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Deutsche Arbeitslose beziehen überdurchschnittlich viel Geld

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Arania

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#1

hellucifer

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#2
Zwei Fakten der OECD-Studie halte ich für kommentarwürdig.

1. "Ein Alleinstehender, der zuletzt durchschnittlich verdient hat, erhält nach fünf Jahren immer noch 36 Prozent seines letzten Nettoverdienstes." - Das kann man auch mal auf den Kopf stellen. Wieso hat er einst so viel verdient? Und wie gelingt es ihm heute, mit nur 36 Prozent auszukommen?

2. "Trotz der Hartz-Reformen ist es in Deutschland für jemanden, der seinen Job verliert, vergleichsweise unattraktiv, schnell eine neue Arbeit mit einem etwas geringeren Gehalt anzunehmen." - Ziel der Schaffung von Arbeitslosigkeit ist es also, Menschen in schlechter bezahlte Arbeitsverhältnisse zu zwingen. Kann man es aber verurteilen, dass sich Menschen dem verweigern?

Und noch ein weiteres Ergebnis, das hoffentlich bei unseren Politikern nicht unbeachtet bleibt, halte ich für wichtig:

"In den nordischen Ländern stellen sich Arbeitslose in jedem Fall besser, wenn sie eine Arbeit aufnehmen (trotz vergleichsweise großzügigem Arbeitslosengeld!)." Grund: Weniger Steuern und Sozialabgaben bzw. Kombilohnmodelle.

("frei ziert!")
 

gerda52

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#3
Der Bericht ist wieder mal ein gutes Beispiel für 'Schönrechnerei' im Sinne der Profitgeier.
Weniger erfreulich ist allerdings ein weiteres Ergebnis der Studie: "Trotz der Hartz-Reformen ist es in Deutschland für jemanden, der seinen Job verliert, vergleichsweise unattraktiv, schnell eine neue Arbeit mit einem etwas geringeren Gehalt anzunehmen", so das Urteil der OECD. Wer im OECD-Raum nach kurzer Arbeitslosigkeit einen Job mit zwei Dritteln des Durchschnittsverdienstes annimmt, dem bleiben nach Abzug von Steuern, Abgaben und entgangenen Transferzahlungen im Schnitt noch 28 Prozent seines neuen Bruttoverdienstes, rechnet die OECD vor. In Deutschland sind das dagegen nur sieben Prozent - wenn der Ehepartner noch arbeitet, verliert das Paar sogar finanziell.
Man geht also schon selbstverständlich davon aus, dass bereits nach kurzer Arbeitslosigkeit die Verdienstaussichten um 1/3 zurückgeschraubt werden müssen. Bei erneuter Arbeitslosigkeit dann wieder, usw. Dass bei dieser Praxis der Durchschnittsverdienst aller gleich mitsinkt, wird ebenfalls nicht erwähnt.
Mit dem dazu gezogenen Fazit hat die Studie natürlich recht, denn das Arbeiten für die Großköpferten rentiert sich für einen Malocher einfach nicht.
 

sogehtsnich

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#4
Außerdem sind 100 Euro nicht gleich 100 Euro, innerhalb der EU! Denn dann müßten auch noch der Anteil an Steuern, Energiekosten, und und und, mit in die "Berechnung"!
 

sirhenry

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#5
Außerdem sind 100 Euro nicht gleich 100 Euro, innerhalb der EU! Denn dann müßten auch noch der Anteil an Steuern, Energiekosten, und und und, mit in die "Berechnung"!
100 € sind exakt 100 €.

Wenn ich ein Produkt im liberalisierten Markt in Europa für 100 € zu verkaufen versuche und ein andere bietet es mit 9o € an weil in seinem Lande die Kosten/Nebenkosten-Struktur günstiger ist, dann kriegt er den Zuschlag und ich gehe Pleite.
 

Kaleika

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#6
Ich halte die Behauptung, dass Deutsche Arbeitslose überdurchschnitlich viel Geld erhielten eher für einen Bestandteil der Hetzkampagne gegen uns.
Fazit: uns gehts noch viel zu gut!

Solche "Berechnung" musste jetzt ja in die Waagschale geworfen werden, wenn immer wieder Stimmen laut werden, die endlich eine Erhöhung des viel zu niedrigen Regelsatzes fordern!
Was sollen die prozentualen Angaben des letzten Gehaltes schon tatsächlich für einen Aussagewert haben, wenn der Lohn nicht benannt wird?
Nach den zunehmenden Armutslöhnen wird wohl kaum jemand von der Hälfte des vorherigen Lohnens "leben" können! Selbst, wenn er das wollte....
Kaleika
 
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#8
Hartz IV: Arbeiten lohnt sich nicht

Hartz IV: Arbeiten lohnt sich nicht

Trotz der Hartz-IV-Reform sind Arbeitslose in Deutschland besser gestellt als in den meisten anderen europäischen Ländern. Ein schlecht bezahlter Job rechnet sich nicht.

Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag in Berlin und Paris veröffentlichten Statistik der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Wäre demnach ein Durchschnittsverdiener in Deutschland bereit, nach Verlust seines Jobs für die Hälfte des alten Lohns zu arbeiten, stellt er sich finanziell schlechter als mit staatlicher Unterstützung.
Innerhalb der OECD seien die Arbeitsanreize nur in Italien und Tschechien vergleichbar gering.

Quelle:

http://www.focus.de/jobs/arbeitsmarkt/arbeitslosigkeit/hartz-iv_aid_229264.html

Anmerkung:

Ich habe vor Hartz IV in meinem Vollzeitjob 1.200,-- Euro netto im Monat verdient. Alg II erhielt ich in Höhe von 321,-- Euro.

Würde ich für die Hälfte meines vorherigen Lohnes arbeiten, dann hätte ich immer noch 279,-- Euro mehr im Geldbeutel als mit Hartz IV.

Statistiken gehören doch eindeutig in die :icon_tonne:
 

Arania

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#9
Ich glaube an Deiner Berechnung fehlt jetzt allerdings einiges, bei den meisten kommt die KDU dazu, die muss ja sonst auch vom Lohn bestritten werden, da bleibt ja auch nicht 1200 netto nur für Lebensmittel und Kleidung

Allerdings kann man auch nichts absetzen oder andere Vergünstigungen in Anspruch annehmen wie ein normaler Arbeitnehmer, Kredite etc.
 
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#10
Ich glaube an Deiner Berechnung fehlt jetzt allerdings einiges, bei den meisten kommt die KDU dazu, die muss ja sonst auch vom Lohn bestritten werden, da bleibt ja auch nicht 1200 netto nur für Lebensmittel und Kleidung

Allerdings kann man auch nichts absetzen oder andere Vergünstigungen in Anspruch annehmen wie ein normaler Arbeitnehmer, Kredite etc.
Es waren genau 321,-- Euro und kein Cent mehr.
 

Arania

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#11
Deswegen schrieb ich ja: bei den meisten:icon_arrow:
 
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#12
Deswegen schrieb ich ja: bei den meisten:icon_arrow:
Die Meisten? Dann können die "Meisten" ja tatsächlich froh sein Hartz-IV-Empfänger zu sein.

Mich hat Hartz IV nämlich in finanzieller Hinsich hart getroffen. Aber ich bin ja anscheinend die Ausnahme?
 

Arania

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#13
Thomas, damit meine ich das die meisten Hartz-IV-Empfänger auch die KDU bekommen, oder sehe ich das falsch?
 
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#14
Der Durchschnittsverdiener wurde für diese Statistik zugrunde gelegt. Aber was ist dann bitte mit den Millionen Menschen im Niedriglohnsektor? Die bleiben im Leben doch überall außen vor!
 
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#15
Thomas, damit meine ich das die meisten Hartz-IV-Empfänger auch die KDU bekommen, oder sehe ich das falsch?
Guten Abend Arania,

das kann ich Dir nicht sagen, wieviele Menschen bei Hartz IV KDU bekommen oder nicht. Mich hat's auf jeden Fall mit Hartz IV gründlich verarscht.

Ich zähle bei Hartz IV eindeutig zu den Verlierern.

Ali hatte ich 620,-- Euro.

Alg II 321,-- Euro.

Wie sollte ich als erwachsener Mann von 321,-- Euro im Monat leben? Denn es blieb mir von diesem Scheiß-Almosen kein Cent mehr übrig. Nichts für's Essen, nichts für's Trinken...
 

sirhenry

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#16
Quatsch!
Es ist doch wohl ein Unterschied, ob ich in Polen oder in Deutschland für 100 Euro tanke!
Ja, das stimmt.

Wer im polnischen Nachbarland seinen Job verliert, bekommt umgerechnet maximal 150 Euro Arbeitslosengeld und auch das in der Regel höchstens 12 Monate lang. Da ist es schon ein Unterschied wenn man für 100 Euro tankt.
 

a f a

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#17
OECD: Hartz IV ist Luxus
So oder so ähnlich heißt es in der großen Mehrheit der Zeitungen, die über eine so genannte Studie der wirtschaftsnahen OECD berichten. Wir dokumentieren Ihnen dazu einfach einmal einen kleinen Teil der Schlagzeilen, die google.news-Suche reproduziert. Statt eines Kommentars zitieren wir aus einem Interview mit Professor Gerhard Bosch vom Institut Arbeit und Qualifikation in der Frankfurter Rundschau. Wolfgang Lieb
Die Zielrichtung dieser „Studie“ ist klar, und entsprechend sind auch die Schlagzeilen: Arbeitslosen Hartz IV –Empfängern gehe es verhältnismäßig glänzend, und deswegen müssten die Regelsätze weiter gesenkt werden, um entsprechende „Anreize“ (sprich: ökonomischen Druck) zur Arbeitsaufnahme ausüben zu können.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2833#more-2833

Gruss
Norbert

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