Die Lüge von der lohnenswerten Bildung (1 Betrachter)

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Anbei die Verlinkung auf einen lesenwerten Text über die Schwierigkeit, trotz guter Bildung ein auskömmliches Leben führen zu können:

Die Recherche zu Arbeit: Leben mit Hartz IV - Wirtschaft - Süddeutsche.de

Was da geschrieben steht, ist im Grunde nix wirklich Neues, zumal es ist in der Bildungswissenschaft seit vielen Jahren bekannt ist, dass Bildung sich längst nicht immer (finanziell) auszahlt (siehe etwa hier). Aber es ist trotzdem ein lesenswertes Stück Zeitgeschichte.

Ich selbst hatte das große Glück, trotz eines wenig gefragten Studiums (Philosophie) mittlerweile - nach diversen Stationen als Arbeitsloser, Arbeitslosencoach und Job(nicht)vermittler - einen sicheren und ziemlich gut bezahlten Job zu haben.

Ich habe aber mehrere Freunde und viele Bekannte (gerade Sozial- und Geisteswissenschaftler, aber auch einige BWLer und Juristen), die trotz Mobilität und Motivation (und teilweise trotz Doktortitel) seit Jahren im Niedriglohnsektor knechten oder ganz auf Hartz IV leben, obwohl sie hochqualifiziert sind und eigentlich - laut Bildungspolitiker-Phrasen - alles richtig gemacht haben.

Das Zynische ist auch, dass diese Diskrepanz von verbreiteter Meinung im Bürgertum (Bildung lohnt sich!) und realem Bildungsertrag (bei vielen kommt nix an!) aufgrund der massiven Akademiker-Schwemme (die medial oft auch noch als Fachkräftemangel umgedeutet wird) immer stärker wird...
 

bla47

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Habe selber eine Lehre gemacht und bis jetzt auch viele Weiterbildungen und Zusatzqualis. Leider will mir momentan nur Leihbuden dieses im Rahmen eines Arbeitsvertrags BILLIG abkaufen. Zum Normalpreis überall kein Interesse.
Wenn das so weitergeht, kann man wohl bald für 0 € arbeiten gehen und muss sich noch für die geschlossene Lücke im Lebenslauf ganz herzlich bedanken.
 

0zymandias

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Mehr von Jasna unter Armut, Angst und Aufstiegslügen ? (Über)leben im System | Der k_eine Unterschied
Ich musste schon als Schülerin in der Oberstufe regelmäßig zur Kreisverwaltung meiner Heimatstadt und nachweisen,
dass es sich “lohnt”, dass ich das Abitur mache. Schwänzen und schlechte Noten waren verboten, denn dann hätte ich
meine Eingliederungsvereinbarung nicht erfüllt und das Jobcenter hätte uns nahe gelegt, mich von der Schule zu nehmen.
Den kleinen Durchhänger, den viele Jugendliche in dem Alter haben, konnte ich mir schlicht nicht leisten.
 

XxMikexX

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Die Erfolgsformel am Arbeitsmarkt heißt:

Clever + Beziehungen + Fachkenntnisse


Das hat aber nichts mit Bildung zu tun!



Das ist aber ein Merkmal der neoliberalen Hartz-Ideologie.

Ziel davon ist:

-Arbeit soll so weit wie möglich entwertet werden, damit sie jederzeit billig zur Verfügung steht


Um das verschleiert durchzsetzen, hat man ein Schuldprinzip eingeführt, daß von dieser Ideologie ablenkt.

-Schuld muß immer der Einzelne selber sein!


Womit macht man das: Man unterstellt Faulheit, soziale Defizite und andere üble Dinge.


Man muß dem Fußvolk aber einen Knochen hinhalten wie er aus der Misere wieder aus eigener Kraft herauskommt.

Und das ist die Bildung, die man eigentlich überhaupt nicht will und mit Hartz ja auch verhindert.


Das kann man sehr gut verkaufen, das System funktioniert schon 10 Jahre perfekt.
 

Texter50

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:icon_stop: Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass sich meine Ausbildung immer gelohnt hat.
Es gibt natürlich auch Bildungsbereiche - so wie fielosofie - da konnte man auch schon zu meinen Jugendzeiten gleich nen Taxischain dazu erwrben. :biggrin:

Ich weiß, dass ich keinen meiner Jobs und nicht mal meine freiberufliche Tätigkeit so einfach ohne meine Ausbildungen hätte ausführen können, vom Verdienst ganz zu schweigen. :icon_mrgreen:
 
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45 % der Erwerbslosen haben keinen Berufsabschluss.
14 % der Erwerbstätigen haben keinen Berufsabschluss.
Quelle: https://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0413.pdf

Bildung lohnt sich immer!
Nichts für ungut, aber hast du den Bericht auch gelesen? Darin geht es nämlich - anders als die Überschrift suggeriert - nicht um den (finanziellen) Wert von Bildung, sondern nur darum, dass das Arbeitslosigkeitsrisiko von Hochgebildeten statistisch gesehen deutlich geringer ist als das von Niedrig- bis Unqualifizierten. Und das würde wohl niemand bestreiten. Das heißt aber eben im Umkehrschluss nicht, dass Bildung sich per se lohnt.

Die Forscher im IAB-Bericht differenzieren nämlich nicht nach Art der Beschäftigung. Sie verweisen zwar auf eine qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten, nur ist damit allein die Formalqualifikation derjenigen gemeint, die sie vergleichen. Über die Qualität der Arbeit sagt das nichts aus. Wenn der Satz fällt, dass Bildung sich lohne, assoziiere ich damit mehr als die Tatsache, dass man einfach nur irgendeinen Job (von mehr als 14 Std./Woche) hat.

Wie man aus der Tatsache, dass die Akademiker-Arbeitslosenquote bei nur knapp 3% liegt, schlussfolgern kann, dass Bildung sich immer lohne, ist mir schleierhaft. Bildung lohnt sich finanziell eben nicht immer. Die geringe Arbeitslosenquote von Akademikern sagt nur folgendes aus: Akademiker finden (bis zu einem gewissen Alter) zumeist sehr schnell - irgendeinen - Job. Dass dem so ist, bestreitet niemand. Was seitens der BA, seitens der Bundesregierung und seitens diverser Industrie-Lobbygruppen gerne verschwiegen wird, ist aber, dass sich auch unter den gutqualifizierten Akademikern immer mehr finden, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

Sehr umfassend dargelegt - wenn auch „nur“ anhand von Zahlen für Österreich - ist das in dieser Studie. Zur Kurzfassung der wichtigsten Ergebnisse siehe hier. Für den deutschen Arbeitsmarkt ist das hier sehr lesenswert beschrieben. Es gibt natürlich - wie das in der Wissenschaft so üblich ist - auch Studien, die scheinbar das Gegenteil belegen. Eine bekannte davon ist diese Erhebung des HIS, wonach Akademiker 5 Jahre nach Studienabschluss zum großen Teil adäquat beschäftigt sind. Ich will das gar nicht anzweifeln.

Gleichwohl befürchte ich, dass der Anteil jener, die inadäquat beschäftigt sind bzw. sich so fühlen (Scheinselbstständigkeit, befristet, gering bezahlt) wächst, weil eben der prekäre Sektor generell wächst. Davon abgesehen gibt es keine eindeutige Definition dessen, was als unterwertige Beschäftigung zu gelten hat, weshalb die Werte, die in unterschiedlichen Studien genannt werden, zwischen 5% und knapp 28% variieren (sehr umfassend ist das hier, ab S. 18 ff. beschrieben).

Ein zentraler Aspekt, der überdies bedacht werden muss, wenn man Studien über die angeblich exzellenten Beschäftigungsmöglichkeiten von Akademikern liest, ist, dass es zu messmethodischen Verzerrungen kommen kann. Dies deshalb, weil die Daten sehr oft per Brief- oder Onlinebefragung erhoben werden. Da wird man von einem Forschungsinstitut angeschrieben und soll dann diverse Angaben machen. Trotz dessen, dass das alles anonym ist, ist wohl nicht von der Hand zu weisen, dass jene, die arbeitslos sind bzw. prekär arbeiten, vermutlich eher dazu neigen, auf solche Befragungen weniger oft zu antworten (aus Scham und Frust, nichts erreicht zu haben). Das heißt, man erhält, vermutlich mehr Antworten von Leuten, die in auskömmlichen Positionen arbeiten, was das Ergebnis "verfälscht".

Kurzum gilt: Wenn man Jubelmeldungen a la „Bildung lohnt sich immer“ liest, wäre ich sehr vorsichtig, dem unhinterfragt zuzustimmen. Man sollte kritisch schauen, was mit „lohnt sich“ gemeint ist und man sollte gucken, welches Interesse derjenige, der das schreibt, vielleicht verfolgt. Gerade im Sozial- und Gesundheitswesen, im Bereich der (außerschulischen) Bildung, im Verlagswesen und im Marketing lohnt sich Bildung längst nicht immer, sie wird dort oftmals sogar finanziell diskreditiert, da die hier zu erzielenden Gehälter in keinem Verhältnis zur Ausbildungsdauer stehen. Wer z.B. 4 Jahre Soziale Arbeit studiert hat und dann

  • wiederholt für 1000 € brutto (bei 20 Std./W für 6 Monate befristet) bei einem Bildungsträger arbeitet
  • dort kein Weihnachtsgeld erhält und keine Chance auf Lohnsteigerung hat (er/sie kann ja beim Jobcenter aufstocken)
  • eine ziemlich asoziale Tätigkeit verrichtet und Erwerbslose (zu denen er/sie regelmäßig selbst zählt) gegen sich aufbringt, da er die er im Auftrag des Jobcenters arbeitsmarktkonform „umerziehen“ soll,
für den/die lohnt sich Bildung ganz sicher nicht. Der Mindestlohn in der Weiterbildungsbranche liegt in Westdeutschland bei 12,60 € pro Stunde. Der gilt für Leute, die 4 oder 5 Jahre studiert haben. Der Mindestlohn im Baugewerbe liegt in Westdeutschland knapp darunter, nämlich bei 11,10 €. Der gilt für Ungelernte. Zynisch gesagt: Bildung ist im außerschulischen Bildungsbereich 1,50 € die Stunde wert. Da könnte man glatt einen Ein-Euro-Job draus machen. Bildung lohnt sich fürwahr! :wink:
 
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45 % der Erwerbslosen haben keinen Berufsabschluss.
14 % der Erwerbstätigen haben keinen Berufsabschluss.
Quelle: https://doku.iab.de/kurzber/2013/kb0413.pdf

Bildung lohnt sich immer!
Ja, Bildung lohnt sich immer.Aber nicht DIE BILDUNG, die die Wirtschaft will. Sondern die Bildung, die einen das Unwesen der Wirtschaft und dieser "Gesellschaft" erkennen und auskontern hilft und sie mit ihren eigene Waffen schlagen lässt. Weiterhin nützt gute Allgemeinbildung immer., Nicht für die Wirtschaft, sondern für einen selbst. Einfach so.

Bildung hilft sogar dabei, im H4 Falle aus einem gewissen Selbstbewusstsein heraus den Jobcentern ihre eigene Unfähigkeit um die Ohren zu hauen und von Präkariatsjobs wegzubleiben, selbst, wenn es keine anderen gibt. Zu erkennen, dass diese Jobs dern eigenen Untergang vorbereiten.

Individuelle, fachlich-berufliche Bildung ist wichtig, um der deutschen Wirtschaft entkommen zu können, die jeden zivilisatorischen Anspruch verloren hat, sehr wichtig sogar.Man geht dann aus der BRD weg und kann wo anders Fuss fassen.


Bildung ist wichtig,aber nicht, um der deutschen Wirtschaft "dienen" zu können. Dafür ist sie unwichtig.
 

Markus1977

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Und täglich grüßt das Murmeltier:

Warum läßt DU Dich vom Kapitalismus belügen und betrügen? - Volker Pispers
https://www.youtube.com/watch?v=73WSD612B54

(Staatliche) Bildung hat sich doch für einfache Arbeiterkinder wie mich noch Nie gelohnt, weil gerade Wir Meistens keine "Connections" haben und auch nicht Immer sonderlich clever sind, leider. Die proletarische Herkunft eben.

Die Bildungsfamilen/Neoliberalen haben schon Immer das System von Oben so gezurrt, dass die Einfachen nicht hochkommen und die Mittelschichtler möglichst in der Mitte bleiben, glaub ich.
 

Jaskolki77

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Was man in dem Zusammenhang auch bedenken sollte:

Gesetzt den Fall, Akademiker bewerben sich auf niedrig qualifizierte Stellen. (Und zwar ohne den Faktor Vitamin B). Weil sie Lust darauf haben, und sich mit den Tätigkeiten identifizieren können.

Ich habe ich mich nach meinem Abschluss u.a. bei verschiedenen Theatern beworben, die jemanden für den Vorverkauf suchten. Ich hab mir gute Chancen ausgerechnet: 1. habe ich so etwas als Studentin schon gemacht, 2. kann ich darüber hinaus auch inhaltlich-fachlich beraten.Trotz halbwegs guter Vorstellungsgespräche wurde es nichts. Ich denke, dass ich denen irgendwie suspekt war.

Diese Gespräche, wenn sie denn stattfanden, waren ein Eiertanz.

Am Schlimmsten war immer das Argument: Och, mit so einem guten Abschluss müssten Sie doch etwas in Ihrem Bereich finden! Ich hatte irgendwann keine Lust mehr auf diese Debatte. Wenn ich das zu ausgiebig getan hätte, wäre es als billige Rechtfertigung angekommen. Wenn dann auch noch jemand sagt: Wer will, der kann, ist bei mir alles aus.

Auch bösartig: Meinen Sie nicht, Sie sollten geringer Qualifizierten diese Stelle überlassen?

Hinzu kommen bei vielen AG wahrscheinlich auch die Ängste: Vorsicht, die ist kritisch, und: Die ist in spätestens einem halben Jahr wieder weg - weil sie die berufliche Realität vieler Akademiker nicht einzuschätzen wissen.

Aber ich sehe es auch nicht ein, mit meinen Studien hinterm Berg zu halten. Ich komme - ebenso wie die Bloggerin - aus einem eher bildungsfernen Kontext, musste ebenfalls parallel viel jobben, und bin froh und dankbar, dass ich das geschafft habe. Diese Zeit hat mich wesentlich geprägt, und ich werde den Teufel tun, sie aus meinem Lebenslauf zu bannen.

@Heiliger Geistl: Wie Du schon sagst, man sollte diese Erfahrungen produktiv dafür nutzen, den aufrechten Gang beizubehalten.
 

jockel

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Und täglich grüßt das Murmeltier:

Warum läßt DU Dich vom Kapitalismus belügen und betrügen? - Volker Pispers
https://www.youtube.com/watch?v=73WSD612B54

(Staatliche) Bildung hat sich doch für einfache Arbeiterkinder wie mich noch Nie gelohnt, weil gerade Wir Meistens keine "Connections" haben und auch nicht Immer sonderlich clever sind, leider. Die proletarische Herkunft eben.

Die Bildungsfamilen/Neoliberalen haben schon Immer das System von Oben so gezurrt, dass die Einfachen nicht hochkommen und die Mittelschichtler möglichst in der Mitte bleiben, glaub ich.
Nach unten hin sich abschotten, damit die Privilegien der Elite sicher in den eigenen Händen bleiben. Private Bildungsinstitute mit Staatsknete ausstatten und dadurch dem Untertanennachwuchs nur verwahrloste Kommunalbildungseinrichtungen überlassen, bei denen die Finanzdecke fehlt - eben Niveau Fröbel- oder Hartz-Schule.

Die BRD ist eine Klassengesellschaft, strotzt vor Ausbeutung und Unterdrückung und baut an seinem indischen Kastensystem.

Ganz unten sind wir - die Unberührbaren und noch weiter im sozialen Keller die bereits verarmten Rentner, Sozialhilfeempfänger, Kranken, Behinderten und Obdachlosen.

Merkel: "Deutschland geht es gut!"
 

Falwalla

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ich könnte an die sprichwörtliche decke hüpfen.

wir benötigen unbedingt qualifizierte fachkräfte. na, wenn fachkräfte nicht irgendwie qualifiziert sind, was sind sie dann?

überqualifziert? aha? ja oder nein?

haben wir nicht genug potential in unserem lande, welches bereits qualifiziert ist? nein? ist dem so?

immer mehr jugendwahn. umgekehrt wird den jüngeren nicht viel an chancen geboten. einem hauptschüler schon überhaupt nicht. äußerst selten.
wobei man doch feststellen kann, dass diese mitunter motivierter sind, als diejenigen, die einen besseren abschluss vorlegen.

was bitte möchte ein dachdeckermeister mit einem azubi - abiabschluss? ist dieser zuverlässiger?
die spinn doch alle.

wenn man dann vernimmt, dass grundschüler der klassen 1 und 2 zusammengefügt unterricht in verschieden fächern erhalten und nur in zwei getrennt unterrichtet werden, fasst man sich doch an die birne. oder nicht?
dann wird im fach rechtschreibung nach hören-sagen-sprechen geschrieben: bsp.
mamma ... fogel ... ach egal

wo soll das hinführen? ach ja, wir benötigen dringend fachkräfte.

nee, bildung lohnt sich nicht wirklich. ungebildete kann man viel besser knechten.

schwiegersohn in spe erhielt noch im dez. 14 die zusage, dass er bis juni - befristeter AV - in der firma verbleiben kann. letzte woche ist für ihn ende märz schluss. die begründung: leider bezahlt zuliefererfirma sowieso mit sitz in russischen gefilden - weil selbst nicht bezahlt wurden - ihr aussenstände nicht. also müssen die, die befristet u. a. eingestellt waren/sind, daran glauben.

da nützt ihm sein super MSA und sein fleiß, den er jeden tag einbrachte, überhaupt nix.

f.
 

jockel

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ich könnte an die sprichwörtliche decke hüpfen.

wir benötigen unbedingt qualifizierte fachkräfte. na, wenn fachkräfte nicht irgendwie qualifiziert sind, was sind sie dann?

überqualifziert? aha? ja oder nein?

haben wir nicht genug potential in unserem lande, welches bereits qualifiziert ist? nein? ist dem so?

immer mehr jugendwahn. umgekehrt wird den jüngeren nicht viel an chancen geboten. einem hauptschüler schon überhaupt nicht. äußerst selten.
wobei man doch feststellen kann, dass diese mitunter motivierter sind, als diejenigen, die einen besseren abschluss vorlegen.

was bitte möchte ein dachdeckermeister mit einem azubi - abiabschluss? ist dieser zuverlässiger?
die spinn doch alle.

wenn man dann vernimmt, dass grundschüler der klassen 1 und 2 zusammengefügt unterricht in verschieden fächern erhalten und nur in zwei getrennt unterrichtet werden, fasst man sich doch an die birne. oder nicht?
dann wird im fach rechtschreibung nach hören-sagen-sprechen geschrieben: bsp.
mamma ... fogel ... ach egal

wo soll das hinführen? ach ja, wir benötigen dringend fachkräfte.

nee, bildung lohnt sich nicht wirklich. ungebildete kann man viel besser knechten.

schwiegersohn in spe erhielt noch im dez. 14 die zusage, dass er bis juni - befristeter AV - in der firma verbleiben kann. letzte woche ist für ihn ende märz schluss. die begründung: leider bezahlt zuliefererfirma sowieso mit sitz in russischen gefilden - weil selbst nicht bezahlt wurden - ihr aussenstände nicht. also müssen die, die befristet u. a. eingestellt waren/sind, daran glauben.

da nützt ihm sein super MSA und sein fleiß, den er jeden tag einbrachte, überhaupt nix.

f.
Unternehmer wollen schon das eierlegende Wollmilchschwein im Betrieb haben, aber weder Lohn oder Gehalt und keine Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Ausplündern, aussaugen und wenn die Menschen gesundheitlich durch zu hohe Arbeitsbelastungen verschlissen sind oder Mindest- oder Tariflöhne anstehen, wird gefeuert und durch einen nächsten geförderten Arbeitslosen ersetzt. So bleiben die Unternehmerprofite ungeschmälert, aber die Betriebskosten niedrig. Das subventionieren wir alles mit unseren gezahlten Steuern und SV-Beiträgen anstelle des Unternehmers, der die erbrachten Arbeitsleistungen dieser Mitarbeiter am Markt zum Eigennutz verwertet..

So spart man sich der Betrieb die Ausbilder und die Betriebsberufsschulen. Und so läuft es auch mit der EU-Erweiterung und der Flüchtlingspolitik. Anderen Ländern die Fachkräfte abwerben und ihre Volkswirtschaften langfristig schaden. So schmarotzt die BRD immer wieder auf Kosten anderer.
 
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Ausplündern, aussaugen und wenn die Menschen gesundheitlich durch zu hohe Arbeitsbelastungen verschlissen sind oder Mindest- oder Tariflöhne anstehen, wird gefeuert und durch einen nächsten geförderten Arbeitslosen ersetzt. So bleiben die
Unsinn!

Allein die Einarbeitung eines neu eingestellten Arbeitnehmers kostet den Unternehmer im Schnitt mehrere Tausend Euro. Er wird also kein Interesse haben, seine Arbeitnehmer nach Lust und Laune zu feuern.

:biggrin: Ich weiß, im Stabü-Unterricht hast du das anders gelernt. :biggrin:
 

BonoboBert

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Mein Bruder ist Metallbauer FR Schweißtechnik, hatte seit 8 Jahren unterbrechungsfrei nur Stellen mit über 3000 brutto gehabt, ohne einen Meister oder Techniker gemacht zu haben. Keiner meiner Akademikerfreunde hat je so viel Schotter gehabt. Naja, bis auf die Sozialpädagogin, die hat mal als FM gearbeitet auf der dunklen Seite der Macht. Jetzt darf sie wieder für 2400 Ottojobs machen.

Es läuft was schief im Land. Nicht, dass mein Bruder das Geld nicht verdienen würde.
 

Jaskolki77

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Allein die Einarbeitung eines neu eingestellten Arbeitnehmers kostet den Unternehmer im Schnitt mehrere Tausend Euro. Er wird also kein Interesse haben, seine Arbeitnehmer nach Lust und Laune zu feuern.
Dann frage ich mich, warum es inzwischen so viele AG darauf anlegen, bisherige Langzeit-Elos von vornherein für einen befristeten Zeitraum zu beschäftigen, sie dann wegzuschmeißen und dann die nächsten anzuheuern.

Scheint sich wohl doch zu rentieren?
 

XxMikexX

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Unsinn!

Allein die Einarbeitung eines neu eingestellten Arbeitnehmers kostet den Unternehmer im Schnitt mehrere Tausend Euro. Er wird also kein Interesse haben, seine Arbeitnehmer nach Lust und Laune zu feuern.
Das hängt natürlich von der Position des Mitarbeiters ab!


Warum hält man denn die angeblich so geschätzten neuen Mitarbeiter in einer quasi Dauerprobezeit?

Durch befristete Kettenarbeitsverträge z. B.?


Warum gibt es Leiharbeiter?

Werden die auch aufwendig eingearbeitet?


Wie ich gehört habe, müssen die nach 3 Tagen 100% Leistung bringen, sonst weg damit.


Nein die werden nicht gefeuert, man meldet sie einfach ab. :biggrin:
 
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