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Guten Abend,

ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrung mitteilen, die ich als ALG1-Bezieher in Bezug auf eine beabsichtigte Umschulung gemacht habe.

Nachdem meine befristete Anstellung nicht in eine Festanstellung mündete wurde ich arbeitslos. Da ich mich beruflich weiterentwickeln wollte, jedoch über keinen ersten Berufsabschluss verfüge und seit 29. Mai d. J. ein sog. "Rechtsanspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses" gilt, hatte ich einen Antrag auf Erteilung eines sog. "Bildungsgutscheins" gestellt. Diese Umschulung sollte bei einem überbetrieblichen Bildungsträger absolviert werden.

Mein Bildungsgutschein wurde ablehnend verbeschieden, unter Hinweis auf §7 SGB III. Die zuständige Sachbearbeiterin argumentierte, daß eine überbetriebliche Umschulung als solche zu teuer sei, desweiteren würden Fahrtkosten entstehen. Dies sei ihrer Ansicht nach mit den "Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit" nicht vereinbar. Eine betriebliche Umschulung wäre dagegen kostengünstiger. Außerdem würde ein sog. "Klebeeffekt" dazu führen, daß eine Übernahme im Betrieb möglich werden könnte.

Diesbzgl. wurde Widerspruch fristgerecht eingelegt.

Im weiteren Verlauf wurde mir ein Bildungsgutschein ausgestellt, der mir eine 6-monatige Schulungsmaßnahme bei einem kirchlichen Bildungsträger ermöglicht hätte. U. a. war damit angedacht, daß dieser Bildungsträger mich dabei unterstützen sollte, einen betrieblichen Umschulungsplatz zu suchen. Alternativ die Vermittlung in Arbeit.

Nachdem ich diese Maßnahme ablehnte, wurde mir eine Eingliederungsvereinbarung zugeschickt, in der ich mich dazu verpflichten hätte sollen, daß ich mich um eine Arbeitsstelle auf dem 1. Arbeitsmarkt bemühe, alternativ, daß ich mir einen betrieblichen Umschulungsplatz selbst suche.

Nachdem ich diese EGV nicht unterschrieben hatte, wurde ein Termin beim sog. "Berufspsychologischen Service" der Arbeitsagentur anberaumt, um die Eignung für eine Schulung im IT-Bereich festzustellen.

Das Gutachten bescheinigte mir die Eignung hinsichtlich "Intellektueller Leistungsfähigkeit", "Aktualität der notwendigen schulischen Kenntnisse", Motivation und Durchhaltevermögen. Interessanterweise wurde aber ausgerechnet die sog. "Soziale Interaktionsfähigkeit" in Zweifel gezogen, da ich zu vieles hinterfragen und Paragraphen zitieren würde. Kurz und gut: Weil ich mich grundsätzlich angemessen, sowie argumentativ und rechtlich korrekt um mein Recht bemühte, wird mir außgerechnet dieses Bemühen - für mich rechtsnachteilig - so ausgelegt, daß ich evtl. mit einem Arbeitgeber, oder in einer Umschulungsmaßnahme ebenfalls "streiten" würde. (Der Begriff "streiten" fiel zwar nicht, jedoch ist wohl genau das gemeint.)

Dabei muss erwähnt werden, daß ich bereits bei Beginn der Arbeitslosigkeit an die sog. "INGA"-Gruppe "überstellt" wurde, obwohl ich weder Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängig war/bin, noch irgendwie in Hinblick auf mein Führungszeugnis negativ aufgefallen wäre. (Also bis auf den fehlenden Berufsabschluss, kein anderes schweres Vermittlungshemmnis bestand/ besteht). In dieser Spezialgruppe hätte ich wie ein kleines Schulkind auf ein Blatt Papier einen Lösungsweg weg von der Arbeitslosigkeit, hin zu einer Arbeit aufschreiben sollen. Es sollte noch erwähnt werden, daß ich nicht vollumfänglich (wie es §14 SGB I eigentlich vorschreibt) beraten worden bin. Alle Informationen, hier insbesondere bzgl. des §81 SGB III und des Rechtsanspruches musste ich vollkommen eigenständig recherchieren. Bei der Beurteilung meiner "Sozialen Interaktionsfähigkeit", bzw. "Sozialkompetenz" wurde in keinster Weise berücksichtigt, daß ich vorher berufstätig war und von einer Tagschicht in eine Nachtschicht wechseln durfte - nach vorheriger persönlicher Rücksprache und Bitte um Wechsel beim stellvertretenden Geschäftsführer der Firma. Gänzlich unberücksichtigt blieb auch, daß ich die Probezeit bestanden hatte, sowie zwei Vertragsverlängerungen bekam. Desweiteren kam es weder zu einer sog. "personenbedingten", noch "verhaltensbedingten" Kündigung. Eine Abmahnung im Rahmen meiner Arbeit hatte ich auch nie erhalten. Abschließend muss noch erwähnt werden, daß die Arbeit niemals ohne gute Zusammenarbeit in einem Team bewältigt werde hätte können.

Für mich stellt sich die Sachlage nun so dar, daß man nie beabsichtigt hatte, mich jemals eine Umschulung machen zu lassen. Da man mir die Eignung hinsichtlich Intellektueller Leistungsfähigkeit, schulischer Kenntnisse, Motivation und Durchhaltevermögen nicht absprechen konnte, suchte man sich einen bequemen Grund, um mir meine Sozialkompetenz anzweifeln zu können. Belegen konnte man sie nicht. Außer, wie bereits oben erwähnt, daß man mir unterstellt: Wenn ich schon mit der Arbeitsagentur rechtlich streite, wieso sollte ich das nicht auch bei einem Arbeitgeber machen? Aufgrunddessen wäre jetzt angedacht, daß ich ein längeres (scheinbar unbezahltes) Praktikum absolvieren soll, um mein Verhalten fundiert beobachten zu lassen.

Klingt alles irgendwie komisch? Sie/ Du haben/ hast so was Ähnliches erlebt? Dann freue ich mich auf Kommentare.

Viele Grüße
 

TazD

Super-Moderation
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Moderation Themenüberschrift:

Hallo @NeuesMitglied ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.

Noob: "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
Noob: "Rechtsanspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses wird "torpediert" "
Helfer: "Ja, und nu? Gibt's auch ne Frage dazu?"
 

grün_fink

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Hallo,

am Intellekt mangelt es dir nicht, kann man ja sehen.
Im ALG I kenne ich mich nicht mehr wirklich aus.
Mir ist aber aufgefallen:
Aufgrunddessen wäre jetzt angedacht, daß ich ein längeres (scheinbar unbezahltes) Praktikum absolvieren soll, um mein Verhalten fundiert beobachten zu lassen.
Gibt es dazu etwas schriftlich?
 

NeuesMitglied

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Hallo,

am Intellekt mangelt es dir nicht, kann man ja sehen.
Im ALG I kenne ich mich nicht mehr wirklich aus.
Mir ist aber aufgefallen:
Hallo, vielen Dank für das Lob und vor allem die Mühe, meinen nicht gerade kurzen Artikel durchzulesen.
Gibt es dazu etwas schriftlich?
Ein "längeres Praktikum" bzw. eine "anderweitige Maßnahme" wurde durch die Psychologin im Rahmen des Gutachtens empfohlen. Hierbei sollte durch eine "fundierte Beobachtung meiner Verhaltensweise" festgestellt werden, ob ich sozial-kommunikative Auffälligkeiten zeigen würde.
 

Draisine

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"Auffälligkeiten" der Interaktion. Anderes Wort "Störungsbilder," , welche ganz verschiedener Art und Schwere sein können. Das kann vom Autismus-Spektrum bis zur Histronischen Persönlichkeits Störung reichen. Ferner kann auch die schizoide Persönlichkeitsstörung oder Borderline. Störungsbilder verursachen. Und das sind nur Fundstücke der letzten 3 Minuten, via Internet dazu.
Nur Zweifel alleine begründen eine solche Empfehlung nicht.

Es geht schon darüber hinaus. Es sieht schon sehr nach einer systematischen Suche aus, damit das Gutachten auch eine rechtssichere Diagnose dazu bekommt, um die Zweifel bzw. den Verdacht mit einer möglichen ergänzenden Diagnose insgesamt stimmig und glaubhaft erscheinen zu lassen.

Schön, wenn Du denen dabei sogar noch freiwillig hilfst. Für mich jedoch vollkommen unverständlich. Ich halte das sogar für gefährlich und naiv, dem Gegner seine Psyche auszuliefern. Weshalb und warum musst Du denen frei Haus liefern ob. UND helfen, irgendwelche Störungsbilder einer Ursache dazu zuzuordnen. Wofür? Wenn Du nicht mindestens auch selbst solche bei Dir als möglich erachtest.
 
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"Auffälligkeiten" der Interaktion. Anderes Wort "Störungsbilder," , welche ganz verschiedener Art und Schwere sein können. Das kann vom Autismus-Spektrum bis zur Histronischen Persönlichkeits Störung reichen. Ferner kann auch die schizoide Persönlichkeitsstörung oder Borderline. Störungsbilder verursachen. Und das sind nur Fundstücke der letzten 3 Minuten, via Internet dazu.
Nur Zweifel alleine begründen eine solche Empfehlung nicht.
Genau. Hier wird wohl versucht etwas zu finden was nicht da ist. Immerhin meinte die Psychologin im Gutachten, daß ihre Auffassung nicht "objektivierbar" sei, da keine Rückmeldung vom letzten Arbeitgeber hierzu vorliegen würde. Scheinbar hat sie selbst bemerkt, daß es geradezu haarsträubend ist, mir dies unterstellen zu wollen, nur weil ich mich rechtlich gegen die eigenwilligen Entscheidungen meiner Kundenbetreuerin zur Wehr setze. ;)

Es geht schon darüber hinaus. Es sieht schon sehr nach einer systematischen Suche aus, damit das Gutachten auch eine rechtssichere Diagnose dazu bekommt, um die Zweifel bzw. den Verdacht mit einer möglichen ergänzenden Diagnose insgesamt stimmig und glaubhaft erscheinen zu lassen.
Den Eindruck muss ich leider auch haben. Es scheint mir so, daß durch das Praktikum nichts anderes erreicht werden solle. Wobei man natürlich sagen muss, daß ein Praktikum - grundsätzlich - nichts Schlechtes ist. Aber meiner Meinung nach sollte hier ein Praktikum instrumentalisiert werden.

Schön, wenn Du denen dabei sogar noch freiwillig hilfst. Für mich jedoch vollkommen unverständlich. Ich halte das sogar für gefährlich und naiv, dem Gegner seine Psyche auszuliefern. Weshalb und warum musst Du denen frei Haus liefern ob. UND helfen, irgendwelche Störungsbilder einer Ursache dazu zuzuordnen. Wofür? Wenn Du nicht mindestens auch selbst solche bei Dir als möglich erachtest.
Leider bleibt jemandem, der eine berufsabschlussbezogene Umschulung absolvieren will keine andere Wahl. Es wird nämlich dringend empfohlen die Eignung festzustellen. Hätte ich mich von vorneherein dagegen gesträubt, hätte man argumentiert, daß meine Eignung nicht festgestellt werden könnte und meinem Umschulungswunsch wäre - von vorneherein - nicht entsprochen worden. Grundsätzlich spricht ja auch gegen eine Eignungsfeststellung nicht. Wenn es aber darin mündet, daß man einen Arbeitslosen offenbar derart psychologisieren will, daß man gerade keine Umschulung finanzieren muss, dann ist dies äusserst denkwürdig. Mir geht`s vor allem darum, festzustellen, ob solch ein Fall bereits jemandem anderen passiert ist. Nichtsdestotrotz verstehe ich Deine Auffassung sehr gut und kann sie nachvollziehen. Ich kann Dich insoweit beruhigen, daß ich bestimmt kein - noch dazu unbezahltes - Praktikum absolvieren werde, um durch dieses eine "objektive und fundierte Rückmeldung zu [meinem] Verhalten" zu ermöglichen. Schließlich habe ich vorher 2 Jahre bei einem Arbeitgeber gearbeitet, ohne dass es dort zu Schwierigkeiten gekommen wäre. Gewissermaßen habe ich bereits mein "Praktikum" absolviert. ;) (Aber wie gesagt, dies blieb einfach unberücksichtigt...)

Für mich stellt es sich mutmasslich so dar: Ich als Arbeitsloser habe mich nicht der Kundenbetreuerin gefügt und habe noch dazu nicht die Maßnahme bei einem kirchlichen Bildungsträger angetreten -> Unterstellung der Kunde sei gewissermaßen "streitsüchtig" -> Dahingehende Psychologisierung und Absprechen der "Sozialen Interaktionsfähigkeit" -> Kostenlose Arbeit im Rahmen eines Praktikums. Wenn sich das herausstellen sollte, wäre dies eine Ungeheuerlichkeit in einem Rechts- und Sozialstaat.

Hallo,

weiß zufällig jemand, wie man sich gegen den vermeintlichen Vorwurf wehren kann, dass man "streitsüchtig" wäre? (Aufgrunddessen, daß man als Arbeitsloser "vieles hinterfragt und Paragraphen zitieren" würde.) Gerade eine Verteidigung gegen solch eine Unterstellung könnte doch schon wieder als "Streitsucht" ausgelegt werden? Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand diesbzgl. Statistiken über Rechtsstreite mit der Arbeitsagentur hätte, oder noch besser: Sozialgerichtsurteile, in denen Bezug darauf genommen worden wäre.

Ich weiß, es klingt geradezu absurd. Für mich stellt es sich leider so dar: Ein Arbeitsloser hat zu schweigen und alles hinzunehmen, dann wäre er ein guter Arbeitsloser. Schweigt er nicht und setzt sich rechtlich zur Wehr, dann wird das Totschlagargument der "Streitsucht" ausgepackt.

Vielen Dank schon jetzt.
 
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Ameneme

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Wikipedia verweist das es in der Rhetorik auch als Polemik oder Rabulistisch verwendet werden kann.

Man versucht die Argumentation auszuweichen, indem man auf eine Eigenschaft der Person verweist. Somit keine valide Argumentation aus meiner Perspektive, womit aus meiner Perspektive der Sachbearbeiter eine Argumentation geben muss, wogegen man auch widersprechen könnte. Denn ob man Streitsüchtig ist oder nicht, hat nichts mit einem Sachverhalt zu tun.

Vielleicht hat ja jemand mehr Erfahrung.

MFG.
 

abcabc

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Hey,
da wären ein paar Fakten hilfreich.
Hast du häufiger mal gegen etwas Widerspruch eingelegt und/oder geklagt? Falls ja: Hast du du die meisten Verfahren gewonnen? Dann wäre es schon sehr abenteuerlich, wenn die AfA dir "Streitsucht" vorwirft, die Akten aber eindeutig beweisen, dass die AfA rechtswidrig handelt und du lediglich dafür sorgst, dass deine Rechte beachtet werden.

Falls der Vowurf mündliche Gespräche betrifft, könntest du dir Akteneinsicht beschaffen und nachschauen, was die SBs so über dich in deine Akte eintragen. Stimmt das nicht, nimm ab dann immer einen Beistand mit. Der sollte den Gesprächsverlauf protokollieren. Anschließend die Verbis Einträge und sonstige Protokolle vom SB anfordern und wenn das nicht den Tatsachen entspricht, wird der Beistand zum Zeugen und man könnte sich an die Teamleitung oder Geschäftsführung wenden mit einer vom Beistand unterschriebenen Gegendarstellung.
 
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Woodruff

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Hast Du schon mal darüber nachgedacht zu den Gesprächen einen Beistand mit zu nehmen?

Grundsätzlich ist es erlaubt, dass Betroffene einen Beistand zum Jobcenter mitnehmen. Dieses Recht ist in § 13 Abs. 4 SGB X festgehalten


Quelle:
VFR Verlag für Rechtsjournalismus GmbH
Pappelallee 78/79
10437 Berlin
 

Merse

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Wie kommst du darauf, dass dir Streitsucht unterstellt wird? Steht das in deiner Akte? Ins Verbis sind nur objektive Tatsachen aufzunehmen, keine Vermutungen und Unterstellungen.
Für einen Streit braucht es immer zwei. Wenn der SB ein Problem damit hat, dass du Gesetze und Urteile zitierst, halte ihm eines seiner Schreiben unter die Nase, in welchem über eine ganze Seite mit Leistungseinstellung und dergleichen gedroht wird.
 

NeuesMitglied

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Hallo Ameneme,

vielen Dank. Ein sehr guter Hinweis! Hätte selbst nicht dran gedacht. ;) Ja, so ungefähr könnte man das sehen. Denn als ich in eine INGA-Gruppe überstellt wurde, war die Kundenbetreuerin in keinster Weise meinen Vorschläge und/oder Ideen aufgeschlossen. Sie meinte z. B. eine sinnvolle Arbeit würde auch von einer Toilettenfrau erledigt werden, als Antwort auf meine Aussage, daß ich gerne eine sinnvolle Arbeit haben möchte, die mir ermöglicht mein Leben ganz normal gestalten/ führen zu können. Vielen Dank nochmals. Das hilft mir auch sehr weiter bei meiner Argumentation vor Gericht. (Leider muss ich da wohl hin.) Wenn Du den gesamten Sachverhalt diesbzgl. näher kennenlernen willst: Ich habe bereits einen Artikel verfasst: https://www.elo-forum.org/threads/r...t-jemand-aehnliche-erfahrungen-gemacht.218500

Hallo abcabc,

um ganz genau zu sein, muß ich ein bisschen ausholen: Ich war bereits vor 4 Jahren schon einmal ALG II-Empfänger für 2 Jahre. Im ersten Jahr meines ALG II-Bezugs war das Jobcenter zuständig, die jetzt auch wieder im gemeinsamen Gebäude der Arbeitsagentur ihren Sitz hat. Im zweiten Jahr war ein anderes Jobcenter (aufgrund Wohnsitzwechsels) für mich zuständig.

Während es mit dem ersten Jobcenter Probleme bereits bei der Antragsstellung gab, sowie mit meinem Antrag auf sog. "Erstausstattung" (welche mir nicht gewährt wurde) und das Ganze letztlich in einer Mediation vor dem Sozialgericht mündete, hatte ich beim zweiten Jobcenter keinerlei Probleme mit den dortigen Kundenbetreuerinnen.

Zu erwähnen ist vielleicht noch, daß ich im ersten Jahr meines damaligen ALG II-Bezugs eine ca. 6-monatige Maßnahme absolvieren musste, bei der nur über "Gott und die Welt" gesprochen wurde und nicht mal ein Zertifikat dabei heraussprang. Wahrscheinlich wurde dies nur unternommen, da man durch eine Maßnahme aus der Statistik fällt. ;)

Nachdem ich mir eigenständig eine Arbeit gesucht hatte (also ohne Vermittlung durch das Jobcenter), konnte ich glücklicherweise den ALG II-Bezug beenden.

Leider wurde ich nicht in eine Festanstellung übernommen (keine Kündigung, keine Abmahnung, oder dergleichen) und fiel in den ALG I-Bezug. Hier wurde ich durch die erste Kundenbetreuerin an eine Kundenbetreuerin der INGA-Gruppe "überstellt" (wortwörtliche Aussage), weil man dort mehr Zeit hätte, sich um meinen Fall zu kümmern. Bereits bei der ersten Kundenbetreuerin wies ich freundlich aber bestimmt darauf hin, daß ich gerne eine Umschulung machen möchte. Weiteres hierzu kannst Du gerne unter: https://www.elo-forum.org/threads/r...t-jemand-aehnliche-erfahrungen-gemacht.218500 nachlesen.

Nachdem man mir keine umfassende Beratung zuteil werden liess, auf meine Vorschläge nicht einging und mir noch dazu alle Informationen (z.B. Gesetzesänderung bzgl. §81 SGB III) selbst recherchieren musste, habe ich natürlich entsprechende Nachfragen gestartet. Eigentlich logisch: Wenn man etwas nicht weiß, frägt man eigentlich bei der zuständigen Stelle nach und erkundigt sich. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß es bereits bei der Beantragung von ALG I Probleme gab: Nachdem mein Arbeitgeber die sog. "Arbeitgeberbestätigung" nicht rechtzeitig beibringen konnte, war ich gezwungen bei der Arbeitsagentur vorzusprechen und darauf hinzuweisen, daß ich wenigstens eine Anzahlung bräuchte um die Entscheidung des Antrags abwarten zu können. Dies wollte man zunächst nicht und verwies mich darauf, daß ich mir Geld leihen solle. Anstatt etwas Verständnis aufzubringen hat man mir noch vorgeworfen, daß ich zuviel reden würde. (Ich denke mal, daß dies verständlich ist in einer Situation, in der man nicht weiß, wie man die nächsten 2 Wochen (über-)leben soll.) Dies führte dann dazu, daß ich mich dahingehend äußerte, daß ich dann gezwungen wäre per Sozialgericht eine einstweilige Anordnung zu erwirken. Zwar hatte dann alles innerhalb 2 Stunden funktioniert (wofür ich mich auch bedankt hatte), jedoch wurde dies mit den Worten quittiert: "Sie machen sich damit keine Freunde." Aber die Alternative wäre gewesen nichts zu essen zu haben. (Eigenartigerweise wurde ich nicht mal auf die Tafel verwiesen.)

Im Laufe der "Auseinandersetzung" mit meiner Kundenbetreuerin der INGA-Gruppe stellte ich den Antrag auf Auskunft und Akteneinsicht, damit ich überhaupt weiß, was über mich geschrieben wurde. Nach mittlerweile 3 Wochen habe ich leider noch immer keine Unterlagen vorliegen. (Also wäre ich sozusagen schon wieder gezwungen zu "streiten" ;)
Unerwähnt sollte ich auch nicht lassen, daß meine Kundenbetreuerin durch gezielte Nachfragen an mich versucht hatte, daß ich meine Verfügbarkeit von Teilzeit auf Vollzeit erweitere.

Hallo Merse,

meine obige Frage ist eigentlich Bestandteil eines Artikels, den Du hier einsehen kannst: https://www.elo-forum.org/threads/r...t-jemand-aehnliche-erfahrungen-gemacht.218500

Gemäß eines berufspsychologischen Gutachten für einen berufsabschlussbezogenen Umschulungswunsch meinerseits, wurden nicht "objektivierbare" Zweifel an meiner sozialen Interaktionsfähigkeit geäußert. Vermutlich weil ich mich nicht den "Vorstellungen" meiner Kundenbetreuerin gefügt habe und "vieles in Frage stellte und Paragraphen zitiert" habe. Konkret zu Deiner Frage: Genau das ist das Problem. Ich weiß nicht, was in meiner elektronischen Akte/ Verbis steht. Ein Antrag auf Auskunft/ Akteneinsicht war bislang ohne Ergebnis. (Mittlerweile ist seitdem auch schon wieder ein Monat vergangen.) Wenn ich jetzt daran wieder erinnern würde, müsste ich befürchten wieder in die Ecke "streitsüchtig" gestellt zu werden.

Bzgl. Deines letztes Satzes: Ja, eigenartig. Die Kundenbetreuer/innen dürfen offensichtlich in ihren Schreiben Paragraphen zitieren und ansonsten auch alles in Frage stellen, aber der Arbeitslose an sich scheinbar nicht. Ein Arbeitsloser hat natürlich auch Pflichten klar - aber eben auch Rechte, die er geltend machen darf. ;)

Hallo,

ich stelle mir gerade die Frage, ob es möglich ist einen ALGI-Bezug zu pausieren und dennoch in einer Sache beim Sozialgericht einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung/ Klage zu stellen.

Vielen Dank, falls hier jemand Näheres dazu weiß.
 

Ameneme

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@NeuesMitglied

eine sinnvolle Arbeit würde auch von einer Toilettenfrau erledigt werden, als Antwort auf meine Aussage, daß ich gerne eine sinnvolle Arbeit haben möchte, die mir ermöglicht mein Leben ganz normal gestalten/ führen zu können.
Oh wei, da hast du aber eine ziemlich neoliberale/kapitalistische Kraft bekommen. Ich wusste gar nicht was eine INGA ist, aber nach dem Doublespeak (anscheinend Euphemismus? )den der Jobcenter ja immer benutzt (also etwas positives klingen lassen was es nicht ist), kann ich nur vermuten, dass das eine ist, die hohe Quote erweist in Zeitarbeit, Sinnlosmaßnahmen, oder ähnliches.

Der Klebeeffekt wirkt beispielsweise bei Zeitarbeit einfach nicht, weil das erfunden wurde, um den Lohn zu drücken (Niedriglohnsektor.) Im Kapitalismus muss es immer Arbeitslose geben. Ich kenne mich aber nicht sehr gut aus in den Fachbegriffen, die falsch verwendet werden gegenüber Arbeiter.

Um nochmal auf das Zitierte zurück zu kommen: Das wird schwer im Kapitalismus. Ich selber stelle mir auch Arbeit vor, die etwa 20h geht (und Nah ist, kürzer als 40 Minuten Gehweg also), mir einen fairen Lohn gibt, etc. Werde ich vermutlich nie finden.

Edit:

Ich habe mal deinen anderen Postbeitrag durchgelesen. Putzkraft wird als sinnvoll gesehen, aber Geld wird verschwendet wenn man dir ein Bildungsabschluss weiterbilden könnte? Ich sehe schon, wo die Nase herführt. Nach dem Motto, dass man an Putzkräfte o.ä. sehr gut verdient als Chef, aber wenn man dir ein Bildungsabschluss gibt, hätte man einen Arbeiter weniger, denn man so stark ausnutzen könnte (um z.B. in Zeitarbeit zu schieben.)

"Soziale Interaktionsfähigkeit" in Zweifel gezogen, da ich zu vieles hinterfragen und Paragraphen zitieren würde.
In anderen Worten: Du bist zu selbstbewusst und kennst deine Rechte. Eine Gefahr für jeden Kapitalisten. Eine Frechheit, dass das so offen gesagt wird selbst beim psychologischen Dienst.

Dabei muss erwähnt werden, daß ich bereits bei Beginn der Arbeitslosigkeit an die sog. "INGA"-Gruppe "überstellt" wurde, obwohl ich weder Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängig war/bin, noch irgendwie in Hinblick auf mein Führungszeugnis negativ aufgefallen wäre.
Die haben damit wahrscheinlich einfach nur ihr Geschoss aufgerüstet. Die haben gesehen, dass du plötzlich mit einen Kriegsschiff kommst, also müssen die auch mit einem kommen.

Du musst aber betrachten, dass gewisse Begriffe selbst beim Sozialgericht gegebenfalls als Negativ betrachtet werden könnte. Ich habe keine Erfahrung welche. Im Kapitalismus traue ich aber Autorität einfach nicht. Dazu gehört die Exekutive (Polizei) und die Judikative (Gericht) und Legislative.

Ich wünsche dir viel Erfolg für die Zukunft.
 

Ameneme

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Hallo, vielen Dank für das Lob und vor allem die Mühe, meinen nicht gerade kurzen Artikel durchzulesen.

Ein "längeres Praktikum" bzw. eine "anderweitige Maßnahme" wurde durch die Psychologin im Rahmen des Gutachtens empfohlen. Hierbei sollte durch eine "fundierte Beobachtung meiner Verhaltensweise" festgestellt werden, ob ich sozial-kommunikative Auffälligkeiten zeigen würde.
Das klingt für mich absolut dystopisch und ich weiß nicht, warum im Jahre 2020 es nicht schon ein großen Aufschrei gegenüber Jobcenter gibt.
 

Bonze

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Bist du auch wirklich im Recht, denn das mit der Umschulung ist nicht so einfach, Vielleicht ist eine Lehre angebrachter denn es müssen einige Sachen erfüllt sein.

  • Für die Finanzierung einer Umschulung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So müssen Sie beispielsweise eine abgeschlossene oder abgebrochene Erstausbildung nachweisen oder belegen können, dass Sie in Ihrem aktuellen Job keine berufliche Zukunft haben.
Trifft das bei dir zu?
 

Fox29

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Für die Finanzierung einer Umschulung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So müssen Sie beispielsweise eine abgeschlossene oder abgebrochene Erstausbildung nachweisen oder belegen können, dass Sie in Ihrem aktuellen Job keine berufliche Zukunft haben.
Zusätzlich dazu : liegt denn bereits eine 3 Jährige Berufstätigkeit vor?
 

NeuesMitglied

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Irgrndwie wiederspricht sich das. Was willst du denn mit der eA erreichen?
Hallo,

naja, solange man ALGI bezieht läuft ja die Anspruchszeit ab. Reicht man nun eine eA bei Gericht ein, kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Mir geht`s nur darum, daß ich nicht aus dem ALGI-Bezug fallen würde, während ich mich bei Gericht um mein Recht gegenüber der AA erwehre.
Grundsätzlich gilt ja jemand als arbeitslos, wenn er/sie nicht länger als 15 Stunden/ Woche arbeiten würde, unabhängig vom Bezug von Arbeitslosengeld. Auch ein nicht Arbeitsloser, also Arbeitnehmer, könnte ja sogar bei der AA einen Antrag stellen und den bei Gericht infolge überprüfen lassen. Zugegeben, das Ganze ist ein bisschen kompliziert. Deshalb die Frage, ob da jemand evtl. schon Erfahrungen diesbzgl. gemacht hätte.
 

Fox29

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DAs Problem ist die Begründung, mit der die Umschulung abgelehnt wird. Das geht so nicht.
Kommt auf den genauen Wortlaut an. Gibt es denn einen schriftlichen Ablehnungsbescheid gegen den man ggf in Widerspruch gehen könnte?
Im 81er steht drin, dass nur gefördert wird, wenn die Mahnahme vorr. erfolgreich abgeschlossen wird und derjenige grundsätzlich für den Beruf geeignet ist. Ist jemand hypothetisch sozial so inkompatibel, dass das in Frage gestellt wird, könnte man daraus eine Ablehnung konstruieren
 

Kerstin_K

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Du solltest mal in einem Thread bleiben.

Du willst duch aus dem Bezug abmeldn und deine UMschulung per eA einklagen, stimmst?

Und wovon willst du in der Zeit leben ujd deine Krankenversicherung zahlen?
 

Fox29

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Grundsätzlich ist eine Förderung der beruflichen Weiterbildung nicht vom Leistungsbezug abhängig. Theoretisch wäre es also möglich auf die Leistungen vorläufig zu verzichten (pausieren) und sich selbst aus eigenen finanziellen Mitteln zu unterhalten und die KV zu zahlen. Dann könnte man zu gegeber Zeit die Leistungen wieder anlaufen lassen
 

Kerstin_K

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Im 81er steht drin, dass nur gefördert wird, wenn die Mahnahme vorr. erfolgreich abgeschlossen wird und derjenige grundsätzlich für den Beruf geeignet ist. Ist jemand hypothetisch sozial so inkompatibel, dass das in Frage gestellt wird, könnte man daraus eine Ablehnung konstruieren
Stimmt, aber wennn man sich das anschiaut sieht das hier schon nach angedichteten Problemen aus.
 

NeuesMitglied

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Du solltest mal in einem Thread bleiben.

Du willst duch aus dem Bezug abmeldn und deine UMschulung per eA einklagen, stimmst?

Und wovon willst du in der Zeit leben ujd deine Krankenversicherung zahlen?
Es gibt einen Haupt-Thread. Nur leider wird das ansonsten zu unübersichtlich.
Ja, genau. Ich würde mich abmelden und die Umschulung per eA/ Klage anstreben.
Ich würde durch Rücklagen den Lebensunterhalt/ Krankenversicherung bestreiten.
 
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