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Die Mär von der "Generation Praktikum"

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Susann

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#2
:icon_kotz:

Von wegen, nicht nur ich habe in meiner Branche (Medien/Werbung) die Erfahrung gemacht fast ausnahmslos Praktika angeboten zu bekommen, 6-12 Monate unbezahlt. "Ja, dann könne man ja sehen, ob man mich übernimmt, wenn ich gezeigt habe wie belastbar und gut ich auf Dauer arbeiten kann." Für bezahlte Arbeit bin ich wieder "überqualifiziert" = zu teuer...

Klar, beziehe ich mich nur auf Hochschulabsolventen, mögen die angegebenen Zahlen vielleicht stimmen (wobei die Ausbeutung schon bei "studentischen Aushilfskräften" beginnt, die für geringe Stundenlöhne hochqualifizierte Arbeit leisten, aber das nennt sich dann ja nicht Praktikum, gelle?), nur sind Praktika mittlerweile in vielen Branchen von Arbeitgebern "entdeckt" worden um billige Arbeitskräfte abzuzocken. Das wird in dem Artikel schlicht unberücksichtigt gelassen.

Nun habe ich schlechte Laune. *schimpf*

Gruß
Susann
 

sickness

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#3
selbst im handwerk gehen die firmen mehr und mehr dazu über, sich billige praktikanten zu holen, um sie dann 6 wochen später gegen neue auszutauschen. mir selber passiert. habe ein praktikum machen müssen, obwohl ich seit 15 jahren in dem job arbeite und ihn gelernt habe. schaut mal bei monitor. die haben mal nen beitrag darüber gebracht, wie bauunternehmer sich mit praktikanten ausstatten und damit ihre bauten zum dumpingpreis durchziehen....
 

Richardsch

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#4
schaut mal bei monitor. die haben mal nen beitrag darüber gebracht, wie bauunternehmer sich mit praktikanten ausstatten und damit ihre bauten zum dumpingpreis durchziehen....
Habe ich auch gesehen. Dann der anständige Bauunternehmer (soll es noch geben), der keine Praktikaten wollte, musste anschließend dicht machen, weil er mit der Billiglohn-Konkurrenz nicht mithalten konnte.
 

sickness

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#5
jop. und ich kann versichern, dass hier bei uns einige ebenso pleite gegangen sind, die solche praktiken nicht mitmachen und die leute ausbeuten wollten. ich war auch 7 jahre lang auf dem bau selbstständig, aber sowas wär mir nie in den sinn gekommen. wir hatten zwar mal für ne woche nen praktikanten, er war der sohn eines bekannten, der mal in den beruf reinschnuppern wollte, aber der hat die woche auch angemessen bezahlt bekommen. und wenn ich mich hier umschaue, sehe ich überall die selbe leier. du kannst auf dem bau hier in der gegend für 8€ schwarz gehen (was ja zum teil noch in ordnung wäre, wenn du dann dein geld auch kriegen würdest, was leider in den meisten fällen eben nicht so ist), oder auf 400€ basis (und der rest dann schwarz). einen normalen tariflohn zahlt hier keiner mehr. es ist einfach nur noch zum kotzen in diesem land. ich frage mich wirklich, warum den wenigsten das auf den magen schlägt und die ganzen unterbezahlten leute nichtmal solidarisch zusammen mit den erwerbslosen auf die strasse gehen und diese faschistische, korrupte regierung endlich absetzen...:frown:
 

Richardsch

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#6
wir hatten zwar mal für ne woche nen praktikanten, er war der sohn eines bekannten, der mal in den beruf reinschnuppern wollte, aber der hat die woche auch angemessen bezahlt bekommen.
Ach na ja, wenn ein Schüler oder ein Student mal ein paar Tage oder auch eine Woche in einen Betrieb "reinschnüffeln" will, dann geht es auch mit ein paar Euro auf die Hand. Letztendlich profitieren dann beide Parteien davon. Ebenso beim Probearbeitstag sage ich noch nichts, musste ich vor meiner Lehre auch machen. Nur was hier in den letzten Jahren mit Praktikumsplätzen abgezogen wird, ist die Verar.... überhaupt.

Gruß Richard
 

Henrik55

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#7
"Ein Hochschulabschluss sei immer noch die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, sagte Briedis. So seien neun Monate nach dem Ende des ersten Praktikums gerade noch sechs Prozent der Fachhochschul- und vier Prozent der Uni-Absolventen arbeitslos."

Ein tolles Argument. Diese 94 % sind aber nicht deshalb weniger von Arbeitslosigkeit bedroht, weil sie ein Studium absolviert haben, sondern weil sie aus gutsituierten Elternhäusern stammen.




Ich wíederhole mich:
Ein Abschluß allein ist oft nichts wert. Nur mit Bestnote. Wer das korrupte Bildungs- und Prüfungswesen kennt weiß, dass man dort nicht nur mit Leistung hinkommt.
Die "Zusatzqualifikationen" sind quasi das Eintrittsgeld um mitspielen zu dürfen.
Natürlich auch immer Vitamin B.

Wer also kein Geld und Verbindungen von zu Hause mitbekommt darf höchstens noch studieren. Bekommt aber keine Position danach und darf sich von denjenigen die sich haben Einkaufen können, erzählen lassen, dass er halt nicht so gut ist wie sie und deshalb keinen Job bekommt. Ein Viertel der Absolventen ist doch von vornherein chancenlos und wird nur verkaspert. Die sind dann nur noch dafür da den Bildungszirkus am laufen zu halten und den Kindern der Machthabenden einen aristokratischen Anschein zu verleihen, weil die sich halt im "freien Wettbewerb" bewiesen haben.
Diese Epoche hat also ein geschichtliches Novum zu bieten. Staatsterror durch Bildung!
In Amerika gilt das Motto vom Tellerwäscher zum Millionär. Wir haben dafür die Ausbildungslüge.
Da wird eine ganze Generation zum Narren gehalten.Wenn ich die Fratze von der Scharan sehe und ihr Gerede höre möchte ich den Abzug drücken...
 

Hutter

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#8
Wer also kein Geld und Verbindungen von zu Hause mitbekommt darf höchstens noch studieren. Bekommt aber keine Position danach und darf sich von denjenigen die sich haben Einkaufen können, erzählen lassen, dass er halt nicht so gut ist wie sie und deshalb keinen Job bekommt.
Das ist die Standard-Ausrede für Alle, die außer einem dämlichen Stück Papier nichts vorzuweisen haben und dann dringend eine Erklärung dafür benötigen, warum sie scheitern.
 

Henrik55

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#9
Hast Du Schwätzer wenigstens studiert, wenn Du glaubst das beurteilen zu können.
 

Neuerdings

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#12
Es hängt bei den anrüchigen Branchen nicht allein am Studium.

Besonders die Werbeagentur-Klitschen und sog. "Modemacher" ziehen sich für alle Tätigkeitsfelder Praktikanten aus allen (Aus-)Bildungsstadien;
- von der Schulbank kleine Mädels, die glauben, sie dürfen Topfashion und kreativer Werbung gestalten,
- Auszubildende im Überverhältnis zu Festangestellten, die bilden sich dann gegenseitig aus, triezen die Schulpraktikanten oder müssen Chefs Auto zur Wäsche fahren, bzw. seine Privateinkäufe erledigen
- gern werden die Ausgebildeten dann wieder zurückgezogen, weil sie mit der gehabten "Ausbildung" keine Anstellung im richtigen Berufsleben finden: Bezahlung bestenfalls wie Azubis
- alle Entwicklungsstadien aus Uni und Fachhochschule; denen wird ebenfalls ein späterer Nutzen des Praktikums vorgegaukelt
- und schliesslich unvorsichtige Quereinsteiger und Arbeitslose, erstmal "Probearbeiten", oder an Arbeitslose gleich vorweg das Angebot, 3 Monate gratis zu arbeiten, das Arbeitsamt zahlt solange weiter, man solle das schonmal regeln.

Unterm Strich allesamt Luftjobs, very trendy seit einiger Zeit.
Zum Glück funktioniert der Marktdarwinismus noch ganz gut, und auch solchen Buden schlägt irgendwann die Stunde....leider für manche erst nach Jahren.

Falsche Branche heisst aber auch, dass der eine oder andere vielleicht auch brotlose Kunst studiert hat.

Bye,
M.
 
E

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#13
Hallo Henrik55

ich halte es auch für etwas überheblich und ehrabschneiderisch, wenn Du allen Absolventen einer Hochschule, die hinterher eine adäquate Anstellung gefunden haben, vorwirfst, sie hätten das nur durch Protektion und die Beziehungen ihrer Eltern geschafft.

Und ja, ich habe studiert, nachdem ich meine beiden Lehren auf dem Bau durch eine Schulfremdenreifeprüfung geupgradet hatte und nein, meine arme Mutter hatte keine reichen und einflußreichen Bekannten.
 

Hutter

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#15
Du scheinst mir eher ein Staatstroll zu sein.
...sagt ein User aus Berlin. Berlin, der nutzlosesten Hauptstadt der Welt.

Selbstverständlich habe es die Kinder reicher Leute leicht. Was denn wohl sonst?

Aber zu behaupten, man sei ein Kind der Familie "Kasupke" und bekomme daher keinen Job, ist doch wohl völlig daneben.

Ich empfehle das Lesen der Biografien unserer Abgeordneten.

Aber wenn man selbstverständlich unfähig ist, bekommt man auch keinen Job.
 

Henrik55

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#16
Hallo Henrik55

ich halte es auch für etwas überheblich und ehrabschneiderisch, wenn Du allen Absolventen einer Hochschule, die hinterher eine adäquate Anstellung gefunden haben, vorwirfst, sie hätten das nur durch Protektion und die Beziehungen ihrer Eltern geschafft.

Und ja, ich habe studiert, nachdem ich meine beiden Lehren auf dem Bau durch eine Schulfremdenreifeprüfung geupgradet hatte und nein, meine arme Mutter hatte keine reichen und einflußreichen Bekannten.
Ausnahmen bestätigen die Regel. In den 70/80 er Jahren war es auch noch anders. Aber das was ich hier beschreibe ist nur die logische Konsequenz bei einem Überangebot von Akademikern.
 

Hutter

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#17
Ausnahmen bestätigen die Regel. In den 70/80 er Jahren war es auch noch anders. Aber das was ich hier beschreibe ist nur die logische Konsequenz bei einem Überangebot von Akademikern.
Ach? Und das kommt jetzt so überraschend?

Auch Akademiker sind nix Besseres. Ran an die Werkbänke!

Es gibt so viele von euch!
 

Henrik55

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#19
Das stellt meine Ausführungen aber nicht in Frage. Und das ändert auch nichts daran wer hier als Praktikant mißbraucht wird. Das gemeine Volk oder der Stammtisch ist gar nicht so blöd wie mancher glaubt. Da haben welche schon mitbekommen, dass sie nur studieren sollen damit die Ausbildungskaste ihr Auskommen hat. Wenn das alles so toll wäre, wie uns hier weißgemacht werden soll, würden doch alle studieren. Bei fehlenden Ausbildungsplätzen kann man auch davon ausgehen, dass hier Leute "zwischengelagert" werden sollen, weil man ansonsten keine Verwendung für sie hat.
 
E

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#22
Lieber Hutter,

sei nicht so rechthaberisch!

Knochenarbeit gilt in Deutschland seit vielen Jahren als unfein (zu unrecht) und unrentabel (teilweise zurecht), umso mehr, wenn der, dem man sie anbietet, einen Schulabschluß hat.
Willst Du es den Jugendlichen verübeln, daß sie sich mehr zur Deutschen Bank und der Dresdner Bank hingezogen fühlen als gerade zur Werkbank.
 

Susann

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#23
Hi,

wer glaubt es gäbe keine Gläsernen Decken im Berufsleben täuscht sich gewaltig.

Was ich im Bekanntenkreis mitbekomme, gibt es die wirklich guten Jobs nur mit Vitamin B. Klar, was für einen Hochschulabsolventen ein schlechtes Angebot ist, darüber würde ich mich tierisch freuen hinsichtlich der Vergütung. Nur verdienen sehr viele Hochschulabsolventen mit Diplom um die 30 Jahren kaum mehr als ein Facharbeiter, der mit 16 Jahren eine Ausbildung und spätestens mit 20 fleissig verdienen konnte.

Ja, Werbebranche, Arbeitslosenquote 32 Prozent in 2005 bei gleichzeitigem Stellenrückgang. Wer diesen Job zur Zeit wählt muß entweder ein Genie sein oder masochistisch veranlagt, so gering ist der Verdienst und so hoch die unbezahlten Überstunden.

Gruß
Susann
 

Hutter

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#24
Lieber Hutter,

sei nicht so rechthaberisch!

Knochenarbeit gilt in Deutschland seit vielen Jahren als unfein (zu unrecht) und unrentabel (teilweise zurecht), umso mehr, wenn der, dem man sie anbietet, einen Schulabschluß hat.
Hallo? Selbst wenn 100% aller Schulabgänger ein Abi hätten, wäre die Situation dieselbe.

Es gibt zuviele Abiturienten und Studenten. Es bringt nichts. Die lukrativen Jobs werden dadurch nicht mehr.
 

Hutter

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#25
Ja, Werbebranche, Arbeitslosenquote 32 Prozent in 2005 bei gleichzeitigem Stellenrückgang. Wer diesen Job zur Zeit wählt muß entweder ein Genie sein oder masochistisch veranlagt, so gering ist der Verdienst und so hoch die unbezahlten Überstunden.
Das liegt aber daran, daß Tausende von Leuten in den Job wollen, obwohl sie absolut unqualifiziert dazu sind. Ist halt ein Modeberuf.
 

Henrik55

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#26
Nee klar, um sich dafür zu qualifizieren braucht man wahrscheinlich einen Nobelpreis....
 

Susann

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#27
Das liegt aber daran, daß Tausende von Leuten in den Job wollen, obwohl sie absolut unqualifiziert dazu sind. Ist halt ein Modeberuf.
Jo, schon seit gut 25 Jahren ist er das. :icon_twisted: Die denken meist auch sie dürfen kreativ sein, die Realität erschüttert die meisten Leute dann auch erheblich.

Ist halt Handwerk, Kreativität ist nur etwas für die Cracks und davon gibt es eben nicht so viele und werden tatsächlich auch nicht so oft gebraucht.

Gruß
Susann
 

Hutter

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#29
Ist halt Handwerk, Kreativität ist nur etwas für die Cracks und davon gibt es eben nicht so viele und werden tatsächlich auch nicht so oft gebraucht.
So ist es.

Die meisten Ideen sind 'eh für die Tonne. Aber viele junge Leute finden es halt interessant, einen kreativen Beruf zu ergreifen, obwohl sie gar nicht kreativ sind.
 
E

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#30
Können wir uns auf ein Résumée einigen?

1. Es gibt zu viele Schulabgänger für zu wenige Ausbildungsplätze (nachgewiesen)
2. Es gibt zu viele Hochschul-Absolventen für zu wenige, gutbezahlte Stellen (nachgewiesen)
3. Durch Praktikanten- und vergleichbare Modelle werden Festanstellungen behindert und/oder unmöglich gemacht

4. Es gibt offensichtlich viel zu wenig Arbeit für viel zu viele Bewerber (Hartz-IV ist der Beweis)
5. Die wirklich guten Jobs reißen sich die Kinder der Eliten unter den Nagel (siehe den Link von Richardsch)

jetzt.de - Wenn Zweijährige Marketing lernen: Julia wollte wissen, was Elite ist

Einwände? Berichtigungen? Aussichten?
 

Henrik55

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#31
Ich glaube bis auf Hutter sind wir uns alle einig. Aber der will sowieso nur stänkern.
 
E

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#33
1995 war ich noch selbständig tätig. In der Zeit versuchte man mir ständig krampfhaft Praktikanten für 6 Monate kostenlos auf's Auge zu drücken. Egal wie oft ich mitteilte, daß ich niemanden brauchen würde, immer wieder standen Praktikanten auf der Matte mit einem Wisch vom Berufsbildungszentrum. Einzig bei einem Bekannten machte ich eine Ausnahme. Er war lange krank gewesen und traute seiner eigenen Arbeitsfähigkeit noch nicht über den Weg. Aber hier ging es definitiv nicht um Ausbeutung, sondern darum ihn wieder aufzubauen und Selbstbewußtsein zu geben. Hat funktioniert. Er hat heute einen guten Job und ich bin krankheitsbedingt verrentet.
 

Hutter

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#34
Können wir uns auf ein Résumée einigen?

1. Es gibt zu viele Schulabgänger für zu wenige Ausbildungsplätze (nachgewiesen)
2. Es gibt zu viele Hochschul-Absolventen für zu wenige, gutbezahlte Stellen (nachgewiesen)
3. Durch Praktikanten- und vergleichbare Modelle werden Festanstellungen behindert und/oder unmöglich gemacht

4. Es gibt offensichtlich viel zu wenig Arbeit für viel zu viele Bewerber (Hartz-IV ist der Beweis)
5. Die wirklich guten Jobs reißen sich die Kinder der Eliten unter den Nagel (siehe den Link von Richardsch)
Geht okay.

Punkt 5 ist fragwürdig. Selbstverständlich reissen sich die wenigen guten Jobs die Kinder der Eliten (?) unter den Nagel. Wer denn sonst? Aus dem Prekariat erwächst ja scheinbar nichts besseres.
 

Henrik55

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#35
Du mußt Dir oben erstmal durchlesen (Link) welche Schicht sich hier selbst zur Elite kürt.
 

Xanari

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#36
Das liegt aber daran, daß Tausende von Leuten in den Job wollen, obwohl sie absolut unqualifiziert dazu sind. Ist halt ein Modeberuf.
Entweder wollen die Leute in den Job... Oder sie werden aus irgendeinem Grunde dort hineingedrückt.

War zumindest zu meiner Zeit, also relativ kurz während/nach der Dotcom-Blase so.. Da wurde auch Hinz und Kunz von der Reha-Stelle und anderen Ecken möglichst in den IT-Bereich geballert - vollkommen unabhängig von Fähigkeiten und persönlichen Wünschen.

In meinem Ausbildungsjahrgang gab es 12 Leute.. Und nur 2 waren sowas wie Vollblut-IT'ler, die dort bedenkenlos hingepasst haben.
3 kamen mit der Materie klar, fanden aber die Berufszuweisung nicht wirklich prickelnd. Und der Rest war mal mehr mal weniger überfordert, hat die Ausbildung aber irgendwie gebacken bekommen. Grundlegend versagt hat aber keiner.

10 von 12 Leuten hatten ihre Fähigkeiten und Träume gänzlich woanders als in diesem verkorkstem Scheissgewerbe namens "IT-Branche", die auch fast nur aus Praktikanten o.ä. besteht!


Ich gehörte übrigens zu den Dreien, hasse den erlernten Beruf von ganzem Herzen. :icon_twisted:
(Und werde obendrein vom JobCenter mit lauter CallCenter-Angeboten zugemüllt - und das mit 70% Schwerhörigkeit und 80% Verlust des Wortverständnisses :icon_kratz:)
 

sickness

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#37
1995 war ich noch selbständig tätig. Inder Zeit versuchte man mir ständig krampfhaft Praktikanten für 6 Monatekostenlos auf's Auge zu drücken. Egal wie oft ich mitteilte, daß ichniemanden brauchen würde, immer wieder standen Praktikanten auf derMatte mit einem Wisch vom Berufsbildungszentrum. Einzig bei einemBekannten machte ich eine Ausnahme. Er war lange krank gewesen undtraute seiner eigenen Arbeitsfähigkeit noch nicht über den Weg. Aberhier ging es definitiv nicht um Ausbeutung, sondern darum ihn wiederaufzubauen und Selbstbewußtsein zu geben. Hat funktioniert. Er hatheute einen guten Job und ich bin krankheitsbedingt verrentet.
komisch. mir hat man nie jemanden vorbeigeschickt. aber ich verstehe, was du meinst. ich hätte ebenfalls jeden heim geschickt, der sich als praktikant und somit "berufsneuling" ausgewiesen hätte. egal, wie billig er gearbeitet hätte. auf dem dach kannst du halt nur leutz gebrauchen, die auch wissen, was sie sich zumuten können. ich hab als sub für verschiedene unternehmer gearbeitet und deren lehrlinge teilweise auch mit auf baustelle gehabt. man kann sich gar nicht vorstellen, ws das für einen an stress bedeutet. die jungs haben von nix ne ahnung und überschätzen sich in ihren möglichkeiten oftmal fatal. den ein oder andern hat dann auch nur ein schneller beherzter griff an den fras vor dem sicheren krankenhausaufenthalt bewahrt. du selber kommst in der zeit, wo du die aufsicht auf die jungs hast, zu gar nix mehr. und ds ist nicht übertrieben. damals hab ich gsagt, ich zahle einem, von dem ich weiss, dass er es drauf hat, lieber 5 mark mehr, als das mir ein jungspund noch geld mitbringt. allein der nervenaufwand war mir da zu groß. die einzige ausnahme, die wir damals gemacht haben, war wie gesagt der sohn des bekannten. und von dem wussten wir, dass er halbwegs auf dem dach laufen kann. sonst hätten wir das auch nicht gemacht. und der knirps hat damals schon 10 dm die stunde bekommen. da war er 15. er war zufrieden, wir hatten unserem bekannten einen gefallen getan (denn gerechnet hat sich das wirklich nicht; im gegenteil), und konnten ihm halt auch mal zeigen, wie es auf dem bau halt so zugeht. alles in allem für alle ein befriedigender deal.
aber was derzeit in mode gekommen ist, und dabei spreche ich ausschliesslich für das baugewerbe in meiner region, ist nicht mehr feierlich. unterste schublade. und ich vermute, ass das sich durch bundesländer und gewerbe durchzieht. egal wer, was mit welchem abschluss wo arbeitet.
 
E

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#38
also, hier in einem Nachbarort von mir gibt es einen kleinen Gärtnereibetrieb, 4 Leutz oder so. Den Chef habe ich von früher noch schwach in Erinnerung, ein echtes mal vorsichtig ausgedrückt Ars........ . Na ja jedenfalls hatte ich neulich mal ein Gespräch mit einem Freund der den ein wenig näher kennt und dieser erzählte mir, wie besagter Chef bei ihm damit prahlte das ihm die ARGE jeden Monat einen neuen Sklaven vorbeischickt und er sich daran doof und dämlich verdient, denn er spart ja jeden Monat einen Angestellten. Und wenn der Monat um ist kommt ein, so sagte er wohl in etwa wörtlich "neuer blöder Sklave" und so geht das immer munter weiter. :icon_kotz2:

Dieses Land ist so verkommen und tief gesunken, da kann man es schon fast als positiv ansehen das es tiefer eigentlich nicht mehr gehen kann. Doch wie sagte Merkel vor nicht allzulanger Zeit : "Wir werden uns noch wundern, was hier noch alles möglich ist", Neujahrsansprache 2007 müsste das gewesen sein. Na, lassen wir uns mal überraschen wie tief es noch runter geht. :icon_twisted:
 

Eka

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#39
ich hätte ebenfalls jeden heim geschickt, der sich als praktikant und somit "berufsneuling" ausgewiesen hätte. egal, wie billig er gearbeitet hätte. auf dem dach kannst du halt nur leutz gebrauchen, die auch wissen, was sie sich zumuten können.
Und wie bitteschön sollen die 'Berufsneulinge' praktische Erfahrungen sammeln, wenn einige denen keine Chancen geben und wie sollen sie herausfinden wieviel sie sich zumuten könnten? Hellseherei von der anderen Seite?


Allerdings finde ich, dass Ausbeutungen von den Betrieben verboten werden müsste, vor allem wenn sie sich daran 'dumm' und 'dämlich' verdienen.




Gruß
eka
 

Henrik55

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#40
Wenn man sich das Buch "Wir Zukunftsdiebe" (1997) von Heidi Schüller durchliest findet man genau das Szenario welches sich hier heute abspielt. Sie wurde nicht ohne Grund ins gesellschaftliche Abseits gedrängt. Ihre Thesen sind so wahr wie sie den Machthabern unangenehm sind.
Ich lebe hier in einer Kastendemokratie in der in meiner Generation tendenziell nur noch Erben und Perverse leben können. Die ältere Generation hat die MAcht an sich gerissen und gibt sie, wenn überhaupt, nur an ihre Kinder ab.
Wer nicht dazugehört hat gefäligst für einen Euro zu arbeiten. Das deutsche Ausbildungssytem mit seinen Hoch- und Tiefschulen dient als Legitimationsgrundlage. Angebliche Eliten, studieren für jeden...den Rest habe ich oben schon beschrieben.
 

mostes

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#41
Hutter,

was bist du denn für ein Schnarcher ? Du bist ja echt lustig !

.... wahrscheinlich auch so ein pussierlicher Leistungsträger ... gähn
 

sickness

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#42
Und wie bitteschön sollen die 'Berufsneulinge' praktische Erfahrungensammeln, wenn einige denen keine Chancen geben und wie sollen sieherausfinden wieviel sie sich zumuten könnten? Hellseherei von deranderen Seite?
nein. aber du kannst auch nicht jeden, den die arge schickt einfach für sachen einsetzen, für die es gewisse voraussetzungen braucht. sorry, aber ich übernehm nicht die haftung für einen jugendlichen, der in reiner selbstüberschätzung waghalsige maneuver unternimmt. klar sollte man prinzipiell jedem ne chance geben. aber da steckt halt auch ne ganze portion verantwortung und menschenkentniss hinter. grade bei dem gewerbe. da geht es halt nicht primär um gewinnabstriche, sondern um menschenleben, für die man die verantwortung übernimmt...
 

Faustus

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#43
Practica

selbst im handwerk gehen die firmen mehr und mehr dazu über, sich billige praktikanten zu holen, um sie dann 6 wochen später gegen neue auszutauschen. mir selber passiert. habe ein praktikum machen müssen, obwohl ich seit 15 jahren in dem job arbeite und ihn gelernt habe. schaut mal bei monitor. die haben mal nen beitrag darüber gebracht, wie bauunternehmer sich mit praktikanten ausstatten und damit ihre bauten zum dumpingpreis durchziehen....
Nicht nur da;
Ich bin installateur und mehr als 20 jahre im beruf, da schlägt mir doch glatt einer bei der Vorstellung vor, ich solle bei der BA anleiern für einige monate zur probe zu arbeiten. Dieser Sozialschmarotzer sucht mittlerweile schon wieder,
nur für 1 Jahr steht diesmal im Angebot. Das listige daran ist nur, das für den Zweck den er mir genannt hat auch Angelernte eingesetzt werden können, weil nicht gerade anspruchsvoll. Vor einigen Jahren hat einer in Troisdorf massenweise Praktikanten bei der BA angefordert, und am ende stellte sich heraus das er noch nicht einmal ein Gewerbe angemeldet hatte.
Man merke Abzocker und Schmiergeldempfänger gesellen sich gern.
 

Faustus

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#44
Regierung absetzen

jop. und ich kann versichern, dass hier bei uns einige ebenso pleite gegangen sind, die solche praktiken nicht mitmachen und die leute ausbeuten wollten. ich war auch 7 jahre lang auf dem bau selbstständig, aber sowas wär mir nie in den sinn gekommen. wir hatten zwar mal für ne woche nen praktikanten, er war der sohn eines bekannten, der mal in den beruf reinschnuppern wollte, aber der hat die woche auch angemessen bezahlt bekommen. und wenn ich mich hier umschaue, sehe ich überall die selbe leier. du kannst auf dem bau hier in der gegend für 8€ schwarz gehen (was ja zum teil noch in ordnung wäre, wenn du dann dein geld auch kriegen würdest, was leider in den meisten fällen eben nicht so ist), oder auf 400€ basis (und der rest dann schwarz). einen normalen tariflohn zahlt hier keiner mehr. es ist einfach nur noch zum kotzen in diesem land. ich frage mich wirklich, warum den wenigsten das auf den magen schlägt und die ganzen unterbezahlten leute nichtmal solidarisch zusammen mit den erwerbslosen auf die strasse gehen und diese faschistische, korrupte regierung endlich absetzen...:frown:
Wir könnten ja mal ein entsprechendes Schreiben aufsetzen mit einer Unterschriftensammlung drunter
 

sickness

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#45
mit ner unterschriftensammlung müsste das ganze aber gut plaziert ins netz gesetzt werden. weil mit ausdrucken und rumreichen komm ich zum beispiel hier in der gegend nicht wirklich weit. in unserem dorf wohnen mal grad etwas über 100 leute, wenn überhaupt...
 
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#46
Euklid:

Und ja, ich habe studiert, nachdem ich meine beiden Lehren auf dem Bau durch eine Schulfremdenreifeprüfung geupgradet hatte und nein, meine arme Mutter hatte keine reichen und einflußreichen Bekannten.
Glauben wir Dir aufs Wort! Deshalb bist Du ja jetzt auch hier! Die auf Nachhaltigkeit ausgelegten Elitejobs sind eben nur für genau diese gedacht!
 

Henrik55

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223
#47
Wir sollten mit dem Wort Elite sparsamer umgehen. Es gibt durchaus eine geistige Elite in Deutschland. Der gehören m.E. aber nur 2-3 % der Hochschulabsolventen an. Der Rest bringt sich durch gesellschaftliche Selektion an die Posten. Das hat dann mit Elite nicht mehr viel zu tun. Diese Stellen könnten auch diejenigen mit den schlechtesten Abschlüssen, was ja nicht zwangsläufig etwas über ihre eigentliche Qualifikation aussagt, ausüben.
 

alpha

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#48
Nun ja um mal was auszuprobieren oder für Schüler bzw. Pflichtpraktika für Studenten sind schon sinnvoll. Aber wenn Praktikanten Arbeiten wie die normalen Angestellten machen (wie ich es zB. tat) dann bin ich dagegen...
 
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