Die ganz besondere Selbstständigkeit

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Rounddancer

Gast
AW: Die ganz besondere Selbstständugkeit


Was das ist?
Da kam jemand auf den Gedanken, daß so viele ältere Menschen daheim leben, allein. Oft können, manchmal auch wollen sie ihre Wohnung nicht mehr -oder nur schwerlich- verlassen.

Nicht nur die Feinde, sondern auch oft die Freunde sind längst weggestorben, die Kinder und Enkel haben ihr eigenes Leben,- und das ist ja auch gut so.

Die Geschäftsidee dabei ist: Man nehme ein Telefon, rufe diese Menschen regelmäßig an, rede ein bißchen mit ihnen. Die Wohlfühlanrufe eben.
Erfahre so auch u.U., ob es diesen älteren Menschen schlecht geht, kann dann wenn nötig, die Verwandten alarmieren o.ä.

Und man kassiere dafür. Damit sich das rechnet, natürlich per Abo/Dauerauftrag und monatlicher Vorkasse.

Das wird in dem von der TO erwähnten Modell als Franchise gemacht. Ginge aber auch so. Ohne Callcenter, ohne Franchise.

Allerdings kommt beim Franchise-Modell noch diese Mitgliedsgebühr (25 Euro im Monat, das sind stolze 300 Euro im Jahr) fürs Portal für die älteren Menschen hinzu, ob optional oder als Grundgebühr.

Zusammen mit meinem Kollegen Rainer betreue ich ehrenamtlich als Regionalbotschafter im Auftrag der Feierabend AG, das ist das offiziell größte, d.h. mitgliederstärkste Seniorenportal 50plus, unsere lokale Regionalgruppe Stuttgart.

Und das seit nun neun Jahren.

Mindestens so lange bin ich auch Mitglied in verschiedenen anderen Seniorenportalen.

Und ich kann sagen:
Ältere Menschen haben oft gar nicht das Geld, um für Wohlfühlanrufe oder eine Mitgliedsgebühr in einem Seniorenportal zu zahlen. Und die, die es könnten, wollen nicht zahlen.

So versucht auch Feierabend AG seit ich sie kenne, immer mal wieder, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft einzuführen.
Doch dies scheiterte immer an den Mitgliedern,- denn die nehmen lieber ein bißchen Werbung hin, als fürs Portal was zu zahlen.

Ein anderes Seniorenportal, das unlängst von Feierabend aufgekauft wurde, war professionell gestartet und war damals gut angekommen. Aber als die anfingen, eine Plus-Mitgliedschaft anzubieten, stiegen viele Mitglieder aus, bzw. wurden inaktiv.

Ein weiteres dieser Portale, das von vornherein mit zwei Mitgliedschaftsebenen anfing (weil Schwerpunkt Partnervermittlung), einer kostenfreien und einer, für die sie 30 cent/Tag wollen, hat m.W. fast keine zahlenden Mitglieder. Ja, es ist sogar so, daß die viele ihrer Regionalgruppenleiter nach einem Jahr verlieren (Regionalgruppenleiter bekommen dort ein Jahr die Plus-Mitgliedschaft gratis, aber ohne Plus-Mitglied zu sein, kann man als Regionalleiter dort kaum was anfangen) ...

Was ich damit sagen möchte:

Die Chance, daß jemand für die Wohlfühlanrufe und/oder gar die Nutzung des Seniorenportals, die das Franchise anbietet, Geld, und erst recht so viel Geld zahlt,-
ist meiner langjährigen Erfahrung in der Seniorenarbeit nach äußerst gering.

Und das Franchise, das sind Einstieg 1800 €, plus 1200 Euro im Jahr plus Mwst., ist aus meiner Sicht ganz hart, vermutlich kaum einzuspielen.

(Ich hatte ja selbst bis Mitte 2013 ein Franchise, ein Stadtportal, das mich Monat für Monat 79 Euro plus Mwst. kostete. Bin gottfroh, daß ich vorzeitig schon nach neun Monaten aus dem Jahresvertrag gelassen wurde. (Geld hätten da Inserate von gewerblichen Anbietern bringen sollen, aber obwohl etliche das hätten zahlen können, es wollte niemand zahlen.)).

Ach wie schön, ich seh gerade: Der Betreiber des Seniorendings-Franchise ist der selbe, der auch die Stadtportal-Franchises vertreibt ...
 

Hartzeola

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AW: Die ganz besondere Selbstständugkeit



PLZ: 10961 Ort: Berlin

Einwohnerzahl: ca. 3.442.675
Senioren über 65 Jahren: ca. 688.535 Nehmen wir an, dass Sie davon 10% im Laufe der Zeit für Herbstwerte gewinnen können, so ergibt das eine mögliche Verdienstaussicht von:

monatlich ca. 1.583.631 Euro

Beachten Sie bitte, dass wir in Großstädten mehrere Regionalbetreuer einsetzen.
Noch Fragen?
 

gila

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2. BEGEGNUNGSKARTEI
Unsere Senioren können sich mit ihrem Profil in unsere Begegnungskartei eintragen lassen.
Jeder neue Senior erhält zu Beginn per Post eine Liste mit allen Senioren in der Kartei und kann so neue Kontakte knüpfen.


Da bietet ein Schlaumeier etwas an, was man auch durchaus selbst -
mit mehr Herz und Gewissen - initiieren kann, ohne Herrn Schlaumeier
dafür reich zu machen.

Bei sowas könnte ich :icon_kotz: ich möchte im Alter sicher nicht von "irgendwem"
per Abo am Telefon minutenlang "barmherzig" zugequatscht werden.
 
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Rounddancer

Gast
AW: Die ganz besondere Selbstständugkeit

Ja, wieviel Stunden müssen da investiert werden, um evtl. auf die rund 1600,-Euro zu kommen?
Denke, das könnte alles insgesamt sehr unseriös sein.

Huch, wie kommst Du auf 1600 €? Das vom Hartzeola berechnete Beispiel geht von knapp 1,6 Millionen Euro aus ...

Also rechnen wir einfach jeweils das 1/1000stel des Rechenbeispiels.
Das würde bedeuten, gerundet, man bräuchte um 1600 Euro brutto (da gehen dann ja knapp 16% Mwst. runter), zu verdienen, WENN die Formel des Franchisegebers stimmt, rund 70 Stammkunden,
die jeweils 96 Euro (brutto) monatlich für die jeweils ca. zehn Minuten Telefonat zahlen.

Um diese 70 Stammkunden zu bekommen, muß man mehrere tausend potentielle Kunden kontaktieren, ansprechen. Adressen kaufen für, wenn sie was taugen sollen, 3,80 Euro pro Stück.

Man muß die Menschen darauf ansprechen, da, wo sie einkaufen gehen, -aber potentielle Kunden gehen meist nicht mehr oder kaum noch einkaufen. D.h. wohl am Besten hängt man sich an die Touren einiger "Essen-auf-Räder" Dienste an,- oder, noch besser, verdingt sich dort als Essenbote. Macht sich mit den Menschen bekannt, läßt den Flyer und die Visitenkarte da.

Und das, bis man ca. 100 Abos gesammelt hat,- mindestens. Denn davon gehen aller Erfahrung nach rund 30% ins Storno, z.B. weil die Abonnenten das ihrer Verwandtschaft oder dem Betreuer vorlegen und die das dann stornieren.

Zeitaufwand, bis die 70 sicheren Zahler da sind: Einige Monate.

Und dann?
Dann kommen monatlich 70*30 Euro, wenn man die 9 Euro pro Stunde auch noch selbst kassieren will, also sechs Kunden täglich selbst abtelefoniert, dann sind das Netto-Gesprächszeit pro Tag
6*10 Minuten täglich, also sieben Tage die Woche ... je eine Stunde.

Aber dann gehen die Kosten runter,- puh.

Dazu kommt, daß ja laufende Neukundenakquise nötig ist, also Flyer druckenlassen (ich hab grade welche machen lassen 6fach Din lang, 1000 Stück 50 Euro brutto), die adressieren, kuvertieren, frankieren, versenden, bzw. verteilen ...
Und dann zu den Kunden gehen, Verträge machen ...
 
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