Die umstrittene Sahra Wagenknecht über Digitalisierung, die lifestyle linken und den Zustand der Gesellschaft

Leser in diesem Thema...

Tripod

Elo-User*in
Mitglied seit
3 November 2014
Beiträge
484
Bewertungen
437
Verschwurbeltes Gerede, auch wenn es sympathisch und strukturiert vorgetragen wird, ersetzt doch keine Politik.
Realpolitik muss nehmen und mitnehmen was ist - die Versuche solche Einzelkämpfer aufzuwerten (das war bei Oskar auch schon so) bring wenig bis nix. Jedem AfD'ler (auch den Moderaten) würde ich ungehemmt seine Kumpanei mit den Mördern von Gestern aufs Brot schmieren und für Linke gilt auch, nicht der Einzelkämpfer zählt, sondern die Partei und das wofür sie steht.
 

Jobhändla

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 März 2019
Beiträge
411
Bewertungen
476
Verschwurbeltes Gerede, auch wenn es sympathisch und strukturiert vorgetragen wird, ersetzt doch keine Politik.
Erst wird geredet, dann bildet sich Bewusstsein, dann wird gehandelt.
Frau Wagenknecht ist eine die schonungslos alles anspricht was nicht stimmt. Sowas fehlt in der Politik.
Was ist denn, rein hypothetisch jetzt, wenn das ganze System dermaßen verfahren und festgefahren ist das man es komplett ändern muss? Soll man dann nicht mal klein anfangen und den Menschen erzählen was läuft?

Ich weiß.....Man kann eh nichts machen und wir hängen voll im Kapitalismus und profitieren davon. Am Geiste dieses ändert das aber nichts. Denk nur mal kurz nach ob man immer Wettbewerben können wird. Evtl. denk auch mal länger drüber nach, ich weiß nicht wie schnell das bei dir geht. Eigentlich machtest du für mich einen intelligenten Eindruck in deinen Posts.

Wenn alle nur noch larifari am Kleinkram beteiligt sind der grad en Vogue ist, dann muss man auch mal in der eigenen Partei Einzelkämpfer werden. Wer spricht denn noch über echte Probleme dort? Es geht doch nur um Kleinkram im Vergleich zu dem großen Mist der auf den Haufen ge******** wird, oder?

(Bin echt nicht auf dem laufenden)

Passt dir das nicht, dann musst du diesen Thröt nicht lesen.


Moderationshinweis...

Bitte Links und keine Iframes die hier nicht nutzbar sind



 

Tripod

Elo-User*in
Mitglied seit
3 November 2014
Beiträge
484
Bewertungen
437
da könnten man auch jedem Linken Mao, Stalin , Pol Pot ... erwidern, man schmeisst Du mit Steinen im Glashaus
Das kannst Du gern tun, wenn Du noch Mitglieder von Parteien triffst, die an dergleichen andocken... :), das würde ich auch tun.
 

Tripod

Elo-User*in
Mitglied seit
3 November 2014
Beiträge
484
Bewertungen
437
Wenn man lauter bleiben will, dann darf man sagen, "alle Monopole" neigen zum Missbrauch (Menschen sind fehlbar und große Aufgaben lassen Fehler in der Tendenz größer werden). Nicht nur Amerikanische, Russische und Chinesische und andere die es gerade können, nutzen ihre Macht, ihre Beziehungen, wenn und wo sie können - das mag so sein, ist aber nichts wirklich neues. Das wir Mittel dagegen benötigen, steht außer Frage, das solche Mittel in Rechtsstaaten leichter zu organisieren sind, ebenfalls.
Wir sollten uns bei aller Keilerei nicht zu sehr von der Sache weg bewegen. Die Dinge, die "wir" bewegen können, sind die greifbaren, in anderen Ländern müssen die Leute, die was ändern wollen, gegen die Windmühlenflügen in Uniform und Politik an gehen, weil sie sich der Sache nicht zuwenden können. Hier kann man offen über die Sache streiten, aber dann sollte man auch sachlich bleiben.
Meinetwegen kann Frau Wagenknecht gern ihre Thesen vertreten, aber ich muss das in der Pointierung aber nicht mit mögen. Es ist halt wie immer, wenn man mit dem Finger zu sehr auf andere zeigt.
 

Jobhändla

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 März 2019
Beiträge
411
Bewertungen
476
Ich sehe Probleme eben nicht im kleinen Maßstab. Kann sein das ich dich ein wenig zu forsch angegangen bin. Ich gehe eben in ca. 90% mit ihren Ansichten Konform. Da witter ich immer schnell die "Parteiausschluss Linken" wenn Worte gegen sie kommen.
Greifbare und änderbare Probleme existieren für die Linke ja allgemein kaum....
Ich finde man kann ruhig auch über Ärger reden der fern der eigenen Möglichkeiten liegt. Sonst hätten wir fast alle nix zu meckern.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.926
Bewertungen
3.479
Hallo @Jobhändla

Ups, hier hat sich ein Fehler eingeschlichen.......................
Fehler-Code: 403

kommt leider bei allen Links in diesem Beitrag.
 

Diplomjodler

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
545
Bewertungen
419
Das Problem ist, dass es in der Linkspartei seit längerem zwei Gruppen gibt, die sich eben beide für links halten, gegenseitig verachten und auch sonst nichts zu sagen haben. Das eine sind die gut situierten Gefühlt-Linken in den größeren Städten, die andere die wirklich sozial Schwachen, um die sich Sarah Wagenknecht immer kümmerte. Dazu kommt noch, dass viele von den Gefühlt-Linken eben auch endlich im Bund "regierungsfähig" sein wollen, und damit das möglich ist, stört ein unbequemes soziales Programm/Gewissen in Form von Wagenknecht einfach stark. Was auch einer der Gründe dafür ist, wieso man versucht hat sie in der Partei rauszumobben. Sie steht dem Aufgeben des eigenen Rückgrats auf dem Weg in eine mögliche Regierungskoalition im Weg.

Dieser Kommentar von Christian Baron im "Neuen Deutschland" von 2017 bringt das Dilemma gut auf den Punkt: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1067607.debatte-in-der-linken-getrennte-lebenswelten.html
 

Diplomjodler

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
545
Bewertungen
419
Nun diese Spaltung innerhalb der Linkspartei gibt es eben auch nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren.
 

Verfahrenheit

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
2 März 2020
Beiträge
723
Bewertungen
566
die linke ist eher sogar in drei oder mehr flügel gespalten. der (regierungstechnisch) einfachste, aber auch unspektakulärste, ist der ostdeutsch dominierte Reformerflügel. Wenn nur die Linke nur aus diesen Leuten bestehen würde, könnte sie wahrscheinlich auch im Bund regierungsfähig sein.
 

Diplomjodler

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
545
Bewertungen
419
Und wagen wir einen Blick in Richtung der anderen Parteien - oh wie erstaunlich - auch da gibt es derartiges.
Ja, aber in der Linkspartei war lange Zeit der Flügel um Wagenknecht tonangebend. Was wir aktuell erleben ist ein Richtungswechsel, und zugleich Wechsel weg von der ursprünglichen Klientel einer linken Partei hin zu was völlig anderem.
 

saurbier

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2013
Beiträge
6.548
Bewertungen
10.679
Was wir aktuell erleben ist ein Richtungswechsel, und zugleich Wechsel weg von der ursprünglichen Klientel einer linken Partei hin zu was völlig anderem.
Da magst du durchaus ja mit recht haben, dieser ganzer Firlefanz um Gender u.s.w. dürfte kaum jemanden ernsthaft interessieren, der sich tagtäglich mit seiner kleinen EMR/Rente oder gar mit Hartz IV Bezügen im täglichen Kampf mit dem JC bzw. Sozialamt befindet und nicht weiß wie er über den Tag geschweige den Monat kommen soll.

Da merkt man halt, dass die alten Lotsen ala G. Gysi bzw. O. Lafontaine fehlen.

Wie der interne Kampf ja seinerzeit bereits S. Wagenknecht auch gesundheitlich zugesetzt hat, konnte man ja auch mitbekommen.

Interessant ist genauso bei den Linken, wie wenig Gedanken sie sich über ihre politische Ausrichtung zu machen scheinen, selbst nachdem S. Wagenknecht offenbar mit ihrem Buch den Finger in deren Wunde gelegt hat. Da kann man dann sehen, was da so manche Köpfe doch für narzisstische Züge haben.

Wie man eine Partei erfolgreich zerlegen kann, hat ja seinerzeit B. Lucke und F. Petry selbst erleben dürfen, als aus der ehemals EU-skeptischen Partei inzwischen die rechtsradikale AfD wurde.

Wenn die Linke sich mit ihrer neuen Führung noch weiter von der ehemaligen Wählerschaft (Arbeiter/Rentner/Hartz IV-er) entfernt, dürfte sie über kurz oder lang aus dem Bundestag fliegen, denn Gendern und ähnliches steht den Grünen weit besser. Die Linke hat sich seinerzeit aus dem Linken (sozialen Flügel) der SPD und eben der ehemaligen PDS zusammengefunden, um auf die massiven sozialen Verwerfungen seitens G. Schröders Hartz IV und Rentenreform aufmerksam zu machen und demzufolge zu bekämpfen. Nur davon merkt man halt immer weniger, insbesondere in den öffentlichen Auftritten, in welchem kaum einer den Mut hat die anderen Parteien frontal mit den nackten Fakten zu konfrontieren, um deren Märchenblasen mal platzen zu lassen. Aber gut, sowas konnte O. Lafontaine bzw. S. Wagenknecht eben weit besser, vielleicht weil sie mit dem dazugehörigen Zahlenmaterial besser zurechtkamen, als z.B. die neue Parteiführung.

Ich bin allerdings dennoch davon überzeugt, dass die Linkspartei als fünftes Rad am Wagen weit besser für eine sozial ausgerichtete Politik von Rot/Grün wäre, als eine von Ch. Lindner geführte FDP, denn mit dem kleinen Stimmenanteil der Linken könnte man denen weit mehr Zugeständnisse für ein Bündnis abtrotzen, als der FDP mit über 12 %. Da dürfte dann der geforderte NATO Austritt seitens der Linken eher ein Nebenschauplatz sein, solange sie auf der anderen Seite so manches ihrer sozialen Forderungen umgesetzt bekämen, was ihnen dann auch und im Besonderen im Osten (im Westen waren sie eh nie stark genug vertreten) sicherlich weitere Stimmen einbringen würde.

Aber warten wir einfach mal ab, was sich am 26. Sept. 2021 so ergeben wird, das Spiel ist bekanntlich erst vorbei, wenn der Abpfiff kommt, also am 26. Sept. 2021 um 18:00 Uhr.
 

Diplomjodler

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
545
Bewertungen
419
Interessant ist genauso bei den Linken, wie wenig Gedanken sie sich über ihre politische Ausrichtung zu machen scheinen, selbst nachdem S. Wagenknecht offenbar mit ihrem Buch den Finger in deren Wunde gelegt hat. Da kann man dann sehen, was da so manche Köpfe doch für narzisstische Züge haben.
Ich sehe das anders! Die Ausrichtung der Linkspartei ist für mich spätestens seitdem die Schwurbeltante Katja Kipping Vorsitzende wurde klar: endlich im Bund mitregieren!

Und um das Ziel zu erreichen, muss die Linkspartei einige Überzeugungen, Positionen und Prinzipien, damit also Personen wie Wagenknecht, über Bord werfen. Diesen Prozess erleben wir gerade. Oder glaubt hier jemand wirklich ernsthaft, die Linkspartei könnte Mitglied eines Kabinetts mit der SPD und Grünen sein, wenn sie nach wie vor ernsthaft für die Abschaffung von HartzIV eintreten würde?
 

barbapapa

Elo-User*in
Mitglied seit
3 September 2021
Beiträge
30
Bewertungen
27
Ich kann mich durchaus für linke Positionen erwärmen und empfinde Frau Wagenknecht auch wegen ihrer oftmals sperrigen Meinungen als angenehm.

Wer links ist, muss nicht zwangsläufig dumm sein. Dumm sind für mich eher die Anhänger der Grünen mit ihrem "Wir retten die Welt"-Gehabe. Nein, wir retten die Welt nicht.

Ich finde es auch eher humorig, wenn man von rot-rot-grün träumt gelegentlich. Nein. Die Grünen sind für mich komplett indiskutabel. Weg mit denen! Und links sind sie ohnehin nicht.
 

Verfahrenheit

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
2 März 2020
Beiträge
723
Bewertungen
566
Die Ausrichtung der Linkspartei ist für mich spätestens seitdem die Schwurbeltante Katja Kipping Vorsitzende wurde klar: endlich im Bund mitregieren!
was genau ist an katja kipping "schwurbelig"? sie wirkt doch ziemlich sympathisch, und ist durchaus stark links, sie setzt sich z.B. auch schon lange für das Bedingungslose Grundeinkommen ein.
Oder glaubt hier jemand wirklich ernsthaft, die Linkspartei könnte Mitglied eines Kabinetts mit der SPD und Grünen sein, wenn sie nach wie vor ernsthaft für die Abschaffung von HartzIV eintreten würde?
Ja, glaube ich! :)

Ich weiß ja nicht wo du die letzten Jahre verbracht hast, aber Hartz IV will doch heute nicht mehr ausschließlich die Linke abschaffen.
Es ist nur noch die Frage, wie stark Hartz IV abgeschafft, also wie sehr sich ein neues System (Bürgergeld, Garantiesicherung, vielleicht heißt es als Kompromiss bald Bürgersicherung) im positiven Sinne von dem alten unterscheidet, und wie schnell und mit welcher Priorität es auf den Weg gebracht wird.
Hier kann man in der Tat die Linke noch als Vorreiter sehen, aber ihr Alleinstellungsmerkmal auf diesem Feld hat sie seit zwei bis drei Jahren eingebüßt.

In einem rot-grün-roten Kabinett wäre Hartz IV sicher in absehbarer Zeit Geschichte. Das, woran es wohl scheitert, sind andere Dinge, wie die Extrempositionen in der Außenpolitik, und wenn man auf weiteren Politikfeldern sich nicht als kompromissbereit erweisen sollte.

Aber ich denke, auch bei einer Ampelregierung würde Hartz IV wegkommen, ist doch auch die FDP ähnlich der SPD für ein "Bürgergeld" bei dem viele Dinge vereinfacht würden, höheres Schonvermögen, höhere Einkommensfreibeträge uvm. Man könnte sich hier bestimmt einig werden.
 

Diplomjodler

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 März 2016
Beiträge
545
Bewertungen
419
Zum Thema HartzIV an sich: ich glaube den Parteien, die es eingeführt haben und sich teilweise noch immer selbst dafür feiern - also der SPD - einfach nicht, dass sie es nach einer Wahl auch wirklich abschaffen werden. HartzIV ist in diesem Lande vor allem eines: ein sehr mächtiges Herrschaftsinstrument. Eine Vielzahl von Firmen, Personen und Institutionen profitiert davon. Beim Vorhaben einer wirklichen Abschaffung wird es daher sehr wahrscheinlich zu massivem Widerstand von Seiten der Profiteure und mächtiger Lobbygruppen kommen.

Katja Kipping ist ausgebildete Juristin, und so schreibt sie eben auch. Sie ist eine Anhängerin des Nominalstils. Sie benutzt häufig Sätze mit vielen Nebensätzen. Dazu kommen noch häufig nicht immer für alle leicht verständliche Fremdwörter, für die es besser verständliche Synonyme gibt. Kurz und gut: man merkt ihr das eben an, und so kommt ihre eigentliche Botschaft häufig teilweise bis gar nicht an.

Nur ist die akademisch geprägte Juristensprache für den Gerichtssaal geeignet und gedacht, aber nicht für die Politik und das Wahlvolk. Wer beim Volk ankommen will, der muss klar, kurz und deutlich formulieren. Kurze, knackige Sätze. Die Hauptaussage direkt an den Anfang. Wenig bis gar keine Fremdwörter. So aber kommt Kipping meist nicht rüber.
 

Tom410

Elo-User*in
Mitglied seit
10 Dezember 2012
Beiträge
198
Bewertungen
449
Oder glaubt hier jemand wirklich ernsthaft, die Linkspartei könnte Mitglied eines Kabinetts mit der SPD und Grünen sein, wenn sie nach wie vor ernsthaft für die Abschaffung von HartzIV eintreten würde?
Schon, aber ob Scholz das auch möchte. Man kann so einiges in Partei- oder Wahlprogrammen stehen haben. Die Frage der Umsetzung ist ja bekanntlich eine andere. ;)

In einem rot-grün-roten Kabinett wäre Hartz IV sicher in absehbarer Zeit Geschichte.
Hoffentlich. :)
 
Oben Unten