Diagnose Asperger - wie geht es beim JC weiter?

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ExitUser

Gast
Hallo!

Ich bin neu hier, 39 Jahre alt, weiblich und langzeitarbeitslos. Vor einem Jahr habe ich die Diagnose Asperger-Syndrom erhalten. Mein SB vom JC hat mich dabei auch ganz toll unterstützt und dafür gesorgt, dass die Fahrkosten und die Kosten für die Diagnostik übernommen wurden, denn ich hätte mir das aufgrund meiner Arbeitslosigkeit nie leisten können.

Ein anschließend von mir gestellter Antrag auf Wechsel in die Reha-Abteilung wurde abgelehnt. Ich hatte daraufhin einen Termin bei einem Psychologen des JC und der meinte, ich solle erst mal eine Therapie machen. Erst dann besteht für mich die Chance, in die Reha-Abteilung zu wechseln, da ich bei denen momentan als arbeitsunfähig gelte. Ist ein solches Vorgehen in Ordnung?

Ich hab mich dann erst mal nach einem Therapeuten umgesehen, aber da ich auf dem Land wohne, habe ich leider keinen gefunden, der sich auch nur ansatzweise mit dem Asperger-Syndrom auskennt und bereit wäre, mit mir eine Therapie anzugehen. Deswegen hab ich mir jetzt erst mal einen Termin bei einer psychiatrischen Klinik besorgt, da ich zusätzlich zum Asperger-Syndrom wahrscheinlich auch an Depressionen, bzw. Dysthimie leide und das dort auch gleich abgeklärt werden soll. Ich hoffe auch, dass man mir dort sagen kann, ob es für mich sinnvoll ist, einen SBA zu beantragen oder ob ich mir die Mühe sparen kann.

Mein Sachbearbeiter ist völlig ratlos und hat keine Ahnung, was er mit mir anfangen soll. Er sagt, dass er noch nie mit einem Aspie zu tun hatte und seine Kollegen vor Ort leider auch nicht. Er verlässt sich jetzt mehr oder weniger darauf, dass ich weiß, was zu tun ist und dass ich ihm sage, wie es weitergehen soll. Dummerweise hab ich aber auch keine Ahnung. Soll ich jetzt einfach erst mal den Termin bei der psychiatrischen Klinik abwarten, dann gegebenenfalls den SBA beantragen und dann erneut einen Antrag auf Wechsel in die Reha-Abteilung stellen? Oder was kann ich sonst machen?

Es gibt im Moment auch keine EGV. Mein SB sagt, ich soll vorerst keine Bewerbungen schreiben. Ist das so in Ordnung, oder sollte ich auf einer EGV bestehen, in der steht, dass ich keine Bewerbungen schreiben muss?

Der Psychologe deutete in dem besagten Gespräch auch an, dass es vielleicht sinnvoll wäre, eine merhwöchige Reha in einer Klinik zu machen, aber allein der Gedanke daran jagt mir eine Heidenangst ein. Mein gewohntes Umfeld, dass mir Halt und Ruhe gibt, würde da wegfallen und ich müsste mich auf lauter fremde Menschen und Gruppentherapien einlassen, womit ich riesige Probleme habe. Das würde ich wohl keine drei Tage durchhalten. Kann mich das Jobcenter zu einer solchen Reha zwingen?

Liebe Grüße
Strandgut
 

gelibeh

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eine EGV brauchst Du nicht, denn in die gehört u.A. hinein, dass Du Dich bewerben musst usw. Das macht also keinen Sinn.

Was erhoffst Du Dir von dem Wechseln in die Reha-Abteilung?

Das JC kann Dich nicht zu einer Reha zwingen. Klär das mit dem Therapeuten und der Klinik ab.
 
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ExitUser

Gast
Hallo gelibeh!

Erstmal Danke für deine Antwort! Also, EGV hat sich dann ja erledigt und dass man mich nicht zu einer Reha zwingen kann, beruhigt mich dann auch schon mal ungemein.

Was ich mir von einem Wechsel in die Reha-Abteilung erhoffe? Mehr Unterstützung bei der Arbeitssuche. Ich bin aufgrund meiner Probleme im zwischenmenschlichen und meiner starken Reizempfindlichkeit mehr oder weniger schon mein ganzes Leben lang arbeitslos (ich habe auch keine Ausbildung), bin selten weiter als bis zum Vorstellungsgespräch gekommen und werde es alleine nicht schaffen, mir Arbeit zu suchen. Ich weiß, dass die auch keinen Job für mich herzaubern können, aber vielleicht kann man mir da zumindest andere Wege aufzeigen. Wege, die ich nicht kenne und die ich allein vielleicht auch gar nicht gehen kann.

Ich steh momentan völlig ratlos vor dem ganzen Kram und weiß eigentlich gar nicht, was ich machen soll. Alle erwarten, dass ich das irgendwie auf die Reihe bekomme, aber ich schaff das nicht alleine. Die Diagnostik, das Suchen nach einem Therapeuten und all der Kram waren so verdammt anstrengend und nervenaufreibend und ich bin mit meinen Kräften langsam am Ende. Ich brauch Hilfe, die ich aber nirgends bekomme. Nicht mal der sozial-psychiatrische Dienst hat mir geholfen. Ich will im Grunde einfach nur ein bisschen Hilfe; jemanden, der mich an die Hand nimmt und mir sagt, was zu tun ist. Ich will nicht, dass man mir alles abnimmt und alles für mich erledigt, ich will einfach nur, dass mir irgendwer sagt, was ich tun soll, denn ich weiß es nicht. Also quasi eine stützende Hand im Rücken und eine Stimme, die mir sagt, was ich tun muss.

Liebe Grüße
Strandgut
 
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Pichilemu

Gast
Das einzige, was die Reha-Abteilung tun kann, ist eine Vermittlung in die Behindertenwerkstatt, aber da wärst du vermutlich völlig unterfordert.

Eine Reha macht bei dir überhaupt keinen Sinn, denn das Asperger-Syndrom ist nicht heilbar. Auch eine Psychotherapie sehe ich kritisch, bei dir gibt es nichts zu therapieren. Leider sind die meisten Institutionen in diesem Bereich nur für Kinder und selbst die kennen sich fast ausschließlich mit männlichen Patienten aus, als Frau mit Asperger hat man es richtig schwer.

Was vielleicht sinnvoll wäre, ist ein sogenanntes ambulant betreutes Wohnen, bei der du jemanden an die Seite gestellt bekommst der dich bei allen möglichen Sachen begleitet. Das müsstest du bei Bedarf bei deinem zuständigen Sozialamt beantragen.

Ob ein Schwerbehindertenausweis dir helfen würde, musst du wissen, allerdings wird es ohne Facharzt kaum möglich das beim Versorgungsamt durchzuboxen.
 
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ExitUser

Gast
Warte mal ab, ob noch antworten kommen. Vielleicht hat ja jemand Erfahrungen mit Asperger.

so hier. ich. 2 meiner Söhne sind Autisten, einer davon Asperger. ich selbst gehör wohl auch ins Autismusspektrum, bin aber noch in der Abklärungsphase, bz. endlich soweit mir das auch einzugestehen. aber es deutet sehr viel drauf hin, neben anderer Sachen.
du bist nicht die erste, die sehr spät eine Diagnose im autistischen Bereich bekommt, gerade bei Frauen ist das sehr häufig, da sie vieles kompensieren konnten.
die meisten Therapeuten sind auf Kinder- und Jugendliche spezialisiert, es gibt für erwachsene Autisten sehr wenig Angebote, fängt schon bei der Diagnostik an. scheinbar dachte man wohl, Autismus verwächst sich mit der Zeit. jetzt steht man da und hat den Salat.

es gibt vom Autismusverband eine Broschüre zum Thema Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
das Werk nennt sich: Leitlinien - Bildung, Ausbildung und berufliche Teilhabe für Menschen mit Autismus - allgemeiner Arbeitsmarkt.


und ist zu beziehen über Autismus Deutschland e. V. hier der Link dazu: Leitlinien-Bildung, Ausbildung und berufliche Teilhabe für Menschen mit Autismus - Autismus Deutschland e.V. Literatur-Shop


dann gibs noch ein Forum, nennt sich zwar Autistenkinder, es sind aber auch erwachsene Autisten (Asperger etc) teils ohne und teils mit Kindern dabei:

Autisten-Kinder Forum
 

Ah4entheater

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... Vor einem Jahr habe ich die Diagnose Asperger-Syndrom erhalten. ...

Auch wenn es bei Dir im Moment vordergründig um Beratung und gesundheitliche Unterstützung sowie um den Umgang mit dem JC geht, könnte Dich dennoch vielleicht interessieren, dass es in Berlin eine Firma gibt, die nur mit Asperger-Autisten zusammenarbeitet:

auticon - Querdenker mit System und Neuigkeiten rund um auticon | auticon - Querdenker mit System

Die haben auch Niederlassungen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und in München/Nürnberg.

Meiner Meinung nach ist es lesenswert, was Auticon so bewegen kann. Es scheint gerade im IT-Markt eine hohe Nachfrage an der Zusammenarbeit mit Aspies zu geben, denn es gibt namhafte Großunternehmen und Konzerne, die mit Auticon kooperieren. Aspies sind ja meiner Ansicht nach nicht "krank", sondern haben sehr wohl besondere Fähigkeiten, die neurologisch typische Menschen eben nicht haben. Aspies sind einfach "anders". Aspies können also dennoch einen vergleichsweise normalen Beruf ergreifen und entsprechend gutes Geld verdienen.

Wenn Du also möchtest, könntest Du Dein "anders sein" für Dich nutzen. Du könntest ja interessehalber einfach mal bei Auticon anrufen und nachfragen, wie die sich dort eine Zusammenarbeit vorstellen, was für eine Ausbildung du bräuchtest (ich jedoch meine, dass Du im Bereich der Test- und Qualitätssicherung durch die Praxis relativ leicht und schnell eingearbeitet werden könntest, also auch ohne eine Ausbildung) und was es für Möglichkeiten gibt. Und wer weiß, wenn Dein SB im JC wirklich so unterstützend ist, wie Du schreibst, könnte er ja für Dich was einfädeln. Außerdem könnten mit einer Arbeit, die speziell für Asperger-Autisten geeignet ist, Deine möglichen Depressionen auf Dauer Geschichte werden, eben weil Du dann Deine speziellen Fähigkeiten nutzen und Dich einbringen kannst.

Hier werden die Stärken und Fähigkeiten schön zusammengefasst:

Autismus | auticon - Querdenker mit System

Autistische Mitarbeiter können eine Bereicherung für Unternehmen sein.

Die Stärken von Autisten sind sehr individuell, umfassen aber häufig…

ein ausgeprägtes logisches Denkvermögen
eine hohe Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer auch bei Routineaufgaben
ein hohes Maß an Loyalität und Zuverlässigkeit
ein extrem gutes Auge für Details, Anomalien und mögliche Fehler
außergewöhnlich gründliche Soll/Ist-Abgleiche und ein hohes Bewusstsein für Qualität
eine starke Orientierung an Sachthemen, umfassendes Fachwissen

Hier noch drei Artikel zum Thema Zusammenarbeit mit Asperger-Autisten:

Berliner Firma stellt Autisten als IT-Spezialisten ein - SPIEGEL ONLINE
Asperger-Syndrom: Maschinen sind leichter als Menschen |*ZEIT ONLINE
Autisten im Arbeitsleben: Die Außergewöhnlichen - NetDoktor.de

Auch auf Youtube kannst Du einige Videos und Interviews zu Auticon finden:

https://www.youtube.com/results?search_query=Auticon
 
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Pichilemu

Gast
Ich finde es immer wieder toll wenn diese Firma beworben wird. Nur leider zeigt die Praxis, dass auch die sich die Rosinen picken, will heißen da hat man eigentlich nur mit abgeschlossenem Studium eine Chance. Wer wie die TEin noch nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung hat kann sich die Mühe sparen.
 
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Gast
@pichilemu:

Die machen aber auch andere Sachen, als nur in eine WfbM zu vermitteln. Soweit ich weiß, kann man darüber auch eine Ausbildung nachholen.

Eine Reha halte ich bei mir insofern für Blödsinn, als dass sie mich eh völlig überfordern würde und sich mein Zustand so nur verschlechtern dürfte. Eine Therapie hingegen halte ich schon für sinnvoll, denn es gäbe da einiges, dass ich vielleicht mal mit professioneller Hilfe aufarbeiten sollte (u.A. Mobbing, mehrere Todesfälle in meinem Umfeld und noch etliche andere Dinge).

Ambulant betreutes Wohnen fände ich super, aber soweit ich weiß, bekomme ich das nicht, da ich mit meiner Mutter zusammen wohne (die aber nicht mit mir zu Behörden etc. pp. fahren kann und mir auch sonst nicht viel helfen kann).

Sofern die von der Klinik meinen, ich solle einen SBA beantragen, werde ich das auch tun. Das sind ja schließlich Fachärzte.


@Marion63:

Der Leitfaden hört sich sehr interessant an. Ich werd ihn mir nächsten Monat mal bestellen. Danke für den Tipp!

Autisten-Kinder hab ich mir angesehen, aber das sagt mir nicht wirklich zu. Trotzdem Danke für den Tipp.


@Ah4entheater:

Von Auticon hab ich schon gehört, aber mit IT hab ich ehrlich gesagt absolut nichts am Hut. Ich hab von so etwas keine Ahnung und bin froh, dass ich nicht viel mit Computern zu tun habe. Ich kann eindeutig besser mit Tieren umgehen, als mit Computern. :icon_wink:
 
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Gast
es ist natürlich auch ein wenig schwierig mit den Empfehlungen, wenn man nicht weiß, aus welchen Bundesland die TE kommt.

hier eine Berliner Adresse: Beratungsstelle für erwachsene Menschen mit Autismus | Autismus Berlin

eine für Mönchengladbach:
Erwachsene Menschen mit einem Asperger-Syndrom

und an der Uni Freiburg gibt es das FASTER Therapieprogramm. Buch: Das Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter, Herausgeber: Ludger Tebartz van Elst.

und in Köln gibt es auch eine Spezialambulanz für Autismus. Autismus im Erwachsenenalter ? Neurologie und Psychiatrie Uniklinik Köln

in München gibt es autkom. Autismuskompetenzzentrum Oberbayern: Startseite

auf dem Land einen Therapeuten zu finden, der sich mit dem Thema Autismus bei Erwachsenen auskennt, dürfte wie ein Sechser im Lotto sein.
 
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Pichilemu

Gast
Ich hab noch nie gehört, dass ambulant betreutes Wohnen zwingend voraussetzt das man alleine lebt. Zumal, wenn du schon 39 bist wird deine Mutter mindestens in den 60ern sein - in dem Alter kann man keine Hilfe voraussetzen, die wird da ihre ganz eigenen Probleme haben.
 
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Gast
@Marion63: Ich wohn in Niedersachsen, mitten in der Pampa. Da, wo es weit und breit keine größere Stadt gibt. Aber wenn ich nach den E-Mails gehe, die ich von der Klinik bekommen habe, scheinen die sich mit Autismus auszukennen. Naja, nach dem Termin weiß ich wohl mehr.

@pichilemu: Das hab ich so vor einiger Zeit im Internet bei mehreren Anbietern vom ambulant betreuten Wohnen gelesen. Da stand allerdings auch was von Ausnahmen, was genau damit gemeint ist, wurde da aber leider nicht erklärt. Wäre ja super, wenn das doch gehen würde, denn das bietet auch die Klinik an, bei der ich den Termin habe. Werde mich dahingehend noch mal direkt bei der Klinik informieren.
 

Muzel

StarVIP Nutzer*in
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Ich schließe mich dem Beitrag von Gelibeh voll an.
Ich würde mir auf jeden Fall diese Krankheit vom Versorgungsamt anerkennen lassen, zumal, wenn du vor hast eine Teilhabe oder eine Ausbildung zu machen. Wenn deine Erkrankung als Nachteil anerkannt ist, kannst du Prüfungserleichterungen bekommen. Eine Prüfungszeitverlängerung ist nicht schlecht.
 
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ExitUser

Gast
Hallo Strandgut!

Kennst du dieses Forum:
aspies.de Selbsthilfeforum ?

Ich würde dir raten, deine Frage dort zu stellen.

Natürlich kannst du über LTA (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) eine Ausbildung nachholen. Dafür musst du aber erwerbsfähig sein.

Therapeutisch angehen könntest du die Begleiterkrankungen wie Depressionen.

In Freiburg gibt es ein stationäres Angebot speziell für Autisten. Irgendwas musst du tun, damit man dir die Erwerbsfähigkeit attestiert, sonst geht es nicht weiter.
 
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ExUser 44963

Gast
@strandgut

Bevor in diesem Staat Alles zu spät ist:
Stell so schnell wie möglich bei der DRV den Antrag auf EM-Rente. Lass Dich nicht beirren, Du hast die Diagnose!

Denn unser Pferd ist tot und Wir steigen ab! auticon/SAP und das ganze dumme Blabla ist nur hohles Medien-Geschisse um Garnichts. Das sind auch nur marktwirtschaftliche Unternehmen, die ihre nützlichen Idioten suchen Das unterstützt man nicht, wenn man ein Gewissen hat!

Und Wenn Du den EM-Rentenantrag gestellt hast, einfach abwarten. Dann gibts es den Gutachter-Termin und Danach wieder abwarten. Das Ganze wird in vier oder fünf Monaten über die Bühne gehen, weil es für die DRV-Gutachtenmediziner an der Diagnose Nichts zu deuteln gibt, weil unheilbar. Das geht ganz fix, im Gegensatz zu allen anderen EM-Anträgen! Vier Monate warens bei mir, ähnlich bei vielen Anderen!

Außer natürlich, Du willst weiter ein totes Pferd reiten. Man muss wissen, Was man will!
 
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ExitUser

Gast
So, mal ein kurzer Bericht, wie es aktuell bei mir aussieht:

Ich habe jetzt einmal im Monat einen Termin bei einer sehr netten und verständnisvollen Psychiaterin und sie hat mir dann zu einer ambulanten psychiatrischen Pflege (ist so was ähnliches wie ambulant betreutes Wohnen, aber der Schwerpunkt liegt dabei mehr auf dem psychischen Bereich) geraten. Alle zwei Wochen kommt jetzt einer vorbei und dann reden wir oder fahren auch mal irgendwo hin. Sowohl meine Psychiaterin, als auch der Mann von der APP meinen, dass ich auf gar keinen Fall Vollzeit arbeiten könnte. Laut meiner Psychiaterin käme eine stationäre Reha für mich auch auf keinen Fall infrage (womit ich ihr völlig recht gebe, denn damit wäre ich völlig überfordert). Das würde aber auch bedeuten, dass ein BFW für mich ebenfalls nicht infrage kommt. Damit dürften dann sowohl eine Umschulung, als auch eine Ausbildung flachfallen.

Nach allem, was ich bisher so gehört habe, wird es letzten Endes wohl darauf hinauslaufen, dass mich das JC irgendwann auffordern wird, EM-Rente zu beantragen (was aber wohl abgelehnt werden dürfte). Da ich momentan aber zu so einem Heck-Meck keine Kraft habe, überlege ich, ob ich nicht doch der Empfehlung meiner Psychiaterin folgen und es in einer WfbM versuchen sollte. Wenn ich da arbeite, gelte ich ja automatisch als voll erwerbsgemindert und hätte zumindest vorm JC endlich Ruhe (jede Einladung vom JC löst bei mir unglaublich großen Stress aus, der mir nicht nur stark auf die Psyche, sondern auch zunehmend auf die Verdauung schlägt). Aber wie ist das, wenn ich da nicht zurecht komme (was ich sehr stark befürchte) und ich da deswegen wieder aufhören muss? Gelte ich dann wieder als erwerbsfähig oder bleibe ich erwerbsunfähig? Momentan will ich einfach nur noch meine Ruhe haben und Arbeit ist mir mittlerweile auch einfach nur noch egal (die Chance, einen für mich geeigneten Arbeitsplatz zu finden, dürften eh bei Null liegen). Wenn die WfbM für mich also eine kleine Abkürzung in die EM-Rente sein könnte, würde ich sie gern nutzen.
 
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Pichilemu

Gast
Es gibt jetzt gerade einen Parallelthread zum Thema WfbM hier in diesem Unterforum. Kurz gesagt: es ist nicht für jeden, WfbM ist nicht gleich WfbM, man muss sich das vor Ort anschauen und gucken ob es einem zusagt. Es gibt auch WfbM die zwingend Vollzeitarbeit verlangen, das wäre dann für dich wohl nichts.

Bei jeder WfbM gibt es erstmal ein Eingangsverfahren wo du erstmal "reinschnuppern" kannst ob es dir zusagt (am Ende muss die WfbM dann auch selbst noch entscheiden ob du aufgenommen wirst). Erst wenn du da durch bist würde überhaupt die volle Erwerbsminderung greifen.
 
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ExitUser

Gast
Wenn ich da arbeite, gelte ich ja automatisch als voll erwerbsgemindert und hätte zumindest vorm JC endlich Ruhe ...

Wer sagt das? Du bist in der Zeit nicht vermittelbar, aber nicht zwingend erwerbsgemindert. Vielleicht meinst du das so? Die Erwerbsminderung muss die DRV festellen oder anerkennen. Ich weiß nicht, ob sie auch Voraussetzung für die Werkstatt ist.

Hast du dich schon mal nach speziellen Angeboten für Autisten umgeschaut. Ich hatte dir ja das Forum empfohlen. Dort gibt es viele kritische Beiträge zu verschiedenen Anbietern.
Was sind denn deine Interessen/Fähigkeiten? In welchem Bereich würdest du dich beruflich sehen?

GdB hast du schon?
 
P

Pichilemu

Gast
Wer sagt das? Du bist in der Zeit nicht vermittelbar, aber nicht zwingend erwerbsgemindert.
Doch, wer in der WfbM arbeitet, ist alleine dadurch automatisch dauerhaft voll erwerbsgemindert.

In § 45 SGB XII steht z. B.:

Eines Ersuchens nach Satz 1 bedarf es nicht, wenn [...] der Fachausschuss einer Werkstatt für behinderte Menschen über die Aufnahme in eine Werkstatt oder Einrichtung eine Stellungnahme nach Maßgabe der §§ 2 und 3 der Werkstättenverordnung abgegeben hat und der Leistungsberechtigte kraft Gesetzes nach § 43 Absatz 2 Satz 3 Nummer 1 des Sechsten Buches als voll erwerbsgemindert gilt.

Wenn schon ein Rentenanspruch da ist, müsste die DRV sofort mit Übergang in den Berufsbildungsbereich mit der Auszahlung der Rente beginnen, ansonsten springt die Grusi ein.
 
E

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Gast
Danke erst mal für eure schnellen Antworten!

Spezielle Angebote für Aspies gibt es hier leider weit und breit nicht. In dem Forum habe ich mich umgesehen, aber da gab es ja auch nicht nur schlechte Erfahrungen. Da sind ja auch einige, die da ganz zufrieden sind.

Bei der WfbM, die für mich infrage käme, müsste ich sechs Stunden arbeiten und wenn man zwischendrin mal eine längere Pause braucht, ist das kein Problem, dafür gibt es sogar extra Pausenräume mit Sofa und so. Es gibt dort auch ein Eingangsverfahren, in dem festgestellt wird, welcher Bereich für einen geeignet ist, man darf sich aber auch einen Bereich aussuchen (sofern dort auch gead ein Platz frei ist). Für mich wäre die kleine Töpferei der WfbM sehr interessant, denn ich arbeite sehr gern kreativ und sofern ich mit den anderen Leuten dort einigermaßen klarkomme, dürfte ich da auch die sechs Stunden ohne Pause durchhalten.

Einen GdB habe ich noch nicht, werde ich jetzt aber in Angriff nehmen. Ich denke mal die werden versuchen, mich mit 30 abzuspeisen, aber unter 50 gebe ich mich dann doch nicht geschlagen.
 
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ExitUser

Gast
Kann ich so nicht sehen und auch nicht aus der Quelle ableiten.

Voll erwerbsgemindert sind auch Menschen mit einer Behinderung, die in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) oder ähnlichen Einrichtungen im Sinne des § 1 Satz 1 Nummer 2 SGB VI arbeiten, jedoch wegen Art und Schwere ihrer Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können - und ebenso Menschen mit einer Behinderung während der Zeit einer nicht erfolgreichen Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Da sehe ich drei Voraussetzungen:

1. Behinderung
2. Beschäftigung in der Werkstatt
3. zusätzlich nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsetzbar (theoretisch)

In Rehawerkstätten ist es nochmal anders, denke ich. Ich meine da waren auch einige Klienten im Alg-II-Bezug, was bei Erwerbminderung ja nicht ginge.

p.s. Quelle für das Zitat: talentplus.de
 
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