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wolliohne

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Die Zwei-Klassen-Gesellschaft – DGB-Analyse zur sozialen Spaltung in der Weiterbildung
Es ist längst gesellschaftlicher Konsens: Die steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz, die zunehmend geringere Halbwertszeit von Wissen, der drohende Fachkräfteengpass in eini-gen Branchen und Regionen – all diese Entwicklungen machen eine kontinuierliche Qualifi-zierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer notwendig. Dieser Konsens ist eingeflos-sen in zahlreichen politischen Bekundungen und Zielvereinbarungen:
  • Bereits im Jahr 2003 hat der Rat der Europäischen Union (EU) vereinbart, dass bis zum Jahr 2010 jährlich 12,5 Prozent der Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren an Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen sollen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Dennoch hat die EU diese Benchmark für 2020 auf 15 Prozent erhöht.
  • Beim Dresdner Bildungsgipfel im Jahr 2008 haben sich die Ministerpräsidenten der Län-der und die Bundeskanzlerin darauf geeinigt, dass die Weiterbildungsbeteiligung im Jahr 2015 bei 50 Prozent liegen soll.
  • In ihrem Koalitionsvertrag von 2009 versprachen CDU, CSU und FDP, dass sie dafür gemeinsam mit Sozialpartnern, Ländern, der Bundesagentur für Arbeit und den Weiter-bildungsverbänden eine Weiterbildungsallianz schmieden wolle. Über die Beteiligung an einer Weiterbildungsallianz hat es zumindest mit den Gewerkschaften nach Abschluss des Koalitionsvertrages keine Verhandlungen gegeben. Bis heute gibt es eine solche Weiterbildungsallianz nicht.
Im Kern formulieren diese Vereinbarung vor allem quantitative Ziele. Anspruchsvolle Vorga-ben zum Abbau sozialer Disparitäten beim Zugang zur Weiterbildung, zur Qualität der Ange-bote, zu den Arbeitsbedingungen in der Weiterbildungsbranche und zur Struktur des Weiter-bildungsmarktes fehlen hingegen völlig.
Quelle: DGB [PDF - 218.8 KB]
 
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