zwar eine bekommen, aber die ist nun auch nicht sonderlich hoch...

Also gerade was Geringverdiener, Leiharbeiter usw. betrifft, dürften doch kaum Betriebsrenten vorhanden sein. Private Vorsorge auch kaum, denn von was soll man da einzahlen?

Diejenigen, die private oder betriebliche Zusatzrenten haben, sind doch meist Leute, die auch schon eine hohe gesetzliche Rente haben.

Und dann muss man sich auch anschauen, was das für Zusatzeinnahmen im Einzelnen überhaupt sind. Vor der Nullzinspolitik hatten viele Rentner wahrscheinlich etwas Zinseinkünfte, aber heute kaum noch. Dann gibt es viele, die neben der Rente noch einen Minijob machen.
Auch meine Mutter wird ihre geringfügige Beschäftigung nach Rentenbeginn noch ausüben (sie ist aber noch mehrere Jahre von der Regelaltersgrenze entfernt), aber ewig kann sie das auch nicht machen. Mit 80 geht das garantiert nicht mehr, bei ihr wahrscheinlich auch mit 70 schon nicht mehr. Diese Einnahme fällt dann schon mal weg.
Also ich denke, dass bei Rentnern jenseits der Regelaltersgrenze das Zusatzeinkommen geringer wird...

Ich habe den Eindruck, dass dieses Gerede über das Zusatzeinkommen von Rentnern die gesetzliche Rente grundsätzlich untergraben soll.
Mit Sprache kann man Politik machen!

Mir fällt z.B. auf, dass bei solchen Themen immer von "Altersvorsorge" geredet wird, ein Ausdruck der mir überhaupt nicht gefällt. "Vorsorge" hört sich nach Eigenverantwortung an, anders gesagt danach, dass der Staat sich aus der Verantwortung zieht.
Es sollte m.E. besser von Altersabsicherung geredet werden.

Was ist euer Eindruck von dieser Angelegenheit und wie sieht es bei euch oder eurem Umfeld aus? Habt ihr private oder betriebliche Vorsorge betrieben und/oder geht ihr davon aus, nach Rentenbeginn noch weiter arbeiten zu können, z.B. in einem Minijob?

Ich halte es auf jeden Fall für gefährlich, wenn immer mehr der Eindruck entsteht, dass die gesetzliche Rente nur einen Teil der Alterseinkünfte ausmacht bzw. gar nicht dafür da ist, zum Leben zu reichen. Dann ist es nicht weit dahin, dass die Rente nur noch ein Zubrot darstellt, wie sie es ursprünglich auch mal war (aber unter anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umständen).
 

Nena

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Nicht repräsentativ: Das einzige Rentner-Paar (lebenslang 1-Verdiener-Haushalt), dessen Finanzen ich kenne, hat seit "65" mehr Netto zur Verfügung, weil die Betriebsrente den Abschlag mehr als ausgleicht (>40J Betriebszugehörigkeit, keine weiteren Einnahmen).

Edit
Eine Bekannte (um die 50) bekommt Witwenrente und arbeitet halbtags. Würde sie höheres Einkommen haben, würde ihr die Witwenrente gekürzt.
Ein ü90-Paar lebt nicht schlecht (nicht sparsam/geizend) in so was wie betreutem Wohnen. Und muss nicht an die Ersparnisse ran, verschenkt also langsam das seit Jahren/Jahrzehnten angesammelte Bargeld.
Über die Pensionäre in meinem Bekanntenkreis weiß ich nichts - aber die jammern zumindest nicht laut.
 
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Gelöschtes Mitglied 70142

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In meinem Bekanntenkreis sind allein zwei Frauen, die nur ein bißchen nebenher arbeiten, weil ihre Witwenrente vollkommen ausreicht. Sie möchten arbeiten, eigentlich mehr als Zeitvertreib. Der Steuerberater hat einer der Frauen davon abgeraten, länger als halbtags zu arbeiten, sonst würde sie draufzahlen. Die andere achtet peinlich genau darauf, nicht mehr als 450 Euro zu verdienen, weil sie keine Steuern zahlen will. Bei beiden ist Immobilienbesitz vorhanden.

Nachbar: Witwer mit eigenem Haus. Anderer Nachbar: Beamter mit Familie und Eigentumswohnung.

Arme, alleinlebende Rentner fallen mir in meiner näheren Umgebung nicht ein.
 

hansklein

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Das sind die Werte von Altrentnern, die noch ganz andere Voraussetzungen erfüllten, wie die Nachfolger, die erst auf den Markt kommen. Da gibt's dann allerdings auch einige Reiche und viele Arme. Im Schnitt geht's dann allen gut und alle sind reich. Die Zahlen spiegeln nicht die Tatsachen wieder.

Man muss das schon aufgliedern in x-Millionen haben eine Hohe Rente und Einkommen, xmillionen haben geringe Einkommen, kein Eigentum und darben.

Ich kenne Rentner, die könnten sich das Leben nicht wirklich leisten, Nebenkostennachzahlungen könnten sie nicht machen.
Die armen Rentner sollen aber nur ca. 500000-1500000 Menschen sein. Quelle. Das dürfte zukünftig ansteigen, weil noch die Menschen in Rente gingen, die verhältnismäßig gut verdient hätten, gegebenenfalls ein Haus bauen und halten könnten.

Statistisch heftig wird es Hier danach sind Rentner reich und berühmt es geht Arbeitslosen gut, haben sie doch 35000€ Nettovermögen.

Fazit aus den Geschichten: Traue keiner Statistik, die nicht in deinem Sinn verfälscht wurde....:rolleyes:
 
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grün_fink

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persönliches Umfeld:
Da sieht es schlecht aus. Ein einziger wird eine höhere Rente als in Deutschland bekommen, eine aus einem der Nachbarländer.
Alles andere arme Schlucker. Mit noch älteren wie mir hab ich wenig zu tun, weil die nicht schon in jungen Jahren aus dem Erwerbsleben geschmissen wurden. Aus ähnlichem Grund ist das mit Leuten so, die einen guten Verdienst und relativ gute Arbeitsplatzsicherheit haben. Bei mir selber wirds auf etwa nen halben Tausender Rente hinauslaufen und lebenslang aufstockende Sozialhilfe. So ist das, wenn man es nicht schafft im Leben.
 

Lucky Luke

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...Ich habe den Eindruck, dass dieses Gerede über das Zusatzeinkommen von Rentnern die gesetzliche Rente grundsätzlich untergraben soll.

Was ist euer Eindruck von dieser Angelegenheit und wie sieht es bei euch oder eurem Umfeld aus? Habt ihr private oder betriebliche Vorsorge betrieben....

Hallo Harzfünfer,

ich habe viel eher den Eindruck, dass du dir nicht wirklich bewusst bist, dass das alles andere als ein "Untergraben" der gesetzlichen Rente ist. Sondern vielmehr ein darauf aufmerksam machen - und das nicht erst seit gestern - dass die sog. gesetzliche Rente oftmals im Alter eben nicht ausreichend sein wird.

Denn: Wie errechnet sich die persönliche gesetzliche Rente? Aus den im Laufe des Arbeitslebens erworbenen Rentenpunkten. Das ist (leider...) wie mit allen Versicherungen; du kannst (selten) mit höheren Leistungen rechnen, als du Beiträge dafür bezahlt hast.

Mir fällt z.B. auf, dass bei solchen Themen immer von "Altersvorsorge" geredet wird, ein Ausdruck der mir überhaupt nicht gefällt. "Vorsorge" hört sich nach Eigenverantwortung an, anders gesagt danach, dass der Staat sich aus der Verantwortung zieht.

Ich halte es auf jeden Fall für gefährlich, wenn immer mehr der Eindruck entsteht, dass die gesetzliche Rente nur einen Teil der Alterseinkünfte ausmacht.....
Genau das sollte bzw. MUSS man aber tun! Zusätzlich zum gesetzlichen Rentenanspruch (dessen Höhe man sich unschwer errechnen kann) Eigenverantwortung übernehmen und zusätzliche private Vorsorge für das eigene Alter treffen. Der Staat zieht sich hier nicht aus der Verantwortung, er hat sie schlichtweg nicht.

Jeder sollte sich - bereits in jungen Jahren - hierzu Gedanken machen. Ich hielte es für wesentlich gefährlicher "nur" auf die gesetzliche Rente zu bauen, jedwede Renteninformation zu ignorieren und den Kopf in den Sand zu stecken, sorry.

Meiner Ansicht nach wird dieses Thema immer noch von viel zu vielen Menschen ausgeblendet, weil unangenehm.

Aus meinem Umfeld kann ich sagen, dass ich alle Varianten kenne - sowohl einige die Betriebsrenten und/oder Mieteinnahmen und/oder Leistungen aus privaten Versicherungen beziehen, als auch einige, die nun an der Grenze zur sog. Altersarmut leben.
Und die Personen aus der 2. Gruppe waren durchweg alle Selbständige, warum auch immer das so ist.

Ich persönlich habe auch bereits in jungen Jahren mit privater Vorsorge begonnen; vor allem die Berufsunfähigkeitsversicherung (Kosten monatlich ca. 25,00) nimmt mir heute einige finanzielle Sorgen ab - wobei es mir Weissgott lieber gewesen wäre, diese nicht in Anspruch nehmen zu müssen....
 

hansklein

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Denn: Wie errechnet sich die persönliche gesetzliche Rente? Aus den im Laufe des Arbeitslebens erworbenen Rentenpunkten. Das ist (leider...) wie mit allen Versicherungen; du kannst (selten) mit höheren Leistungen rechnen, als du Beiträge dafür bezahlt hast.

Genau das sollte bzw. MUSS man aber tun! Zusätzlich zum gesetzlichen Rentenanspruch (dessen Höhe man sich unschwer errechnen kann) Eigenverantwortung übernehmen und zusätzliche private Vorsorge für das eigene Alter treffen. Der Staat zieht sich hier nicht aus der Verantwortung, er hat sie schlichtweg nicht.

Schöner Satz. Ich zitiere aus der RV-Entwickung:
Mit der Umstellung auf den sog. Generationenvertrag gelang es, ein Versicherungssystem aufzubauen, das erstmals einkommens- und beitragsbezogene Lohnersatzleistungen ermöglichte, um den Lebensunterhalt im Alter zu sichern. Neu war auch die regelmäßige Anpassung der Renten: Die Renten orientierten sich fortan auch an der aktuellen Lohnentwicklung und ermöglichten den Rentnerinnen und Rentnern die Teilhabe an den Produktivitätsfortschritten der Wirtschaft.
Nach insgesamt 45 Anpassungen seit der Reform 1957 stiegen die Renten bis 2003 um das 8,5fache. Damit erhielt ein Durchschnittsverdiener, der im Jahr 1957 nach 45 Versicherungsjahren 240 DM Rente erhalten hätte, 1990 eine Bruttorente von 1.781 DM. Preisbereinigt erhöhte sich die Rente in den alten Bundesländern zwischen 1957 und 2001 um das 2,2fache.

Vor den Reformen, ab 2002 ( Wem verdanken wir dieses?) hatte die Rente Sicherungsfunktion. Find ich auch gerecht, denn jeder AN in Deutschland, hat dafür mit gesorgt, das es Deutschland gut geht, ob im Großen oder kleinen. "Man" darf auch anderer Ansicht sein.

Nach meiner Ansicht begann dann der große Soziale Abbau. In Großen Schritten. Harz4 wurde entwickelt. Der Niedriglohnsektor/450€ Jobs etc. wurden ausgebaut. Die Verdienste gingen runter.
Wobei bei der Rente ab 1977/1983&84 schon die Rentenhöhe veringert wurde ( In den Jahren 1977 und 1983/84 wurden die ersten Konsolidierungsschritte zur Entlastung der Rentenkassen eingeleitet. Diese Maßnahmen zielten insbesondere auf Einsparungen auf der Ausgabenseite ab. Neben weiteren Maßnahmen kam es im Zuge dieser Reformen u.a. zu Veränderungen bei der Rentenanpassung, Einführung des Eigenanteils der Rentner zur gesetzlichen Krankenversicherung und der Einbeziehung der Sonderentgelte wie Weihnachts- und Urlaubsgeld in die Beitragspflicht. )
Um die Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit der jüngeren Generation nicht zu überfordern, beschloss der Gesetzgeber daher im Jahr 2001 weitere Reformgesetze, die u.a. eine Begrenzung der künftigen Beitragssätze durch eine veränderte Rentenanpassungsformel (modifizierte Bruttoanpassung) vorsahen. Als Ausgleich für das damit verbundene Absinken des Rentenniveaus wird seitdem mit der sogenannten Riester-Rente die private oder betriebliche Altersvorsorge staatlich gefördert.

Mit den 2003 und 2004 beschlossenen Änderungen wurde unser Rentensystem weiter zukunftsfest an die demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit angepasst. Die zusätzlichen Belastungen werden dabei gerecht auf die Schultern aller Generationen verteilt.

Dann sollte ich mir unbedingt die Versicherungsfremden Leistungen der DRV seit 1957 anschaun. 2019 satte 63425 Mio.€, "nur noch" 22.9%. Wären diese nicht da, könnten entweder die Renten erhöht oder dir Rentenbeiträge gesenkt werden.

Weitergehend Politiker bedienen sich gerne der Rentenkasse, ist seit langem bekannt- wobei sie selbst gut da stehen:
Obwohl Abgeordnete nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, ist die Altersversorgung von Abgeordneten üppig, wie der Bund der Steuerzahler ausgerechnet hat: Schon nach einem Jahr im Bundestag haben Abgeordnete Anspruch auf 233 Euro Pension pro Monat. Nach zehn Jahren im Parlament kassieren Ex-Politiker weit über 2000 Euro im Monat.

Politiker diskutieren darüber, die Menschen in diesem Land bis 70 arbeiten zu lassen, sie selbst können unter bestimmten Umständen schon mit 56 in Pension gehen – und zwar bei vollen Bezügen.
*Sarkasmus*Das nenn ich mal Gerechtigkeit
Dass sie selbst keinen Cent in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, hält Politiker nicht davon ab, in diese Kasse zu greifen, wenn sie Geld brauchen. Sie bezahlen von den Beiträgen der Versicherten Dinge, die eigentlich alle Steuerzahler berappen müssten, wie die Mütterrente oder die Angleichung der Renten von Ruheständlern in Ost und West zum Beispiel

Die Beitragszahler schultern die Hälfte aus der Rentenkasse, also die abhängig Beschäftigten in diesem Land, die Zwangsmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung sind. Warum? Das sind doch Folgekosten der deutschen Einheit, die eigentlich von allen Steuerzahlern getragen werden müssten, also auch von Beamten, Abgeordneten und allen Selbstständigen.
Die Lasten tragen die Rentenzahler, denen das Geld weggenommen wird. Soll das fair sein? Arme Rentner gehen teils Flaschen sammeln, machen zwangsläufig irgendwelche Nebenjobs um über die Runden zu kommen. Nötig wäre dies nach meiner Ansicht nicht, im Gegeteil, das Rentensystem hätte weiter verbessert werden können, wenn der Sozialabbau, nicht nur bei den Rentnern, nicht kontinuierlich voran getrieben worden wäre und sie für Sachen aufkommen, die eigentlich von allen arbeitenden Menschen, also auch Beamten, Abgeordneten, Selbständigen, Unternehmen getragen werden müßten. Merkwürdigerweise reden die Politiker über solche "Nebensächlichkeiten" nicht.
 

Harzfünfer

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Also was Immobilien anbetrifft, würde ich da nicht viel draufgeben, auch in der eigenen Immobilie wohnt man nicht kostenlos. Im Gegenteil,

da kann es sein, gerade bei Häusern, wenn diese schon älter sind und man selbst ja auch, dass horrende Kosten für Reparaturen auf einen zukommen.

Ich wohne mit meinen Eltern auch in einer ETW, aber das wird immer teurer, alleine was da für den Hausmeister, Handwerker Verwaltung usw. draufgeht (-> "Hausgeld"), das haben die schon wieder um mehr als 10% erhöht. So viel zur Inflationsrate...

Und ich meine gerade bei den Alt-Rentnern, also denen die schon lange in Rente sind, sind zwar die gesetzlichen Renten höher, wegen anderer Berechnung usw. (-> Rente nach Mindesteinkommen), aber dafür dürfte es dort kaum Riesterrrenten oder sowas geben, weil zum Zeitpunkt des Rentenbeginns von Riester noch keine Rede war...

Ich persönlich habe auch bereits in jungen Jahren mit privater Vorsorge begonnen; vor allem die Berufsunfähigkeitsversicherung (Kosten monatlich ca. 25,00) nimmt mir heute einige finanzielle Sorgen ab - wobei es mir Weissgott lieber gewesen wäre, diese nicht in Anspruch nehmen zu müssen....
Sowas bekäme ich gar nicht mehr, mit meinem Gesundheitszustand. Außerdem zahlen die auch nur bis zu einem gewissen Alter...

Gerade hier sind kranke Menschen sehr benachteiligt, die ein hohes Risiko haben, erwerbsgemindert zu werden.
Sondern vielmehr ein darauf aufmerksam machen - und das nicht erst seit gestern - dass die sog. gesetzliche Rente oftmals im Alter eben nicht ausreichend sein wird.
Hier zeigt sich eben die völlig verfehlte Rentenpolitik...

Von diesen privaten Vorsorgeprodukten halte ich eigentlich nichts, es hat sich ja auch gezeigt, dass sie kaum etwas einbringen.
Und von nichts oder wenig, kann man auch nur weniger oder gar nichts vorsorgen.
Ich könnte mir vielleicht noch vorstellen, irgendwann einen Riestervertrag oder wie man das nennt, abzuschließen wo ich nur den Mindestbeitrag einzahlen, dafür aber staatliche Förderung bekommen. Es soll ja dafür auch bei der Grundsicherung inzwischen einen Freibetrag geben.

By the way:
Von der Verbraucherzentrale wurde vorgeschlagen, ein staatliches bzw. öffentlich rechtliches Vorsorgeprodukt einzuführen, in dem alle Arbeitnehmer einbegriffen sind, mit der Möglichkeit eines Opt-Out.
Vielleicht wäre das eine gute Alternative dazu, sein Geld irgendwelchen privaten Versicherungs-Raffgeiern in den Rachen zu schieben?


Letztendlich bezog ich mich auch mehr darauf, wie hoch so eine Privatrente oder Betriebsrente überhaupt ausfällt. Wenn jetzt einer 100€ oder 200€ zusätzlich bekommt, das macht den Braten doch auch nicht fett. Wenn jemand 500€ gesetzliche Rente hat und 200-300€ aus der zweiten und dritten Säule, dann muss er ggf, immer noch zum Sozialamt...
 
G

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Von der Verbraucherzentrale wurde vorgeschlagen, ein staatliches bzw. öffentlich rechtliches Vorsorgeprodukt einzuführen, in dem alle Arbeitnehmer einbegriffen sind, mit der Möglichkeit eines Opt-Out.

Als Ersatz für die Rente oder als zusätzliche Säule?
 

Harzfünfer

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Als Ersatz für die Rente oder als zusätzliche Säule?
Naja, irgendwie als Zusatz oder Alternative zu der Säule mit der privaten Versicherung.
Weil sich gezeigt hat, dass die Privaten nur in die eigene Taschen wirtschaften.

Naja, besser wäre es immer noch, wenn die normale Rente verbessert, anstatt wie hier irgendwas, dass zwar staatlich ist, was man aber aus seinem Gehalt zusätzlich bezahlen muss...
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Statistisch heftig wird es Hier danach sind Rentner reich und berühmt es geht Arbeitslosen gut, haben sie doch 35000€ Nettovermögen
Man kann nur staunen über diese Zahlen in dem Artikel dort.

Alleine schon über die Zahlen, welche da zu der (gesetzlichen?) Altersrente genannt werden. Ich habe mal gelesen, die Rente von westdeutschen Frauen würde nur ca. 500€ im Durchschnitt betragen, und die von Männern etwas über 1000€. Diese Statistik war schon etwas älter, aber dass die Renten so drastisch gestiegen sind, hätte ich nicht gedacht...:eek:
 
G

Gelöschtes Mitglied 70142

Gast
Naja, irgendwie als Zusatz oder Alternative zu der Säule mit der privaten Versicherung.
Weil sich gezeigt hat, dass die Privaten nur in die eigene Taschen wirtschaften.

Bin mit der Verzinsung aus meinem Vertrag mit dem Versorgungswerk sehr zufrieden.
Weit mehr, als die Luschen aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich erwirtschaften.
 

Lucky Luke

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@hansklein, ich gebe dir völlig recht - das sollte alles so nicht sein, Stichwort des TE:
Hier zeigt sich eben die völlig verfehlte Rentenpolitik...

Aber: sollte man nicht eben deshalb - weil die Situation nunmehr so verfahren ist wie sie ist - so gut und so nutzbringend wie möglich - private Vorsorge (so wie es jedem eben möglich ist) treffen?

Ich sehe die Problematik genauso, aber welchen Nutzen habe ich davon wenn ich die Tatsache (leider ist es mittlerweile eine Tatsache)
...dass die gesetzliche Rente nur einen Teil der Alterseinkünfte ausmacht bzw. gar nicht dafür da ist, zum Leben zu reichen...
ignoriere?

Das heisst KEINESWEGS dass ich das in Ordnung finde, aber um eben "im Alter" nicht dumm aus der Wäsche zu schauen sollte man pragmatisch sein und versuchen, privat, so gut es geht, vorzusorgen.
Ich hatte meine Ausbildung 1980 begonnen, seit ich 16 war neben der Schule gearbeitet, und da bereits erste "Sparverträge" (so hiess das damals...) abgeschlossen.

Und wer sagt: was nützen denn schon 200,00 bis 300,00, ja dann...
Bitte nicht falsch verstehen, ich heisse die Entwicklung, die das Rentensystem genommen hat in keinster Weise gut, aber dann in der heutigen Zeit (privat) einfach nix zu machen, das ist doch (um es mal vorsichtig auszudrücken) nicht zielführend.
 

hansklein

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Das Problem ist, "Neurentner", die jetzt in Rente gehen, erhalten schon - Brutto! und Netto sowieso! - viel weniger als Altrentner.
Siehe z.b, hier - 902,13€ im Durschnitt!

Dabei gilt:
64,1 Jahre – so alt waren im Schnitt die knapp 785.000 Neurentner, die 2017 erstmals ihre Altersrente erhielten. Laut Statistik gehen die Menschen im Schnitt später in Altersrente als noch vor zehn Jahren. 2008 lag der Durchschnitt bei 63,4 Jahren.

2018
Demnach seien im vergangenen Jahr in Summe 784.359 Personen in Altersrente gegangen...
.... Im Durchschnitt erhielten die neuen Altersrentner eine monatliche Rente in Höhe von 902,13 Euro. Während die Ruheständler in Ost-Berlin 1.081,31 Euro je Monat erhielten, mussten die Neurentner im Saarland mit monatlich 860,15 Euro auskommen.

.... Frauen bekommen im Schnitt 340,76 Euro weniger und damit 742,05 Euro. Die Rente von weiblichen Neurentnern liegt damit fast ein Drittel unter dem Altersgeld der Männer.

Sehr interessant, bei den Neurentnern:
Von den 784.359 Deutschen die altersbedingt in Rente gingen, erhielten 339.608 Personen eine Regelaltersrente. Diese lag im Schnitt bei 600,70 Euro im Monat. 243.719 Deutsche zählen zu den besonders langjährig Versicherten. Sie erhielten eine monatlich Altersrente von 1.276,99 Euro. Immerhin noch durchschnittlich 929,89 Euro erhielten die 144.898 langjährig Versicherten. Weitere 54.359 Personen erhielten im Schnitt 1.037,45 Euro monatliches Altersgeld wegen einer schweren Behinderung.

Wenn ich in Altersrente gehe, werde ich voraussichtlich weniger erhalten, weil Abzug wegen tw. EM-Rente 10.8% und dazu soll das Rentennieveau weiter abgesenkt werden. Die Rentner danach werden, ohne aufstockende Leistungen, kaum noch genügend Rente erhalten.
Mit dem RV-Nachhaltigkeitsgesetz vom 21. Juli 2004 hat die damalige Bundesregierung beschlossen, dass das Rentenniveau von 52,9 Prozent (2004 Entwicklung des Rentenniveaus 1990 - 2030 siehe) im Jahre 2020 auf 46 Prozent und im Jahre 2030 auf 43 Prozent absinkt.

Macht bei mir theoretisch rd. 21% Abzüge mit den 10.8% alleine seit 2004, ohne andere Faktoren. Wer kennt den Spruch nicht: "Die Renten sind sicher..."...
 
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Gelöschtes Mitglied 70142

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Wenn ich in Altersrente gehe, werde ich voraussichtlich weniger erhalten, weil Abzug wegen tw. EM-Rente 10.8% und dazu soll das Rentennieveau weiter abgesenkt werden. Die Rentner danach werden, ohne aufstockende Leistungen, kaum noch Rente erhalten.

Ich gehe in 8 Jahren in Rente (evtl. auch etwas früher), und ich bin mir dessen bewusst. Die Frage ist doch aber, wie man die gesetzliche Rente auf einem höheren Niveau stabilisieren kann. Ganz offensichtlich haben dazu auch Rentenexperten keine Antwort gefunden. Die Rente wird jetzt schon aus Steuergeldern stark bezuschusst.

Wie also - frage ich dich - soll man das Problem lösen? Die Rentenversicherung hat bereits ein massives Finanzierungsproblem.
 

hansklein

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Fangen wir damit an, die Versicherungsfremden Leistungen, Summe nannte ich bereits weiter oben ( 2019 satte 63425 Mio.€, "nur noch" 22.9%. ) rauszunehmen und wie es sich gehören würde, von allen arbeitenden Menschen bezahlen zu lassen. Dazu lassen wir noch Abgeordnete, Beamte, Selbständige und was sich sonst noch raushält, in die RV einzahlen.

Weiterführend könnte man über Betriebsrenten als Pflicht nachdenken oder andere Modelle für weitere Verbesserungen prüfen.
 

hansklein

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Da gehe ich von aus Schichtkäse. Sie würden nat, wie alle anderen, nur das rausbekommen, für das sie einzahlen. Wo also liegt das Problem? Wer mehr Punkte hat, hat nun mal auch mehr eingezahlt. Alle erleben ihre Rente eh nicht oder nicht sehr lange. Ich wäre eh dafür, das komplette System zu überarbeiten.

Z.b.: Statt Rentner, bei denen es nicht reicht, in die Grundsicherung abzuschieben oder Hilfe zum Lebensunterhalt, oder mit Wohngeldaufstockung, was weitere Kosten verursacht durch Verwaltung etc. z.b. eine Grundrente, aus der man nicht auf die Sozialleistungen angewiesen ist und Anträge bei Ämtern zusätzlich stellen muss. Wer lange eingezahlt hat, würde mehr erhalten etc. Das wäre allerdings eine zu entwickelnde Geschichte, die auch tatsächlich berücksichtigt, das der Mensch eine Lebensleistung erbringt und er zum Lebensabend hin, einen fairen Ausgleich hat, wovon er auch leben kann, ohne Flaschen sammeln zu müssen etc.

Wir könnten uns auch an Modellen wie der Schweiz oder anderen orientieren. Schweiz - ein paar Daten
Die Schweizer erhalten eine Mindestrente von 965 Euro. Maximal gibt es für die Eidgenossen 1.931 Euro im Monat. Dabei erhalten Frauen die Rentenleistungen ab dem 64. Lebensjahr und Männer ab dem 65. Lebensjahr. Arbeitnehmer zahlen 5,15 Prozent ihres Einkommens in die erste Versorgungssäule ein. Selbständige müssen 9,7 Prozent entrichten.

In der Schweiz gilt die Pflichtversicherung für alle. Das gilt auch für Hausfrauen und Beamte.
Du siehst den Unterschied schon bei den Beiträgen.
 

Woodruff

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Aber: sollte man nicht eben deshalb - weil die Situation nunmehr so verfahren ist wie sie ist - so gut und so nutzbringend wie möglich - private Vorsorge (so wie es jedem eben möglich ist) treffen?

Wann wurde die Rentenversicherung für ALG II Empfänger nochmal abgeschafft?


Ich habe krankheitsbedingt keine lückenlose Einzahlung in die Rentenversicherung.

Da ich 2 typische Frauenberufe erlernt habe, habe ich jetzt die A- Karte gezogen.

Meinen 1. Ausbildungsberuf als Drogistin begann ich mit 15 Jahren. Nachdem dann als Folge schwerer körperlicher Arbeit (Handel ist kein Zuckerschlecken) meine Berufliche Reha begann, setzte sich die Negativkarriere fort.

Vor meiner Umschulung habe ich immer Vollzeit gearbeitet. Danach mit 47 Jahren war das Höchste was ich bekam eine Teilzeit- Beschäftigung.

Mittlerweile habe ich 2 chronische Erkrankungen, habe noch 4 Jahre bis zur Regel- Altersrente. Dann werde ich nach fast 40 Jahren eine respektvolle Altersrente mit Grundsicherung bekommen.

Irgendwie habe ich mir das Ganze etwas anders vorgestellt, meine langen Krankheitszeiten konnte ich aber auch persönlich nicht beeinflussen.

Mein Fazit:
Lieber würde ich 40 km weiter entfernt in den Niederlanden wohnen und am dortigen Rentensystem teilhaben. Dazu hätte ich vorher 50 Jahre in den Niederlanden leben müssen, das hatte ich auch mal vor, war aber durch eine private Situation bedingt, nicht möglich.
 

Woodruff

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Wann wurde die Rentenversicherung für ALG II Empfänger nochmal abgeschafft?


Welche Auswirkungen hat die Streichung von Rentenbeiträgen im Zuge des Haushaltsbegleitgesetzes 2011 für Arbeitslosengeld-II-Bezieher?


Quelle:
Tacheles e.V.
Rudolfstr. 125
42285 Wuppertal
 

Kerstin_K

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(dessen Höhe man sich unschwer errechnen kann)
Da fängt das Problm doch schon an. Das kann man nämlich nicht so einfach errechnen. Wärend meines Berufslebens wurde die Rentengesetzgebung mehrfach verändert, sei es bei der Anrechnung von Ausbildungszeiten oder bei dern Altersgrenzen, um nur mal 2 Beispiele zu nennen.

Da zu kommt, dass die Renteninformationenn nur den Bruttobetrag ausweisen. Ich gehe in kanpp 10 Jahren in Rente. Auch ich habe früh mit Vorsorge angefangen, mehrere kleine privae Rentenversicherungen, Riester, eine Betriebsrente, die ic zusätzlich zu dem, was miein Arbeitgeber zahlt mit einem kleinen monatlicen Betrag aufstocke....Ob das später mal reicht, keine Ahnung, denn ich weiss nicht, was bis dahn noch an Gesetzesänderungen kommt, ic weiss nicht, was ich wirklich netto rausbekomme (nach Steuern!), ich weiss nict, we sic die Inflation entwickelt....wie soll amn bi sovielen Unbekannten in der Rechnung eine Vorsorge planen?
 

grün_fink

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Genau das sollte bzw. MUSS man aber tun! Zusätzlich zum gesetzlichen Rentenanspruch (dessen Höhe man sich unschwer errechnen kann) Eigenverantwortung übernehmen und zusätzliche private Vorsorge für das eigene Alter treffen. Der Staat zieht sich hier nicht aus der Verantwortung, er hat sie schlichtweg nicht.

Jeder sollte sich - bereits in jungen Jahren - hierzu Gedanken machen. Ich hielte es für wesentlich gefährlicher "nur" auf die gesetzliche Rente zu bauen, jedwede Renteninformation zu ignorieren und den Kopf in den Sand zu stecken, sorry.

Meiner Ansicht nach wird dieses Thema immer noch von viel zu vielen Menschen ausgeblendet, weil unangenehm.

Ich habe schon in der Schule mein Taschengeld selber verdient mit Ferienarbeit. Habe sogar in den letzten Sommerferien gearbeitet, statt zur Klassenabschlussfahrt zu gehen, damit ich Geld für den ersten Monat der Lehre habe.
In der Lehre und im Studium habe ich dann lieber den Schwerpunkt auf viel Lernen gesetzt, wobei ich das hätte etwas lockerer sehen können.

Die Verwertbarkeit meines (ersten) Berufes ging ja gleich durch die Wiedervereinigung flöten. Dann war ich leider so doof sprich lebensunerfahren, um mich deutlich genug gegen etwas zu wehren, von dem ich gar nicht verstand, wieso es keine andere Möglichkeit für mich geben sollte: nämlich eine Überschuldung für eine Mietswohnung.
Das abzuarbeiten kostete mich in Anlerntätigkeiten jede finanzielle Freiheit (sprich ich lebte fast auf Sozialhilfe), die beruflichen Chancen und auch die Gesundheit. Gottseidank wurde ich erst dann gekündigt, als die Schulden fast abbezahlt waren.
Umzug hierher an den Arbeitsort samt Mietkaution kostete mich wieder einen Kredit.

Nach der Kündigung landete ich irgendwann in der Arbeitslosenhilfe. Da brauchte ich dann das "bissl" aus den vermögenswirksamen Leistungen, um keine Sozialhilfe beziehen zu müssen. Meine Familie kennt da keine Gnade.

Umschulung nach Kämpfen etwas halbwegs passendes bekommen. Der Preis war Fernpendeln, was sich leider nicht mehr (ein drittes mal für länger) mit dem Krankheitsbild zusammen passte. Ich musste passen.

Immer psychiatrische und psychologische Behandlung, wobei keiner durchblickte, was mit mir ist. Jeder war froh, mich in der Tagesstätte für psychisch Kranke zu sehen, weil man immer ratlos war (und das nicht kommunizierte). Klinikaufenthalte ließen leider maximal den Status quo erhalten, einer verschlimmerte den Zustand schon nicht unerheblich.
Hartz IV und Rente sind leider viel zuwenig um zu sparen. Rente so etwa 500€.

Mit über 50 konnte ich mit jemandem zusammen und viel Literaturrecherche mal heraus finden, was mit mir los ist.
Beruflich ist es jetzt leider zu spät.

Nebenbei: Es wurden nicht alle Ausbildungsjahre anerkannt. Insgesamt 7 1/2 Jahre für Lehre, Abitur und Hochschulstudium waren der DRV zuviele Jahre.

Und jetzt kommst du mit solchen Sprüchen :icon_cry:
 

Woodruff

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Ich hatte meine Ausbildung 1980 begonnen, seit ich 16 war neben der Schule gearbeitet, und da bereits erste "Sparverträge" (so hiess das damals...) abgeschlossen.


Hätte ich z. B. den Ausbildungsberuf "Bankkauffrau" oder "Finanzbeamtin" gewählt, stände ich heute sicher besser dar.

Trotz meiner demnächst niedrigen Rente incl. Grundsicherung tut es mir nicht leid, meinen damaligen Beruf gewählt zu haben. Das war genau der Beruf den ich ergreifen wollte, dass hat sich schon in meinem Schulpraktikum gezeigt.

Die oben genannten anderen Berufe hätten mich überhaupt nicht interessiert (zu langweilig).
 
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