Die Asozialen hinter “Die Asozialen”

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
Es gibt Bücher, die hat man gelesen, auch wenn man sie nicht gelesen hat. Will heißen: Wenn man den Titel vor sich liegen hat, die Buchklappen überfliegt, dann weiß man schon, was auf den nächsten Seiten folgt. Die Asozialen: Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren von Walter Wüllenweber ist so ein ungelesen gelesenes Buch.
These seines geistigen Elaborats ist es, dass Oben und Unten auf Kosten der Mittelschicht lebten. Die Unterschicht hätte keine bürgerlichen Wertvorstellungen mehr, würde in den Tag hineinschmarotzen und Steuerzahler betrügen, gleichwohl die Oberschicht sich in eine Parallelwelt abgrenzt. Erstaunlich findet Wüllenweber, dass diese “gegenüberliegenden Enden der Gesellschaft” ähnliche Entwicklungen nehmen. Beispielsweise, dass zwischen Leistung und Erfolg kein Zusammenhang mehr herrschte oder der Beschiss zur Lebensart würde. Die einen betrügen das Finanzamt, die anderen beim Sozialamt – was mindestens ungefähr dasselbe sei.
Quelle: ad sinistram
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
zu oben:
Wüllenweber arbeitet die Befindlichkeit dieser Menschen ab und füttert sie mit neoliberalen Background. Das wiederum verwundert wenig, denn er gehört der "IZA Policy Fellows seit 2005 als Gründungsmitglied an". Dieses Institute zur Zukunft der Arbeit (IZA) ist ein von der Deutschen Post AG privat gegründetes Wirtschaftsinstitut, das immer wieder neoliberale Schocktherapien vorschlägt. Im März 2010 legte es eine Agenda 2020 vor, in der Mindestlöhne kategorisch abgelehnt und längere Arbeitszeiten gefordert wurden. Außerdem sprach sich dieses Papier für die Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Lockerung des Kündigungsschutzes aus, sowie für ein Workfare-Konzept. Der Direktor der Arbeitsmarktpolitik des IZA (Hilmar Schneider) sprach sich zudem für eine Arbeitslosen-Auktion aus. Die Granden des IZA sind altbekannte Gesichter: Klaus Zumwinkel, Klaus Zimmermann und eben genannte Hilmar Schneider. Policy Fellows sind neben Wüllenweber Leute wie Dieter Althaus, der ewige und überall anzutreffende Oswald Metzger, Dirk Niebel, Bert Rürup, Thilo Sarrazin und Thomas Straubhaar. __________________
 

Clint

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
31 Oktober 2005
Beiträge
796
Bewertungen
26
Wolli,
hab ich auch schon vor ca. 40 Jahren im Sowi Unterricht mitgekriegt. Die Unterschicht und die Oberschicht sind die Asozialen. Die Einen weil sie nicht anders können, die Anderen weil sie es nicht nötig haben. Träger ist die Mittelschicht! 2 Seiten später wurde dann erklärt wer zu welcher Schicht gehört. Prof und Studienrat war Mittelschicht und weißt Du was der Autor dieses Lehrbuchs war?
Auf meine Frage an die Lehrerin: Wie denn wohl das Buch aussehen würde, wenn es von einem Straßenkehrer oder Schlosser geschrieben worden wäre, dachte sie 1 Minute nach und sagte dann: Da wären wohl Ober- und Mittelschicht die Asozialen.
Also: Nix Neues unter der Sonne. Und dafür soll ich mir ein Buch kaufen? Der Autor fühlt sich garantiert der Mittelschicht zugehörig. Und ich soll ihm als "Asozialer" noch Geld für sein Propagandapamphlet geben?

LG

Clint
 

HajoDF

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 Juli 2005
Beiträge
2.562
Bewertungen
1.549
Die Mietmäuler sterben nicht aus.
Hier mal eine ältere meiner Kolumnen zu "Oswald Metzger"

In diesem Reigen fehlt noch Herr Meinhard Miegel mit seinem DIA, der ja nach eigenem Bekunden total unabhängig ist:icon_neutral:
Er ist nur a good fellow :biggrin: bei INSM
 
E

ExitUser0090

Gast
Der so genannte Sozialbetrug fällt relativ lau aus. Es gibt ihn quasi nicht. Pekuniär fällt er so gut wie nicht ins Gewicht. Es sei denn, man sieht den Bezug von Sozialleistungen generell als Betrug am Steuerzahler, sprich: an der Mittelschicht, an - es sei denn, man definiert das Hinterziehen von Steuern als normale Widerstandshandlung freiheitsliebender Erfolgsmenschen an. Und genau darum geht es Wüllenweber.
Gut auf den Punkt gebracht.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten