Die Legende vom Kündigungsschutz

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ExitUser

Gast
Die Legende vom Kündigungsschutz

Nirgendwo ist es so schwer, Leute zu entlassen, wie in Deutschland. Klagen zumindest die Arbeitgeber und glauben viele Arbeitnehmer. Doch das ist eine Legende. Der Kündigungsschutz wird seit Jahren ausgehöhlt.

In der Krise erleben die Beschäftigten: Sie haben das Kündigungsschreiben viel schneller in der Hand, als sie dachten.

Und es wird noch voller in den Arbeitsgerichten werden. Denn die Unternehmen bauen in diesem Jahr im großen Stil Personal ab, und das wird nicht ohne Streit gehen. Auf über vier Millionen könnte die Zahl der Arbeitslosen Ende 2009 klettern, fürchtet Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit. Allein Siemens streicht in Deutschland über 5000 Stellen, Heidelberger Druck 3000, die Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank wird 6500 Jobs kosten, die Hypovereinsbank will 1500 Mitarbeiter loswerden, durch die Sanierung der Karstadt-Kaufhäuser dürften Hunderte von Stellen wegfallen. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Und laut Angaben des Bundesverbandes Zeitarbeit haben schon 250.000 Leiharbeiter ihren Job verloren.
...

Schwachgewordener Kündigungsschutz
Lange Jahre haben alle gut damit gelebt - zumindest diejenigen, die schon einen Arbeitsplatz besaßen. Doch spätestens seit den 80er Jahren ist der Kündigungsschutz hart umkämpft. CDU/ CSU, FDP und Arbeitgeber machten ihn mitverantwortlich für die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Der Preis der Sicherheit sei fehlende Flexibilität, und die Unternehmen würden viele Jobs auch bei guter Auftragslage gar nicht erst schaffen - aus Sorge, die Leute in schlechteren Zeiten nicht wieder loswerden zu können. Aus Furcht vor dem Widerstand der Gewerkschaften wagte die Politik aber nie eine radikale Reform, sondern immer nur leichte Lockerungen, die es den Unternehmen einfacher machten, die Schutzbestimmungen zu umgehen.

Doch auch die zeigen in der Summe überraschend große Wirkungen.
Mittlerweile gelten die strengen Regeln des Kündigungsschutzes für Millionen Arbeitnehmer nicht mehr: Jeder zweite Berufsanfänger ist befristet beschäftigt, insgesamt arbeiten 2,7 Millionen Menschen mit Verträgen auf Zeit. Auch für die 550.000 Leiharbeiter ist der Kündigungsschutz äußerst schwach. Und in Kleinbetrieben galt er noch nie.
2004 erhöhte die rot-grüne Regierung den Schwellenwert für solche Betriebe von fünf auf zehn Mitarbeiter. Betroffen sind 4,8 Millionen Beschäftigte....

Weiterlesen >>> Ganzer Artikel >>> Arbeitsmarkt-Die-Legende-Kündigungsschutz
 
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Rounddancer

Gast
Was oft übersehen wird: Seit der Schröder-Regierung haben auch alle, die mit 50 oder älter neu eingestellt werden, keinen Kündigungsschutz mehr.
 

burki

Elo-User*in
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Hi,
nunja, wenn man sich auf BGB - Einzelnorm begibt, wird man sehen, dass die gesetzlichen Kündigungsfristen bei uns (natürlich nur wenn man in Vollzeit angestellt ist!) durchaus "enorm sind".
Ich habe in meinem Arbeitsvertrag z.B. eine Kündigungsfrist mit 6 Wochen zum Quartalsende, die mich bei einem potentiellen Stellenwechsel (natürlich kann man auch ausserordentlich kündigen, doch hat das durchaus seine Nachteile...) enorm behindert.
Und ja, ich behaupte, dass Kündigungsfristen mit z.B. einem halben Jahr der Realität einfach nicht mehr angemessen sind, denn die Zeiten in denen man mit 14 oder 15 Jahren eine Lehre beim Daimler begann, um dann mit 58 (evtl. auch früher) von dort aus in den Frühruhestand gegangen ist, sind einfach vorbei.
Noch ist es bei uns nicht so weit, doch in der USA ist es z.B. verdächtig, wenn man nicht nach 2-3 Jahren den Job wechselt...
Gruss
burki
 
R

Rounddancer

Gast
Nun, leider ist es nicht mehr so viel Kündigungsfrist wie früher.

Übrigens: Die sich mit der Betriebszugehörigkeit zurecht verlängerden Kündigungsfristen gelten NUR für den Fall, daß der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer kündigt,- nicht umgekehrt.
 
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