Die Entdeckung des Mitgefühls für unsere Soldaten

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.305
Bewertungen
831
Ansehen in der Gesellschaft

Von T. Jungholt und M. Lau 8. April 2010, 18:35 Uhr

Solidarität mit Soldaten im Auslandseinsatz? Lange begegneten Bürger und Kulturbetrieb der Bundeswehr mit Desinteresse, auch aus Angst vor der Geschichte. Doch mit der Zahl der gefallenen deutschen Männer in Afghanistan wächst die Aufmerksamkeit und die Anteilnahme in der deutschen Bevölkerung.

Ps.Im Namen der RED,unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.

Ansehen in der Gesellschaft: Die Entdeckung des Mitgefühls für unsere Soldaten - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE
 

Tinka

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 November 2007
Beiträge
1.117
Bewertungen
148
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


Kriegsdienst-Verweigerer haben Eltern, die aufklären und davon ab-raten.


Edit: Ein wenig Zurückhaltung wäre schon angebracht! Curt The Cat
 
E

ExitUser

Gast
Offenbar kommt jetzt auch Mutti zur Trauerfeier für die jüngst im Krieg gefallenen Soldaten.

Wäre ich einer der betroffenen Angehörigen, würde ich die Heuchler ausladen in dem Tenor: Wagen Sie es ja nicht... !

Sie schicken junge Leute in den Krieg, verleihen wieder Tapferkeitsorden. Selbst sitzen sie in Sicherheit u. Luxus, mir wird's speiübel! :icon_kotz2:

Wie verkommen muß das Ganze noch werden?
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.325
Bewertungen
35
Erst auf afghanische Zivilisten schießen und dann für sie Spenden sammeln.

Ne.

Tie a yellow ribbon down the old oak tree. Er hat sich damals in den Krieg zur Beibehaltung der Sklaverei entschieden, gegen den Wunsch seiner Liebsten und ist dann in Gefangenschaft geraten und wünscht sich nun, dass sie alles vergisst.
Eine gute Parallele zu heute. Nun sehen wir bald neben der roten Schleife auch noch eine Gelbe an den Revers.

Das ist auch verdammt nötig, denn die Sympathie für "unsere" Soldatinnen und Soldaten ist auf einem Tiefstpunkt angekommen.

Die Schleife wird zwei Bedeutungen haben: 1. Bleib doch ruhig noch ein wenig, wir stehen zu euch. 2. Schwingt eure Beine und ab zurück zu Mama.

Die Heimkehrenden werden hier auf völlige Gleichgültigkeit stoßen, die es den "Freiwilligen" noch schwerer machen wird, ihre Erfahrungen zu verdauen.
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.305
Bewertungen
831
zeigt den Kriegsparteien am 09.Mai in NRW endlich die rote Karte.
 
E

ExitUser

Gast
Drei Beispiele von vielen:

April bis Juli 1994 Ruanda, 800000 - 1000000 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Juli 1995 Srebrenica 8000 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Dezember 2009 Makombo in Kongo über 300 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Afghanistan 2010 - die Welt guckt nicht zu...

In Ruanda, Bosnien und Kongo hat die Weltgemeinschaft bitterböse versagt.
In Afghanistan tut sie etwas.

Wäre zugucken besser?

Kleiner Nachtrag:
Wer die richtige Antwort kennt, darf sich GOTT nennen.
 
E

ExitUser

Gast
Drei Beispiele von vielen:

April bis Juli 1994 Ruanda, 800000 - 1000000 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Juli 1995 Srebrenica 8000 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Dezember 2009 Makombo in Kongo über 300 Tote - die Welt hat zugeguckt!

Afghanistan 2010 - die Welt guckt nicht zu...

In Ruanda, Bosnien und Kongo hat die Weltgemeinschaft bitterböse versagt.
In Afghanistan tut sie etwas.

Wäre zugucken besser?

Kleiner Nachtrag:
Wer die richtige Antwort kennt, darf sich GOTT nennen.


Also - ich komme bei deiner Aufzählung am Anfang zu einer anderen Frage:

Warum tun die betreffenden Staaten, bzw. deren Regierungen diesmal was?
Nicht um irgendwelchen Menschen zu helfen - das könnten sie täglich rund um den Globus an sehr vielen Orten tun - ich denke auch an eklatante Menschenrechtsverletzungen in China ...

Nein, die "moralische Verpflichtung" erwacht immer erst dann, wenn es gilt die Pfründe und Interessen der Industrienationen zu "schützen". Siehe Irak (Öl) und Afghanistan (global-strategische Bedeutung und der Wunsch, Pipelines durch das LAnd zu ziehen...). Geld und Macht ist das einzige, was diese Regierungen interessiert - um Menschen geht es denen nicht!

Überhaupt: diese Einsätze mit der Moral zu vertreten ist ein starkes Stück! Wer hat den dafür gesorgt, dass es die Taliban in ihrer heutigen Form gibt?
Das waren arabische Söldner, im Auftrag der CIA - also der USA - angeworben, eine Widerstandsbewegung gegen die sowjetischen Invasoren zu bilden. Die wurden ausgebildet und sehr gut bewaffnet - nicht um den Einheimischen zu helfen, sondern um zu Zeiten des Kalten Krieges der Sowjetunion Ärger zu machen. So rächt sich auch hier die kurzsichtige und egoistische Machtpolitik der Vereinigten Staaten - und wir haben nichts anderes zu tun, als ihnen da auch noch zu folgen!! Im Irak das selbe: ein Diktator wird geschützt, um a) an sein Öl zu kommen und b) ein Gegengewicht gegen den islamistischen Iran zu bilden. ER wird gut mit Rüstungsgütern versorgt und wenn er mal eben die Kurden mit Giftgas angreift? "Na ja, ist nicht toll - aber lassen wir ihn halt...." Sorge um die Menschen? Aber nicht doch! ERst als er sich für Kuweit interessierte und damit auch die westlich orientierten und mit den Industrienationen brav Handel führenden Staaten dieser Region auf die Pelle rückte (immer noch mit den Waffen, die wir ihm geliefert haben und mit dem wir im Westen dickes Geld gemacht haben) - da plötzlich rührt sich das Gefühl, man müsse den armen verfolgten Menschen des Iraks helfen .... Ein Schelm, wer böses denkt!!

Es ist und bleibt immer das selbe: in der Vergangenheit und heute werden Kriege nicht aus lauteren Gründen geführt, sondern nur aus wirtschaftlichen Interessen!

Also kommt mir bitte nicht mit moralischen Gründen!!!

Grüße, Glück und Freiheit

Thomas
 

Hotti

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 April 2008
Beiträge
2.186
Bewertungen
16
Ich bin dafür den Afghanistaneinsatz sofort zu beenden., aber das wird bei dieser Regierung nichts werden. Trotzdem ist es so, dass im Krieg Menschen sterben. Und mir kommen Zweifel, und richtiges Mitleid kann ich leider nicht empfinden, da es sich bei den Gefallenen wohl um Freiwillige handelt, und nicht um Wehrpflichtige, die man gegen ihren Willen da hingeschickt hat. Wer sich freiwillig für die Waffengattung der BRD entscheidet muss damit rechnen das es mal brenzlig werden kann. Aber trotz allen ist mein Mitgefühl bei den Angehörigen.
 
E

ExitUser

Gast
Hallo,

ein Beispiel wie Zivilisten in Afghanistan "abgeschlachtet" werden:

Collateral Murder

Das Video stammt von Wikileaks und ist als Top-Secret klassifiziert. "Zivilisten töten und Spass dabei", die USA ....

Von wegen "trauer".... tztztz, das ist Verhöhnung der Öffentlichkeit. Nicht das "Mitgefühl" wurde entdeckt, sondern die Lügen unserer Politikern kommen mehr und mehr ans Licht der Öffentlichkeit.

Eine Sehenswerte Doku "Die Afghanistan Lüge":

Langfassung:
Startseite - ZDF Mediathek

Minifassung (nicht so Sehenswert):
Startseite - ZDF Mediathek

Die Deutschen kämpfen an forderster Front und nicht wie uns glauben gemacht werden sollte als "Logistiker für Nachschub".

Lügen lügen lügen, wohin man auch nur schaut... Die Deutschen sollen sich mehr in die Städte/Dörfen begeben und die Amis knallen die Zivilisten aus Ihren Hubschraubern ab, was soll man dazu noch sagen?

Deutsche als "Kanonenfutter"...

Grüsse MaT
 

haef

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 Februar 2009
Beiträge
2.282
Bewertungen
574
Drei Beispiele von vielen:
April bis Juli 1994 Ruanda, 800000 - 1000000 Tote - die Welt hat zugeguckt!
Juli 1995 Srebrenica 8000 Tote - die Welt hat zugeguckt!
Dezember 2009 Makombo in Kongo über 300 Tote - die Welt hat zugeguckt!
Afghanistan 2010 - die Welt guckt nicht zu...
In Ruanda, Bosnien und Kongo hat die Weltgemeinschaft bitterböse versagt.
In Afghanistan tut sie etwas.
Wäre zugucken besser?
Kleiner Nachtrag:
Wer die richtige Antwort kennt, darf sich GOTT nennen.

fast hätte ich ja geschrieben "wer DAS SO aufzählt, darf sich "medialer ****" nennen, aber das mache ich nicht, also Entschuldigung.

Aber im Ernst, DAS kann doch wohl nicht Dein Ernst sein?

1. Weltgemeinschaft - gehören die armen Länder in Asien, Afrika und Südamerika, die sich nicht daran beteiligen, nicht zur Weltgemeinschaft?

2. eine bestimmte "Weltgemeinschaft" hat nicht zugeguckt, sondern Stellvertreter-, Ressourcen- oder Geopolitkriege führen lassen

3. wobei guckt die WG in Afghanistan nicht zu?
a) erstmalig haben die Taliban Aufsehen erregt als sie die Buddhastatuen von Bamiyan, wichtig da Weltkulturerbe!, sprengten. Bis dahin war von fehlender Bildung für Mädchen etc. kaum die Rede in Deiner hochgelobten WG.
b) auf Anfrage der USA hatten die Taliban eine Auslieferung von "Bin Laden" in Aussicht gestellt, vorausgesetzt es werden stichhaltige Beweise für seine Beteiligung am 11.9. geliefert. Das ist nicht geschehen. Vermutlich hätten sie ihn dennoch nicht ausgeliefert, aber das ist, wegen der Nichterfüllung international üblicher Voraussetzungen, reine Spekulation.
Welches Recht haben also die internationalen Truppen in Afghanistan zu sein und einen Krieg nicht Krieg zu nennen? Genau - das Recht des Stärkeren!
Dumm nur, dass das Gelände so unfreundlich ist und die Menschen dort eine lange Tradition haben militärisch überlegene Eindringlinge zu zermürben und letztlich zur "Heimkehr zu bewegen".

4. unter "Aufsicht" der SFOR und KFOR, den "strammen Jungs" Deiner WG, hat sich der Balkan zur größten Drehscheibe für Menschenhandel (Zwangsprostitution) und Drogen in Europa entwickelt. Aber abwarten, sie sind ja erst seit 11 Jahren dabei das Land zu "befrieden".

Zusammenfassend kann man dieses Zugucken oder Mitmachen nicht treffender als mit dem alten Spruch von Kissinger erklären,

"Saddam ist ein Schweinehund, aber er ist UNSER Schweinehund!"

fG
Horst
 
E

ExitUser

Gast
Nur mal so am Rande bemerkt, Krieg ist:


Der primitivste Versuch zwei verschiedene Meinungen von zwei unterschiedlichen Regierungen, kompromisslos durchzusetzen. :icon_neutral::icon_kotz:
 
E

ExitUser

Gast
Manchmal frage ich mich allen Ernstes, wie weit es schon mit den Menschen gekommen ist?

Es wird um den Sinn oder Unsinn vor Krieg debattiert und der eine wirft dem anderen alles mögliche an den Kopf.
Schon dieser Thread "Die Entdeckung des Mitgefühls für unsere Soldaten" in unmittelbaren Zusammenhang mit den 3 gefallenen Soldaten von Karfreitag ist für mich daneben.
Irgendjemanden fehlt auch das kleinste bischen Fingerspitzengefühl.

Und noch perfider finde ich den Ausspruch: "Für uns sind sie nicht gefallen!" Wie kann man sich nur auf diese Art profilieren wollen??
Auch wenn mein Posting in einem anderen Thread der Zensur zum Opfer gefallen ist, sage ich nochmals:
Schämt euch, denn ihr habt die Menschlichkeit verloren!!

Mein Mitgefühl gehört jedenfalls den Angehörigen der gefallenen Soldaten und auch all den anderen Opfern dieses Krieges.
 
E

ExitUser

Gast
Das sehe ich aber ganz anders:

Wenn immer wieder davon die Rede ist, dass die Soldaten der Bundeswehr FÜR UNS IN DEUTSCHLAND dort sind - und ansonsten dürften sie da ja gar nicht sein - dann lege ich auch gesteigerten Wert auf die Feststellung, dass sie nicht für mich dort sind, dort tätig sind und auch nicht für mich dort getötet werden!!

Und du vermisst Fingerspitzengefühl?
Wenn man unserer Regierung klarmachen will, dass das nicht unser Krieg ist, das Frau MErkel meinetwegen behaupten kann - so sie das will - das die Soldaten für sie gefallen sind, aber nicht für die Mehrheit der Bürger, wenn wir klarmachen wollen, dass die Bundeswehr bitteschön in Afghanistan nichts zu suchen hat - - dann helfen da keine Fingerspitzen mehr, da braucht es schon die geballte Faust!
 
E

ExitUser

Gast
Es ist und bleibt immer das selbe: in der Vergangenheit und heute werden Kriege nicht aus lauteren Gründen geführt, sondern nur aus wirtschaftlichen Interessen!

Also kommt mir bitte nicht mit moralischen Gründen!!!

:icon_daumen:

"Ich stehe sehr bewusst hinter diesem Einsatz weil er der Sicherheit unseres Landes dient." *1)
"Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt." *2)
"Bei uns aber ist mit Afghanistan eine gemeinsame Grenze, und wir verteidigen unsere nationalen Interessen, wenn wir Afghanistan helfen." *3)
Wie sich die Worte doch gleichen.

*1) Quelle
*2) Quelle
*3) Quelle
 
E

ExitUser

Gast
Beerdigung von Kriegshelden mit Fahnenmeer u. Oberbefehlshabern u. die Militärgeistlichen erteilen ihren Segen! Würg! :icon_kotz:
 
E

ExitUser

Gast
Das sehe ich aber ganz anders:

Wenn immer wieder davon die Rede ist, dass die Soldaten der Bundeswehr FÜR UNS IN DEUTSCHLAND dort sind - und ansonsten dürften sie da ja gar nicht sein - dann lege ich auch gesteigerten Wert auf die Feststellung, dass sie nicht für mich dort sind, dort tätig sind und auch nicht für mich dort getötet werden!!

Und du vermisst Fingerspitzengefühl?
Wenn man unserer Regierung klarmachen will, dass das nicht unser Krieg ist, das Frau MErkel meinetwegen behaupten kann - so sie das will - das die Soldaten für sie gefallen sind, aber nicht für die Mehrheit der Bürger, wenn wir klarmachen wollen, dass die Bundeswehr bitteschön in Afghanistan nichts zu suchen hat - - dann helfen da keine Fingerspitzen mehr, da braucht es schon die geballte Faust!

@rintho: Ich sehe es ähnlich wie Du, jedoch halte ich den Satz "Für uns sind sie nicht gefallen!" vom DFG-VK-Vorsitzenden Monty Schädel ebenso herzlos wie eine politische Inszenierung einer "Trauerfeier".
 

*kampfpaar*radikal.A

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Februar 2008
Beiträge
2.028
Bewertungen
1.130
Mal so Impressionen:

Vor Monaten beim Stören einer BW-Lockveranstaltung in Bielefeld die Aussage eines vielleicht 17-jährigen:
"Ich bin Deutscher und für Deutschland gehe ich auch in den Krieg!"
Der lütte Pupsymann tat mir leid. Mitgefühl. Ein kleiner Dümmling, der auf Kärl machen wollte.

Ebenfalls vor Monaten bei einer Arbeitsagentur hier verteilten wir Flugblätter, in die wir nicht gerade ansehnliche Fotos layoutet hatten (zerfledderte Kinder, amputierte - Afghanistan).
Ebenfalls ein Junge, so jung wie Obiger mit Mammi in Begleitung - grinsend:
"... und, kann MICH doch nich schocken. Mich schocken halt keine Fotos von Leichen und so!"
Ein pickelfaciger kleiner dumm- und in seinen jungen Jahren schon verkorkst gemachter Minibrutalo. Mein Mitgefühl ... ? Vielleicht. Der Mutter gegenüber hatte ich auch ein Mitgefühl ... aber ein ganz "spezielles"!

Erst letzte Woche die gleichen Flugblätter verteilt. Augustdorf, kleine Gemeinde mit großer Kaserne und großen Kontingenten für Afghanistan. War vor einem Einkaufsmarkt am Verteilen.
Ca. 30-jähriger ruhiger Mann mit Ehefrau und kleinem Töchterchen beim Einkauf.
Sagte seiner sicher schon schulpflichtigen Tochter: "Hol Dir mal so einen Zettel von dem Mann dort."
Er wußte nicht, was für ein Blatt ich verteilte. Tochter nahm es und brachte es Papa. Er hielt inne, las, drehte das Blatt um. Schaute zu mir herüber.
Ich ging zu den Dreien und fragte: "Schon gehört, wieder ein ein paar Tote zurück."
Frau guckte ihn lange an. Er:
"Ich bin Zeitsoldat oben in der Kaserne. Überlege mir, ob ich mich auch melde für Afghanistan." Er war sehr ruhig und ergänzte: "Wissen Sie, wir haben ein Haus gekauft. Ich habe Geldsorgen. Ich würde es nur des Geldes wegen tun, verstehen Sie?" Es entstand eine Diskussion zwischen ihm und mir. Tochter und Frau standen daneben und schauten uns bei unseren Sätzen sehr genau an.

Schlußendlich er: "Wissen Sie, man ist da in so einem Trott drin ... Sie haben mir zu Denken gegeben. Ich werde mir das Alles noch einmal sehr genau überlegen. Danke."
Steckte das Flugblatt in seine Tasche. Sie gingen. Aus ein paar Meter Entfernung schnappte ich noch auf, wie die Frau sagte: "Siehste ..."

Einer, der gehen "wollte" ... Mitgefühl? Ja, ein Potpourri von Gefühlen.

Ich hoffe, er auch und hoffe, er bleibt ... : hier.

- - -

In jener kleinen Gemeinde ist`s fast gegenteilig zu anderen Orten. Beim Verteilen meiner ca. 150 Blätter hatte ich max. ein Dutzend Ignoranten. Dafür genausoviele, die sinngemäß sagten: "Wie, schon wieder welche tot? ... Sollen sich lieber vorher `ne Kugel innen Kopf schießen, bevor sie das Unheil nach dort tragen." Oder: "Hab' ich kein Mitleid mit diesen Kärlen, was haben sie dort auch zu suchen?"
Und die restlichen über Hundert an Leutz nahmen das Blatt und kommentierten in die Richtung: "Es ist ein Elend. / Sollen sie den Guttenberg & die Merkel dort hinschicken. / Die Verantwortlichen gehören erschossen. / usw."

Schade, das es nicht mehr Augustdörfer gibt ...

.
 
E

ExitUser

Gast
Das sehe ich aber ganz anders:

Wenn immer wieder davon die Rede ist, dass die Soldaten der Bundeswehr FÜR UNS IN DEUTSCHLAND dort sind - und ansonsten dürften sie da ja gar nicht sein - dann lege ich auch gesteigerten Wert auf die Feststellung, dass sie nicht für mich dort sind, dort tätig sind und auch nicht für mich dort getötet werden!!

Und du vermisst Fingerspitzengefühl?
Wenn man unserer Regierung klarmachen will, dass das nicht unser Krieg ist, das Frau MErkel meinetwegen behaupten kann - so sie das will - das die Soldaten für sie gefallen sind, aber nicht für die Mehrheit der Bürger, wenn wir klarmachen wollen, dass die Bundeswehr bitteschön in Afghanistan nichts zu suchen hat - - dann helfen da keine Fingerspitzen mehr, da braucht es schon die geballte Faust!
:icon_daumen:

Und mein Mitgefühl gehört nicht den Soldaten, SONDERN den unschuldigen getöteten Zivilisten, UNTER ANDEREM KINDER, die dort nahezu abgeschlachtet werden.

Und wie Du schon sagst: "FÜR mich kämpfen die dort auch nicht, und auch nicht für die Deutschen! Denn 78% in Deutschland sind gegen den Krieg in Afghanistan!" !

Sie kämpfen für die Politikern, und für sonst keinen... Aber manch einen scheint die Bild sein Gehirn verwaschen zu haben.


Mal so Impressionen:
Und die restlichen über Hundert an Leutz nahmen das Blatt und kommentierten in die Richtung: "Es ist ein Elend. / Sollen sie den Guttenberg & die Merkel dort hinschicken. / Die Verantwortlichen gehören erschossen. / usw."
.

:icon_klatsch:
 
E

ExitUser

Gast
@rintho: Ich sehe es ähnlich wie Du, jedoch halte ich den Satz "Für uns sind sie nicht gefallen!" vom DFG-VK-Vorsitzenden Monty Schädel ebenso herzlos wie eine politische Inszenierung einer "Trauerfeier".

Nein, diese Aussage schließt ja auch ein Bedauern des Todes der 3 Soldaten in keinster Weise aus! Ich glaube auch nicht, das Monty Schädel irgendwie zum Ausdruck bringen will, dass ihm der Tod dieser Menschen egal ist - ich denke, er will damit ganz klar sagen, dass ER, bzw. die Gruppe, die er vertritt, nicht mitverantwortlich ist für diesen unnötigen Tod. Wenn sie FÜR UNS gestorben sind, tragen wir auch ein Großteil Mitverantwortung! Diese direkte Mitverantwortung möchte er meines Erachtens mit seinen Worten ausschließen.

Grüße, Glück und Freiheit

Thomas
 
E

ExitUser

Gast
Die Deutschen kämpfen an forderster Front und nicht wie uns glauben gemacht werden sollte als "Logistiker für Nachschub".

Ursprünglich sollte die BW dort Brunnen bohren u. Schulen errichten... (Hieß es!) Hilfe zur Selbsthilfe, bla, bla.

Nun scheint wieder das Motto zu sein: Den Tod geben u. den Tod nehmen.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten