Diese EGV unterzeichnen?

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safari

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Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier im Forum.

Ich habe bis Ende September auf Master studiert und nun noch keinen Job gefunden. Gestern hatte ich also mein erstes Gespräch mit meinem Fallmanager. Er war mir gleich etwas unsympatisch, meinte er ist froh, dass er Bezirk X betreut und nicht Bezirk Y, denn da sind die ganzen Drogenabhängigen. Und dass ich mit meinem Studienabschluss bzw. Berufsfeld im nächsten halben Jahr eh keinen Job finde, frühestens nächsten Sommer (Motivation!). Ich habe nix dazu gesagt.

Er hat mir dann noch eine ganze Weile von sich! erzählt, wollte von mir gar nix wissen. Dann hat er mir erklärt wie und in welchem Umfang er mir behilflich sein kann, wir waren gerade bei Kostenrückerstattung für Bewerbungsgespräche und da meinte er wir müssen eine EGV machen, druckte 3 Blätter aus und meinte "so, ich hab Ihnen das nun erklärt, jetzt müssen Sie nur noch unterschreiben". Glücklicherweise hatte ich mich vorher schlau gemacht hier im Forum (vielen Dank dafür!) und darum gebeten mir das in Ruhe zu Hause durchlesen zu dürfen. Am Montag (11.11.) habe ich nun EXTRA einen Termin bekommen, um die EGV unterschrieben abzugeben.

Ich habe mir das durchgelesen und kann auf den ersten Blick nix wirklich schlechtes daran finden. Ich bin aber in diesen Sachen nicht sehr bewandert und würde bitte, dass jemand, der sich da besser auskennt, noch einmal drüber schaut.

Mir ist wichtig:

- Ich möchte nicht in eine Arbeit gezwungen werden können. Ich möchte gern einen Job machen, der meiner Studienrichtung/meinen Neigungen entspricht. Ich habe zwischendurch in einigen anderen Branchen (Tourismus, Handel) gejobbt und das weiß er auch und meinte deshalb, dass wir viele Anknüpfungspunkt habe. Ich habe absolut kein Problem zwischenzeitlich (bis ich einen "richtigen" Job habe) einen Mini- oder Nebenjob in diesem Bereich zu machen, möchte aber nicht dauerhaft darin festsitzen.

- Ich möchte mich nur für Stellen bewerben, die ich interessant finde. Habe Angst (habe Geschichten darüber gelesen), dass ich zu Bewerbungen gezwungen werde für irgendwelche (sorry für den Ausdruck, ich hoffe niemand fühlt sich angegriffen) exkrementjobs, die mich am Ende noch nehmen und ich den Mist machen muss.

- Ich möchte nicht zu irgendwelchen "sinnlosen" Maßnahmen gezwungen werden können (habe Geschichten über 8monatige PC-Kurse gelesen, ich kann Schriftfarbe und -art in Word ändern :icon_cool:)

- Er meinte auch, weil ja jetzt bald Weihnachtsmarktzeit ist, ob ich da arbeiten würde und vielleicht auch in der nächstgrößeren Stadt, er hätte da einige Angebote. Ich meinte klar, mach ich das, wenn ich genug Geld verdiene um mir da täglich eine Zugfahrkarte hin und zurück leisten zu können. Seine Antwort war "das kann man sich dann nicht raussuchen".

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte sehr gern arbeiten gehen und würde anfangs und vorübergehens auch Jobs machen, die vielleicht nicht ganz meiner Richtung entsprechen oder in einer Firma sind, die vielleicht nicht ganz meins ist.

Was ich aber nicht möchte:

- ... unter- oder unbezahlt arbeiten (sorry wenn das überheblich klingen sollte, aber ich habe nicht umsonst 5 Jahre studiert).

- ... dem Willen des Jobcenters ausgesetzt sein. Das Geld was ich von denen bekommen ist bei Weitem nicht so viel, dass ich mir alles gefallen lassen möchte.


Sorry für den langen Text. Ich hoffe mir kann jemand helfen und sich diese EGV einmal ansehen.

Ich danke euch.
 

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wolliohne

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Ohne deinen Roman komplett gelesen zu haben,

empfehle ich NICHT zu unterschreiben und den VA abwarten, wogegen dann Widerspruch zulässig ist!
Ist auch nicht Sanktionsrelevant.
 

gelibeh

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Mir ist wichtig:

- Ich möchte nicht in eine Arbeit gezwungen werden können. Ich möchte gern einen Job machen, der meiner Studienrichtung/meinen Neigungen entspricht. Ich habe zwischendurch in einigen anderen Branchen (Tourismus, Handel) gejobbt und das weiß er auch und meinte deshalb, dass wir viele Anknüpfungspunkt habe. Ich habe absolut kein Problem zwischenzeitlich (bis ich einen "richtigen" Job habe) einen Mini- oder Nebenjob in diesem Bereich zu machen, möchte aber nicht dauerhaft darin festsitzen.

- Ich möchte mich nur für Stellen bewerben, die ich interessant finde. Habe Angst (habe Geschichten darüber gelesen), dass ich zu Bewerbungen gezwungen werde für irgendwelche (sorry für den Ausdruck, ich hoffe niemand fühlt sich angegriffen) exkrementjobs, die mich am Ende noch nehmen und ich den Mist machen muss.
Vergiss es. Du bist leider verpflichtet, jede zumutbare Arbeit §10 SGBII anzunehmen.
Ich verstehe, dass Du sagst, Du hast nicht umsonst solange studiert, darauf nimmt das Gesetz aber keine Rücksicht.

Die EGV nicht unterschreiben.

30 Firmen. In welchem Zeitraum? 30 Firmen in Monat, Jahr, Tag?

Edit: Du muss nicht telefonisch erreichbar sein, nur schriftlich
Bewerbungskosten sind viel zu schwammig definiert. Wieviel übernehmen die dort?
 

Texter50

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Hallo und herzlich willommen im Forum!

Sei sparsam und treffe eine Auswahl bei den Dingen, die Du Deinem SB erzählst. Die Anknüpfungspunkte, die er da findet, können für Dich jobmäßig nach hinten losgehen. Erzähle lieber von den fachlichen Qualifikationen aus dem Studium! :icon_psst:

Überlege Dir, ob Du eine Telefonnummer fürs Amt haben möchtest. Gerade Jobs auf dem Weihnachtsmarkt lassen sich so schnell und unkomplziert für den SB auf Dein Auge drücken. Du hast auch keinen Nachweis über die telefonisch vereinbarten Dinge. Das ist schade.

Suche intensiv nach Arbeitsstellen, die innerhalb Deines Berufsfelds liegen und lasse Dich bloss nicht von einem SB demotivieren. :icon_biggrin:
 

BibiBlocksberg2009

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30 Firmen. In welchem Zeitraum? 30 Firmen in Monat, Jahr, Tag?

Die EGV läuft 6 Monate, in dem Zeitraum 30 Bewerbungen bei Firmen.
Das würde theoretisch auch bedeuten, sie kann im November 30 Bewerbungen tätigen und hat damit ihr "Soll" erfüllt.
Auch ist nicht definiert, ob sie sich schriftlich zu bewerben hat.
Sie kann auch 30 Firmen anrufen und sich telefonisch bewerben.

Meine Interpretation... :icon_cool:


P.S.: Was mich wundert: Das fehlende Sofortangebot bei SGBII-Neukunden .....
 

gila

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Noch ein paar Gedanken - manche wurden schon geäußert:

Wurde hier - neben dem Gerede über den Lebenslauf des FM - von DIR überhaupt eine Potenzialanalyse gemacht, damit er ein BILD davon hat, welche Vermittlungsvorschläge ER DIR zusenden könnte?


Was mich stören würde und ich nicht unterschreiben würde (ggf. im Termin erörtern und streichen lassen, sollte es taktisch bei dir in den Kram passen, denn es ist ein VERTRAG und du hast das Recht den so zu unterschreiben, wie auch du es für richtig hältst. Ansonsten "schade - dann schicken Sie mir eben einen VA, den ich dann anfechten werde..."):


alle zumutbaren Maßnahmen“

(hier würde ich keine Maßnahmen "allgemein" in einer EGV haben wollen, da - wenn eine Analyse gemacht wurde - hier sicher kein Maßnahmebedarf besteht - außerdem dich NICHT in Arbeit bringen würde. Punkt komplett streichen!


30 Bewerbungen (innerhalb welches Zeitraumes? 6 Monate) = unbestimmt)

Unverzügliche Bewerbung auf JEDEN vom JC angebotenen Job!!!
(Vermittler ist gehalten PASSENDE VVs rauszugeben, „sinnlos-Bewerbungen“ sind zu vermeiden – hier gibt es Urteile!) = streichen!


P. 3 – Regeln zur Ortsabwesenheit stehen im Gesetz und bedürfen nicht noch eines „Vertrages“ mit dir.

KEINE Ausgewogenheit im Vertrag – die Pflichten und Leistungen des „Landkreises“ sind eher „dürftig“.
Die Unterstützung durch Bewerbungskosten nicht klar bestimmt (wann, was, wieviel, wofür)

Letztlich: für das Ausdrucken der Rechtsfolgenbelehrung braucht er eine kleine Computer-Maßnahme, um den ganzen Rotz dem vorliegenden FALL entsprechend anzupassen und zu MANAGEN, der „Fallmanager“.
Gibt’s da was? So „kleiner Lehrgang Textbausteinpuzzeln für FMs“? :icon_hihi:


Schwer zu raten, was dir taktisch dienlich ist - sicherlich unbedingt vorgeben, wie sehr du dich um Jobs bemühst, auch die Bereitschaft, etwas "vorrübergehend" anzunehmen und parallel dein Berufsziel zu verfolgen.
 

safari

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Vielen Dank für die Antworten.

Zu den Fragen:

Nein, der FM hat gich gar nix gefragt, eine Potenzialanalyse hat er nicht gemacht, wie auch, er weiß ja nix von mir, außer dem bisschen was in der Akten steht. Und in derEGV steht ja auch nicht, dass sie mich bei der Jobsuche unterstützen, sondern nur Bewerbungskosten übernehmen.

Das von den Nebenjobs weiß er, weil ich beim ANtrag stellen meinen Lebenslauf abgegeben habe und das da drin steht.

Die 30 Bewerbungen soll ich (soweit ich das verstehe) in Zeitraum von 6 Monaten versenden. Ich bewerbe mich seit Mitte Oktober auf die verschiedensten Stellen und habe knapp 50 Stück versendet, ausschließlich online oder per Mail. Kann ich mir die anrechnen lassen?

Ich bekomme pro Onlinebewerbung 1 Euro, pro Postbewerbung 5 Euro. Habe auch ein Formular dafür bekommen. Mich irritiert nur, dass er bei einigen Firmen stichprobenartig anrufen und nachfragen will ob ich mich da wirklich beworben habe, das wirft doch ein schlechtes Licht auf mich, das kann doch nihct Sinn der Sache sein??
 

Paolo_Pinkel

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[...]
Die 30 Bewerbungen soll ich (soweit ich das verstehe) in Zeitraum von 6 Monaten versenden. Ich bewerbe mich seit Mitte Oktober auf die verschiedensten Stellen und habe knapp 50 Stück versendet, ausschließlich online oder per Mail. Kann ich mir die anrechnen lassen?
Kannst du. Näheres dazu hier
==> https://www.elo-forum.org/alg-ii/11...g-onlinebewerbungen-vorgehen.html#post1490456

Auf diese Erkenntnis wird man im JC aber nicht freiwillig kommen, weil 1 Euro 4 Euro weniger, als 5 Euro sind d.h. 400% Einsparpotential. Nur das ist ausschlaggebend. Rechtslage wird da schon mal gerne ignoriert.

Ich bekomme pro Onlinebewerbung 1 Euro, pro Postbewerbung 5 Euro. Habe auch ein Formular dafür bekommen. Mich irritiert nur, dass er bei einigen Firmen stichprobenartig anrufen und nachfragen will ob ich mich da wirklich beworben habe, das wirft doch ein schlechtes Licht auf mich, das kann doch nihct Sinn der Sache sein??
Das interessiert das arge Gesindel nicht. Ab Antragstellung bist du unter Generalverdacht. Daran kannst du schon erkennen, wie absurd dieses ganze System ist. Der Hauptzweck - in Arbeit zu vermitteln - wird hier völlig ausgeblendet. Statt dessen Überwachung, Kontrolle und Einschüchterung.
 

Surfing

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Hallo, ohne ein aktuelles Profiling (im ALG 1 heißt das Potenzialanalyse) ist jede EGV nichtig und kann nur als Schikane gesehen werden.

Das Profiling muss dir schriftlich ausgehändigt werden wenn du das verlangst.

Es handelt sich um eine Optionskommune. Der Absatz mit der Erreichbarkeit hat in der EGV auch nichts verloren. Telefonisch muss kein Betroffener erreichbar sein.

Eine Kostenerstattungsregelung kann ich in dem EGV-Entwurf nicht finden. Was wird bei einer schriftlichen Bewerbung bezahlt und was bei Online-Bewerbungen?

Insgesamt nicht akzeptabel und zu unbestimmt. Nicht unterschreiben und auf den VA warten! Gegen den VA dann einen Widerspruch schreiben und beim Jobcenter nachweisbar einreichen.

Das hat der FM alles nicht gemacht:

Hartz IV Ratgeber: Eingliederungsvereinbarung
 

gila

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... Mich irritiert nur, dass er bei einigen Firmen stichprobenartig anrufen und nachfragen will ob ich mich da wirklich beworben habe, das wirft doch ein schlechtes Licht auf mich, das kann doch nihct Sinn der Sache sein??

Auch bei den Firmen, die du selbst anbaggerst?
DAS würde ich ihm knallhart verbieten!
Mit dem Hinweis auf den Sozialdatenschutz und Pflicht zur Wahrung des SOzialgeheimnisses - es geht eine Firma NICHTS an, dass du in "Betreuung" des Jobcenters bist!
 

Texter50

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Auch bei den Firmen, die du selbst anbaggerst?
DAS würde ich ihm knallhart verbieten!
Mit dem Hinweis auf den Sozialdatenschutz und Pflicht zur Wahrung des SOzialgeheimnisses - es geht eine Firma NICHTS an, dass du in "Betreuung" des Jobcenters bist!
Ich hab die Firmen, bei denen ich jedwede Nachfrage vermeiden wollte, gar nicht erst in die Liste mit den Bewerbungen eingetragen,
einfach so aus einer Vorahnung heraus. :icon_lol:
 

safari

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Ja, auch bei den Firmen, die ich selbst herausgesucht und angeschrieben habe. Ich habe von ihm ja bis jetzt noch keinen Hinweis. Als ich ihm erzählt habe, dass ich schon etwa 50 Bewerbungen losgeschickt habe (vor dem Temrin gestern) meinte er dann, dass er da mal stichprobenartig nachforschen wird.
 

safari

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Ich hab die Firmen, bei denen ich jedwede Nachfrage vermeiden wollte, gar nicht erst in die Liste mit den Bewerbungen eingetragen,
einfach so aus einer Vorahnung heraus. :icon_lol:

Ich bewerbe mich ja nur bei Firmen, wo mir der Job wichtig wäre. Wenn ich die alle aus der Liste rauslasse, komme ich nicht auf die 30 Pflichtbewerbungen. Aber die Idee ist nicht schlecht. Nur hätte ich ein schlechtes Gewissen mich nur zum "Schein" zu bewerben ...
 

safari

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Hast Du dem SB eine Liste mit den Firmen bereits ausgehändigt? Wenn nein, beginne mit der doppelten Buchführung.

Da die Liste länger als 3 Seiten ist wollte er sie nicht haben, weil ihm das zu viel Papierkram ist. Nun muss ich mir die Arbeit machen die ganze Liste (hab ich am PC gemacht) per Hand zu schreiben, was definitiv mehr als 3 Seiten umfassen wird ...
 

Imaginaer

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Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier im Forum.

Willkommen erstmal

Ich habe bis Ende September auf Master studiert und nun noch keinen Job gefunden. Gestern hatte ich also mein erstes Gespräch mit meinem Fallmanager. Er war mir gleich etwas unsympatisch, meinte er ist froh, dass er Bezirk X betreut und nicht Bezirk Y, denn da sind die ganzen Drogenabhängigen. Und dass ich mit meinem Studienabschluss bzw. Berufsfeld im nächsten halben Jahr eh keinen Job finde, frühestens nächsten Sommer (Motivation!). Ich habe nix dazu gesagt.

Daran erkennt man einen ungelernten und/oder unmotivierten Mitarbeiter.

Er hat mir dann noch eine ganze Weile von sich! erzählt, wollte von mir gar nix wissen. Dann hat er mir erklärt wie und in welchem Umfang er mir behilflich sein kann, wir waren gerade bei Kostenrückerstattung für Bewerbungsgespräche und da meinte er wir müssen eine EGV machen, druckte 3 Blätter aus und meinte "so, ich hab Ihnen das nun erklärt, jetzt müssen Sie nur noch unterschreiben". Glücklicherweise hatte ich mich vorher schlau gemacht hier im Forum (vielen Dank dafür!) und darum gebeten mir das in Ruhe zu Hause durchlesen zu dürfen. Am Montag (11.11.) habe ich nun EXTRA einen Termin bekommen, um die EGV unterschrieben abzugeben.

Kostenerstattungen von Vorstellungsgesprächen bzw. Bewerbungskosten können auch so übernommen werden. Eine EGV ist da nicht zwingend

Bei Meldeterminen immer Fahrtkosten stellen und Fahrausweise vorlegen. Wer die Party veranstaltet, der zahlt. Einfaches Prinzip.

Ich habe mir das durchgelesen und kann auf den ersten Blick nix wirklich schlechtes daran finden. Ich bin aber in diesen Sachen nicht sehr bewandert und würde bitte, dass jemand, der sich da besser auskennt, noch einmal drüber schaut.

Mir ist wichtig:

- Ich möchte nicht in eine Arbeit gezwungen werden können. Ich möchte gern einen Job machen, der meiner Studienrichtung/meinen Neigungen entspricht. Ich habe zwischendurch in einigen anderen Branchen (Tourismus, Handel) gejobbt und das weiß er auch und meinte deshalb, dass wir viele Anknüpfungspunkt habe. Ich habe absolut kein Problem zwischenzeitlich (bis ich einen "richtigen" Job habe) einen Mini- oder Nebenjob in diesem Bereich zu machen, möchte aber nicht dauerhaft darin festsitzen.

Berufsschutz gibt es nicht. Auch dein Grundrecht darauf ist per SGB 2 ausser Kraft gesetzt

Art. 12 GG - dejure.org

Ich denke aber das sie Sozialversicherungspflichtig sein muss. Machst du freiwillig einen Nebenjob, wird dieser unter Berücksichtigung des Freibetrages mit deinen Leistungen verrechnet.

Zudem befreit es dich nicht von der Betreuung des Jobcenters. Diese werden dich dennoch einladen und versuchen dich in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu vermitteln

- Ich möchte mich nur für Stellen bewerben, die ich interessant finde. Habe Angst (habe Geschichten darüber gelesen), dass ich zu Bewerbungen gezwungen werde für irgendwelche (sorry für den Ausdruck, ich hoffe niemand fühlt sich angegriffen) exkrementjobs, die mich am Ende noch nehmen und ich den Mist machen muss.

Studenten, man muss Sie lieben :icon_hihi:


Erstmal ist JEDE Arbeit zumutbar. Das regelt § 10 SGB II Zumutbarkeit

Lehnst du ab, kommt aller voraussicht eine Sanktion von 30 %




- Ich möchte nicht zu irgendwelchen "sinnlosen" Maßnahmen gezwungen werden können (habe Geschichten über 8monatige PC-Kurse gelesen, ich kann Schriftfarbe und -art in Word ändern :icon_cool:)

Deswegen NIE was vor Ort unterschreiben. Egal ob beim Jobcenter, Maßnahmeträger oder sonstigen Stellen.

- Er meinte auch, weil ja jetzt bald Weihnachtsmarktzeit ist, ob ich da arbeiten würde und vielleicht auch in der nächstgrößeren Stadt, er hätte da einige Angebote. Ich meinte klar, mach ich das, wenn ich genug Geld verdiene um mir da täglich eine Zugfahrkarte hin und zurück leisten zu können. Seine Antwort war "das kann man sich dann nicht raussuchen".

Je nach Stundenlohn eben, aber ablehnen sollte man nicht.

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte sehr gern arbeiten gehen und würde anfangs und vorübergehens auch Jobs machen, die vielleicht nicht ganz meiner Richtung entsprechen oder in einer Firma sind, die vielleicht nicht ganz meins ist.

Was ich aber nicht möchte:

- ... unter- oder unbezahlt arbeiten (sorry wenn das überheblich klingen sollte, aber ich habe nicht umsonst 5 Jahre studiert).

- ... dem Willen des Jobcenters ausgesetzt sein. Das Geld was ich von denen bekommen ist bei Weitem nicht so viel, dass ich mir alles gefallen lassen möchte.


Sorry für den langen Text. Ich hoffe mir kann jemand helfen und sich diese EGV einmal ansehen.

Ich danke euch.


Ich denke gegenüber dem Jobcenter solltest du skeptisch bleiben und alles immer vorher prüfen. Nicht auf mündliche Absprachen vertrauen, das kann ordentlich nach hinten losgehen. Man traut niemanden der einem die Existenzgrundlage entziehen kann (auch wenn die sagen sie würden es nie tun)

Ich würde das Ding nicht unterschreiben, sollte er am 11.11 mit Sanktion drohen, nicht einschüchtern lassen. Ist heiße Luft. Eine Nichtunterschrift ist nicht sanktionierbar. Kann allerdings dann als Verwaltungsakt erlassen, gegen den Widerspruch eingelegt werden kann.

Nimm bitte auch einen Beistand nach §13 SGB X mit. Der steht dir zu und darf nicht abgelehnt werden.

Ansonsten willkommen in der Lebensrealität im Sozialgesetzbuch 2. Davor schützt weder Facharbeiter Ausbildung noch Studium.
 

obi68

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Da die Liste länger als 3 Seiten ist wollte er sie nicht haben, weil ihm das zu viel Papierkram ist. Nun muss ich mir die Arbeit machen die ganze Liste (hab ich am PC gemacht) per Hand zu schreiben, was definitiv mehr als 3 Seiten umfassen wird ...

Lass dich nicht schikanieren. Wenn ihm die Liste, die du ihm gibts, nicht passt, ist das sein Problem, nichts deins.

Und selbstverständlich hat er nicht das Recht, ohne deine Zustimmung irgendwelche Nachforschungen bei Firmen anzustellen, bei denen du dich selbständig beworben hast.
Ebenso wenig dürften die Firmen ihm Auskunft geben, wenn du es ihnen nicht gestattest.

Mal davon abgesehen, daß es ohnehin fraglich ist, ob man sich dort noch an dich erinnert. Im Zeitalter der Online-Bewerbungen ist die Löschung der Bewerbungsunterlagen nur einen Mausklick entfernt und dann: aus den Augen, aus dem Sinn.
Und wenn ich bei einer Firma (also einer richtigen, keine Sklavenbude) im Personalbereich beschäftigt wäre, würde ich es mir auch verbitten, daß mich irgendein Kasper anruft, sich als Mitarbeiter des JC ausgibt und mir Fragen stellt.
 

safari

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Mir ist noch etwas aufgefallen, im Punkt, was das Jobcenter machen muss steht ja nur, dass sie Bewerbungs- und Reisekosten übernehmen und nicht, dass mir Jobs angeboten werden (Seite 2).

Bei meinen Pflichten (Seite 1) steht aber, dass ich alle Angebote vom Jobcenter annehmen muss. Ist da snicht irgendwie ein Widerspruch?
 

gila

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Mir ist noch etwas aufgefallen, im Punkt, was das Jobcenter machen muss steht ja nur, dass sie Bewerbungs- und Reisekosten übernehmen und nicht, dass mir Jobs angeboten werden (Seite 2).

Bei meinen Pflichten (Seite 1) steht aber, dass ich alle Angebote vom Jobcenter annehmen muss. Ist da snicht irgendwie ein Widerspruch?

Das ist die "Unausgewogenheit" im Vertrag, von der ich sprach :icon_biggrin:

Ja, auch bei den Firmen, die ich selbst herausgesucht und angeschrieben habe. Ich habe von ihm ja bis jetzt noch keinen Hinweis. Als ich ihm erzählt habe, dass ich schon etwa 50 Bewerbungen losgeschickt habe (vor dem Temrin gestern) meinte er dann, dass er da mal stichprobenartig nachforschen wird.

Dann wird es Zeit, ihn beim Termin darauf anzusprechen und dir das von vorne herein zu verbitten!
§ 35 SGB I Sozialgeheimnis

In der Anlage ein Schreiben des Datenschützers Bayern, den ich in ähnlicher Angelegenheit anfragte, da ein Jugendamt die Bewerbungsaktivitäten meines Mannes "stalkte".

Dies dürfte so auf die Kontrolle des JC übertragbar sein.
 

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  • Datenschutzbeauftragter_Telefonate_Jugendamt.pdf
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safari

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Ich werde ihn auch darauf hinweisen, dass er diese Persönlichkeitsanalyse nicht gemacht hat und demzufolge keine EGV erstellen darf? Oder kann man diese Analyse so schnell nebenbei machen?

Ich habe jetzt außerdem ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum, welches leider am anderen Ende Deutschlands statfinden soll. Muss ich mich für die Zeit bei ihm abmelden, weil ich ja dann nicht in Wohnortnähe bin und kann ich auch für ein Praktikumsbewerbungsgespräch die Fahrtkosten zurück bekommen? Hat da jemand Erfahrungen?
 

gila

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"darf" ist nicht das richtige Wort ... du kannst bemängeln, dass die EGV als öffentlich-rechtlicher Vertrag von dir SO nicht unterzeichnet werden kann. Es fehlen die Voraussetzungen und dann die anderen Punkte anmosern.

Praktika müssen genehmigt werden!!!
 

safari

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Das heißt wenn der Nein zum Praktikum sagt darf ich das nicht machen? Wieso? Es wäre doch quasi eine Weiterbildungsmaßnahme für mich.
 
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