Diskurs über die Tafeln, deren Klientel und Angebot

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grün_fink

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Moderationshinweis...

Abgetrennt aus folgendem Thema:




Kadder, zurecht bist du so sauer, sauer wie selten.

In der hiesigen Tafel arbeiten überwiegend Rentner, viele schon sehr alt. Diese stöhnten bisher schon, weil sie so viel arbeiteten bei der Tafel. Regelmäßig sollen welche bei der Arbeit dort kollabiert sein, sagte die Leiterin mal in einem Zeitungsinterview.
Und das soll jetzt die erstrebenswerte neue Zeit sein?
Die Tafel wurde um die Jahrtausendwende herum gegründet in meiner Kreisstadt. Einige Jahre später waren so viele Leute Tafelkunden, dass sie umzog. Das war vielleicht vor 7 Jahren. Nochmal ziehen die eher nicht um.
 

gila

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ich fände es toll, wenn man gar keine Tafeln haben "müsste" - weil "Grund"-versorgung
und "Existenzsicherung" in dieser "Solidargemeinschaft" und "Sozialstaat" ihre Namen verdienen
würden ... und die "Verteiler" unserer über Generationen erarbeiteten Gelder im Sozialtopf nicht - bei schamloser Selbstbedienung - mit dem Lebensnotwendigsten der Ärmsten und der Freiwilligkeit von Spenden auch noch seit Jahren kalkulieren würden !

Nur so zur Erinnerung ...
 

grün_fink

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@gila Da bin ich ganz deiner Meinung, und kann nix hinzufügen.

Man kann ja froh sein, wenn man überhaupt eine Tafel in der Nähe hat. Bei mir sind's bis zur nächsten Tafel fast 45km. Da hab ich mehr Fahrtkosten als Nutzen.
Bei unserer Tafel wurde mal zur Disziplinierung ein Beutel hingelegt, was andere Tafeln austeilen. Drin war nicht viel mehr als 2 Semmeln und eine Birne.
Aus dem hinteren Ende des Landkreises kommen sie immer zu mehreren mit dem Auto, also mehrere Familien (natürlich nicht alle Personen, aber aus jeder Familie eine). Sonst würde man mit den Öffis gar nicht mehr heim kommen am Abend, vom Fahrpreis nicht zu reden.
Zu meiner Tafel kann ich fast noch zu Fuß gehen, zumindest den Hinweg.
 

JennyDiver

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Bei unserer Tafel wurde mal zur Disziplinierung ein Beutel hingelegt, was andere Tafeln austeilen. Drin war nicht viel mehr als 2 Semmeln und eine Birne.
Nun, das finde ich doch etwas übertrieben, aber manche Tafelkunden denken wirklich, es ist wie einkaufen und kommen bald mit einer Liste. Die bekommen aber schnell Bescheid, wie das bei der Tafel läuft. Ich nehme, was sie mir geben, außer ich mag es tatsächlich nicht. Es ist fast immer genug für eine Woche. Ich kaufe Wurst oder Käse oder Fleisch und ein paar andere Sachen natürlich dazu. Aber Brot/Brötchen, Obst und Gemüse gibt es reichlich.
 

Darkmoon

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Gibt's das bei euch an den Tafeln auch, dass da ein Familien-Clan herrscht und versucht, andere von der Tafel zu vertreiben? Das war hier mal an der Tafel so. Die haben sogar gezielt Tafelgänger abgefangen und denen Prügel angedroht, wenn die da nochmal auftauchen. Da wurden auch immer "Auswärtige" (also Leute aus dem Umland der Stadt) beschimpft, bespuckt und geschubst. Mittlerweile sind da deswegen getrennte Ausgabetage. Einmal für die "Städter" und dann noch mal für die "Auswärtigen".
 

JennyDiver

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Nein, das gibt es bei uns nicht. Es geht ganz gesittet zu. Besonders während der Coronazeit. Das Personal hat auch draußen aufgepaßt und die Leute auseinander gescheucht, wenn sie beim Unterhalten zu nah zusammen standen.
 

grün_fink

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Clans konnte ich hier auch nicht erkennen in meinem Landkreis bei der Tafel. Das scheint eher ein Großstadtphänomen zu sein.
Bei unserer Tafel wollte man zuerst die Flüchtlinge nicht mit aufnehmen. Das ging durch die Presse, und dann gings doch. Grund für die anfänglichen Aussagen soll befürchtete Überlastung der meist älteren Ehrenamtlichen gewesen sein.
War länger nicht mehr bei der Tafel, wie es aktuell aussieht weiß ich nicht.
 

Darkmoon

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Die Stadt, die ich mein, hat nur knapp 50.000 Einwohner. Also eher kein Großstadtphänomen. ;)
 

grün_fink

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Oh, puh... klingt jetzt nicht so gut.
Die hiesigen "Fremden" benehmen sich normal, viele noch normaler als viele Deutsche, manche sind sehr schüchtern.
Nett sind die meisten auch, die anderen eher normal. Nach meiner Wahrnehmung.
 

Mona Lisa

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Ich war ja noch nie bei unserer Tafel, da ich bis vor einem Jahr Aufstockerin war. Muss man da auch Schlange stehen oder ist das von Tafel zu Tafel unterschiedlich? Seit meinem Unfall vor fast zwei Jahren kann ich nämlich schlecht stehen.
 

grün_fink

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Bei uns muss man Schlange stehen. Es gibt außen aber auch 2 Sitzbänke, da sitzen meist die Älteren oder Fußkranken drauf.
Drinnen gibt es auch Sitzplätze. Wer nicht kann, der musste meist nie länger stehen, egal wo derjenige dann Platz nehmen konnte (sobald man eine Nummer gezogen hatte für diesen Tag).
Von einer anderen Tafel in der Nähe hörte ich anderes.
 

Darkmoon

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Hier muss man stehen und teilweise auch über eine halbe Stunde warten. Soweit ich weiß, gibt es aber für in der Hinsicht gehandicapte Menschen innerhalb der Stadt einen Lieferdienst.
 

Mona Lisa

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Ich habe gerade auf der Seite unserer Tafel gelesen, dass es Neuanmeldungen nur "in Notfällen" gibt. Ich habe gemailt, was das bedeutet.

Eine Freundin mit schwerer Sehbehinderung lässt sich von ihrer Nachbarin immer alles holen. Das verteilt sie dann an diese, an sich und an eine andere bedürftige Person, da sie mit den meisten Sachen nichts anfangen kann. Sie ist Vegetarierin und ernährt sich gesund. Für das restliche Essen muss sie normal einkaufen.
 

JennyDiver

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@Mona Lisa

Hier muß man auch Schlange stehen. Vor Corona gab es Sitzgelegenheiten.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Die Stadt, die ich mein, hat nur knapp 50.000 Einwohner. Also eher kein Großstadtphänomen. ;)
Ich wohne in einer Großstadt. Wir haben keine Clans bei der Tafel oder Kloppe.
 

grün_fink

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Eure Tafel scheint überfüllt zu sein, Mona Lisa. Das ist in München auch so, da kann man nach Wartezeit rein kommen in die Tafel. Nach einer Zeit muss man sogar raus aus der Tafel, jemandem anderen Platz machen. Nach einer Zeit kann man sich wieder anmelden.
Hier werden auch die Sachen mitgegeben, und manche bekommen gegen 5€ Gebühr Sachen geliefert.
Als ich mal den Fuß gebrochen hatte, hat eine Freundin alles für mich, sie und ihr Kind mit bekommen, alles zusammen. Wir teilen uns das schon auf, wie es passt, hieß es.

Tafeln wegen Überfüllung geschlossen, und man kann nur rollierend Tafelkunde sein.
Und das, obwohl der Sozialstaat davon ausgeht, dass der Regelbedarf nur mit solchen Zuschüssen ausreicht - oder auch nicht.
:poop::icon_dampf:

Wartezeiten waren bei uns manchmal sehr lange, ich glaube ich stand manchmal auch 2 Stunden.
 

Mona Lisa

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Wartezeiten waren bei uns manchmal sehr lange, ich glaube ich stand manchmal auch 2 Stunden.
Das käme für mich eh nicht in Frage schon wegen meiner Blase. Ich muss ja schon über eine Stunde hinfahren. Die Tafel haben sie geschickt in eines unserer Problemviertel gelegt und nicht ins hübsche Zentrum, so dass Leute wie ich, die am anderen Ende der Stadt wohnen und kein Auto haben, eine lange Fahrzeit haben.
 

grün_fink

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Unsere Tafel war erst nebenan vom Caritas-Gebrauchtwarenmarkt. Dann zog sie im in eine Art kleines Gewerbegebiet nahe des roten Kreuzes. Da sind Fitness, VHS, Stadtwerke nebenan, und einige kleine Firmen. Jetzt liegt die Tafel zentraler, kann man vom Bahnhof zu Fuß gehen.
In der Nähe ist ein kostenloses öffentliches WC.
 

Darkmoon

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Hier sollte mal eine Tafel in der nur 20km entfernten Kleinstadt aufmachen, aber dann haben sich die Anwohner beschwert. Sie wollten nicht auf dem "arbeitsscheuen Sozialschmarotzer-Pack" rumgucken müssen und fürchteten, dass ihre Häuser deswegen an Wert verlieren würden und deswegen wurde dann am Ende nichts aus der Tafel.
:mad:(n)
 

Mona Lisa

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Unsere Tafel liegt in einem Stadtviertel, wo selbst die offizielle Seite meint, da möchte sich keiner aufhalten, der nicht da wohnt oder arbeitet.
Hier sollte mal eine Tafel in der nur 20km entfernten Kleinstadt aufmachen, aber dann haben sich die Anwohner beschwert.
Und genau das ist dann wohl die Absicht meiner Stadt gewesen. In einem Problemviertel mit vielen Arbeitslosen und Menschen mit Migrationshintergrund wird sich wohl kein Anwohner über das "Gesindel" beschweren.

I
 

grün_fink

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Schade, dass die Menschen so voreingenommen sind, dass sie gleich um den Wert ihrer Häuser fürchten.

Wenn die Tafel in einem Problemviertel ist, ist das auch doof. Allerdings müssen dann viele Leute nur kurze Wege zurücklegen.

Bei uns gibt es immer nur Beschwerden, wenn die Tafelkunden quatschenderweise den ganzen (schmalen) Fußweg versperren und niemand mehr durchkommt. Dann werden alle wieder etwas an die Hauswand geschickt, bis zum nächsten mal :p
 

Stauer

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Dann werden alle wieder etwas an die Hauswand geschickt, bis zum nächsten mal
Das kenne ich auch.
Bei einer Tafel wurde ich mal abgelehnt, weil ich nicht in dem Viertel wohnte. Eine andere nahm niemanden mehr auf. Bei der dritten war ich solange ich obdachlos war. Danach nicht mehr, weil ich ja dann kochen und waschen konnte und auch eine Adresse hatte.
Gedränge gab es viel aber es hielt sich im Rahmen. Ausgeflipt ist selten jemand. Es wurden immer 10 Leute abgezählt, die rein durften. Alle anderen mußten warten. Wenn jemand kaum stehen konnte wurde derjenige zuerst reingelassen also mit den ersten 10 Leuten abgezählt. Das fand ich sehr rücksichtsvoll.
 

JennyDiver

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Ich war bei 3 verschiedenen Tafeln. Wo ich jetzt bin, ist eine kleine Tafel. Sehr familiär🙂
 

grün_fink

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Ja nach Zuständigkeit geht es auch immer sehr bei der Tafel. In unserem Landkreis gibt es nur eine Tafel, von daher gibt es da keine Frage. Einmal wollte eine Frau aus der Großstadt in diese Tafel gehen, weil es verkehrstechnisch viel günstiger für sie war. Sie musste dann innerhalb der Großstadt mit den Öffis sehr umständlich zur Tafel fahren, und dort soll es auch keine Sitzgelegenheiten gegeben haben. Für sie als ältere Frau nicht hinnehmbar, sie verzichtete.
 

Mona Lisa

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Meine Stadt ist Landeshauptstadt mit ca. 180.000 Einwohnern. Es gibt nur eine Tafel. Meine Freundin wohnt in einem anderen Kreis. Da wird die Tafel vom Globus bespeist, dem besten Supermarkt, den ich kenne. Seit Corona gibt es aber nur abgepackte Tüten.
 
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