Deutsche Angestellten Akademie (DAA) Geilenkirchen - FINGER WEG!

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Ramberti

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Deutsche Angestellten Akademie Geilenkirchen - Ihr schuftet, wir kassieren ab
Eigentlich "Deutsche Ausbeuter Agentur", denn mit einer Akademie hat dieser Verein nichts zu tun...

Ich möchte euch aus persönlich gemachten Erfahrungen eine kleine Geschichte über die DAA in Geilenkirchen erzählen, die ich vor einiger Zeit erlebt habe. Die Maßnahme um die es jetzt geht heißt "AViBA" (Aktivierung und Vermittlung mit intensiver Betreuung und Anwesenheitspflicht) und dauerte insgesamt acht Wochen pro Teilnehmer. Krankentage wurden hinten dran gehängt. Also keine Möglichkeit durch einen gelben Schein diesen Wahnsinn zu entrinnen. Und glaubt mir, die Leute dort sind geduldig.

Ich bekam von meinem SB eine "Einladung" zu dieser Maßnahme, die ich aus purem Interesse angenommen habe um neue Erfahrung zu machen. Dafür bin ich ja hier und sowas kannte ich vorher nicht. Also unterschrieb ich die Zuweisung und die dazugehörige EGV ohne zu wissen was mich wirklich erwartete. Er erzählte mir nur, dass ich dort "betreut" werde und Chancen auf einen vernünftigen Arbeitsplatz hätte, da dort erst Geld fließt, wenn erfolgreich vermittelt wird. Pustekuchen.
Kohle fließt natürlich für die Zuweisung und für in erfolgreich vermittelte Billiglohn-Arbeit/Zeitarbeit/prekäre Arbeitsverhältnisse oder dort ganz beliebt, in Praktika. Was anderes kann diese "Akademie" nicht. Unvergütete Praktika stehen auf dem Menü ganz oben. :icon_evil:

Normalerweise für einen Zeitraum von zwei Wochen von den Acht, die man dort verbringen muss. Nachfolge-Betreuung war dort natürlich auch Standard. Man will ja wissen, wie sich das Human-Material so schlägt, damit ggf. "nachgetreten" werden kann.

Man munkelt, dass pro Teilnehmer vom Staat 2500-5000€ abgezockt werden können, damit dieser aus der Statistik fliegt und ihn überwachen, anlügen, nötigen und gängeln zu können. Überwacht wird auf Schritt und Tritt, angelogen und um den Finger gewickelt wird gerne am Anfang der Maßnahme, genötigt wird durch ständige Androhung von Sanktion wenn man sich nicht so bückt, wie vorgegeben und die Gängelung gibt es gratis dazu. Dazu aber später mehr. :icon_mrgreen:

Der erste Tag ist noch der Beste. Bevor man in die eigentlichen Altbauräume gelangte, die aus einem Aufenthaltsraum bestanden mit ein paar alten Schultischen und Stühlen, einem kleinen Kabuff für die zwei dort ansässigen "Angestellten"-Ausbeuter (ein Personalsachbearbeiter und eine Diplomsozialarbeiterin) und dem eigentlichen Arbeitsraum ausgestattet mit ungefähr 20 PC Plätzen, musste man durch einen langen nach Urin stinkenden Gang laufen, der dort die zwei Toilettenräume für Männlein und Weiblein aufwies. Gelangte man in die Herren-Toilette, wurde man von einem mit schmierigen Popeln liebevoll verziertem DAA Hinweis-Schild begrüßt, das die kommende "Arbeit" der nächsten acht Wochen dort symbolisiert - In der Nase bohren und langweilen.
Die Pissoirs sind voll mit abgestandenem Urin, da die Spülung nicht mehr richtig funktionierte. In den Toiletten gab es nette Bremsspuren vom Vorgänger. An den Geruch gewöhnte man sich schnell! Musste man, denn fast direkt vor den Toiletten befanden sich der Kaffee- und Süßigkeitenautomat.

Alle Neuzugänge wurden von der Sozialarbeiterin empfangen und bekamen den Vertrag unter die Nase gehalten. Man durfte im Vertrag sogar auswählen, ob man in Zeitarbeit vermittelt werden möchte oder auch nicht. Wie nett!
Ein Hinweis ob man den Vertrag zur Besichtigung mit nach Hause nehmen könne, wurde mit einem, "dann zählt der heutige Tag aber nicht und wird ihnen hinten dran gerechnet", kommentiert. Ich wollte dort nicht einen Tag länger verbringen und habe sofort unterschrieben. Zeitarbeit natürlich abgelehnt. Danach durften alle Neuzugänge wieder nach Hause. Juhuu!

Bei der Sozialarbeiterin wusste man nie, ob man ernst genommen wurde oder nicht. Eine ganz komische Persönlichkeit. Vielleicht wurde zu viel Valium eingeschmissen, ich wusste es nicht, aber mit ihr habe ich ungern gesprochen. Denn jede Diskussion wurde so dermaßen in die Länge gezogen, dass ich nach einiger Zeit nur noch genickt habe. Persönliches dieser "Angestellten" sollte man niemals beichten. Denn die hatte einen heißen Draht zum Jobcenter und der entsprechende SB wurde von ihr noch am selben Tag über diverse Dinge informiert.

Der Personalheini war von der besonderen Sorte. Er tat mir eigentlich schon irgendwie leid. Eine gescheiterte Existenz die ihren Platz im Ausbeuter-Milieu wiedergefunden hatte. So wie mir netterweise die Sozialarbeiterin erzählte, war er selber längere Zeit arbeitssuchend. Hat dann die Stelle bei der DAA gefunden und arbeitete nebenher noch "volksnah als Klippschullehrer" und brachte erwachsenden Menschen Grundschulstoff bei. Na, das nenn' ich doch mal Karriere.
Ich wusste von Anfang an nicht, wie ich ihn einschätzen musste. Mein erstes Bauchgefühl bei seinem Anblick war A-Loch. Bestätigte sich mit der Zeit auch. Sein fratzenartiges Grinsen und Kichern war nicht zu ertragen. Er klopfte sich über erfolgreich gerissene flache Scherze gerne selber auf die Schulter. Bei einem Neuankömmling nicht deutscher Herkunft stellte er ihm eine Frage von dessen Heimatland, die er natürlich selber direkt beantwortete um so sein Allerwelts-Wissen zu präsentieren. Direkt danach fing er mit einem breiten selbstgefälligen Grinsen im Gesicht an, auf seine Unterlagen zu starren. Man merkte wie überzeugt er von sich selber war in Anbetracht dieser exzellenten Glanzleistung und Demonstration seines großen Allgemeinwissens. :icon_hihi:

Einem Teilnehmer hatte er mal die Frage gestellt, wie die Farben im Drucker heißen würden. Der Teilnehmer antwortete: "Magenta, Cyan und Gelb". Danach wurde sofort zurückgeschossen, "ja aber für Gelb gibt es noch einen anderen Ausdruck". Der Teilnehmer guckte verdutzt, genauso wie ich. Der Personaler guckte sich um, und verschwand dann ganz schnell wieder in seinem Kabuff. Ihm war das Wort Gelb wohl im Vergleich zu Magenta und Cyan nicht fremdwortartig genug. Flachpfeife und Fettnapftreter durch und durch.
Solche Geschichten häuften sich mit der Zeit. Ganz nebenbei verhielt er sich sowieso im Allgemeinen sehr komisch. Stellte abstruse Behauptungen auf und versuchte durch bestimmte Fragen die Teilnehmer entweder einzuschüchtern oder sich selber davon zu überzeugen, wie recht er doch hat.

An den folgenden Tagen waren im Schnitt zwischen 3-6 Teilnehmer anwesend. Altersdurchschnitt betrug in etwa Anfang 20 bei den meisten. Der überwiegende Teil kam direkt von einer Berufsschule oder auch Abbrecher einer Ausbildung.

Nachdem man den ersten Tag sehr gut überstanden hatte, folgten natürlich weitere sieben Wochen und vier Tage. Laut Maßnahme-Info sollten diese von 8-17 Uhr stattfinden. Die Norm war allerdings zwischen 13.30 Uhr und 15.00 Uhr. In seltenen Fällen war sogar für alle um 12 Uhr mittags Schluss. Viel länger sind die Ausbeuter bestimmt auch nicht in ihrem Kabuff geblieben. Die Sozialarbeiterin hielt sich die ganzen Wochen dezent zurück und telefonierte höchstens "nach Hause". Sie kümmerte sich weniger um Unterlagen der Teilnehmer noch um deren Bewerbungsbemühungen.

Am Anfang wurden vom Personaler alle für die Bewerbung nötigen Unterlagen durchgeguckt und nach erfolgter Sichtung Ratschläge und Tipps gegeben. Bei allen Teilnehmern versuchte er in den Unterlagen Änderungen vorzunehmen, die nach seinem Gusto folgten. Also er hatte eigentlich immer irgendwas zu bemängeln. Wenn man keine Arbeit hat, macht man sich eben welche.

Nachdem die Unterlagen seinen Vorstellungen entsprachen, wurden die Teilnehmer dann zu Einzelgesprächen in den Kabuff gerufen. Dort wurde ihnen dann der angestrebte Weg ausgeredet. Bei uns gab es einen Teilnehmer der ein Wirtschaftsabitur mit 1,7 bestand. Er wollte Wirtschaftsinformatiker werden. Der Personaler riet ihm einen anderen Weg einzuschlagen, weil das ja nicht mehr gefragt sei. Im Anschluss gab es dann für ihn Stellen im Bereich Sozialwesen die einen Hauptschulabschluss verlangten.
Nach leichtem Protest des Teilnehmers wurde dann doch eine gemeinsame Lösung gefunden. Es wurden dann Stellen für Kaufmann im Gesundheitswesen rausgesucht.

Ein anderes Beispiel war eine junge Frau die Informatikerin im Bereich Anwendungsentwicklung werden wollte und dementsprechend auch Stellen suchte. Er sagte ihr, dass sie das vergessen solle als Frau und sich im Bereich Altenpflege umgucken müsse.
Teilnehmer die in ihren Wünschen etwas zurückhaltender waren und handwerkliche Ausbildungen suchten die max. einen Realschulabschluss forderten, waren für ihn anscheinend besser geeignet. Vermutlich weil er in diesen Bereichen "ein Bein drin hatte", O-Ton des Personalers und sich natürlich Billig-Lohn Jobs schneller vermitteln lassen.
Teilnehmer die diesen Bereich wählten, wurden dann auch nach erfolgloser Suche nach anständigen Stellen, schnell in Zeitarbeit gedrückt oder eben in den Niedriglohnsektor. Und das bei den Firmen, bei dem der Personalhanz Kontakte hatte. Googelte man nach diesen Betrieben, konnte man auf kununu zu Hauf ein Stern Bewertungen lesen. Das reichte von ungerechter Behandlung bis keine Ausbilder anwesend während der betrieblichen Ausbildung oder eben schlechter Umgang und schlechte Bezahlung. Also typisch für Ausbeuter-Betriebe.

Generell verhielt es sich so, dass der Personaler anfangs einen recht kollegialen Eindruck machte und auf kumpelhafte Manier die Teilnehmer um seinen Finger zu wickeln versuchte.
Natürlich mit Ausnahme der geforderten Richtungswechsel bezüglich Berufswünsche der Teilnehmer in seine geforderten Bereiche, wo er "den Fuß drin hatte" und durch "Kontakte" besser vermitteln konnte.
Er wies darauf hin, dass nicht in Zeitarbeit vermittelt werde und es für ihn ja sogar Versagen sei, wenn Teilnehmer nicht dauerhaft "ihrer Wünsche" nach untergebracht werden. Eine Ausbildung wäre immer von Vorrang usw. Wenn der Teilnehmer sich für die Richtung des Personalers entschied, bzw. entscheiden musste, konnte er von ihm dann natürlich leichter zurechtgebogen und vermittelt werden.

Man bekam mit der Zeit aber immer mehr den Eindruck, als ob anders gehandelt wird, als vorher besprochen. Er redete so aber handelte hinterrücks ganz anders. Seine Ansprachen zeichneten sich immer mehr durch widersprüchliches Gerede aus.

Wenn nicht schnell genug Ergebnisse erzielt wurden, kamen die ersten Zweifel seitens des Personalers auf ob man für den geplanten Beruf überhaupt geeignet sei. Die Standards wurden gesenkt und eine "Neu-Orientierung" stand an. Natürlich riet der Personaler dazu. Man sollte ja bis Ende der Maßnahme etwas "Passendes" gefunden haben.

Es gab in der Zeit, die ich dort war, keinen Fall in dem nicht in einen Niedriglohnjob vermittelt wurde. Wenn überhaupt. Zwei Teilnehmer konnte er erfolgreich als Altenpfleger vermitteln. Ein anderer wollte eine Ausbildung als Metzger beginnen. Da er nicht zeitig eine Ausbildung gefunden hatte, riet ihm der Personaler dazu ein Praktikum in einem Betrieb zu machen. Natürlich hatte er dort die entsprechenden Kontakte, sodass der Teilnehmer dort zwei Wochen kostenlose Arbeit verrichten durfte.
Man versprach ihm von seiten des Betriebes nach erfolgreich absolviertem Praktikum, einen Ausbildungsplatz. Nach den zwei Wochen Praktikum hatte er natürlich keine Ausbildung zugesagt bekommen. Man wollte ihn dann nochmal für sechs Monate Praktikum machen lassen. Aber dafür hätte er die Maßnahme wechseln müssen. Verrückt oder? :icon_mrgreen:
Ende vom Lied war, dass das Jobcenter eingeschaltet wurde und er eine neue Maßnahme aufgedrückt bekam, damit er sechs Monate unvergütete Arbeit verrichten kann.

Andere Teilnehmer wurden dann vom Personaler doch versucht in Zeitarbeit (Produktionshelfer) zu drücken. Einige haben sich dagegen gewehrt, manche nicht und haben seinen Ansprachen glauben geschenkt.
Es wurde vorher übrigens nicht abgesprochen, welche Verträge gemacht werden. Man konnte am Rechner sitzen und bekam gegen Ende des Tages plötzlich den Hinweis, in den Kabuff zu kommen. Dort durfte man dann das Überraschungsei begutachten. :biggrin:

Was ich eigentlich als ein absolutes Unding empfand, war, dass ein Teilnehmer unbezahltes Praktikum als Produktionshelfer machen musste.
Er wurde vom Personaler mehrmals daran erinnert, dass er ihn "abschießen" würde, wenn er den Praktikumsvertrag nicht unterschreibt. Dazu zückte er seine aus Daumen und Zeigefinger geformten Pistolen, streckte die Arme nach vorne und machte entsprechende Geräusche. Das war auch so eine Marotte von ihm. Denn das hatte er des Öfteren gemacht und ziemlich gerne.

Dieser Teilnehmer berichtete mir übrigens, dass in dem Betrieb wo er das Praktikum antreten musste, eigentlich 6€ Stundenlohn gezahlt werden würde, wenn nicht der Mindestlohn von 8,50€ gesetzlich festgelegt worden wäre. Achso, Teilzeitverträge wurden gemacht obwohl Vollzeit gearbeitet wird. Auch sehr fein.

Die Stimmung in den letzten Wochen kippte natürlich deutlich als seine Masche offensichtlich wurde. Und das merkte man den Ausbeutern dort auch an. Frust hatte sich wohl angestaut da viele der Teilnehmer nicht so wollten wie er und seine abstrusen Gedanken bahnten sich den Weg in die Freiheit. So kamen dann Sprüche von ihm wie "Faulpelze sollten man in den Unternehmen anketten". Den Spruch "Arbeit macht frei" hatte er komischerweise nie benutzt. Zugetraut hätte ich ihm das aber schon. So redete er übrigens auch mit den SB vom Mobcenter. Dort wurden dann am Telefon die Teilnehmer in den Dreck gezogen.

Gemobbt wurde vom Personalfritzen natürlich gerne. Eine Teilnehmerin hatte eines Tages ein wenig Spaß mit einem Teilnehmer. Das bekam er natürlich mit und so sagte er ihr in Abwesenheit des anderen Teilnehmers, sie solle doch die Finger von so einem lassen. Das hätte keinen Sinn...

Auch sehr witzig war ein abgegrenzter "privater Raum" vom Arbeitsraum, bei dem oben aber die Wände offen waren. Dort sollte man seine Telefongespräche führen, damit keiner der anderen Teilnehmer in seinen Datenschutz-Rechten verletzt werden konnte. Zu dumm nur, dass alle diese Gespräche mithören konnten, da ja die Wände offen waren...:biggrin:

Falls Karl-Personaler der Auffassung war, dass zu wenig Leute zu wenig Arbeit hätten, verteilte er an ausgewählte Teilnehmer Arbeitszettel von Word und Excel. Natürlich Aufgaben für blutige Anfänger. Mehr als das Abtippen von Zeilen und Erstellung von Tabellen war nicht drin. Wollte man anspruchsvollere Aufgaben, begegnete der Personaler einem nur mit "da muss ich mal gucken". Mein Eindruck von ihm hatte sich vollends bestätigt.

Eine positive Sache muss ich aber erwähnen. Es kam tatsächlich ein Berufsberater vom Arbeitsamt! NICHT vom Mobcenter! und hatte sogar den Teilnehmern Vermittlungsvorschläge für Ausbildungsbetriebe zukommen lassen, die schon eine Ausbildung hatten und er dafür eigentlich nicht mehr zuständig war. Das war so das einzig Positive dort.

Ich habe meine Bewerbungsunterlagen und meine zig Bewerbungen in weniger als einer Woche fertig gehabt. Der Rest war stumpf am PC sitzen und Zeit totschlagen. Das war übrigens für alle Teilnehmer der Fall. Natürlich abgesehen von der Zeit, wo man vom Personaler versucht wurde in Billiglohnarbeit, Zeitarbeit oder unbezahltes Praktikum gesteckt zu werden und man sich Beleidigungen anhören musste... :icon_hihi:

Ich kann die DAA nicht empfehlen.
 

Hannes63

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Danke für den ausführlichen Bericht.

Es ist wirklich erschreckend mit den ganzen Dumpinglohnjobs heutztage und ich habe das Gefühl das es noch schlimmer werden wird.
 

Makale

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Ich bezeichne "Maßnahmeträger" etwas radikaler ganz bewusst gewählt als "parasitäre Scheineingliederungsunternehmen", "Schmarotzer" oder "Parasiten".

Obiger Bericht überschneidet sich inhaltlich mit denen zahlreicher anderer Betroffenen und im Übrigen auch einiger TV-Dokumentationen.

Man könnte es auch "die große Eingliederungslüge" oder dergleichen nennen. Das es so ist, dürfte nach 11 Jahren "Hartz 4" wohl niemand mehr bestreiten.

ALGII und vermehrt auch ALG I Empfänger sind schlicht Humankapital. Eine Nummer im System mit der Kasse gemacht wird.
 

Adio

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Hallo Ramberti
ich möchte kurz meine Erfahrungen mit der DAA schildern.
Derzeit besuche ich ebenfalls den Kurs der "AVIBA" und kann allem genannten nur zustimmen.
Zu meiner Story:

Ich bin seit ca 4 Wochen ebenfalls in der Maßnahme und hatte schon am 3 Tag meine Unterlagen fertig und ebenfalls zahlreiche Bewerbungen abgeschickt.
Nach kurzer Zeit ergab das ganze auch ein Praktikum was wie gesagt an oberster Stelle der DAA steht.

Als ich die Anfahrt mit Öffentlichen Verkehrsmittel prüfte musste ich leider feststellen das ich entweder 2 Stunden vor oder eine Stunde nach beginn des Praktikums am Arbeitsplatz wäre. Somit ging ich zu dem besagten Sozialheini und informierte Ihn darüber das es Verkehrs bedigt nicht möglich ist das Praktikum wahr zu nehmen.
Anstatt eine Alternative zu finden wurde mir doch geraten in der nähe des Arbeitsplatzes zu Zelten oder doch den Weg mit Dem Skateboard zu fahren da dieses im Bus nichts kostet (26km eine Strecke).
Ebenso Informierte ich den Betrieb mind. 3 Wochen vor dem Praktikum das ich keine Arbeitsschuhe habe. Mir wurde gesagt das es ein Partnerbetrieb gibt mit welchem die DAA kooperiert und ich mir keine Sorgen um Arbeitsklamotten machen müsse. Das Ende vom Lied war das ich nach Ständigem Fragen mir die Schuhe 2 Tage vor Start des Praktikums selber besorgen musste, was an sich nicht einfach war da mein Geld noch nicht da war.

Zu der "Unterstützung"

Seit Tag 1 halten wir uns nur in dem besagten Pc raum auf, und sterben fast vor Langeweile.
Wir haben nichts zu tun, da 90% ihre Unterlagen fertig haben und bereits zahlreiche Bewerbungen abgeschickt hat. Wenn es mal gut läuft kommt ! mal am Tag jemand bei uns gucken und fragt wie weit wir sind. Aber wie gesagt wenn es gut läuft.
Ebenso wird ständig um 2 Uhr Schluss gemacht da die Personaler selber keinen Lust haben etwas zu tun.

Mein Fazit den ich aus der DAA Geilenkirchen gezogen habe ist Sehr negativ. Für mich geht es nur darum jemanden so schnell wie möglich in irgendeine Arbeitsstelle reinzustecken damit die Kohle abgegriffen werden kann. Ebenso kann man nicht auf die Hilfe der Mitarbeiter zählen.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiter helfen.


Hoffentlich überlebe ich noch die letzten 4 Wochen :O
 

#HIV#

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Anstatt eine Alternative zu finden wurde mir doch geraten in der nähe des Arbeitsplatzes zu Zelten oder doch den Weg mit Dem Skateboard zu fahren da dieses im Bus nichts kostet (26km eine Strecke).

Hahahahaa, ich kann nicht mehr. Dem hätte ich was gegeigt bei einer solchen Aussage!
 

gelibeh

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Was hast Du bei der DAA unterschrieben? Auch irgendwelche Sachen, die Du widerrufen kannst? Zumindest die Nachbetreuung und alles was mit Datenschutz und -weitergabe zu tun hat, schnellsten widerrufen. Mal sehen, ob die Dich dann noch wollen.

Für beide hier. Beschwert Euch schriftlich beim JC. (Sachbearbeiter, Geschäftsführer.) Dann ist das zumindest in den Akten.
 

Adio

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Hahahahaa, ich kann nicht mehr. Dem hätte ich was gegeigt bei einer solchen Aussage!

Leider muss man Angst haben etwas zu sagen da mit Kürzung gedroht wird ;(

Was hast Du bei der DAA unterschrieben? Auch irgendwelche Sachen, die Du widerrufen kannst? Zumindest die Nachbetreuung und alles was mit Datenschutz und -weitergabe zu tun hat, schnellsten widerrufen. Mal sehen, ob die Dich dann noch wollen.

Für beide hier. Beschwert Euch schriftlich beim JC. (Sachbearbeiter, Geschäftsführer.) Dann ist das zumindest in den Akten.

Ich kann wenn ich zuhause bin gerne mal den Vertrag veröffentlichen
 

gelibeh

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Der Maßnahmeträger hat überhaupt nicht mit Kürzungen zu drohen, das darf nur das JC. Dann auch nur, wenn es ganz detailliert Deine Pflichten beim Maßnahmeträger beschrieben hat. Üblicherweise hat es das aber nicht, da steht nur so etwas wie aktive Mitarbeit. Das ist aber viel zu unkonkret. Und irgendwelche Unterschriften gehören nicht zu den Pflichten. Wenn z.B. auf irgendwelchen Zetteln steht, die Unterschrift ist freiwillig oder das Ganze hat etwas mit Datenschutz zu tun, dann kann das JC nicht sanktionieren, wenn man das nicht unterschreibt bzw. seine Zustimmung zurückzieht.

Wenn da der Maßnahmeträger meckert, dann sagt man, dass man das dann vom Landesdatenschützer prüfen lassen wird.

Edit: Zu Sanktionen gibt es ein Urteil LSG NRW im Beschluss v. 04.09.2014 - L 7 AS 1018/14 B ER-
 

Surfing

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Hi, ich habe diesen Dreck mitte 2014 per EGV-VA bekommen. Habe der DAA die Datenerhebung & Speicherung schriftlich untersagt, vor dem Antritt der Maßnahme. War dann am 1. Tag dort und habe alle Unterlagen eingesteckt. Ich wurde aufgrund meiner Fax-Schreiben an die DAA gleich am ersten Tag entfernt, eine Dame vom JC war vor Ort die mich nach Hause geschickt hat. Bei der Maßnahme AVIBA handelt es sich um eine verdeckte private Arbeitsvermittlung mit Zwangsbetreuung. Dies geht eindeutig aus den Unterlagen der DAA hervor.
 
Z

ZarMod

Gast
Bei der Maßnahme AVIBA handelt es sich um eine verdeckte private Arbeitsvermittlung mit Zwangsbetreuung. Dies geht eindeutig aus den Unterlagen der DAA hervor.
Klingt nach Beweisen. Also gut aufheben oder besser die anonymisierten Kopien verteilen an Zollamt und Staatsanwalt am Arbeitsgericht.
Inwiefern diesseits Ermittlungspflicht besteht, kann ja ggf. vorher geprüft werden.
 

Pixelschieberin

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Danke für den Bericht.
Trotzdem mir beim Lesen das Messer in der Tasche aufging, fand ich ihn ausgesprochen unterhaltsam.
Manchmal gucke ich mir auch freiwillig Gruselfilme an.
Es spürte sich so an, als ob du dich erfolgreich abgrenzen konntest.
Was ich mir bei der Geruchsbelästigung für mich nicht hätte vorstellen können.
Wie ein Soziologe auf Feldstudie.

Was machst du jetzt mit den Erkenntnissen?
Werden die medial verwurstet?
Ich fänd's schade um den Text wenn er keine größere Leserschaft erhielte.
 

CheckUp1995

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Guten Tag Addio,
Ich bin zufälligerweise auch in Geilenkirchen bei der Maßnahme "AVIBA" in der DAA Geilenkirchen und kann deiner Aussage so garnicht zustimmen. Mir wurde stehts geholfen in allen bereichen und auf jede Frage gab man mir antwort... Ich habe jetzt eine super Ausbildungsstelle als Anlagenmechaniker für SHK, die ich mit der Hilfe, Beratung und den mir zufügung gestellten mitteln der Dozenten nicht so schnell gefunden hätte!

Man muss überleg das wenn man hier schon ohne Lust und Laune überhaupt hin kommt, stänig zu spät erscheint, keinerlei ambitionen zeigt eine Arbeit zufinden und auch nichts dafür unternimmt, dass da auch nichts bei rum kommen kann! Es ist einfach die Schuld auf andere zu schieben oder direkt zu sagen das die Maßnahme sinnlos sei zu behaupten! Im endeffekt ist das für einen selber und wenn man die Zeit vernünftig nutzt und mit einem gewissen Willlen an die Saache ran geht (sprich Arbeitssuche etc.) dann kommt man mit der Hilfe der Dozenten auch zu einem guten Ergebnis!

Mein Fazit ist sehr Positiv da mir immer geholfen wurde sei es Anrufe tätigen, bewerberhilfe, Vorstellungstraining oder sogar private probleme die mir in dem Weg standen! Der nette Umgang war auch sehr Lobenswert!


Lg CHECK-UP !
 

Pixelschieberin

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<Nachtrag> Daaaaaaaanke dafür! </Nachtrag>
:icon_lol: Was für ein Start:
[...] Mein Fazit ist sehr Positiv da mir immer geholfen wurde sei es Anrufe tätigen, bewerberhilfe, Vorstellungstraining oder sogar private probleme die mir in dem Weg standen! Der nette Umgang war auch sehr Lobenswert! [...]
Und mein Fazit ist, daß selbst die eigenen Lohnsklaven dieses "Bildungsträgers" zu **** sind, einen wohl durchdachten Fake ins Netz zu stellen.
Auf wen soll dieser Mix aus elaboriertem Code und Rechschreibschwäche glaubhaft wirken?
 

0zymandias

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Es ist Freitag und der Dozenten-Frust muss von der Leine. :biggrin:

(Gilt natürlich auch für den Rest der Arbeitslosen-Industrie.)
 

Buchfan

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Jeden Freitag ist es Zeit für ein kleines "highlight"!

Ist schon blöd, wenn man der Einzige mit Motivation ist unter all den Flachpfeifen. :icon_party:
 

ladydi12

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Hallo zusammen,

<Nachtrag> Daaaaaaaanke dafür! </Nachtrag>
:icon_lol: Was für ein Start:Und mein Fazit ist, daß selbst die eigenen Lohnsklaven dieses "Bildungsträgers" zu **** sind, einen wohl durchdachten Fake ins Netz zu stellen.
Auf wen soll dieser Mix aus elaboriertem Code und Rechschreibschwäche glaubhaft wirken?

der Beitrag, auf den sich @Pixelschieberin bezieht, ist ab jetzt zumindestens auf meinem Moderatorenradar, denn auch ich sehe da so einige Ungereimtheiten, genauso wie ihr.:cool:

meint ladydi12
 

Pixelschieberin

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[...] der Beitrag, auf den sich @Pixelschieberin bezieht, ist ab jetzt zumindestens auf meinem Moderatorenradar, denn auch ich sehe da so einige Ungereimtheiten, genauso wie ihr.:cool: [...]
Bitte nicht diese schulbuchmäßigen Lehrstücke löschen.
Sollte sich denn nicht jeder selbst so gut blamieren dürfen wie er kann? :icon_wink:
 
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