DGB will 1,6 Millionen Menschen aus Hartz IV holen

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E

ExUser 1309

Gast
"Das ist auch echt gut überlegt"
Zudem stellen die Gewerkschaften die Idee eines Anschluss-Arbeitslosengeldes zur Diskussion: Damit das Abrutschen in Hartz IV entschärft wird, könnte für zwei weitere Jahre ein Arbeitslosengeld in Höhe von 58 Prozent vom letzten Nettoverdienst bezahlt werden.
Das bringt natürlich denen viel, die vorher nicht gut Netto verdient haben...

58 Prozent vom Mindestlohn 2019 (9.19€/Std.) macht Monatslohn Netto von 1.155,27 € für einen Alleinstehenden. Davon 58% macht stattliche 670,06€. Da ist mein ALG2 Anspruch ja höher...
"Das entschärft und verhindert das Abrutschen natürlich total..."... Bei Menschen, die entsprechend vorher Netto verdient hatten. Den Armen hilft es nix und an der Rente der Betroffenen ändert es später auch nix...

Fazit von dieser Idee: Wer eine arme Xau ist.... bleibt es auch!
Wenn, dann müsste da auch ein Mindest ALG Anschlussgeld her, um einiges höher als das spätere ALG2, sonst können sie es direkt lassen. Das würde dazu evtl. den einen oder anderen motivieren, wieder Arbeiten zu gehen auch unter seinem gewohnten Nieveau, bevor er in das ALG2 abrutscht.

Da hilft dann doch nur, was auch ohne solchen komischen Ideen Sinn macht, weil die nicht so Glücklichen sich da eh wiederfinden werden:
Die Regelsätze sollen neu ermittelt und erhöht werden.
Aber das müsste einiges mehr sein, als Brutto Zwofuffzig. Und an der Grundsicherung muss auch einiges erhöht werden, für diejenigen, die nicht arbeiten können/EM-Rente oder normale Rente beziehen und da nicht nur die Höhe der Grundsicherung, sondern auch das Schonvermögen und ein etwaiger, möglicher Zuverdienst, den in Grundsicherung betroffene eh in der Regel nur im Geringen Maße schaffen können.
 

faalk

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Große Klappe in Sachen ALG II, aber in der ZA Branche für minimücken arbeiten lassen.
 

HartzVerdient

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Sehen wir das mal positiv. Zumindest wird darüber geredet. Und die Stimmen werden lauter.
 

Kampfmops

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Das Thema Hartz 4 wird ja derzeit überall diskutiert, was auch gut so ist. Gerade deswegen beschäftigen sich nun viele mit dem Thema, denen das vorher am Po vorbei ging.

Insgesammt ist die Entwicklung nun positiev. Je mehr darüber berichtet und informiert wird, umso mehr werden (müssen) dazu Stellung beziehen.
 

Bintu

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Ich sehe es ja auch positiv das jetzt viel darüber diskutiert wird.
Verstehe halt nur nicht warum erst jetzt.
Hängt das vielleicht nur mit der kommenden Entscheidung beim BVerfG zusammen?
 
E

ExUser 1309

Gast
Hängt das vielleicht nur mit der kommenden Entscheidung beim BVerfG zusammen?
Das kann nur eine Seite sein. Die andere ist nach meiner Meinung, dass die Altparteien sehr stark an Stimmen verloren haben, an eine Partei, die sie nach meiner Meinung als "Feindbild" auserkoren haben. Je nachdem was z.b. bei der CDU jetzt passiert, kann das noch schlimmer für die Altparteien werden.
Die nächste Wahl, die kommt bestimmt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Eigentlich ist das Thema ständig in der öffentlichen Debatte seit Einführung des SGB II.

Jetzt sind die Folgen der Umverteilung langsam nicht mehr zu leugnen und auf einmal erkennen alle, wie ungerecht unsere Gesellschaft doch ist.

Die Gewerkschaften sollten sich dafür einsetzen, wofür sie da sind:

- vernünftige Tarifverträge für alle Beschäftigten
- gerechte Verteilung der Arbeit
- Mitbestimmung der Arbeitnehmer uvam.

Die Vorschläge sind ja teilweise durchaus gut, aber nicht durchsetzbar, weil es Konsens ist, das Existenzminimum knapp zu halten und es derzeit keine denkbare politische Konstellation gibt, die das ändern will. Auch die Grünen werden das in einem Bündnis mit der Union schnell wieder vergessen.

Klingt ein bisschen wie Hummer und Kaviar für alle :biggrin:.
 

Couchhartzer

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avalanche

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(...) - vernünftige Tarifverträge für alle Beschäftigten (...)
Wenn dann noch die Arbeitgeber in ihrem Verband organisiert sind, könnte da auch was draus werden.


Aus meiner Sicht kommt den ordentlichen Gewerkschaften nur soviel Macht zu, wie bei ihnen auch Arbeitnehmer Mitglied sind.

Wenn ich mir die Leiharbeit in den unteren Tarifgruppen (E1 bis E4) anschauen, vermute ich hier einen Organisationsgrad von weniger als 10%. Die Katze beisst sich hier selbst in den Schwanz.
Keine Organisation ==> kein Streikrecht ==> keine Mitbestimmung ==> prekäre Arbeitsverhältnisse ==> Rente unter der Grundsicherung


SG ave
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Aus meiner Sicht kommt den ordentlichen Gewerkschaften nur soviel Macht zu, wie bei ihnen auch Arbeitnehmer Mitglied sind.

Schau mal den gewerkschaftlichen Organisationsgrad in Frankreich an. Der ist der niedrigste in der EU und dennoch haben sie bisher viel erreicht, für alle Arbeitnehmer.

Bei uns biedern sich die Gewerkschaften traditionell den Herrschenden an und bleiben zahnlos. Das war sicher auch der Grund für viele Austritte in den letzen Jahrzehnten.

Den rechtlichen Rahmen bestimmt der Gesetzgeber und früher war es Konsens, dass jede Beschäftigung tariflich abgesichert sein soll.

Diesen "Gesellschaftsvertrag" hat u.a. rot-grün ab 98 mit Unterstützung der großen Gewerkschaftsverbände aufgekündigt.
 

snP1

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Eigentlich ist das Thema ständig in der öffentlichen Debatte seit Einführung des SGB II.

Das geht halt auch nur dann, wenn sie Mitglieder haben. Aber die Deutschen haben auf sowas ja inzwischen keine Lust mehr. Gewerkschaftsmitglied sein ist wie wählen. Die es am nötigsten hätten, machen nicht mit.

Anders kann ich mir nicht erklären, wieso die ganzen Zeitarbeiter nicht längst gewerkschaftlich organisiert sind oder wieso ein Großteil der Arbeitsuchenden/Hartz4 Empfänger bei Wahlen lieber daheim bleibt und dann über die Politik schimpft.
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Das geht halt auch nur dann, wenn sie Mitglieder haben.

Nö, hast du #11 überlesen?

Denke auch mal an den einen großen Arbeitskampf in der BRD zurück.

Ich denke nicht, dass der Rückgang tariflicher Beschäftigung durch den Mitgliederschwund bei Gewerkschaften zu erklären ist. Eher umgekehrt.

Die Gewerkschaften haben zugeschaut und mitgemacht bei der Agenda 2010 und sich von alten Forderungen verabschiedet.
 

[HartzFear]

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Aha dem DGB fällt es jetzt auch mal auf dass, das System ungerecht ist.
Woher diese ganzen Meinungsänderungen auf einmal, Hartz 4 gibts ja nicht erst seit gestern.

https://www.zeit.de/wirtschaft/2018...ten-reformkonzept-sozialhilfe/komplettansicht
Vermutlich am Mitgliederschwund? Das Problem hat ja auch die SPD, bei der die Agenda-2010_Reformen nun für sie ganz speziell "wirken". Aber natürlich ist es ein leichtes, dass die SPD jetzt die Rücknahme diskutiert, wohl wissend, dass sie dies mit der Union niemals durchsetzen kann und aufgrund des Absturzes in der Wählergunst auch niemals mehr die Mehrheit da sein wird, um das umsetzen zu können.
 
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