Die Armuts-Heuchler

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ExitUser

Gast
Wie Sozialpolitiker eine Lage dramatisieren, um möglichst viel Mitleid und Empörung auf die Mühlen ihrer Politik zu lenken.

Unter Gutmenschen gibt es einen unverrückbaren Glaubenssatz, auf dem ihre Weltanschauung gründet: Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Anders kann es einfach nicht sein, und schließlich hat das schon Karl Marx gesagt.

Bischof Reinhard Marx, der in seinem Buch „Das Kapital“ mit der Namensgleichheit kokettiert, sagt es ebenfalls. „Ich begegne leider immer mehr Armen in unserem reichen Land“, behauptet er. „Das Ausmaß an Armut, das in Deutschland herrscht, ist ein Skandal.“ Vermutlich will er damit sagen, dass unsere jährlichen Sozialausgaben von 124 Milliarden Euro bei weitem nicht genügen.

Weiß der Bischof überhaupt, welche Ansprüche unsere Armen an den Sozialstaat stellen können? Hartz-IV-Empfänger erhalten nicht nur gratis Kost und Logis, sondern auch kostenlos Fernseher, Fahrkarten, Wohnungseinrichtungen, Heizkosten, Krankenversicherung, Rentenversicherung. Wie passt all das mit der angeblich von unserer Gesellschaft verschuldeten Armut zusammen? Hartz IV ist ein von Steuern und Abgaben zahlender Mitbürger finanziertes Armutsverhinderungsprogramm und damit genau das Gegenteil dessen, was uns ständig in den Talkshows eingeredet wird.

Obwohl die Moralisten vom Dienst – seien es nun Politiker, Gewerkschafter, Linksintellektuelle oder Gottesmänner – in den zurückliegenden Jahrzehnten selbst am wachsenden Wohlstand partizipiert haben, was sie automatisch der falschen Seite der Barrikade zuordnet, beklagen sie unablässig die Leiden auf der richtigen, das heißt der gerechten und menschlich hochwertigen Seite.
Die Armuts-Heuchler

Die nächste Volksverdummung!!
 

Archibald

Super-Moderation
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Wer die Ausdrucksweise in diesem Bericht das richtige Gewicht verleiht...
( Gutmenschen: Nach dem Memorandum des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) wurde das Wort als politischer Kampfbegriff bereits 1941 benutzt, es ist lediglich strittig, ob Joseph Goebbels persönlich das Wort ersonnen hat oder ob ein Redakteur der Zeitschrift Der Stürmer der Urheber dieses Wortes war.) versteht mich dahingehend, welche "Bedeutung" und aus welcher Ecke kommend ich dieser Art "Berichte" erachte und zumesse.

Typisch seiner Art nicht entfliehen könnend versteht es der Zitierte, Tatsachen verfälscht und unvollständig so hinzustellen, dass Leistungsempfänger des Sozialsystems als "Parasiten" dastehen, die niemals etwas zum Steueraufkommen dieser Gesellschaft beigetragen haben und somit selbst Finanzierer anderer Hilfsbedürftiger, wie z.B. der Deutschen Bank, der HRE, eine ganze Reihe Politiker und sonstiger Leistungsempfänger waren - und wieder sein wollen.
Aber von genau den Personen, wie sie der Autor des Berichtes darstellen, daran gehindert werden, indem sie gleich einem Bären auf der heißen Herdplatte tanzen müssend, in Hartz IV chancenlos zementiert werden.

LG, Archibald
 

Drueckebergerin

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2006 bezogen etwa 14 Millionen Menschen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens, im Vorjahr waren es noch eine Million mehr
Die haben sich wahrscheinlich inzwischen in die Reihen der Erwerbslosen gesellt......., so kann man auch Statistiken schönen :icon_kotz:
 
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ExitUser

Gast
Habe den Artikel gelesen, ich könnte ****

Dann fülle mal Deinen Kühlschrank, damit Du auch weiter ****** kannst, denn es wird noch weiter gehen.

Das Gesabbel letzten Donnerstag bei Illner war auch nicht besser, man will langsam aber sicher den Armen die Existenzberechtigung einschränken/entziehen.
Von "sparunfähigen Hartz IV - Empfängern" (Wüllenweber) über "Elterngeld versaufende Eltern" bis hin zu " was wollen die denn, die Arbeitslosen bekommen doch fast alles umsonst vom Staat, ohne einen Finger rühren zu müssen", kann es eigentlich nur noch schlimmer werden, da es noch immer viel zu viele Dämels gibt, die sowas (noch) glauben.

Maybrit Illner - ZDF.de
 

VerBisUser

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Wie sagte Tucholsky: Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich *** möchte
 

druide65

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Die Präsentation der Deutschen als Opfer im 2. Weltkrieg hat für Henkel mehrere Funktionen, das beschworene Leid soll den Sozialkahlschlag in Deutschland erträglich erscheinen lassen. Deshalb soll über das “deutsche Leid“ in der Vergangenheit gesprochen werden, statt über aktuelle Verarmungsprozesse. Gleichzeitig will Henkel ein selbstbewußtes Opferritual inszenieren (längere Arbeitszeiten, drastische Lohnsenkungen, Beseitigung sozialer Leistungen), diese Inszenierung soll mit Stolz und Patriotismus verbunden werden. Der Autor hat begriffen, dass eine nur ökonomistische Standort-Deutschland-Agitation auf Dauer nicht haltbar ist. Nach dem Verständnis Henkels benötigt der “deutsche Michel“ theoretische Rechtfertigungsszenarien, um hingebungsvoll für den Standort Deutschland zu schuften.

Quelle

Lieber Olaf Hennig als Olaf Henkel.......
 
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Gast
Meine Frage ist konkret an VerBisUser gerichtet. Von ihr möchte ich gerne eine Antwort.
Dich braucht dazu niemand.


Deine Frage ist OT und wenn Du eine Antwort haben willst, dann stelle sie per PN, ansonsten hat den Artikel nicht VerbisUser geschrieben, sondern ein Anderer und um den und seinen Artikel geht es in diesem Thread.
 
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Meinungsmache im Schulterschluss mit den Regierenden, mehr sind diese Artikel nicht. Es braucht einen Boden für die Kürzungen an Sozialleistungen in den nächsten 4 Jahren und brav schließen sich bestimmte Medien diesem Auftrag an. Da braucht es nur die richtigen Autoren für ihre Artikel und Herr Henkel ist einer davon.
 

spanky ham

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So fern es mir liegt, eine Lanze für H.O Henkel zu brechen - wenigstens drischt er in seinem Kommentar nicht auf die "Armen" und HIV-Bezieher ein, sondern auf diejenigen, welche deren Elend beklagen und dabei selbst ein gutes Auskommen haben und sich von oben herab als deren Vormünder betrachten. Allerdings macht Henkel in seiner Argumentation mindestens einen schweren Fehler - wenn er schreibt (Zitat:) "Wie der Begründer der klassischen Volkswirtschaftslehre, David Ricardo, schon vor über 200 Jahren sagte: „Wenn jeder Mensch, der Unterstützung benötigt, sicher sein könnte, sie zu erhalten, (...) dann würde sich seine Anstrengung allein darauf konzentrieren, diese Unterstützung zu erlangen.“ Das gilt heute auch noch.", dann erhebt sich die Frage, warum Millionen von Deutschen unwürdige und unterbezahlte Tätigkeiten verrichten, statt es sich in der sozialen Hängematte gutgehen zu lassen.
 

2Sam

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Solche Artikel werden ja wohl hoffentlich nicht nur zur allgemeinen Sensationslust eingestellt.
Sie sollten nach Möglichkeit etwas bewegen.
Und wenn sich hier einer/eine der Schreibtischtäter dazu äußert - in der schnell zu schreibenden Gutmenschenform, es wäre zum Kotzen - ist wohl die Frage erlaubt, welche weiteren Schlüsse der-/diejenige daraus zieht.

Sollte der Rest der Forenmitglieder allerdings auch der Meinung von Sancho sein, es wären lediglich Kommentare à la "es ist zum Kotzen" erwünscht, dann schreibt das bitte.
 
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ExitUser

Gast
Meinungsmache im Schulterschluss mit den Regierenden, mehr sind diese Artikel nicht. Es braucht einen Boden für die Kürzungen an Sozialleistungen in den nächsten 4 Jahren und brav schließen sich bestimmte Medien diesem Auftrag an. Da braucht es nur die richtigen Autoren für ihre Artikel und Herr Henkel ist einer davon.

Kann man auch weiter denken, denn anscheinend merken sie, das das BVerfG wahrscheinlich gegen die jetzige Hartz IV Regelung urteilen wird.

Das hätte dann Auswirkungen auf den Niedriglohnsektor und andere Bereiche inkl Staatsfinanzen. Also wird jetzt mal wieder so die Meinungsmache betrieben, das "das Volk" protestiert, wenn den "Sozialschmarotzern" mehr Geld per Urteil zugesprochen bekommen würde. Je höher der "Unmut" über diese "faule, saufende und bildungsferne Unterschicht", umso eher können sie sagen, das "die Mehrheit der Deutschen" gegen eine angemessene Anhebung ist.

Auf der anderen Seite würde es dann gerade für die AG immer schwieriger werden, ihre Löhne zu senken, einige müssten dann sogar noch steigen, "das wäre Kontraproduktiv für den Standort Deutschland, wenn Sozialleistungen höher wären als die untersten Lohngruppen" usw.

Zum weiteren Spalten der Gesellschaft reicht es noch, aber auch nicht mehr in dem Maße, wie sie es gerne hätten.

Auf wenn es "hochtrabende Persönlichkeiten" sind, die solchen Unsinn in den Zeitungen schreiben, sind die Denkweisen doch sehr "einfach gestrickt".
 
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ExitUser

Gast
Ich frage mich, wer sich Talkshows überhaupt anguckt, und noch schlimmer, den Mist glaubt, der da erzählt wird.
Da sitzen doch die immer gleichen Figuren, die irgendwas erzählen, ohne was zu sagen. Dass man denen eine derart breite Medienplattform bietet wäre mir völlig unverständlich, wenn ich nicht wüßte, dass da Bertelsmann und Konsorten hinter stehen, die ein großes Interesse an einem Niedriglohnsektor haben, mehr Einfluss und Macht auf die Politik wollen, sowie eine Spaltung und Entdemokratisierung der Gesellschaft.
Aber es kann doch wirklich nicht sein, dass es nur so wenige merken........
 

druide65

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Ich frage mich, wer sich Talkshows überhaupt anguckt, und noch schlimmer, den Mist glaubt, der da erzählt wird.
Da sitzen doch die immer gleichen Figuren, die irgendwas erzählen, ohne was zu sagen. Dass man denen eine derart breite Medienplattform bietet wäre mir völlig unverständlich, wenn ich nicht wüßte, dass da Bertelsmann und Konsorten hinter stehen, die ein großes Interesse an einem Niedriglohnsektor haben, mehr Einfluss und Macht auf die Politik wollen, sowie eine Spaltung und Entdemokratisierung der Gesellschaft.
Aber es kann doch wirklich nicht sein, dass es nur so wenige merken........


Nicht nur Bertelsmann.
Wenn man die Diskussion um Claus Brender und das ZDF verfolgt, ist das schon erschreckend wie die Politik da die Finger drin hat und welcher Klüngel da herrscht.

Wenn schon im Öffentlich-Rechtlichen kein unabhängiger Journalismus mehr möglich ist,wo denn dann?
 
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ExitUser

Gast
Ich frage mich, wer sich Talkshows überhaupt anguckt, und noch schlimmer, den Mist glaubt, der da erzählt wird.
Da sitzen doch die immer gleichen Figuren, die irgendwas erzählen, ohne was zu sagen. Dass man denen eine derart breite Medienplattform bietet wäre mir völlig unverständlich, wenn ich nicht wüßte, dass da Bertelsmann und Konsorten hinter stehen, die ein großes Interesse an einem Niedriglohnsektor haben, mehr Einfluss und Macht auf die Politik wollen, sowie eine Spaltung und Entdemokratisierung der Gesellschaft.
Aber es kann doch wirklich nicht sein, dass es nur so wenige merken........


Was wäre, wenn sich keiner der Betroffenen solche Sendungen vereinzelt anschauen würde?

Man könnte sie nie der Manipulation und Lüge überführen und daraus eine gewisse Gegenöffentlichkeit herstellen. :icon_wink:
 
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