Die ernüchternden aktuellen Zahlen zur Erwerbslosigkeit (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Arbeitsmarkt: Nicht alle profitieren vom Jobwunder | Arbeit & Soziales*- Frankfurter Rundschau

"Die Untersuchung zeigt, dass das „deutsche Jobwunder“ fast komplett an jenen Arbeitslosen vorbeigeht, die länger als zwölf Monate keinen Job haben. „Seit 2010 hat sich der Bestand faktisch nicht mehr verändert“ ..."

"Besonders schlecht stehen die Aussichten auf eine reguläre Stelle für Hartz-IV-Empfänger, die knapp 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen ausmachen. Im Schnitt wechseln monatlich nur 1,3 Prozent aus dieser Personengruppe in den ersten Arbeitsmarkt."

Gut, dass das mal jemand so klar zusammen fasst.

Fazit: Bewerbungen schreiben ist bei Langzeitarbeitslosigkeit praktisch sinnlos und unnötige Quälerei mit Selbstzweifeln und Fragen nach dem Warum ...

Jetzt wird auch klar, warum die Fördermittel stark gekürzt wurden. Weil die BA die genauen Zahlen schon seit Jahren hat und genau weiß, dass die diversen Maßnahmen völlig sinnlos sind. Es kommt wohl billiger, die Sockelarbeitslosigkeit weiterhin zu tolerieren als die Leute zu qualifizieren.

"Rund 53 Prozent der langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger, die 2013 und 2014 eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnahmen, verdienten so wenig, dass sie als Aufstocker weiterhin auf staatliche Transfers angewiesen waren."

Zusammenfassung:

- Nur sehr sehr wenige finden überhaupt wieder einen Job
- Von denen nur wenige, die dauerhaft aus der Erwerbslosigkeit kommen
- Von den sehr sehr wenigen müssen die meisten dann auch wieder aufstocken
- viele landen nach einiger Zeit wieder im Leistungsbezug
 
E

ExitUser0090

Gast
Der MDR zum Thema:
Exakt vom 20.01.2016 Tropfen auf den heißen Stein – ESF-Programm für Langzeitarbeitslose


Im Jahr 2014 hatte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ein ambitioniertes Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt, das sogenannte ESF-Bundesprogramm. Seit Mitte 2015 können Betroffene in Arbeit vermittelt und gefördert werden. Bis 2017 sollen mit dem ESF-Bundesprogramm 33.000 Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Exakt: Tropfen auf den heißen Stein ? ESF-Programm für Langzeitarbeitslose | MDR.DE

Im Videobeitrag kommt auch Stefan Sell zu Wort. Und der Held Lars Naundorf...
 

Dagegen72

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ist doch nett, wie Sell es nennt "symbolische Politik", eine Lösung nennt er hier aber auch nicht

ich frage mich auch gerde, ob man fürs Auto putzen wirklich zwei Jahre lang als AG subventioniert werden muss :confused: Und frage mich auch, ob das mit dem ESFler nur gestellt war.

Erwähnt werden hätte noch das Zwangs-Coaching werden müssen und die Sanktions-Bedrohung wenn man sich nach anfänglicher Freiwilligkeit erst einmal für ein ESF entschieden hat. Das könnte auch die Zurückhaltung derer erklären, die es nicht nutzen wollen.

Und naja, wenn Maßnahme als Arbeit gilt, weshalb ein Interessierter es nicht nutzen kann, weil die zwei Jahre Erwerbslosigkeit als eines von vier Kriterien dann nicht zutrifft und egal ob drei andere Kriterien trotzdem passen - dann gute Nacht gesunder Menschenverstand in Deutschland.
Eine Frage: kann es sein, dass die Volksverblödung nicht bewusst, absichtlich und hintergründig praktiziert wird? Sondern vielmehr aus tatsächlichem Mangel da wo man den Verstand vermutet geschieht? :confused: :icon_hihi: Das Naundorf gezeigt wird, muss die Sendung nicht gerade seriöser machen.:icon_hihi:

Ich meine, für Leute die keine Lust aufs ESF haben auch wegen der genannten und in der Regel unerwünschten Nebenwirkungen ist diese Dumm-Regel ja auch wieder ok. Andererseits: mir wurde ein ESF trotzdem angeboten, trotz vorangegangner Maßnahme im entspr. Zeitraum (mit vorab-Sanktionsandrohung in der EGV die bis heute nicht zustande kam meinerseits durch Unterschrifts-Unterlassung, EGV-VA kam bisher auch nicht).

Langzeitarbeitslosigkeit könnte eher wegfallen, wenn das Sanktions-Regime im Agl II wegfällt. Weil die LZE dann mehr wagen würden.

Wer wagt schon was, wenn er sich womöglich in bürokratie-gequälte Sanktionsgefahr begeben könnte. Durch beleidigte Arbeitgeber, durch sanktionsgei* SBs, durch die Regelungen an sich die Sanktionieren möglich macht usw. usw.

Die Sanktionen müssen weg !! Aber daran hält auch Nahles zwingend fest.

Dementsprechend können diese schei§ Sonderprogramme nur floppen. Entsprechend ist es im wahrsten Sinne eine symbolische Politik. Andere würden sagen Schein-Politik. Alles was auf dem öffentlichen Parkett stattfindet, ist doch in der Regel Schein. So sind auch diese Angebote nur Schein. Sie stellen symbolisch dar es wird was getan um das knapp 15.000,00 € Gehalt pro Monat ( = min. 14 Personen Alleinstehend gemeldeten ALG II BGs ) von Bundesarbeitsministerin Nahles, SPD zu rechtfertigen - aber sonst nichts.

edit: ich hoffe, dass das der Bundesregierung zur Verfügung gestellte und nicht genutzte ESF - Geld zurückgezahlt werden muss. Und hoffe, dass es echten, sinnvollen und guten Aufgaben zur Verfügung gestellt werden kann. Und sei es, dass ALG II - Bezieher erst einmal ihre rechtmäßig zustehenden 87 € mehr pro Monat erhalten.

Oder das es am Lageso endlich besser funzen kann und auch da, wo es noch nicht funzt.

Ach ja, in die Wohnraum-Gestaltung. Und dass man bezahlbaren Wohnungen nicht hinterherrennen muss ohne sie kaum noch zu finden.

In die Abwehr von Obdachlosigkeit. Oder in die Abwehr von sinnlosem JC-SB-Schei*dreck mit mehrere Alternativ-Angebote vorlegen zu müssen - nutzt es doch bitte für Effizienz und nicht dafür, dass Effizienz vorsätzlich verhindert wird.
 
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Es bedeutet einfach, als LZA lohnt es sich kaum, Arbeit zu suchen.

Wer dann eben doch nur bei Ausbeutern mit fragwürdiger Unternehmens"kultur" landet, bleibt besser gleich zuhause.

Das ganze bedeutet aber auch, dass letztlich die Drohkulissen der Jobcenter nichts anderes als potemkinsche Dörfer sind.

Wer das weiss, kann auch anders dort auftreten.
 

franzi

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So ist es. Und auch bei den pontemkinschen Dörfern bröckelt die Fassade schon gewaltig.

Letztlich ist das gesamte Hartz IV-System ein Produkt der Wirtschaft, die sich die Arbeitskräfte "zurecht biegen" will, damit sie für ihre Zwecke passend gemacht werden. Die Mitarbeiter der BA sind letztlich nur die "Exekutive" für die Arbeitgeber.

Diejenigen, die dann übrig bleiben, sollen verrotten oder sich selbst entsorgen.

Arbeitgeber sind keine barmherzigen Samariter und Firmen sind keine caritativen Einrichtungen. Das waren sie noch nie. Deshalb wurden ja auch Gewerkschaften erfunden, wurde ein Arbeitsrecht verfasst, wurden Arbeitszeiten festgelegt, jetzt auch der Mindestlohn eingeführt etc.

Der Gewinnmaximierung wird alles geopfert. Und das nicht nur bei uns sondern weltweit. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind verheerend.
 
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