Die Meldung von Seite 1:"Langzeitarbeitsloser vermittelt!"

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Steamhammer

Gast
Langzeitarbeitsloser hat's geschafft: Vier Jahre arbeitslos – jetzt ist er Busfahrer - Erst Langzeitarbeitsloser, jetzt Busfahrer - FOCUS Online - Nachrichten

Da muss man erst genau hinsehen, was es für Meldungen in ein spiessiges überregionales Nachrichtenmagazin schaffen:

"Langzeitarbeitsloser hat's geschafft Vier Jahre arbeitslos – jetzt ist er Busfahrer"

Deutlicher kann man den Unterschied zwischen Propaganda und Wirklichkeit gar nicht beschreiben.
Und dann gibt es 5 Seiten Gelaber und Geblubber um dieses Thema.

Und am Ende noch die üblichen Klischees:

Einige schafften es zum Beispiel einfach nicht, pünktlich zu sein. „Ein Mitarbeiter hat er deshalb von selbst geschmissen.“ Schnell ging es auch bei einer Frau in den 40ern, die zehn Jahre arbeitslos war und sich bereits nach einer Woche am Sonntagabend krank meldete: „Die hat der Montag bedroht“, bemerkt Christoph süffisant. Er vermutet, dass die Mitarbeiterin mit der Situation nicht zurechtkam: „Ich habe ihr dann gesagt, dass ich sie kündigen werde. Darauf hat sie sich bei mir bedankt.“
Solche 5seitigen Reportagen erlauben nur eine Frage:;
Cui bono?

Die Antwort steht schon hier:

Lohnsklaven und Menschenschinder - verkommen wir zum Billiglohnland? | Das Erste - Günther Jauch - Rückblick

Ein Stundenlohn von zehn Euro, eine geregelte 5-Tage-Woche, regelmäßige Pausen, bezahlter Jahresurlaub? Von diesen Arbeitsbedingungen können viele Menschen in Deutschland nur träumen. Sie schuften zwölf Stunden oder mehr am Tag und bekommen dafür zum Teil weniger als drei Euro Stundenlohn. Viele von ihnen können sich keine Wohnung leisten und hausen in überfüllten und abbruchreifen Häusern. Und nicht wenige werden von ihren Arbeitgebern unter Druck gesetzt und müssen für immer weniger Geld immer mehr leisten.
Arbeiter in einem Schlachthof Fließbandarbeit in einer Fleischfabrik.
Diese moderne Form der "Lohnsklaverei" dürfte es in Deutschland gar nicht geben: Stundenlöhne von drei oder vier Euro sind hierzulande sittenwidrig, für viele Branchen gelten gesetzlich geregelte Mindestlöhne und das deutsche Arbeitsrecht räumt Angestellten zahlreiche Rechte ein. Kurz: Deutschland gilt als ein Land, in dem Menschen für gute Arbeit auch gutes Geld erwarten können und fair behandelt werden.
Den Billiglöhnern aber nützen die Gesetze wenig: Leiharbeit, Werkverträge und undurchdringliche Firmengeflechte aus Subunternehmen und Sub-Subunternehmen ermöglichen es Firmen, die Löhne immer weiter zu drücken – und das meist auf legale Art und Weise. Mit kleinen Tricks können Unternehmen das Arbeitsrecht umgehen und so ihre Angestellten in die Lohnsklaverei zwingen.

Die Absicht des Focus-Artikels ist also klar: Arbeitslose einlullen und Ausbeutern zugänglich machen.
 
L

lola montez

Gast
Will ich ehrlich gesagt nicht wissen was der Mann als Busfahrer verdient.
Das dürfte so üppig nicht sein.
Und er ist schon ein älterer Mann. Kann ich selbst aus eigener Erfahrung sagen, ich bin 42 Jahre und habe schon Probleme was zu finden.
Jedenfalls was seriöses und kein Niedriglohnjob, ich muss meine Miete und Essen bezahlen, also muss es sich rentieren.
Wer will sich schon verschlechtern? Ich nicht, ich gehe doch arbeiten um zu leben, nicht leben um zu arbeiten.
Alles andere ist gelogen, sonst kann ich auch wieder zurück nach Georgien, da gibt es wenigstens keine Bösen SBs.
 

BibiBlocksberg2009

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Ich habe die "Sensationsmeldung" heute Morgen auch gelesen und hatte direkt Schaum vorm Mund.

Vor allem da bei den Lesern nach dem hier

Den noch fehlenden Busführerschein in Höhe von 8000 Euro machte ein Bildungsgutschein des Jobcenters möglich.
suggeriert wird, dass das Jobcenter Bildungsgutscheine locker-flockig vom Himmel fallen lässt.
Und das dann auch noch für einen Job, der mit ziemlicher Sicherheit wieder im Niedriglohnsektor anzusiedeln ist.

:icon_neutral:
 

JulieOcean

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Im Dezember 2011 führte er dann ein Gespräch mit der Mitarbeiterin einer vom Jobcenter beauftragen Agentur. Auf die Frage nach seinem Wunschberuf gab Psunder zur Antwort: „Busfahrer.“

Dann lasst uns alle zum JC laufen und unsere Wunschberufe verkünden! :mad:
Und wer ist denn die "Mitarbeiterin einer vom Jobcenter beauftragen Agentur"? Der arme Kerl ist bestimmt in einer Maßnahme gewesen.

Neben dieser ach so süßlichen Geschichte wird aber gleich wieder der faule Elo herzitiert:

Einige schafften es zum Beispiel einfach nicht, pünktlich zu sein. ...Schnell ging es auch bei einer Frau in den 40ern, die zehn Jahre arbeitslos war und sich bereits nach einer Woche am Sonntagabend krank meldete: .... „Ich habe ihr dann gesagt, dass ich sie kündigen werde. Darauf hat sie sich bei mir bedankt.“

Und das ist es doch, was transportiert werden soll.
Einer wird vorgeschoben: Seht mal, der ist fleißig, der ist motiviert, der hat es geschafft. Aber alle anderen sind selbst schuld, dass sie keine Arbeit haben. :icon_dampf:
 
E

ExitUser

Gast
Die Medien sollten mal besser so ausführlich über die Verweigungshaltung der Jobcenter berichten, wenn es um Kostenerstattung für Bewerbungen geht oder bei den viel zu geringen Zuschüssen für Arbeitgeber von Kleinstbetrieben, wenn diese einen Hartz IV-Betroffenen einstellen möchten.

Ein weiteres Thema ist auch das Verschleudern von immensen Steuerngeldern, die allein für irgendwelche Maßnahmeträger rausgeworfen werden.
Für rund 31.500 Langzeitarbeitslose werden vom Jobcenter Gelsenkirchen in diesem Jahr allein sagenhafte 24.400.000 € verschleudert.
Rechnet mal aus, was da pro Langzeitarbeitslosen nur für integrationsorientierte Leistungen (= Maßnahmen), Beschäftigung schaffende Maßnahmen (= Ein-Euro-Jobs), Maßnahmen für Jüngere (= Fortbildungsmaßnahmen) und berufliche Reha verbrannt wird!
Das sind pro Kopf unvorstellbare 774.603 €

S. h.: https://www.iag-gelsenkirchen.de/common/library/dbt/sections/_uploaded/Arbeitsmarktprogramm_2013.pdf
dort unter 4.1, Seite 19
 

spin

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Was quatscht ihr so lange über den Busfahrer? Der ist doch nur vorgeschoben. Es geht nur um die nebenher ablaufende Volksverhetzung und die Darstellung eines so guten und fürsorgenden Staates. "Die müssen ja selbst Schuld haben!" - wenn sie erwerbslos sind, ist das Motto.

So treibt man die Menschen in der BRD in eine allgemeine Faschismusdenke. Normalerweise gehören m. E. die Autoren in den Knast.
Der Artikel ist ein mittelgutes Gesellenstück der Manipulation. Für focus-Leser sind die wahren Absichten ausreichend versteckt.
 

hemmi

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Hat irgend wer von euch schon mal darüber nachgedacht wer der Herausgeber des Fozus ist?
Ein gewisser Helmut Markwort, seines Zeichen bekennender FDP ler.
Daher pfeifft der Wind.
 
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Was quatscht ihr so lange über den Busfahrer? Der ist doch nur vorgeschoben.

Aber er gibt ein Beispiel ab. An Beispielen und Einzelschicksalen macht man nunmal Berichte fest. Alles andere ist für die meisten Leser zu langweilig. Wenn jemand schreibt, daß es 5 Millionen Arbeitslose gibt, macht das nicht betroffen. Wenn man 10 Arbeitslose aus den 5 Millionen rauspickt und sie vorstellt, wird das eher gelesen.
 

spin

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Der gibt kein Beispiel ab. Es geht nur um eine getarnte Volksverhetzung. Und die wiederum dient der weiteren Schwächung von Erwerbslosen- und Arbeitnehmerpositionen.
 
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ExitUser

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Der Busfahrerbericht ist als reine Wahlpropaganda abzutun und nicht als ein "Beispiel" zu werten.

Derartige Berichte tauchen in den Medien immer wieder auf. Sie zeichnen sich durch enorme Falschinformationen bzw. schon krankhaftem Optimusmus aus.
Hier noch so ein Tellerwäscher_zum_Millionär-Märchen:
Gelsenkirchener schafft es von Hartz IV zum eigenem Betrieb - Gelsenkirchen | WAZ.de


Den aufmerksamen Leser muß doch so eine Story derart verwundern, dass überhaupt über so etwas berichtet wird.
Mit diesen Einzellfällen sollte auch dem dämlichsten Bild-Leser klar sein, dass heutzutage eine Arbeit zu finden so etwas ungeheuerlich Außergewöhnliches ist, dass die Medien darüber berichten, als sei irgendwo ein Kernkraftwerk explodiert. Nur weil 1 den Lottojackpott geknackt hat, sind doch alle anderen Lottospieler nicht zu faul zum gewinnen?!!


Kurz vor den Wahlen werden wir Hartz IV-Betroffene in den Medien wieder unisono als Faule, als Schmarotzer, als Nichtsnutze usw. bezeichnet; damit nur keiner die DieLinke wählt!
 
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ExitUser

Gast
Laut Locus Artikel verdient er 2.600 Brutto. Na klaro. :icon_hihi:
München! Das ist keinesfalls unrealistisch und praktisch nicht soviel wie es beispielsweise für jemanden aus der ückermarkischen Provinz klingen mag.

Interessant finde ich auch dieses hier:
Nur jeder dritte Betrieb in Deutschland stellt Personen ein, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind...
Aha. Also ist jeder, der länger als ein Jahr keinem "Brotberuf" nachgeht, automatisch ein fauler Sack, der bis Mittags im Bett liegt und jeden Tag aufs neue in sein sinnloses Dasein hineinvegetiert? :icon_neutral:
 

hartaber4

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München! Das ist keinesfalls unrealistisch und praktisch nicht soviel wie es beispielsweise für jemanden aus der ückermarkischen Provinz klingen mag.

u.a. auch unter bezug zu Beitrag 8:

Der Bruttolohn dürfte in München unter Taschengeld laufen....

Nicht ohne Grund packen viele Busfahrer die Koffer, weil sie sich für Kleingeld nicht mehr zum Löffel machen wollen:

Busfahrer aus Ostdeutschland - Rundschau - TV - SRF Player - Schweizer Radio und Fernsehen
 
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Steamhammer

Gast
Was quatscht ihr so lange über den Busfahrer? Der ist doch nur vorgeschoben. Es geht nur um die nebenher ablaufende Volksverhetzung und die Darstellung eines so guten und fürsorgenden Staates. "Die müssen ja selbst Schuld haben!" - wenn sie erwerbslos sind, ist das Motto.

So treibt man die Menschen in der BRD in eine allgemeine Faschismusdenke. Normalerweise gehören m. E. die Autoren in den Knast.
Der Artikel ist ein mittelgutes Gesellenstück der Manipulation. Für focus-Leser sind die wahren Absichten ausreichend versteckt.

Du hast das richtig erkannt.
 
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Steamhammer

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.Mal sehen, ob der ganze Dreck dann nach der sog "Wahl" wieder signifikant nachlässt.
 

hartaber4

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.Mal sehen, ob der ganze Dreck dann nach der sog "Wahl" wieder signifikant nachlässt.

Also die "Agenda-2010-Daumenschrauben" werden wohl eher etwas nachgespannt...... als denn gelockert.

Beamte wollen ihre fetten Pensionen

Der Euro wartet auf Rettung

BER u.a. will fertig erstellt werden

usw.

Da muss der Elos schon mal das eine oder andere kleine Opfer bringen....
 

2010

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Eingliederungszuschüsse des Jobcenters spielten aber keine Rolle, wenn es darum geht, einen Mitarbeiter einzustellen: „Dieses Instrument ist für uns nicht relevant.“

Und wurden natürlich dankend abgelehnt :icon_party:

Psunder dagegen empfand das Leben als Langzeitarbeitsloser als
PSUNDER DAGEGENpSUNDER Psunder, 57, an seinem ArbeippSU Psunder dagegen empfand das Leben als Langzeitarbeitsloser als „trostlos“. Mit 359 und später 378 Euro im Monat konnte er im teuren München keine großen Sprünge machen.



Man beachte das vorletzte Zitat:"Von 2600 Euro Bruttolohn kann Psunder in München jetzt einigermaßen gut leben"





Man lernt das Sparen“, bemerkt Psunder lakonisch. Wut oder Neid auf Leute, denen es besser ging, habe er nicht gekannt: „Wenn ich kein Geld habe, kann ich kein Geld ausgeben. Leben und leben lassen.“


Das nenne ich doch mal einen treuen Bürger u. Stiefellecker.


Dann geht er eine halbe Stunde zu Fuß zur Arbeit und ist dann 30 Minuten vor dem „Ausrücken“ da. „Ich bin stolz, überpünktlich zu sein“, bemerkt er. Von 2600 Euro Bruttolohn kann Psunder in München jetzt einigermaßen gut leben

Dafür gibt es dann eine vergoldete Anstecknadel.

Und um eine neue Einstehgemeinschaft zu gründen braucht er nicht mal zum Aufstocken.:icon_klatsch:


Dauerbeschäftigung bis zur Rente, solange es die Gesundheit erlaubt, das ist mein Ziel.“
„Schaff´ ich´s, schaff´ ich´s nicht?“ - Erst Langzeitarbeitsloser, jetzt Busfahrer - FOCUS Online - Nachrichten

Mit 70 noch Bus fahren ? :icon_eek:
 
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Steamhammer

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Wer das will, ok. Aber sich so in den Vordergrund stellen?
Wieso ist also gerade dioeser ältere Herr in den Focus geholt worden? Oder ist das nur ein Fake mit Schauspielern?
 

JulieOcean

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Wieso ist also gerade dioeser ältere Herr in den Focus geholt worden?

Vielleicht schlägt der Artikel zwei Fliegen mit einer Klappe? Hatz auf die vemeintlich faulen Elos, die im Gegensatz zu ihm nichts hinkriegen. Und gleichzeitigt Werbung für die Rente mit 67.

Ironie on:
Wer mit 57 nochmal als Busfahrer durchstartet, der könnte ja wohl auch bis 70 arbeiten? Und Arbeit gibt es doch in Massen. Grade für Ältere. Ironie off.
 

hartaber4

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Ob man arbeiten muss... sagt einem dann der Rentenbescheid.... sofern man denn kann....

Busfahren muss man aber mögen.... mich würde es jetzt nicht langfristig befriedigen....
 
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