Die Arbeitsagentur und ihre "Kundendaten" (1 Betrachter)

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edy

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Geraubte Persönlichkeitsrechte für Erwerbslose

„...Es ist gängiger, in diesem Land wahrscheinlich täglich hundertfach
praktizierter Usus. Aus Mangel an ordentlichen Arbeitsplätzen, die zu
vermitteln wären, bietet man Prekärarbeitsplätze an. Man wird per
Einladung nebst Rechtsfolgebelehrung (damit man gleich weiß, dass es keine
Einladung, sondern ein Marschbefehl ist) zu einer Leiharbeitsfirma
vermittelt, bei der man sich persönlich vorzustellen hat. Meist hat das
innerhalb von drei Tagen zu geschehen, manchmal steht der Termin aber auch
schon vorab fest. Dort angekommen bekommt man einen sogenannten
Bewerbungsbogen in die Hand gedrückt, soll ihn, noch bevor man ein Wort
mit dem dortigen Personalchef gesprochen hat, ausführlichst ausfüllen.
Neben den üblichen Daten wie Name, Anschrift und dergleichen, soll man
Festnetz- und Mobiltelefonnummer eintragen, ebenso erfragt man chronische
Krankheiten oder fragt, was eigentlich nicht erlaubt wäre, nach
Anhaltspunkten für eine Schwangerschaft. Auch Bankverbindung, Kontonummer
und Sozialversicherungsnummer sollen aufgelistet werden. Wohlgemerkt:
Diese Daten werden erhoben, noch bevor man überhaupt ein konkretes
Gespräch geführt hat; man weiß an dieser Stelle ja nicht einmal, ob man
dort einen Arbeitsplatz erhält, soll aber schon die Kontonummer angeben.
Wenn der Bogen ausgefüllt ist, ihn der Empfangsdame übergibt, wird der
Personalausweis angefordert, von dem man sich prompt eine Kopie macht...“
Artikel auf ad sinistram vom 05.05.2009
ad sinistram: Geraubte Persönlichkeitsrechte für Erwerbslose
 

wolliohne

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Nur einen Kommentar unter den vielen guten rausgepickt:

Seit 2003 dieser Schröder die Menschenverachtung in Gesetz gegossen hat, kämpfen Petra und ich in einem ähnlichen Blog wie diesem gegen die Hartz-Gesetze.

Immer wieder stelle ich fest, daß die Betroffenen kein wirkliches Rezept finden, sich dagegen zu wehren. Im Gegenteil: Die derzeitige Wirtschaftskrise befördert das Kürzen von Sozialleistungen und beschleunigt noch die Ausgrenzung einer Schicht, die möglichst schnell zum sozialverträglichen Ableben gebracht werden müsse.
Hartz IV-Empfänger werden Arztbesuche fast unmöglich gemacht. Notwendige Arzneimittel sind durch entsprechende Zuzahlungen für Hartzempfänger so teuer, daß man sich dreimal überlegt, ob man für einige Zeit hungert, oder die Tagesration Geld in die Apotheke trägt.
Wir stellen auch immer wieder fest, daß die Hartz-Gesetze in der sogenannten "Bürgerlichen Mitte" einen großen Konsens finden.

Widerstand, den man auch als solchen bezeichnen könnte, findet in dieser Republik nicht statt.
Hier wäre es gut, von der Widerstandskultur anderer Länder, wie Frankreich oder Griechenland z.B. zu lernen.

Das Sicherheitsgefühl der sogenannten "Bürgerlichen Mitte", ihr Besitz sei beispielsweise durch die zunehmende Verarmung nicht direkt in Gefahr, spielt der Politik insofern in die Hände, als daß man sich nicht genötigt fühlt, irgendetwas an der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten zu ändern.
Will heißen: solange die Hartz IV-Leute nicht wirklichen Druck machen, die innere Sicherheit sozusagen in der Politik keine Rolle spielt, solange wird man auf der "Unterschicht" herumtrampeln.
Peter C.Nowak
 
E

ExitUser

Gast
Mein Anruf bei der Arge (0180er Nummer) hat mich auch stutzig gemacht. Nach dem ich meine BG Nummer durchgegeben habe und ich meine Frage gestellt hatte wurde Post die an mich addressiert war vorgelesen. Wer auch immer sich hinter der 0180er Nummer meldet hat also Zugang zu unserem Schriftverkehr mit der Arge, vielleicht ja sogar zur kompletten Akte des einzelnen?
 

AlexiRB

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...ganz bestimmt haben die Zugang zu allen relevanten Daten. Du bekommst eine Kundennummer und darunter ist dann alles zu lesen...
 

Mario Nette

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...ganz bestimmt haben die Zugang zu allen relevanten Daten. Du bekommst eine Kundennummer und darunter ist dann alles zu lesen...
Das mag nicht ganz korrekt sein. Zum einen denke ich nicht, dass die ARGEn sich die Mühe machen und die vom Leistungsberechtigten eingereichten Dokumente digitalisieren. Zum anderen schilderte ein Fallmanager aus Berlin, dass er als Fallmanager die Möglichkeit habe, die Akte im Hinblick auf den Themenbereich Arbeitsvermittlung derart abzuschließen, dass nur er und andere Fallmanager Einblick nehmen können. Was wirklich dran ist an der Aussage, kann ich natürlich nicht prüfen.

Mario Nette
 
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