Die Ein-Euro-Jobvernichter, FR-Online Artikel

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

Braunes Hartz

Elo-User'in - eingeschränkt
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Mai 2009
Beiträge
331
Bewertungen
3
Ich habe gestern über einen link auf den Nachdenkseiten einen interessanten Artikel der Frankfurter Rundschau entdeckt
Umfrage Bundesagentur für Arbeit: Die Ein-Euro-Jobvernichter | Frankfurter Rundschau - Wirtschaft
und dazu einen Leserbrief an FR-Online gemailt. Bin mal gespannt, ob der veröffentlicht wird, wahrscheinlich nicht, wie ich die Zeitungen kenne. Ich will deshalb mein literarisches Werk hiermit der Weltöffentlichkeit zur Kenntnis bringen:

Meine Güte, Herr Sievers, wo gibt's denn 2 Euro für den "Ein-Euro-Job", auch einsfünfzig sind eine Rarität. Die paar Euro sollen auch nicht, wie Sie schreiben, "für die Mühen entschädigen", denn das ist ja zentrale Funktion eines normalen Lohnes, sondern den AUFWAND, da Fahrtkosten zum Arbeitseinsatz, Arbeitskleidung, Ernährungsmehraufwand (haben Sie schon mal einen Tag lang im Park Laub gefegt, Ihre Privatklamotten, Schuhe, kaputtgerissen und danach festgestellt, wie hungrig das macht ?) etc. in der Regel selbst zu zahlen sind. An so einem "Job" was verdienen zu wollen, ist eine Milchmädchenrechnung und zeigt nur, wie katastrophal niedrig die Sozialleistungen sind, welche Not dahintersteht, sich selbst damit noch Würde - Menschenwürde - erkaufen zu wollen. Diese "Jobs" sind wie alle diese sogenannten "Maßnahmen" Zwangsmittel der Arbeitserziehung. Bei Weigerung wird die Lebensgrundlage sehr schnell komplett entzogen, nicht nur "gekürzt", wie medial immer verharmlosend vermeldet wird. Es ist Arbeitszwang und Zwangsarbeit und als solche grundgesetzlich (Artikel 12 Absatz 2 und 3) verboten. Dieses Land hat bereits 1953 das internationale Abkommen gegen Zwangs- und Pflichtarbeit unterschrieben und ratifiziert. Dieses Abkommen hat innerstaatliche Gesetzeskraft, wird aber völlig negiert. Darin hat sich Deutschland auch verpflichtet, die Auferlegung von Pflicht- und Zwangsarbeit unter Strafe zu stellen. Auch das wurde seit nunmehr über einem halben Jahrhundert negiert. Verfassungsbeschwerden gegen das Hartz-4 Machwerk in dreistelliger Anzahl sind samt und sonders vom Bundesverfassunsgericht, der Kammer der Richter Papier, Steiner und Gaier, rechtswidrigerweise erst gar nicht zur Entscheidung angenommen worden. Die einjährige Beschwerdefrist ist schon lange verstrichen, nichts ist passiert und kann auch nicht mehr passieren. Herr Steiner, einer der Richter, hatte sich öffentlich geäußert "man wolle dem Gesetz erst mal eine Chance geben und es wirken lassen". Der Zweck, eine eingebildete Staatsräson, heiligt also offenbar die Mittel, Grundgesetz hin oder her. Es ist einfach widerlich, wenn eine herrschende Mehrheit mit einer Minderheit "Schlitten fährt". Das ist nicht nur bei grauenhaften Abläufen wie bei A.oder in Ruanda der Fall, sondern man ist beim ständigen Rechtsbruch wie unter "Hartz4" bereits im Unrechtsstaat.
 

Rechtsverdreher

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
14 Mai 2007
Beiträge
2.552
Bewertungen
431
Ich habe letztens einen Bericht im TV gesehen, da wurde gesagt, dass jeder West-Rentner im Schnitt 3500 Euro/Monat ausgeben kann, Ostrentner 2500 Euro/Monat. Wo leben wir eigentlich?
 
E

ExitUser

Gast
Ich kann mich noch an die Diskussion erinnern, wo auf die Ostrentner drauf gehauen wurde, weil der Westrentner nicht verstehen konnte, warum die Frauen im Osten mehr Rente erhalten, als im Westen.
Nur so nebenbei.

Bis jetzt ist dein Kommentar noch nicht dort erschienen.

Ich mag mir solchen Stuss schon gar nicht mehr durchlesen.
Aber man muss es tun, um informiert zu sein, wie die P- Leute denken, und durch welche Worte die Allgemeinheit beeinflusst werden soll.
 
E

ExitUser

Gast
Meine Güte, Herr Sievers, wo gibt's denn 2 Euro für den "Ein-Euro-Job", auch einsfünfzig sind eine Rarität.

Es geht auch noch geringer. So erhalten die "1€-Jobber", die nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs zu Aufräum- und Sortierarbeiten herangekarrt wurden, nur 0,70 Cent/Stunde.

Du sprichst von einem Unrechtsstaat. Ja, das trifft es ...

Hier gibts die DGB-Studie auch zum Download.
 
E

ExitUser

Gast
Selbst 70cent sind noch viel.
Manch einer bekommt nur noch Essen und Trinken, und sieht gar keinen cent mehr.
 

Braunes Hartz

Elo-User'in - eingeschränkt
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Mai 2009
Beiträge
331
Bewertungen
3
Du sprichst von einem Unrechtsstaat. Ja, das trifft es ...
Hier gibts die DGB-Studie auch zum Download.
Guter Link. In der Studie ist nochmal eine Studie zum Download enthalten:

1-Euro-Jobs als Verstoß gegen Pflicht-
arbeitsverbot?
Eine arbeitsrechtliche Studie im Auftrag
der Hans-Böckler-Stiftung zeigt auf, dass
einige Instrumente der Hartz-
Gesetzgebung Verstöße gegen geltendes
internationales Recht im Bereich der Ar-
beitsnormen der IAO sein könnten. Insbe-
sondere das Verbot der Pflichtarbeit, das
im Übereinkommen Nr. 29 der IAO festge-
legt ist, ist hier betroffen. Nach Aussage
des Gutachters liegt hier ein Verstoß ge-
gen das Völkerrecht vor.
https://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2007-79-3-1.pdf



Muß man gelesen haben
 

Braunes Hartz

Elo-User'in - eingeschränkt
Startbeitrag
Mitglied seit
27 Mai 2009
Beiträge
331
Bewertungen
3
HI Hi Hi Hi Hi....
Jetzt habe ich auf der FR-Online Seite auf der Artikelseite einen Kommentar plaziert, obwohl die Kommentarfunktion geschlossen ist. Ich bin doch trickreicher als ich dachte. Hoffentlich merken sie's nicht so schnell:


[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2009
Dokument erstellt am 28.05.2009 um 17:44:02 Uhr
Letzte Änderung am 29.05.2009 um 08:13:32 Uhr
Erscheinungsdatum 29.05.2009

Kommentare (Kommentarfunktion geschlossen)

1.Zwangsarbeit
Esist Arbeitszwang und Zwangsarbeit und als solche grundgesetzlich(Artikel 12 Absatz 2 und 3) verboten. Dieses Land hat bereits 1953 dasinternationale Abkommen gegen Zwangs- und Pflichtarbeit unterschriebenund ratifiziert. Dieses Abkommen hat innerstaatliche Gesetzeskraft,wird aber völlig negiert. Darin hat sich Deutschland auch verpflichtet,die Auferlegung von Pflicht- und Zwangsarbeit unter Strafe zu stellen.Auch das wurde seit nunmehr über einem halben Jahrhundert negiert.Verfassungsbeschwerden gegen das Hartz-4 Machwerk in dreistelligerAnzahl sind samt und sonders vom Bundesverfassunsgericht, der Kammerder Richter Papier, Steiner und Gaier, rechtswidrigerweise erst garnicht zur Entscheidung angenommen worden. Es ist Arbeitserziehung imUnrechtsstaat - neue Arbeitshauskultur.



geschrieben von Braunes Hartz am 02.06.2009 um 05:49 Uhr
 
E

ExitUser

Gast
Mich würde mal interessieren, wie ein Sachbearbeiter reagiert, wenn man von ihm verlangt, dass er mit seiner Unterschrift bestätigt, dass der 1€-Job nicht gegen das Abkommen Nr. 29 der IAO verstößt. Das wird man doch sicher in der EGV eintragen lassen können.

Wenn der Sachbearbeiter das dann unterschreibt, hat man doch jemanden, den man "die Ohren lang ziehen" kann.
 

Kakerlake

Neu hier...
Mitglied seit
17 März 2009
Beiträge
9
Bewertungen
0
Hallo ihr Lieben,

der Artikel in der FA-Zeitung hat mich wirklich inspiriert. Vielen Dank dafür!

Ein-Euro-Jobs widersprechen geltendem internationalen Recht und sind Zwangsarbeit. Das die Richter sich bewusst zum Rechtsbruch entschlossen haben, liegt daran, das Richterposten nach Parteibuch verteilt werden. Beförderungen und Gehälter werden durch die Justizminister festgelegt, die Politiker sind und von der entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Lobby bezahlt werden.
Die deutsche Justiz ist ganz offen und ungeniert korrupt.

Besonders seltsam finde ich die FA-Aussage, Zitat: "Vier von fünf empfinden ihren Ein-Euro-Job als Gelegenheit etwas Sinnvolles zu tun und unter Menschen zu kommen. Die Leute wollen also arbeiten, auch unter schlechten Bedingungen." :icon_kotz:
Ich kenne nur die "einen von fünf".
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten