Die Krankenkasse lehnt meinen Antrag auf Übernahme der Taxifahrtkosten zum Arzt ab. Wie formuliere ich den Widerspruch? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Amarillo

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
14 Juli 2019
Beiträge
13
Bewertungen
13
Ich beziehe Grundsicherung im Alter und bin im September wegen Oberschenkelhalsbruch operiert worden. Nun kann ich für eine längere Zeit nicht richtig laufen und muss Ärzte (Orthopäde, Allgemeinarzt) und Physiotherapeuten besuchen. Ich laufe mit einem Rollator und schaffte es nicht einmal bis zur Bushaltestelle.

Noch bis zum letzten Jahr zahlte in solchen Fällen die Krankenkasse die Taxikosten. Nun bekomme ich von der TK einen Bescheid, dass gem. einer neuen Regelung für alle Krankenkassen nur noch Taxikosten bei regelmäßigen Besuchen bei Krebsbehandlung bezahlt wird. Die Regelung fügte man mir bei. Man riet mir, es doch mal beim Sozialamt zu versuchen.

Nun reiche ich den Antrag bei meinem Amt für Grundsicherung ein und die lehnen es ab, mit der Begründung, dass "die laufenden und einmaligen Bedarfe eines Leistungsempfängers gem. § 27a SGB XII durch pauschalierte Regelbedarfe abgegolten sind". Das sind aber Krankentransporte mit einem teuren Fahrzeug gewesen, die anders nicht machbar waren. Fallen diese Taxikosten tatsächlich unter § 27a? Wie formuliere ich den Widerspruch?
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
7.219
Bewertungen
6.595
Moinsen Amarillo und willkommen hier...!
Ich war mal so frei und hab den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagefähige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Taxifahrtkosten zum Arzt, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.245
Bewertungen
13.816
Da schaut man auf die verlinkte Seite oder in die Krankentransport-Richtlinie, die ich hier anhänge, die im übrigen seit 2017 nicht mehr geändert wurde. Insofern kann es eine neue Regelung nur intern bei der Krankenkasse geben und die ist auch nur gültig wenn sie die Krankentransport-Richtlinie beachtet.

 

Anhänge

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.245
Bewertungen
13.816
Das richtet sich genau nach der Krankentransport-Richtlinie die ich eingestellt habe.
 

Waldgrau

Elo-User*in
Mitglied seit
30 November 2019
Beiträge
72
Bewertungen
117
Nun reiche ich den Antrag bei meinem Amt für Grundsicherung ein und die lehnen es ab, mit der Begründung, dass "die laufenden und einmaligen Bedarfe eines Leistungsempfängers gem. § 27a SGB XII durch pauschalierte Regelbedarfe abgegolten sind". Das sind aber Krankentransporte mit einem teuren Fahrzeug gewesen, die anders nicht machbar waren. Fallen diese Taxikosten tatsächlich unter § 27a? Wie formuliere ich den Widerspruch?
dazu wüßte ich auch gerne mehr.

Mein Fall ist zwar anders aber Fahrkosten zu weit entfernten Fachärzten kann ich aus meiner Grundsicherung auch nicht bezahlen. Deshalb entfallen bei mir solche Arztbesuche. So ganz richtig kann das aber nicht sein. Im Januar habe ich einen Facharzttermin, der mich mindestens 25 Euro Fahrgeld kostet.

Wo sollen denn diese "einmaligen Bedarfe" im Regelsatz untergebracht sein? Es handelt sich ja nicht um kleine Summen, sondern durchaus um mehr, auch bei Dir, wenn Du regelmässig fahren mußt.

Ich würde den thread in eine andere Abteilung verschieben, das gehört m. Meinung nach zum Bereich SGB12.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
20.775
Bewertungen
21.096
So ganz aktuell ist das von der TK auch nicht mehr. Ich weiss, dass such be der genehmigungspflicht vor ca einem Jahr einiges geändert hat. So muss man jetzt zumindest Fahrten mit Merkzeichen G oder aG nichtmehr vorher von der Kasse genehmigen lassen.
 

bondul

Elo-User*in
Mitglied seit
25 Mai 2019
Beiträge
346
Bewertungen
773
Da schaut man auf die verlinkte Seite oder in die Krankentransport-Richtlinie, die ich hier anhänge, die im übrigen seit 2017 nicht mehr geändert wurde.
Einige Veränderungen gibt es seit 01/2019:

Am 1.1.2019 trat das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) in Kraft. Dadurch änderten sich die Voraussetzungen für den Anspruch auf Übernahme der Fahrkosten durch die gesetzlichen Krankenkassen. Nachfolgend werden die konkreten Änderungen und Auswirkungen vorgestellt. [...]
Link

lg, bondul
 

Amarillo

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
14 Juli 2019
Beiträge
13
Bewertungen
13
Ich glaube, wir kommen mit der Krankenkasse nicht weiter. Die haben da eine Regelung herausgebracht und werden daran festhalten. Bis zum letzten Jahr hätten sie diese Taxikosten aber problemlos übernommen.

Ansonsten bleibt wirklich nur noch das Amt für Grundsicherung übrig. Im SGB II werden z.B. Fahrtkosten für Bewerbungen auch gesondert übernommen und fallen nicht in den Regelsatz. Auch Fahrtkosten zum Amt (wenn man gerufen wird) werden übernommen. M.E. sind dann solche Fahrtkosten, die mit dem teuersten Verkehrsmittel notgedrungen getätigt werden müssen, auch ein "muss". Nun ist das hier aber das SGB XII.

Wenn keiner eine bessere Idee hat, versuche ich es mal mit einem Widerspruch beim Amt für Grundsicherung, mit der Begründung, dass ich erhebliche Bedenken habe, ob § 27a SGB XII diese Kosten einschließt, da im SGB II ja Kosten bei Bewerbungen oder Fahrten zum Amt auch gesondert bezahlt werden. Und dann verweise ich noch darauf, dass diese Fahrten notgedrungen mit dem teuersten Verkehrsmittel durchgeführt werden mussten.

Eigentlich handelt es sich nur um 40 Euros. Wenn die Physiotherapeutin nicht zu mir nach Hause gekommen wäre, hätte das ganz anders ausgesehen. Es geht aber um das Prinzip. Als älteres Semester kann so etwas häufiger vorkommen.
 

Waldgrau

Elo-User*in
Mitglied seit
30 November 2019
Beiträge
72
Bewertungen
117
Was heißt "nur 40 Euro", das ist viel Geld.

Ich hatte ja oben schon meine Bedenken geäußert zur Pauschalaussage des Sachbearbeiters, diese Ausgaben seien mit dem monatlichen Bedarf gedeckt bzw. darin enthalten.

SB freundlich dazu auffordern, mitzuteilen, wo sich im Regelbedarf so hohe Fahrkosten verstecken. M. Wissens gibt es keinen Posten "Fahrkosten" für gesundheitlich dringend notwendige Fahrten, egal ob zum Arzt, zur Therapie oder sonstwo hin.

Meine KK hatte ich diesbezüglich schon kontaktiert, die haben abgelehnt.
Dann bleibt ja nur noch das Amt für Grundsicherung.
 

bondul

Elo-User*in
Mitglied seit
25 Mai 2019
Beiträge
346
Bewertungen
773
Bis zum letzten Jahr hätten sie diese Taxikosten aber problemlos übernommen.
Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, müssen sie das auch heute.
Lies bitte mal hier, ob du die Bedingungen erfüllst:

Fahrkosten, die Krankenkassen ohne Genehmigung zahlen

Fahrkosten: Wann eine Genehmigung erforderlich ist

Nachträgliche Bewilligung wird (nahezu) unmöglich sein, auch das Amt für GruSi wird mangels Zuständigkeit ablehnen und auf die Krankenkassen verweisen.

lg, bondul
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
20.775
Bewertungen
21.096
ch glaube, wir kommen mit der Krankenkasse nicht weiter. Die haben da eine Regelung herausgebracht und werden daran festhalten. Bis zum letzten Jahr hätten sie diese Taxikosten aber problemlos übernommen.
Die Krankenkasse hat jeien eigenen Regelungen herauszubringen, sondern sich an das gesetz zu halten.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
20.775
Bewertungen
21.096
DU sschreibst doc selber, bis zum letzten Jahr hätten sie das Problemlos übernommen. Nach welcen § war das? Dann schauen, ob sich der geändert hat.
 

DieAbzocker

Elo-User*in
Mitglied seit
2 Juni 2019
Beiträge
19
Bewertungen
11
Die Krankenkasse hat jeien eigenen Regelungen herauszubringen, sondern sich an das gesetz zu halten.
Die KK hat die Durchführung von Transporten ab 01.04.2019 neu geregelt.Bei mir gab es Anfangs immer Probleme mit dem Ausfüllen und der Nutzung des neuen Transportscheines. Der Dienstleister(bei mir ABS) hat mich immer genötigt im Falle der Nichtbezahlung durch die Kasse, die Kosten selbst zu übernehmen.Ohne vorherige Unterschrift kein Transport.
Da der Transport,liegend vom Arzt angekreuzt war und Kontrolle nach Op ebenfalls - gab es keinerlei Probleme mehr.
Physiotherapie kam ins Haus. Auch als mir später besser ging lief alles gut auf Grund der richtigen Wortwahl!
Schöne Weihnachten aus Sachsen.
 
Oben Unten