DIE TAFELN - oder: Die konzeptionelle Aushöhlung des Sozialstaats

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wolliohne

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der schweinetrog (neudeutsch: die Tafel)
am trog betrogen unter dem schirm der herrschaft

Es gibt ehrenamtlich Tätige, die geben uneigennützig Speisen für Bedürftige aus.
Diese Helfer im humanen Dienst am Menschen wollen wir ehren.
Im Gedanken knien wir nieder.
Und wir ziehen auch den Hut vor ihnen.


Hinter dieselben ehrenamtlich Tätigen müssen wir jedoch ein Fragzeichen setzen!
Sie sorgen in ihrer Unschuld dafür, dass die Saat vom Staat aufgeht, nämlich dass sich der trickreiche Staat immer mehr aus der im Grundgesetz festgeschriebenen sozialen Verantwortung stiehlt.
Das erfüllt uns Mitbürger mit Sorge, nämlich dass der Staat Bedürftige am Schweinetrog abfüttert.

Schweinetrog?

Ja, Schweinetrog!
Denn der Bedürftige, frisst Abfälle.


Die Verantwortlichen beteuern unentwegt, dass nirgends Schimmel drauf sei.
Das wiederum rührt natürlich an unserem Herzen, wenn Tafelfraß sogar ohne Schimmel angeboten wird.
Quelle: Aktionsbündnis "potsdamergegenhartz"
 
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Anzumerken wäre noch, dass der Abfallspender eine Spendenquittung bekommt und über allem die gottgleiche Unternehmensberatung McKinsey thront ...
 

Paolo_Pinkel

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Hi,

für mich sind die Tafeln die Aushöhlung des Bedarfs und der damit verbundenen Regelsatzhöhe sowie der Rückzug des Staates aus seiner Fürsorgepflicht.

Derzeit läuft eine riesen Propagandakampagne FÜR die Tafeln. Welche Zustände dort wirklich herrschen und was dieses System - welches für mich nichts anderes ist als die Vorbereitung einer Regelsatzkürzung ist - wird nicht gezeigt.

Die Tafeln sind also in doppelter Hinsicht gefährlich.

Gruss

Paolo
 

Kaulquappe

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der schweinetrog (neudeutsch: die Tafel)
am trog betrogen unter dem schirm der herrschaft

Es gibt ehrenamtlich Tätige, die geben uneigennützig Speisen für Bedürftige aus.
Diese Helfer im humanen Dienst am Menschen wollen wir ehren.
Im Gedanken knien wir nieder.
Und wir ziehen auch den Hut vor ihnen.


Hinter dieselben ehrenamtlich Tätigen müssen wir jedoch ein Fragzeichen setzen!
Sie sorgen in ihrer Unschuld dafür, dass die Saat vom Staat aufgeht, nämlich dass sich der trickreiche Staat immer mehr aus der im Grundgesetz festgeschriebenen sozialen Verantwortung stiehlt.
Das erfüllt uns Mitbürger mit Sorge, nämlich dass der Staat Bedürftige am Schweinetrog abfüttert.

Schweinetrog?

Ja, Schweinetrog!
Denn der Bedürftige, frisst Abfälle.


Die Verantwortlichen beteuern unentwegt, dass nirgends Schimmel drauf sei.
Das wiederum rührt natürlich an unserem Herzen, wenn Tafelfraß sogar ohne Schimmel angeboten wird.
Quelle: Aktionsbündnis "potsdamergegenhartz"

:icon_daumen::icon_daumen::icon_klatsch:

Aber der link geht nicht ...: "Sorry, Service Temporarily Unavailable" :frown:
 
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Leider ist es das nicht, deshalb denken immer noch manche Leute, hier geht es um Wohltaten ...
 

MrsNorris

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Hi,

für mich sind die Tafeln die Aushöhlung des Bedarfs und der damit verbundenen Regelsatzhöhe sowie der Rückzug des Staates aus seiner Fürsorgepflicht.

Derzeit läuft eine riesen Propagandakampagne FÜR die Tafeln. Welche Zustände dort wirklich herrschen und was dieses System - welches für mich nichts anderes ist als die Vorbereitung einer Regelsatzkürzung ist - wird nicht gezeigt.

Die Tafeln sind also in doppelter Hinsicht gefährlich.

Gruss

Paolo

Stimmt, kriege jedesmal das Grausen, wenn ich beim Lidl meine Pfandflaschen weg bringe. Weil ich meine mühsam über den Monat gesammelten Kröten auch der tafel spenden kann. Und Lidl plustert sich schön drüber auf. Komisch, dass das so kurz nach dem Überwachungsskandal kommt...
 
E

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Hier bei uns im Lidl stehen solche Boxen mit der Aufschrift: "Kaufen Sie ein Produkt mehr und spenden Sie es an die Tafeln." Da schwillt einem echt der Kamm ...
 
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Hier bei uns im Lidl stehen solche Boxen mit der Aufschrift: "Kaufen Sie ein Produkt mehr und spenden Sie es an die Tafeln." Da schwillt einem echt der Kamm ...
MrsNorris
Stimmt, kriege jedesmal das Grausen, wenn ich beim Lidl meine Pfandflaschen weg bringe. Weil ich meine mühsam über den Monat gesammelten Kröten auch der tafel spenden kann. Und Lidl plustert sich schön drüber auf. Komisch, dass das so kurz nach dem Überwachungsskandal kommt...
Bei uns gibt es weder das eine noch das andere.
Dafür gab es mal eine Zeitlang eine Box mit der Aufschrift
"Spenden Sie ihr altes Handy der Hamburger Tafel".

Wolliohne
Es gibt ehrenamtlich Tätige, die geben uneigennützig Speisen für Bedürftige aus.
Diese Helfer im humanen Dienst am Menschen wollen wir ehren.
Im Gedanken knien wir nieder.
Und wir ziehen auch den Hut vor ihnen.
Das geht mir ein bißchen sehr zu weit. Ich habe ehrenamtliche Helfer z.T. auch anders in Erinnerung. Nämlich dass sie von oben herab die Lebensmitteltüten an der Tafel hinreichen. Dass sie empört die Augenbrauen heben, wenn man die Qualität der Lebensmittel kritisiert, etwas zurückweist oder mehr verlangt, weil ein Apfel und zwei Wurzeln nunmal nicht für eine Großfamilie reichen. Ich habe erlebt, wie sie für sich in Anspruch nahmen, etwas besseres zu sein als ein Hartzer, weil sie doch schließlich ehrenamtlich tätig wären, weil sie doch unentgeltlich ihre Zeit zur Verfügung stellten, weil sie doch keine Hartzer sind. Ich habe selbst erlebt, wie Lebensmittel, die für die Tafelgänger bestimmt waren, in den Taschen der Ehrenamtlichen verschwanden, dass die besten Sachen nie verteilt wurden, und dass mitunter ein großer Teil nur an besonders auserwählte Hartzer abgegeben wurde...... Es gibt einige Ehrenamtliche, die mit den gleichen Vorurteilen Hartzern gegenüber behaftet sind, wie ein großer Teil der Blöd-Leser-Bevölkerung.
Es war auch interessant (und bitter) mitzuerleben, wie wir dichtgedrängt (ca. 80 Menschen) in einem kleinen Raum der Diakonie standen, draußen goß es in Strömen, darauf warteten dass unsere Nummer aufgerufen wurde, und der Pastor versuchte sich mit den Worten "Lasst mich doch mal durch, schließlich gibt es noch Menschen, die arbeiten müssen", durch die Menge zu quetschen.
Dieser Satz offenbarte mir am deutlichsten, wie man in Wahrheit über uns denkt, und dass das ganze Gesabbel von Nächstenliebe und Wohltätigkeit viel Bla, Ba ist........ Doch davon will ja niemand hören.
Runkel
Leider ist es das nicht, deshalb denken immer noch manche Leute, hier geht es um Wohltaten ...
Es geht nicht um Wohltaten, sondern darum Menschen mit billigem Abfall zu füttern, damit sie still bleiben und nicht vor Hunger auf die Barrikaden gehen.
Es geht darum, den Spenderfirmen zu einem wohltätigen Image zu verhelfen, das von ihrem unsozialen Vehalten ablenkt.
Es geht darum, dass McKenseyische Prinzip, des megaschlanken Staats auf allen Ebenen durchzusetzen, damit die großen Wirtschaftsunternehmen noch fettere Gewinne einfahren.
Es geht darum, dass unverkäufliche Lebensmittel nicht mehr teuer entsorgt werden müssen, sondern gegen Spendenquittung steuergünstig abgegeben werden können.
Es geht darum, einen Weg zu finden, die Regelsätze abzusenken, und damit auch die Löhne.
Es geht darum, dass die breite Akzeptanz, die die Tafeln in Gesellschaft und Politik finden, Kritik und Ablehnung quasi unmöglich machen, und sich kaum noch ein Verantwortlicher findet, der öffentlich das Tafelunwesen anprangert.

LG

Meinen Tafelausweis habe ich abgegeben! Ich mag nicht mehr den Abfall essen, und dafür auch noch bezahlen müssen.
 

Ulla

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Ich war im Sommer 2-3 Male bei der Tafel, die Zustände bei der Austeilung waren katastrophal, da die Helfer, die das normalerweise immer im Griff hatten, im Urlaub waren und die Ersatzleute total überfordert waren und es bald zu einem kriegsähnlichen Zustand kam, das da nicht noch grössere Schlägereien ausgebrochen waren, grenzt an ein Wunder.

Es ging darum, dass bestimmte Gruppen meinen, sie alleine haben das Recht sich ständig vorzudrängeln, sich wirklich raffgierigst alles aneignen und selbst mit vollgestopften Taschen noch nicht genug haben und lautkreischend nach noch mehr verlangen.

Auch in einer Schlange ordentlich anstellen, ist für manche ein Fremdwort.

Ich stelle mich stundenlang schön ordentlich an, jetzt gibts ja gottseidank das Nummernsystem und warte... dennoch ist die Aufteilung in Gruppen, Behinderte, Wohnheime, Mütter mit Kindern und bestimmte Leute, deren Status ich nicht so einschätzen kann. Aber jedenfalls greifen diese Leute bei den ausliegenden Gemüse und Obstkartons dermassen zu, dass für andere kaum noch was übrig bleibt. Das andere wird ja in Tüten ausgegeben, obwohl ich da schon gravierende Unterschiede feststellen kann, die ersten laufen mit schweren bis oben gefüllten Tüten weg und andere kriegen dann nach stundenlangen Ausharren gerade noch den Rest.

Diese Herrschaften werden zuerst bedient, und wenn dann irgendwann nach 3.5 Stunden meine Nummer dran kommt, bekomme ich gerade nur noch einen Eisbergsalat, ein paar Champignons in der Gemüstetüte, die Obsttüte hatte an dem Termin ein paar Äpfel und Orangen und die für normale Lebensmittel hatte ein abgelaufenes Jogurt, ein paar trockene Plätzchen und eine Milch und einen abgelaufenen Himbeerreis und noch irgendwas kleines.

Jedenfalls stand ich dafür dann über 4 Stunden in der Kälte und im Regen und war fertig mit der Welt.... Ich ging dann über 4 Monate nicht mehr hin, meine Nerven, selbst einkaufen ging dann aber dermassen in die cents, das ich wochenlang wieder nur Reis oder Nudeln zu mir nahm.

Letztes Mal am 19.12. hatte ich gehofft, dass wegen Heiligabend etwas mehr in der Tüte sein könnte, nene, ein Tüte alten Rosenkohl, ein Lauch und 2 alte Salate, gerade noch einen Apfel und eine Banane und eine Apfelsine und für die Lebensmittel war neben einem Jogurt noch irgendwelche Bananenmilch in so einer Flasche die Ausbeute...

Dafür darf ich jetzt zusätzlich neben den nun auf 3.5 Stunden Wartezeit von 12-15.30 Uhr oder länger noch gleich morgens um 8 vor Ort sein um eine Nummer zu ziehen, damit ich dann mittags mir die Beine für fast nix in den Bauch stehen darf bei jedem Wetter...

Also von den vier letzten Male habe ich zweimal magerste Tüten gehabt, 2mal wars ganz gut, aber ich überlege jedes Mal, tue ich mir das an...

Auch diese Seite sollte mal gezeigt werden, wenn ich immer wieder von den Aussenstehenden höre, ach wie toll, die Möglichkeit bei der Tafel kriegt man doch alles vorne und hinten und umsonst noch, dem werde ich anbieten, kommen Sie doch mal mit von morgens bis abends.....das halten normale Leute keine 2 Minuten aus...

Der nächste Tafeltermin für mich wäre am 2.1., ob ich gehe.... ich weiss es noch nicht, 3.5 Stunden anstehen für einen Salat..... nicht so wirklich

Gruss

Ulla
 

Benja

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Ich weiß nicht, ob es um "Wohtaten" tatsächlich gehen soll, oder ob es um die "Produktion" geht?

Die "gespendeten Lebensmittel" - wie in einem anderen Thread angemerkt - entstammen einer gezielten "Überproduktion" und je nach "Marktgeschehen" wird der Rest an die Tafeln gegeben...es hat also in meinen Augen weder was mit Wohltat noch mit "Abfütterung" zu tun, sonderm mit "Marktwirtschaft" und einer "absichtlichen Fehlproduktion" um "Lücken" zu decken...geht in der Lebensmittelbranche nunmal nicht so einfach sich für "Engpässe nen Leiharbeiter" zu besorgen, also wird mal eben "überproduziert" und wieviele "GEmüsebauer" so will ich es mal plastisch darstellen gehen quasi bankrott, damit die Großkonzerne fröhlich überleben mit ihren Hungerlöhnen ,die sie bezahlen und die Leut die sie ausbeuten dafür!

@ Runkel:

Jepp,nicht Orvel is watching you, sonder McPlumksi! sowas gehört in meinen Augen verboten! Sonne unternehmen!!!
 

Jenie

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Am besten mal ein anderes Nummernsystem vorschlagen.

Hier wird jedesmal eine Andere Uhrzeit gegeben, mal früher mal später - so kommt jeder mal in den Genuss der erste zu sein und jeder mal auch der letzte. In Tüten Abpacken ist nicht. Hier stehen sie an einer Großen Theke und bedienen die Kunden nach Wunsch, was er sich aussucht. Bei der Menge machen sie sich soweit ich das mitbekomme, Kategorien - 1 person Haushalt usw... Die meisten alleinstehenden gehen mit ein bis drei grossen Tüten - raus. Familien mit zwei und Drei Kindern bekommen meistens 4 bis 8 Große Tüten voll. Wenn ich hier immer wieder lesen was eure Tafeln euch geben - frage ich mich allen ernstes was der blödsinn soll. wer steckt das Geld ein, womit Waren zugekauft werden sollen usw... Da wird mir ja grotten übel.

Ich habe schon öfter bei unseren Nachbarsfamilien gesehen was sie so bekommen. Mal mehr mal weniger - und oftmals mit Datum das nicht abgelaufen ist, und wenn nur ein oder zwei Tage drüber.

Drei verschiedene Käsesorten (von Camenbert bis Gouda) nicht die billigen.
Wurst: Leberwurst - dreimal - Schinken - Bierwurst usw... drei bis 6 Packungen.

Käse und Wurstwaren sind aber nich timmer so üppig da - manchmal weniger oder garnichts, manchmal dann wieder so viel das sie sogar ganze Kartons voll bekommen durch die Wurstfabrik hier.

Joghurt 10 Stück verschiedene - Quark - Buttermilch - drei Milchtüten

Süssigkeiten. T*** Schockolade - Lutscher Bonbons usw... Kinder Maxi King usw...

4 Brote - vier Packungen (a 6 Stück) mit verschiedenen Brötchensorten
Kuchen verschiedene je nach dem. von unseren Türkischen Bäckern Fladenbrote usw...

Ab und an : Margerine - Marmelade - Nutella - Kaffee - Nudeln - Reis - windeln - Kosmetikprodukte - Babyglässchen.

Dann natürlich immer viel Obst und Gemüse - Unterschiedlichen Zustandes - mal sehr frisch noch - mal weniger frisch. Verschimmeltes wird weggeworfen und nicht mehr verwertet. Dann gibt es immer wieder mal Spielsachen - Kleidung usw... was so gespendet wird und dort landet.

Aussortieren tun sie wohl die Kaputten sachen und was brauchbar ist wird hingestellt. Im grossen und ganzen gibt es eigentlich nichts was sie nicht dort bekommen - nur halt nicht jedesmal alles. Was immer viel da ist - Kuchen udn Backwaren sowie obst und gemüse. Alles andere ist mal davon viel da mal davon und oftmals wenn es wenig ist kaufen die Arbeiter zu.

Dann gibt es noch Familien und Menschen die selbst nicht mehr kommen können und mit Kartons beliefert werden. unsere eine Nachbarsfamilie bekommt regelmässig ein bis zwei Bananenkartons voll - jede Woche und dort ist auch alles drinnen was das Herz begehrt. Sie wohnt gleich gegenüber von uns und klingelt oft bei mir und wir trinken kaffee. Dann sagt sie immer, Schau mal was wir bekommen haben -- lauter Luxussachen.

Das anstehen an der Tafel ist für die Menschen hier mit einer viertel stunde bis eineinhalb stunden verbunden je nachdem wieviel los ist.
Bedient werden sie hinter der Theke von 5 bis 7 Damen alles ehrenamtliche Helfer. Das Kühlhaus und das Lager ist sehr gross und gut befüllt. Ich habe es mir erst letzte Woche mal wieder angesehen während der Spendenaktionen für Weihnachten.

die kunden bezahlen 1 bis 2% und nur einige sachen - bei vier tüten sind das 1,50 Euro manchmal bei 6 tüten 2,50 Euro. Das dient auch für den zukauf von Waren und für die Instanthaltung der 7 fahrzeuge - das Kühlhaus - die Kühlschränke und der sonstigen Kosten die anfallen. Ein kleiner obulus der mehr dazu dient das sich die kunden nicht schlecht fühlen müssen - weil sie dort spenden bekommen. Es soll würdevoll sein und einem normalen Einkauf gleichen.

Ein Euro Jobber findet man hier nicht. Der Vorstand wuselt überall herum und ist laufend dabei - spenden zu holen zu organisieren usw... Spenden kommen überwiegend von den Ärzten und Unternehmern hier wozu wir auch gehören. Das sind regelmässige Geld und Sachspenden mit denen dann eben Kaffee und solche dinge gekauft werden können.

so das musste ich mal schreiben. man kann eine Tafel auch anderst führen wie man sieht. Dann muss man sich halt ordentlich dafür einsetzen und was tun und nicht so halbherzig wie viele es tun.

In diesem Jahr habe ich unsere Tafel hier sehr beobachtet - nach den vielen negativen berichten hier und der Äusserung unseres Tafelvorstandes, der sich mit dem Tafelbund angelegt hatte und sich nichts mehr von denen Vorschreiben lässt.

Und das Ergebnis finde ich kann sich sehen lassen. Es ist eine schande das was ich hier immer wieder lese von anderen Tafeln. Den wie sagt der Vorstand noch bei uns? entweder mache ich was richtig oder ich lasse es. Hier werden Menschen bedient und sind als ganz normale Kunden zu behandeln und nicht als Vieh.
 

Benja

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@ Jenie

es ist schön, wenn es so bei Euch ist...doch leider ändert das wenig an den Fakten...die Umsetzung mag durchaus variieren, aber die Wurzeln???
 

Jenie

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die wurzeln liegen in Berlin und bei den Lobbys. Für gut befinde ich es auch nicht. Doch was willste machen? Ausser immer wieder öffentlich das anprangern wie vieles andere der Agenda und Hartz auch?

Mir wäre am liebsten - Die Bauern bestücken wieder Ihre Felder und wir helfen mit und versorgen uns selbst und lassen Tafeln samt einkaufsläden alle liegen. Dann wäre die Kundschaft des Käufers und auch der rest wovon die noch Profitieren weg.

Das wäre die richtige antwort. Statt dessen sehen sich die Menschen in den Läden und kaufen und an den Tafeln wieder für diejenigen die sonst nicht über die runden kommen. so schauts aus leider.

solange wir deren Brot essen und solange wir deren dinge erwerben - tun wir genau das was sie wollen.

Wem es ernst ist das er die Nase voll hat - sollte sich mal damit beschäftigen nichts mehr zu kaufen - sondern durch Tausch zu leben und die ortsansässigen Landwirte einbinden. regional abwenden von deren System. Eine andere Fruchtbare Lösung sehe ich nicht.
 

Benja

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solange wir deren Brot essen und solange wir deren dinge erwerben - tun wir genau das was sie wollen.

Wem es ernst ist das er die Nase voll hat - sollte sich mal damit beschäftigen nichts mehr zu kaufen - sondern durch Tausch zu leben und die ortsansässigen Landwirte einbinden. regional abwenden von deren System. Eine andere Fruchtbare Lösung sehe ich nicht.


Jepp...der Ansatz ist durchaus OK, nur befürchte ich, dass jene Landwirte nicht mitmachen (können), einfach deshalb, weil die selbst überleben müssen und denen zum Tauschen nix übrig bleibt...und auch die Tauschwirtschaft ist eine Form der Wirtschaft :) und wer bestimmt was wieviel Wert zum Tauschen ist :)

Haste Gutes und viel zum Tauschen ist es nix anderes als haste viele Euros!

Und ohne Tauschen in irgendeiner Form wirds auch nicht gehen...und leider gibts ja immer die, die MEHR tauschen und haben wollen, als da ist...die sagen Dir dann: MEin ist aber und dein ist nur, also wenn ich von deinem 3 kannste von meinem 1 kriegen! und gibste denen 3, legen se 2 auf Eis und machen daraus 4 und mit den anderen 2 von den 4 legen se das obendrauf und bieten 5 für deinen 1?! So läuft das - schimpft sich "Profit" und all den Schnickes...die Börse muss in meinem Augen eindeutig weg, denn die vernichtet...Loriot hat hierzu mal den Sketsch "der Mündelsparer" gebracht..sowas von Weitblick in der Komik :) ist nicht jedem Günschtler gegeben!
 

Ahasveru

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Wem es ernst ist das er die Nase voll hat - sollte sich mal damit beschäftigen nichts mehr zu kaufen - sondern durch Tausch zu leben und die ortsansässigen Landwirte einbinden. regional abwenden von deren System. Eine andere Fruchtbare Lösung sehe ich nicht.
Tauschwirtschaft ist zwar recht nett, aber damit bestreitest Du kein Leben.

Fakt ist doch, das genügend Nahrung produziert wird und vorhanden ist, sogar in einer grossen Überproduktion.

Die wird aber vernichtet, um die Preise hoch zu halten.

Und das sollte sie eben nicht, sondern sie sollte den Menschen zugeführt werden.
 

Benja

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Tauschwirtschaft ist zwar recht nett, aber damit bestreitest Du kein Leben.

Fakt ist doch, das genügend Nahrung produziert wird und vorhanden ist, sogar in einer grossen Überproduktion.

Die wird aber vernichtet, um die Preise hoch zu halten.

Und das sollte sie eben nicht, sondern sie sollte den Menschen zugeführt werden.

Schööner Avatar :)

Jetzt zum Inhalt:
Ich würde meinen, dass die Überproduktion einen möglichen "Produktionsmangel" augleichen soll...in der Produktion von nicht Nahrungsgütern geht das so:
Du stellst als Cheffe fest, dass gerade enorme Nachfrage besteht...mehr als du mit deinen leuten produzieren kannst...schwups gehste zu einem von den Personaldienstleistern wie das moderne Wort der Sklavenhaltung heisst und "leihst dir mal eben ein paar leute aus" und schwupps kannste rasch deine Produktion fast über nacht vervielfachen! so geht das! und die leute, die die sklaven sind, die kriegen nen bruchteil von dem lohn, was der produktionschef zahlt, weil der sklavenhändler, der will fürs verleihen knete.

ich war mal so ein sklave und ich kann nur sagen: Schafft die Sch*** wieder ab, sie ruiniert alles! Und lasst uns sklaven sein, wie es früher war, weil da wars besser als über die vermittler...stelle mich gerne wieder aufs feld, aber sicher nicht mehr leiharbeiterin, und mich dann noch vom vorchef anbaggern zu lassen um mir dann vom verleiher anzuhören: jetzt ham se sich doch nicht so!

Noch Fragen?


Und um das auszugleichen, macht die Lebensmittelbranche mal schnell ein bißchen mehr von allem, und wenns zuviel ist, sind da immer noch die hungrigen Hartzler :)
Alles klar?
 

Ahasveru

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Ich würde meinen, dass die Überproduktion einen möglichen "Produktionsmangel" augleichen soll...
Das ist das, was von der anderen Seite her sein soll.

Was ich aber sagte, ist das, was für die Bevölkerung sein soll. Nämlich, das eines ihrer Grundbedürfnisse erfüllt wird.

Und sie hat ein Recht darauf, das dieses Grundbedürfnis erfüllt wird. Wer ist es denn, der die Nahrung produziert und überhaupt den Reichtum in diesem Lande schafft?

Die Politiker oder gar der Staat?
 

Benja

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Das ist das, was von der anderen Seite her sein soll.

Was ich aber sagte, ist das, was für die Bevölkerung sein soll. Nämlich, das eines ihrer Grundbedürfnisse erfüllt wird.

Und sie hat ein Recht darauf, das dieses Grundbedürfnis erfüllt wird. Wer ist es denn, der die Nahrung produziert und überhaupt den Reichtum in diesem Lande schafft?

Die Politiker oder gar der Staat?

Nee, weder noch :)

Und die Ansicht hierüber teile ich mit Dir, nur schätze ich, solange es den Sklavenhandel in der Form gibt, wird sich das nicht verändern...warum sollten sie an die Leute denken, wenn sie per Mausklick und Cash verfügbares personal haben, um den Kram zu produzieren?

Boykott wäre schon eine Lösung, aber dann sind die Leut verhungert...insofern kein leichtes Unterfangen!
 

Ahasveru

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solange es den Sklavenhandel in der Form gibt, wird sich das nicht verändern
Nö, wird es nicht. Ich meine das ja auch eher im Bezug auf eine mögliche solidarische Gesellschaft, eine Gesellschaft mit einem neuen Wertesystem und Wertebewusstsein.

Boykott wäre schon eine Lösung, aber dann sind die Leut verhungert...insofern kein leichtes Unterfangen!
Ich favorisiere da eher die Plünderung....die Bevölkerung holt sich im Eigentlichen nur das, was ihr gehört, weil sie es produziert hat.
 

Benja

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Ich favorisiere da eher die Plünderung....die Bevölkerung holt sich im Eigentlichen nur das, was ihr gehört, weil sie es produziert hat.

Wenn es sooo einfach wäre, hättens bestimmt ein paar probiert :) trotz Lethragie und Co :)
Das System wird keinen plündern lassen :) und wie weiter oben beschrieben werden die missverstanden, die die Tafeln bedienen und sich gleichsam selbst bereichern, ehe sie es weitergeben...meinste das?
 

Ahasveru

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Wenn es sooo einfach wäre, hättens bestimmt ein paar probiert :) trotz Lethragie und Co :)
Das System wird keinen plündern lassen :)
Nun, ich hätte ja auch nicht vor, das System vorher um Erlaubnis zu fragen...


und wie weiter oben beschrieben werden die missverstanden, die die Tafeln bedienen und sich gleichsam selbst bereichern, ehe sie es weitergeben...meinste das?
Äääh, nö. Tafeln sind Müll und Volksverar****. Davon halte ich nix und mach mir keine Gedanken darum.

In einem anderen Deutschland gabs auch Hilfswerke und Suppenküchen. Als der Hunger dann grösser wurde, sollte man in den Krieg ziehen und fremder Länder Kornkammern plündern.

Da plünder ich doch lieber hier....bevorsemich nach Afghanistan umsiedeln oder sonswohin....um dort zu plündern.
 

Jenie

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Jepp...der Ansatz ist durchaus OK, nur befürchte ich, dass jene Landwirte nicht mitmachen (können), einfach deshalb, weil die selbst überleben müssen und denen zum Tauschen nix übrig bleibt...und auch die Tauschwirtschaft ist eine Form der Wirtschaft :) und wer bestimmt was wieviel Wert zum Tauschen ist :)

Haste Gutes und viel zum Tauschen ist es nix anderes als haste viele Euros!

Und ohne Tauschen in irgendeiner Form wirds auch nicht gehen...und leider gibts ja immer die, die MEHR tauschen und haben wollen, als da ist...die sagen Dir dann: MEin ist aber und dein ist nur, also wenn ich von deinem 3 kannste von meinem 1 kriegen! und gibste denen 3, legen se 2 auf Eis und machen daraus 4 und mit den anderen 2 von den 4 legen se das obendrauf und bieten 5 für deinen 1?! So läuft das - schimpft sich "Profit" und all den Schnickes...die Börse muss in meinem Augen eindeutig weg, denn die vernichtet...Loriot hat hierzu mal den Sketsch "der Mündelsparer" gebracht..sowas von Weitblick in der Komik :) ist nicht jedem Günschtler gegeben![/b][/color]


ja leider... das ist das Hauptproblem aller Menschheiten
 

Tinka

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der schweinetrog (neudeutsch: die tafel)



Es gibt ehrenamtlich Tätige, die geben uneigennützig Speisen für Bedürftige aus.
Diese Helfer im humanen Dienst am Menschen wollen wir ehren.
Im Gedanken knien wir nieder.

Und wir ziehen auch den Hut vor ihnen.



Hinter dieselben ehrenamtlich Tätigen müssen wir jedoch ein Fragzeichen setzen!

Sie sorgen in ihrer Unschuld dafür, dass die Saat vom Staat aufgeht, nämlich dass sich der trickreiche Staat immer mehr aus der im Grundgesetz festgeschriebenen sozialen Verantwortung stiehlt.
Das erfüllt uns Mitbürger mit Sorge, nämlich dass der Staat Bedürftige am Schweinetrog abfüttert.
Schweinetrog?
Ja, Schweinetrog!
Denn der Bedürftige, frisst Abfälle.
Die Verantwortlichen beteuern unentwegt, dass nirgends Schimmel drauf sei.
Das wiederum rührt natürlich an unserem Herzen, wenn Tafelfraß sogar ohne Schimmel angeboten wird.
Dennoch können wir klar erkennen: Der Bedürftige ist schlichtweg chancenlos.
Es gibt all da solche unter ihnen, die eine massive Hemmschwelle zu überwinden haben, wenn sie sich überhaupt erstmalig am Schweinetrog einfinden wollen.
Sie könnten immerhin dem Nachbarn begegnen - und sie werden ihn begegnen!
Wers nicht glaubt, der kann es selbst ausprobieren, auch wenn er des Abfalls nicht bedarf.
Einfach hingehen: Fressen und gesehen werden!





All der am Schweinetrog darbebotene Fraß ist knapp vor dem Verfallsdatum, und der Bedürftige, also der zum Schwein deklarierte Mensch, hat keine Wahl, dieses oder jenes Kaufhaus zum Einkaufen zu wählen, respektive diese oder jene Speise auszusuchen, um auch den Kindern zu geben, was sie brauchen, damit sie gedeihen.

Er kann noch nicht einmal von gängigen Geschäftsöffnungszeiten Gebrauch nehmen: Die Schweinetafel hat nämlich nur selten auf und einjeder, der an dieser Schweinerei teilnehmen möchte, hat sich auch rechtzeitig in einer langen Schlange einzufinden, wenn er Schwein gehabt haben will, am Elend mitzuzehren.
Anderenfalles kann er mit Gammelkram abziehen, oder eben der Laden hat längst zu.





Dieser Schweinemensch aus der langen Schlange frisst also, was die Kelle gibt.

In Kriegszeiten ist das kein Problem: Da wird gefressen, was die Kelle gibt, denn da geht es um die nackte Haut und um fressen und gefressen werden.
Hier aber in Friedenszeiten und im Wohlstand geht es um Ausgrenzung und um Rausbeißen.
In einer reichen Gesellschaft wird mit dem Finger auf die Tafel gezeigt: DENN DU BIST DAS SCHWEIN!
Wir kennen diesen Slogan längst und sind an ihn gewöhnt; denn unlängst hieß es deutschlandweit von allen Plakaten herab: DENN DU BIST DEUTSCHLAND!





Eine Frau von den Lügen bewacht und behütet den Trog.

Mit Schirmherrschaften wird betrogen.
Menschen nämlich werden um ihre Würde betrogen.
Und der Staat aber schirmt sich ab vor denen, durch die er deligiert wurde.
Wir sprechen es nun aus: In diesem Staat mit nur wenig Gemeinwesen werden Gelder systematisch abgesaugt von unten nach oben.
Die da unten findet man entkräftet und in Abhängigkeit am Schweinetrog, und die da oben sichern sich ihren Besitzstand und ihre Macht.
Wahrlich ich sage euch: Das ist nicht irgendeine Wahrheit, es ist vielmehr die bittere Wahrheit!



Quelle & weiter: 18
 

Jenie

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Es ist wirklich nicht einfach. Auf der einen seite bleiben einige extrem auf die spenden angewiesen. Dorthin jagt das Harztkonzept sie ja. und die Helfer und Spender werden ebenso dahin verdrängt.

Bewusst ist mir das schon eine ganze weile - gerade weil hier das Forum immer wieder darauf Aufmerksam macht. Nur was könnte man anderst machen ? Das ist doch immer und immer wieder die Frage.

Auf der einen seite möchte ich Familien und frierende Obdachlose - die ich hier immer wieder vorfinde - aufsammle usw. nicht im Stich lassen. Auf der anderen seite möchte ich aber auch nicht das der Staat somit sein Ziel erreicht. Es ist Ambivalent keine Frage so empfinde ich es auch oft. Die Keile die getrieben wurden wirken tief in unserer Gesellschaft - dank Staat.

Aber was könnten wir anders machen damit einerseits die Menschen versorgt sind und dennoch der Staat nicht davon Profitiert?
 
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