Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsychose

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Steamhammer

Gast
Schnelle Schuldentilgung, heißt es neuerdings, sei im Übrigen ein unzumutbarer Eingriff in die Kultur südeuropäischer Länder, die ein anderes Arbeitsethos hätten als wir. In der Tat. Hilfe kann entmündigen. Sollte man da nicht zweimal nachdenken, bevor man Geld gibt?

Euro-Krise : Gefesselter Riese, Deutschland sitzt in der Falle - Nachrichten Debatte - Kommentare - DIE WELT

Es gibt eine einfache Lösung, dem Dilemma, das in der WELT teils sogar richtig beschrieben wird, zu entkommen:

Ein anderes Arbeitsethos.

So eines, wie es den Südeutopäern zugeschrieben(!) wird. Also: Mensch sein und nicht Arbeitssklave.

Schon werden Zahlungen für dubiose Banken schwieriger in möglicher Billionenhöhe unwahrscheinlicher und die Wirtschaft bekommt den nötigen schweren Dämpfer, um zwangsläufig umzudenken. Das wiederum entspannt die Lage in Europa, ohne dass die Deutschen Nachteile davon haben. Im Gegenteil: Sie haben nur Vorteile davon, ohne dass es aufkosten Anderer geht.


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ANHANG:

Doch mit der Forderung nach "mehr Europa" als Ausweg aus der Krise steht Deutschland längst allein. Es sind vor allem die Bündnisgenossen, die sich auf einen Souveränitätsverzicht nicht einzulassen wünschen. Dass ein Teil der deutschen Öffentlichkeit zu glauben scheint, Souveränitätseinbußen sei der Preis, den Deutschland der Vergangenheit wegen zu zahlen habe, ist nationaler Masochismus, den niemand honoriert.

Man muss vor einem Land, dass auf der einen Seite zwar ziemlich brutal Wirtschaftsinteressen europaweit durchpeitscht (die aber nicht die Interessen der Bevölkerung sein können), das sich aber andererseits die Existenz abspricht und irgendwie in GoldmanSachs-Europa aufgehen will, mehr Angst haben, als vor einem, was zu sich selber steht und eben, wie andere Länder auch, seine Interessen(also nicht die der Wirtschaft. das sind nicht unsere Interessen, auch wenn uns das immer so verkauft wird) wahrnimmt, ohne auszuflippen.

Nun stellen die vereinigten Deutschen fest, dass sie, gleichgültig was sie tun, noch immer nicht geliebt werden. Vielleicht sollte man den Wunsch danach endlich aufgeben. Respektiert werden ist auch was Schönes.

Kein Wunder,wenn die Wirtschaft den Part der Wehrmacht übernimmt, und die Deutschen andererseits trotzdem diesen Hang zum Masochismus haben (ansonsten hätten sie ja nicht diese brutale Wirtschaftsdiktatur, die sie bereitwillig mit ihrem Dummfleiss unterstützen)

Deutschlands Macht in Europa beruht auf seiner wirtschaftlichen Stärke.

Wenn, dann beruht sie auf Ausbeutung der eigenen bevölkerung.

Doch auch darin könnte Führungsstärke liegen: Europa anders zu denken, auch so: Europa ohne den Euro zu denken. Hoffentlich macht sich schon jemand Gedanken darüber. Gut möglich, dass die Ruhe vor dem Sturm nur noch bis zum Tag nach der Bundestagswahl am 22. September währt.

Traut sich keiner. Weil: Die Wirtschaft sagt das darfst du nicht. Und in der BRD ist Obrigkeitshörigkeit Trumpf.


Insofern: Rette sich wer kann.
 
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Steamhammer

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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Lebensprojekt Kind: Die Überforderung der Kindheit - Feuilleton - FAZ

Es fängt schon in frühester Kindheit an, dass sogar ganz Kleine für das Arbeitgeberpack gefügig gemacht werden soll.

Oft kann man den Eltern, die sich darauf einlassen, weniger böse Absicht als Naivität unterstellen. Die Folgen sind aber katastrofal für Kinder.

Das Unternehmerpack hat teils also schon die Hoheit über das Kinderbett übernommen
 

Paolo_Pinkel

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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

[...]
Ein anderes Arbeitsethos.

So eines, wie es den Südeutopäern zugeschrieben(!) wird. Also: Mensch sein und nicht Arbeitssklave.

[...]
Das ist in einem Land, in dem es tatsächlich noch Menschen gibt, die lieber für 1 Euro / Stunde und weniger arbeiten gehen, nur um sich zu den "werktätigen" zu zählen für weit entfernte Zukunftsmusik. Wer sein Selbstwertgefühl über seinen beruflichen Status definiert, der wird in einer Zukunft der sich stetig verknappenden Arbeit noch gewaltige Probleme bekommen. Eigenstudium und Selbstreflexion kann Abhilfe schaffen. Ich empfehle dazu folgende Lektüre

==> Manifest gegen die Arbeit | Krisis

==> https://www.arbeitsalltag.de/Texte/Broschue/Unruh_Hauptsache_Arbeit.pdf
 
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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Das Unternehmerpack hat teils also schon die Hoheit über das Kinderbett übernommen

Du Dampfplauderer glaubst doch wohl nicht wirklich, daß in Südeuropa nicht genauso gearbeitet wie hier. Wann warst Du denn das letzte mal in Südeuropa?

Alleine, weil es dort mittags brütend heiss ist, wird dort ein wenig gemächlicher gearbeitet als hier. Das ist auch schon alles. Dafür geht der Job auch bis in den Abend hinein. Und schlechter bezahlt als hier wird er sowieso.
 
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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Alleine, weil es dort mittags brütend heiss ist, wird dort ein wenig gemächlicher gearbeitet als hier. Das ist auch schon alles. Dafür geht der Job auch bis in den Abend hinein. Und schlechter bezahlt als hier wird er sowieso.
Das stimmt.
Allerdings geht es schon etwas gemächlicher und nicht so ganz genau zu. Da lässt man schon gerne mal fünfe gerade sein. Speziell im handwerklichen Bereich. Der deutsche Lohnsklave hat da nicht von ungefähr den ursprünglich abwertenden Slogan "Made in Germany" über die Jahrzehnte in ein Qualitätssiegel gewandelt.
 
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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Allerdings geht es schon etwas gemächlicher und nicht so ganz genau zu. Da lässt man schon gerne mal fünfe gerade sein.

Da sind die Kunden aber ganz bestimmt nicht scharf drauf, gerade bei Handwerkern. Da muß man sich als Handwerker aber auch nicht wundern, wenn der Kunde bei der Bezahlung auch mal "fünfe gerade sein" lässt.
 
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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Da muß man sich als Handwerker aber auch nicht wundern, wenn der Kunde bei der Bezahlung auch mal "fünfe gerade sein" lässt.
Freilich nicht. Aber das ist ja nicht das Thema.
 
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Steamhammer

Gast
AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Du Dampfplauderer glaubst doch wohl nicht wirklich, daß in Südeuropa nicht genauso gearbeitet wie hier. Wann warst Du denn das letzte mal in Südeuropa?

Alleine, weil es dort mittags brütend heiss ist, wird dort ein wenig gemächlicher gearbeitet als hier. Das ist auch schon alles. Dafür geht der Job auch bis in den Abend hinein. Und schlechter bezahlt als hier wird er sowieso.

Gut, ich bin Dampfplauderere und aus Dir ist die Luft schon lange raus.
Dann steh ich lieber unter Dampf als ein laues Lüftchen wie Du zu sein.

Ich weiss nicht, ob Du das (!) oben entdeckt hast und richtig deuten konntest. Aber da bei Dir die Luft raus ist, vermute ich, Du hast dies nicht getan.

Soll also heissen: Selbstverständlich malochen die Leute dort - kein Wunder, geschlossen aus der Tatsache, dass die deutsche Austeritätspolitik, poweréd by brd-Wirtschaft, diese Länder aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Die sind nur noch am Löcher stopfen.

Das Verhältnis aber zur "Arbeit" ist in einem schon 1000000x gebrauchten Spruch enthalten: Die arbeiten, um zu leben , dieDeutschen leben,um zu arbeiten und die Finanzmärkte zu befriedigen, auch für 1 Euro die Stunde -- Arbeit ist ja wichtiger als Familie und shopping wichtiger als fröhliche Kinder.

Insgesamt haben die Leute aber eine wesentlich gesündere Einstellung zum Leben als die Deutschen.
Ich war schon in weit entfernten Regionen. Die Menschen reagieren dort viel entspannter im Arbeitsleben (ausser eben, wenn eine BRD-Wirtschaft diese Länder und deren bewohner gegen die Wand fahren lassen will, der Profite wegen, dann liegen die Nerven auch dort bloß).
Man arbeitet zwar länger, theoretisch, aber eben nicht verbissen. Ich habe es selbst schon erlebt, dass die Leute mal mittags nach hause kommen, gemütlich speisen und dann sagen: Ich geh morgen wieder zur Arbeit...und nichts passiert.

Oder dass der Boss am Sonntag auftaucht und ne Flache Wein mitbringt.
So erlebt in Vietnam.
Und in Ghana ist das auch nicht vie, anders.Klar gibt dort kein "freies Wochenende", aber die Leute finden schon ihre Freiräume, besser als hier zum Tei.

Und die haben alle was gemeinsam_ Sie arbeiten nicht für GoldmanSachs und die maroden Drecksbanken der Welt, finden das auch noch irgendie toll a la "unbedingt arbeiten wollen" und stehen schon mit dem Fernglas am Fenster, um zu sehen, ob der Nachbar tatsählich vielleicht schwarz arbeitet oder aber sogar ortsabwesend ist, was er nicht darf.

Klar ist das Leben dort trotz allem für verwöhnte Unternehmersöhnchen total unbequem. Das liegt aber in erster Linie daran, dass diese Länder jahrhundertelang geknechtet und ausgebeutet wurden von Europäern und Amis.


Das geschilderte soll das Leben in Westafrika oder ostasien nicht als supertoll hinstellen, es ist zum Teil elendig, betrachtet man die rein materielle Seite, was wie gesagt der Ausbeutung der Menschen durch Europa un auch Amerika über jahrhunderte geschuldet ist. Aber die Menschen dort haben einfach eine wesentlich gesündere Einstellung zu sich selbszt und auch zur "Arbeit".

Und daher sage ich: Viele, nicht alle, dieser Leute dort sind den Deutschen gewissermassen Lichtjahre voraus, in der Disziplin "Lebenseinstellung".
Ich habe lieber 100 Schlaglöcher auf der Strasse als 100 Schlaglöcher in vielen deutschen Gehirnen bei glatter Fahrbahn.



Das Wetter, das zum Teil fast lebensfeindliche Klima mit furchtbarer Hitze und mannigfaltigen Wetterereignisse, bedingt durch die unerträglich feuchte heisse Luft,, hat übrigens auch einen hohen Anteil daran, dass dort nicht so viel möglich ist, materiell betrachtet, wie hier.

In der BRD haben wir das nicht, anstelle von Wetterkatastrofen haben wir gewissenlose Unternehmer massenhaft.Die Folgen sind genau so schlimm, nur nicht immer gleich direkt sichtbar.
 
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AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Oder dass der Boss am Sonntag auftaucht und ne Flache Wein mitbringt.
So erlebt in Vietnam.
Und in Ghana ist das auch nicht vie, anders.Klar gibt dort kein "freies Wochenende", aber die Leute finden schon ihre Freiräume, besser als hier zum Tei.

Da "freuen" sich bestimmt Viele hier in Deutschland darauf, daß ihr Boss am Sonntag mit einer Flasche Wein aufkreuzt. Es gibt in diesem unseren Kulturkreis eine klare Trennung von Arbeitsleben und Privatleben. Und das ist auch gut so.

Der Boss kann gerne während der Arbeitszeit mit einer Flasche Wein auftauchen. Das ist nicht ungewöhnlich. Während der Arbeit werden in den Büros bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein paar Flaschen Sekt aufgemacht. Die Kühlschränke sind meist gut gefüllt.
 
S

Steamhammer

Gast
AW: Die Lösung bei den Deutschen für Europa: Menschsein statt deutsche Arbeitspsycho

Da "freuen" sich bestimmt Viele hier in Deutschland darauf, daß ihr Boss am Sonntag mit einer Flasche Wein aufkreuzt. Es gibt in diesem unseren Kulturkreis eine klare Trennung von Arbeitsleben und Privatleben. Und das ist auch gut so.

Ach, gibt es das , die Grenze?? Wo lebst Du?? Hier ist die Grenze nur eine andere geworden:
Der Chef taucht nicht mit ner Flache Wein eher freundschaftlich , sondern mit Arbeit und Druck auf. Wenn da noch lästige Kinder sind... dumm gelaufen. Und auch nicht persönlich, sondern über handy oder Laptop.Und wer nicht spurt, ist bald weg.

Also: Nachdenken ist Trumpf,Nowottny.

Der Boss kann gerne während der Arbeitszeit mit einer Flasche Wein auftauchen. Das ist nicht ungewöhnlich. Während der Arbeit werden in den Büros bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein paar Flaschen Sekt aufgemacht. Die Kühlschränke sind meist gut gefüllt.

Und in den Jobcentern werden die werten Kunden mit Schnittchen empfangen und vom Chef nach ihrem Wohlbefinden befragt.
 
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