Der miese Umgang von Erwerbslosen mit jenen, die sich aktiv einsetzen

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Gast
Ich ziehe mich aus dem aktiven Kampf gegen Hartz IV und Co. zurück.

Die ewigen Anfeindungen habe ich so satt. Meine Gesundheit läßt den Ärger nicht mehr zu. Ich habe die Nacht von Montag auf Dienstag wieder auf der Intensivstation verbracht, aufgrund einer lebensbedrohenden Hypertensiven Krise.

Es mag ein ungünstiger Zeitpunkt zu sein die Flaggen zu strecken, hatte ich doch für Juli eine Einladung in den bayrischen Landtag erhalten, um dort an einem Diskussionsforum zu Sozialen Themen für das 21. Jahrhundert teilzunehmen. Die Einladung kam von der Fraktion der Grünen und liegt natürlich schriftlich vor. (*) Aber ich kann nicht für Menschen eintreten, die mir ständig ihre Verachtung zeigen. Wie überzeugend könnte ich noch sein? Ich bin nicht der Fußabtreter, der dennoch macht und tut, der viele Diskussionen mit Pressevertretern und Politikern führte und hoffte etwas zu bewegen. Ja, es bewegt sich sogar etwas, aber das muß jetzt ohne mich weitergeführt werden. Im Hintergrund ist "heimlich" mehr passiert, als die meisten auch nur ahnen. Aber ich bin kein Masochist, der sich quälen läßt und noch danke sagt. Wer entlastet mich, damit ich diese Arbeit weiterführen könnte? Niemand!

Ich habe hier im Haus einer Frau mit zwei kleinen Kindern die Wohnung gerettet. Wenn ich jetzt mit starken Schmerzen meinen Einkauf die Treppe hinaufschleppe, dann sieht sie dabei seelenruhig zu. Hilfe? Keine! Auch andere haben gerne meine Unterstützung in Anspruch genommen, aber ich selbst stehe alleine da. Meine extreme Hausstaubmilbenallergie macht mir die Haushaltsarbeit unmöglich. Ich darf selbst einen Raum, den jemand anders gesaugt hat erst nach zwei Stunden betreten und das trotz Hepafilter im Staubsauger. Abstauben? Keine Chance. Ich streite nun seit Monaten um eine Haushaltshilfe und das Sozialgericht kommt nicht in Bewegung. Die Wohnung wird für mich mehr und mehr unbewohnbar. Meine Bronchien sind hochempfindlich und ich bin an der Grenze zum Asthma. Aber hat mir jemand auch nur einmal angeboten mir wenigstens hin und wieder zu helfen, bis ich offizielle Hilfe bekomme? Nein! Auch andere, denen ich geholfen habe kennen mich nun plötzlich nicht mehr. Nicht einmal nach den zwei Intensivmedizinischen Notfallbehandlungen im Krankenhaus hilft jemand. Sie haben mitbekommen, wie man mich abholte. Sie standen dabei und glotzten nur.

Ich bin nicht mehr bereit für andere zu kämpfen, denn umgekehrt stehe ich selbst in übelsten Situationen alleine da. Einzig Hans-Jürgen Graf, der selbst schwerst gebeutelt ist, sucht immer wieder einen Weg mir ein wenig zu helfen. Aber er braucht ja selbst Hilfe und tut sich damit keinen Gefallen.

Wenn das die Erwerbslosen sind, die von der Gesellschaft Solidarität einfordern und selbst nicht einen Funken davon für andere Betroffene übrig haben, dann schäme ich mich für Euch alle und jede Minute Einsatz war vergeudete Zeit.

Gruß

Thomas

(*) Wer es nicht glaubt, die Einladung liegt hier auf meinem Schreibtisch.
 

Mario Nette

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Thomas (dachte immer, du heißt wirklich Tom), DIESE Windmühle ist nicht allein das Haus der Erwerbslosen. Das hilft nicht weiter, ich weiß. Aber es weitet den Blick.

Danke für deine (vor allem auch stillen) Bemühungen, von denen wir nichts wissen, die sicherlich aber ihren Grund hatten.

Ich hoffe, es ist nur eine Pause ... mach das Beste aus der Zeit.

Mario Nette
 

mk23

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Hallo Tom,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich weis was du meinst. Ich muss sagen das ich von anderen betroffenen Hilfe erhalten habe die mich zum Teil nicht einmal kennen. Wenn, dann auch nur per Telefon oder per Mail. Für mich waren sie in einer andere Sache eine sehr große Hilfe, die Leute die ich meine und hier mitlesen werden wissen wen ich meine. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an diese Leute.
Was deine persönliche Situation angeht, ich würde helfen, das habe ich immer getan und bin auch schon etliche Male damit auf die Nase gefallen und es ist mir hinterher vorgeworfen worden.
Die selben Erfahrungen die du machen musstest, habe ich und bestimmt noch viele andere auch gemacht. Ich finde es schade das du dich zurück ziehst, kann es aber verstehen und finde es für dich auch besser in deiner gesundheitlichen Situation.
Irgendwann ist der Punkt gekommen, an dem man auch mal an sich denken muss - und auch sollte.
Wenn ich in deiner Nähe wohnen würde, wäre ich auch bereit dir unter die Arme zu greifen und dich zu unterstützen, es gibt bestimmt auch noch andere die das machen würden oder auch werden. Ich drück dir die Daumen das es doch noch geschieht und achte jetzt ein wenig auf deine Gesundheit.
 
E

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Gast
Tom, was soll man antworten? :icon_cry:

Ich kann dich verstehen - die Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht, daß man ständig hilft, aber wenn man selbst Hilfe bräuchte...

...leider wohne ich zu weit weg...

aber in jedem Fall ist deine Gesundheit weit wichtiger.

Seh zu, daß es dir wieder bald wieder besser geht...:icon_hug:
 

Dora

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Hallo Tom,

wie kommt das? Warum sind deine Mitmenschen so?

Meine Erfahrungen sind glücklicherweise andere. Wir haben zwar das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe um die Hilfe durch die, die gelernt haben sich selbst zu helfen, weiter zu tragen und anderen ebenfalls zu Gute kommen zu lassen. Wir haben aber auch das Prinzip des gegenseitigen, solidarischen Beistands. Und das hat dazu geführt, dass ich, als ich jetzt darnieder lag und mich („Hexenschuss“) tagelang kaum und nur unter großen Schmerzen bewegen konnte, gleich Hilfe bekam (z. B. homöopathische Medizin, usw.) – obwohl ich ungern selbst Hilfe annehme, hab ich mich drüber gefreut und natürlich auch angenommen. KollegenInnen haben Beistandsleistungen übernommen und machen das sehr gut. Ohnehin hatte ich schon vor Wochen angekündigt, dass ich noch mehr weitere Entlastung brauche, weil die Beitritte und dadurch auch die Termine ständig zugenommen haben und das auch anhält.

Klar es gibt auch bei uns Fälle von Leuten, die sich helfen ließen und dann nie wieder kamen. Oder nie Mitgliedsbeiträge zahlten, obwohl ihre Rechte und Interessen erfolgreich durchgekämpft wurden. Da gilt dann für das nächste Mal: Erst bist Du an der Reihe, Solidarität ist keine Einbahnstraße!

Räumlich bin ich viel zu weit weg um dir praktisch helfen zu können. Wenn du aber andere Möglichkeiten siehst, lass es mich wissen. Lass jedenfalls den Kopf nicht hängen und widme dich dir selbst.

Auf Horch amol bin ich erst dieser Tage aufmerksam geworden und finde es spitze! Hab mir die zwei Ausgaben runtergeladen und werde es weitertragen und auf euch aufmerksam machen!

Alles Gute wünscht dir und Hans-Jürgen von ganzen Herzen

Dora
 
F

FrankyBoy

Gast
Hallo Tom, ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen, habe mir auch oft die Frage gestellt warum tust du das eigentlich - hinterher sind deine Nerven blank und andere Teile deines sozialen Umfeldes zeigen dir einen Vogel und eigentlich gibst du denen recht, die "glatter" durchs Leben geschlendert sind,als man selbst.

Persönlich musste ich feststellen, dass ich seit Anfang der 80iger Jahre, eine starke Entwicklung zur Ellenbogengesellschaft hin beobachten konnte und diese Entwicklung ist bis heute in weiten Bevölkerungsteilen so erhalten.

Ich denke vielen, denen du geholfen hast, fehlt der Intellekt und anderen wieder die Kraft - ich hatte mich seit dem spätem Frühjahr 2007 auch mehr und mehr aus meinem Umfeld zurückgezogen (Depressionen, Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit) und heute denke ich, dass dies ein Massenphänomen, bezogen auf die Menschen sind, die sich eine wärmere und lebenswertere Welt als ihren Aufenthaltsort und somit ihres Lebensmittelpunktes vorstellen.

In den letzten Wochen habe ich viele Tage gehabt, an denen ich mich wieder "jung und frisch" gefühlt habe; allmählich stabilisiert sich mein Gesundheitszustand wieder, auch wenn es noch sehr häufig (auch hausgemachte) Rückschläge gibt.

Nürnberg sind mehrere hundert Kilometer von mir entfernt; gerne würde ich dir helfen aber auch mir fehlen dafür die Mittel und mittlerweile auch wieder die Zeit denn ich merke gerade wieder dass ich lebe.


Thomas, bitte nutze die Chance im bayrischem Landtag - erschaffe dir Ziele, die du deutlich in deinem Geiste ausformulierst - führe Tagebuch und richte dein Leben für diesen kurzen Abschnitt darauf aus - schreibe dir die Fig. 1a, Fig. 1b deiner Reden immer wieder auf und suche dir einen Redner, der durch seine "Glaubwürdigkeit glänzt" und nehme dir diesen als Vorbild; spreche dieses ins Mikro und zeichne es auf - höre es dir an und trainiere dieses.

Am Ende des Tages, an denen du den Parlamentariern deine Notlage so geschildert hast, wie deine Zeilen bei mir angekommen sind, hattest du die längste Zeit diese Probleme.

ich weis, es ist einfach gesagt - aber die Bernd Pfeiffer Demo war nur der Startschuss für all das, was ich noch vor habe - gute Nachtruhe und viel Kraft wünsche ich dir.
 

isabel

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Hallo, Tom,

ich war in Nürnberg 10.96 bis 03.97. Dort habe ich ein Integrationskurs gemacht.
Ich finde Nürnberg sehr schön, vor allem um die Weihnachtzeit.
Wenn ich könnte, hätte ich ich Dir auch geholfen. Der Weg ist, leider, für ALG2-Empfängerin, zu kostspielig. Ich habe jetzt Behandlung außer Hannover, und muß zusehen, dass ich die Fahrkosten zurück bekomme.
Meine Krankheiten gehören zu Schlafkrankheiten und CSF.
Meine Bude, da ich auch etliche Bandscheibenvorfälle habe, die sehr schmerzhaft sind, würde auch dementsprechend aussehen, wenn nicht ab und zu mir meine Tochter dabei geholfen hätte.
Früher, als ich noch konnte, habe ich auch sehr viel geholfen. Wo sind denn die Menschen? Ich vereinsame langsam, aber sicher.
Tom, schau zu, dass Du richtige Pause anlegst und Dich nur um Deine Gesundheit kümmerst.
Ich wünsche Dir alles Gute, aber, melde Dich von ELO nicht ab.
Ich denke, dass die Nerven von uns Allem blank liegen.

Es ist zu beobachten, dass die Meinungsverschiedenheiten immer größer werden, statt umgekehrt.
Es werden auch Beleidigungen ausgetauscht, die unsinnig sind, und zu nichts führen.

Wir sitzen auf einem Pulverfass. Irgendwann Explodiert die Situation im ganzen Land.

Die Chance im bayerischen Landtag, wie schon Franky Boy geschrieben hatte, solltest Du wahr nehmen. Du kannst Dich jetzt auf die Vorbereitung konzentrieren. Aber ohne Zwang.
Nicht, dass Du Herzinfarkt bekommst. Das ist es nicht Wert.

„Der Weg des Fönix“ ist sehr gut. Schreib weiter, Du hast Begabung. Es ist auch ein schönes Ziel, literarisch auf Missstände und menschlichen Tragödien aufmerksam zu machen.

Ich habe in Februar ein Antrag bei Versorgungsamt auf „Verschlechterung“, nach vorherigen Widerspruch gestellt.
Heute ist die Ablehnung gekommen. Ich werde weiter kämpfen, in Rahmen meiner Möglichkeiten.

Die Frage ist: wie kann man richtig um eigene Rechte kämpfen, wenn man ganz einfach krank ist und sich gar nicht konzentrieren kann.

Die Lage wird unverschämt ausgenutzt.

Tom, es ist Dein Recht, Pause zu machen und Dich um Deine Gesundheit kümmern – sogar eine Pflicht. Einen dicken Freund hast Du: HJGraf, und das ist sehr wichtig.

Ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, Dich bald wieder „lesen“ zu können.

Herzliche Grüße
Isabell
 

Karma

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Lieber Tom,
Habe gerade deinen Beitrag gelesen und kann dich gut verstehen. FAHRE ZUM BAYERISCHEN LANDTAG!!!!! Und wenn du nur Einen dieser Sesslpfurzer erreichst, hat es sich schon gelohnt.Danach gib dir viel Ruhe, ziehe dich eine Zeitlang zurück und sammle wieder Kraft.Vergiss nicht, hier gibt es unzählige Arbeitslose, die in Ihrem persönlichen Bereich Hartz IV bekämpfen und auch nicht immer Erfolg haben.Steter Tropfen höhlt den Stein (Hartz IV), aber man muss sich selbst eine Grenze setzen um nicht unter zu gehen.Wenn du hier vom bayerischen Landtag berichtest, weiss ich, dass es dir wieder besser geht,du schaffst das.
Gruß aus Hamburg
 
E

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Gast
Ich ziehe mich aus dem aktiven Kampf gegen Hartz IV und Co. zurück.

Dann hat man ja erreicht was exakt so gewollt ist :eek:

I
Die ewigen Anfeindungen habe ich so satt. Meine Gesundheit läßt den Ärger nicht mehr zu. Ich habe die Nacht von Montag auf Dienstag wieder auf der Intensivstation verbracht, aufgrund einer lebensbedrohenden Hypertensiven Krise.

Das tut mir Leid! Wenn es einmal an die Substanz geht sollte man klar aufs Nötigste/Machbare zurückschrauben, aber gleich ganz aufhören?

I
Es mag ein ungünstiger Zeitpunkt zu sein die Flaggen zu strecken, hatte ich doch für Juli eine Einladung in den bayrischen Landtag erhalten, um dort an einem Diskussionsforum zu Sozialen Themen für das 21. Jahrhundert teilzunehmen. Die Einladung kam von der Fraktion der Grünen und liegt natürlich schriftlich vor. (*) Aber ich kann nicht für Menschen eintreten, die mir ständig ihre Verachtung zeigen.

Das ist wie auf den ArGen, die "Bösen" alleine bleiben im Kopf, der stillere aber Zahlenmäßig überwiegende Rest gerät in Vergessenheit. Die Anzahl meiner motivierenden Vorbilder wird leider immer überschaulicher....

...
Im Hintergrund ist "heimlich" mehr passiert, als die meisten auch nur ahnen.
...

Ja, das ist bei vielen Aktiven so. Es ist dann oft schlimm, von gerade den inaktiven Nörglern zu hören dass ja gar nichts passiert... :icon_pause:

Gruß

Thomas

(*) Wer es nicht glaubt, die Einladung liegt hier auf meinem Schreibtisch.

Ich hoffe Du besinnst Dich und erhälst nun Hilfe aus Deiner Nähe!
Vielleicht hätte man auch etwas früher vermelden sollen dass Hilfe von Nöten ist.

Leider bin ich rund 200KM von Dir entfernt, weshalb ich Dir nur anbieten kann, auf andere als direkte Vororthilfe zu helfen - wo zeitlich möglich. Meld Dich wenn gewollt.Aber bitte nicht die Flinte ins Korn, außer dem Unterschied, dass Du sehr Krank bist, geht es uns beim Rest allen ähnlich.

Anfeindungen sollten vielleicht von $Anonymous nicht so ernst genommen werden (so halte ich das) und der Rest, wo möglich, in aller Deutlichkeit benannt werden.

Gruß, Anselm
 

Volker

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Ich habe nicht vor einfach Pause zu machen, sondern ganz aufzuhören.

Hallo Tom,

alles Gute, auch von mir. Du hast sicherlich viel geschafft und erreicht, auch für andere. Und allein das zählt doch. Das andere es nicht schaffen, ja nicht mal versuchen, anderen in schwierigen Situationen zu unterstützen, sollte doch nicht dein Verschulden sein. Das hat andere Gründe.

Dich zeichnet es doch aus, was du getan hast.

Was zählt sind Deine Erfolge, und irgendwann ist soweit das man aufhören muss, das steht jeden und auch dir zu. Dafür hast du mein Respekt und der anderen sicherlich auch.

Aber trotzdem schau doch ob du nicht irgendwo unterstützung bekommst,
die du brauchst. Vielleicht findest du diese schneller als gedacht.

Gruss Volker :icon_pause:
 

uljanov

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Hallo Tom,

finde deine Entscheidung richtig, die Gesundheit geht vor !
Nein, es ist nie verlorene Zeit anderen Menschen zu helft. Du kannst auf das was du getan hast, stolz sein. Du hast einen Fehler gemacht. Dir waren andere wichtiger als du selbst. Hast dich für sie eingesetzt, statt zuerst an dich selbst und an deine Situation zu denken.
Jetzt kämpfe für dich, und wenn du dann noch Zeit und Kraft hast, dann auch für andere.

Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute.

Gruss
uljanov
 

marty

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Hallo Tom,

was ich verstehen kann ist, dass wenn man mit dem Tode konfrontiert ist,fängt an, ganz anders über das Leben nachzudenken. Hat sich das gelohnt was ich getan habe? Wo stehe ich und was habe ich vorzuweisen?
Wem? Was soll ich machen für den bisschen Zeit das ich noch habe?
Wié viel Zeit ist es überhaupt?Monate? Jahre?
Tom, ich bin noch "jung", jünger als du, denke ich, und kenne dich nicht,
trotzdem bist du für mich eine Kämpfer.Jetzt auch Losslaser.


Ich wünsche dir etwas Stille.

Toms Bronchien: wie könntet nur so lange so widerstrebig sein gegen den Staub? Kommt, macht Frieden, der Staub ist nicht extra gekommen um euch zu ärgern, er ist einfach da. Wusstet ihr nicht, wie es sich anfühlt,
wen jemand ungewollt ist?Dachtet ihr ihre Arbeit besser zu machen ohne den Staub dabei? Oder hattet ihr etwa eine Geheimniss, dass nur der pure
Sauerstoff und Kohlendyoxid kennen darf? Hm.Wollt ihr so weiter machen?
Wenn ja, müssen Sie für immer im Stress leben.Wollt ihr das?
Toms Augen: danke das ihr gelesen habt, für die Bronchien.
Toms Verstand: werte für eine Moment nicht, lass die Wörter durch den Herz fließen
Toms Herz:
ohne Worte.




Martina Koutova
 

ofra

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Was man hier liest, macht betroffen und nachdenklich.
Ja, wir leben in einer Ellbogengesellschaft. Nicht nur unter Arbeitslosen, sondern auch unter den Erwerbstätigen. Jeder kämpft um das, was er kriegen kann. Der Mitmensch bleibt dabei auf der Strecke.
Es gibt aber auch viele, die wirklich helfen wollen. Das sind oft Einzelkämpfer, die sich in ihrem einsamen Kampf einfach aufreiben. Meiner Meinung nach zeigt sich hier das Problem der mangelnden Organisation.
die Lösung wäre, dass sich die helfer untereinander besser vernetzen, dass es eine zentrale anlaufstelle gibt. dass es auch hilfe für helfer gibt, die auch mal ausgebrannt und erschöpft sind. gemeinsam ist man dann auch gegen negative reaktionen besser gewappnet.
das neoliberale denken breitet sich immer mehr aus - leider.
 
R

Rounddancer

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Tom,

weißt, es gibt immer solche und solche,- und das immer und ewig,-
denn sonst hätte nicht Jesus Christus, unser Herr schon vor rund 2000 Jahren das: "Geben ist seeliger denn Nehmen" propagieren müssen.

Ich glaube fest daran, daß die guten Taten, die wir unsren Nächsten tun, spätestens im Himmel, oder im nächsten Leben vergolten werden werden.

Daß manche Menschen Hilfe als selbstverständlich hinnehmen, das ist halt so, es gibt halt verschiedene Stufen der Reife, der Erkenntnis, und die haben dann die Stufe noch nicht erreicht, um zu erkennen, daß Hilfe zu bekommen eben nicht selbstverständlich ist.

Schau, auch der Big Boß hier, Martin B., berichtet immer wieder darüber, daß er und/oder sein Team sich für den einen oder anderen Betroffenen den ********** aufgerissen hat, um ihm bei einer Behörde oder sonstwie irgendwas zu erreichen,- und wenn d dann erreicht war, kommt von manchen dieser Menschen nicht mal ein "Danke!", ja, manchmal gar: "Bitte streichen Sie meine Daten im Erwerbslosenforum, ich möchte damit nicht mehr in Verbindung gebracht werden!"
Auch das gibts schon immer.
Man kann nie allen helfen, darf auch nicht erwarten, daß andere im selben Maße helfen, wie man selbst das tat.

Mein Rat, bevor Dein Schwanengesang zur Oper wird:
Lehne Dich einfach zurück, Du weißt, was Du anderen tatest, der Herr, unser Schöpfer, weiß es auch. Und nun konzentriere einfach erstmal alle Kraft darauf, selbst mental und körperlich gesund und wieder stabil zu werden.
Schau: Wenn ein Akku eines Geräts total leer ist, dann muß man das Gerät auch eine ganze Weile ganz ausgeschaltet am Ladegerät lassen, damit der Akku wieder die Chance hat, voll zu werden,- läßt man dabei das Gerät laufen, wird der Akku nie richtig voll.

Gute Besserung!

Heinz
 
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Ich habe hier im Haus einer Frau mit zwei kleinen Kindern die Wohnung gerettet. Wenn ich jetzt mit starken Schmerzen meinen Einkauf die Treppe hinaufschleppe, dann sieht sie dabei seelenruhig zu. Hilfe? Keine!

Sie war es wohl menschlich nicht wert, aber vielleicht die Kinder ? Bestimmt sogar !

Auch andere haben gerne meine Unterstützung in Anspruch genommen, aber ich selbst stehe alleine da. Meine extreme Hausstaubmilbenallergie macht mir die Haushaltsarbeit unmöglich.

Fordere selbst auch mal etwas ein. Manche muss man erst mit "sanfter Gewalt" in die richtige Richtung lenken. Quid pro quo. Hilfe gegen Hausarbeit zum Beispiel.

Wenn das die Erwerbslosen sind, die von der Gesellschaft Solidarität einfordern und selbst nicht einen Funken davon für andere Betroffene übrig haben, dann schäme ich mich für Euch alle und jede Minute Einsatz war vergeudete Zeit.

Nicht alle über einen Kamm scheren :icon_evil:
Der Einsatz für Hilfbedürftige verhindert auch, dass die andere Seite ein zu leichtes Spiel hat und die Daumenschrauben zu fest ziehen kann.
Manchmal tröstet auch der Gedanke, dass man einem dieser "Unmenschen" seine Grenzen aufzeigen konnte.

Nicht einmal nach den zwei Intensivmedizinischen Notfallbehandlungen im Krankenhaus hilft jemand. Sie haben mitbekommen, wie man mich abholte. Sie standen dabei und glotzten nur.

Du darfst bei allem Ärger nicht vergessen, dass man immer nur im Rahmen seiner Möglichkeiten helfen kann. Manchen ist es eben nicht gegeben. Vielleicht können sie auch nichts oder eben sehr wenig.
Ich gebe zu, ich hätte mich als Dabeistehender auch hilflos gefühlt. Man will einfach nichts falsches machen, also macht man gleich lieber gar nichts.
Und dass Mitgefühl und Anteilnahme in der heutigen Gesellschaft Werte sind, die es nur noch vereinzelt bei Personen gibt, weißt du selber.
Wer aber trägt dafür die Schuld ? Die Gesellschaft, die Eltern, die Politik oder sogar der einzelne Mensch ?

Ich habe die Nacht von Montag auf Dienstag wieder auf der Intensivstation verbracht, aufgrund einer lebensbedrohenden Hypertensiven Krise.

Deine Gesundheit hat Vorrang vor allem anderen. Hilf dir erst selbst, bevor zu dich für andere aufopferst.
Aber ziehe dich nicht ganz zurück.
 

Arania

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Man darf nie so weit gehen das man die eigene Gesundheit ruiniert, dieses Helfer-Sydrom muss man leider loswerden, das habe ich schon in jungen Jahren gemerkt und man sollte die Probleme der anderen nicht zu einem persönlichen werden lassen, Abstand ist wichtig


@Marty, ja wenn man selber schon dem Tod von der Schaufel gesprungen ist, dann sieht man einiges anders

Off Topic: Deine Signatur ist wirklich ein Link zu einer üblen Spyware
 
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Ich streite nun seit Monaten um eine Haushaltshilfe und das Sozialgericht kommt nicht in Bewegung. Die Wohnung wird für mich mehr und mehr unbewohnbar. Meine Bronchien sind hochempfindlich und ich bin an der Grenze zum Asthma. Aber hat mir jemand auch nur einmal angeboten mir wenigstens hin und wieder zu helfen, bis ich offizielle Hilfe bekomme? Nein! Auch andere, denen ich geholfen habe kennen mich nun plötzlich nicht mehr.
Hallo Thomas,

Ich weiß, was du meinst.
Ich wohne in deiner Nähe und könnte dir helfen, wenn du dich in der Zeit mit meiner Süßen beschäftigst. Anders geht es leider nicht. Jedenfalls nicht vor 2010.
Vielleicht sogar mit angel zusammen. Dann geht es schneller.

Gruß andine

Irgendwann musst du auch mal an dich denken, du bist auch nur ein Mensch und noch dazu kein Gesunder!
 
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Die Uneinigkeit und der Neid der Arbeitslosen untereinander ist groß. Deswegen kämpfe ich nur für meine Rechte.
 
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Uneinigkeit ist antrainiert. Ich verlerne es wieder und fühle mich gut:icon_stern: nein, sehr gut ! Jeden Kampf den man kämpft, für sich selbst kämpft, kämpft man auch (manchmal ungewollt) für die Gemeinschaft. Jeden Kampf für ein Individuum. Auch für sich selbst. Man kann gar nicht, nicht helfen. Deswegen hilft es auch anderen wenn man sich selbst hilft.

Grüße

Edit:Also, innerhalb eines Interessenkreises.
 
S

sogehtsnich

Gast
Tom, kann ich sehr gut nachvollziehen!
Ich bin nun auch schon im 11. Jahr der aktiven Hilfe und was sieht man?
Immer wieder das gleiche, es geht nicht vorwärts, da die Masse keinen Bock hat, ihre eigenen Interessen zu vertreten!
Ich will das Thema nicht ausweiten, bringt nichts! Aber ich war auch schon einige male am überlegen, den Kram hinzuschmeißen!
Dir wünsche ich alles nur erdenklich Gute.....toi toi toi!
 

Martin Behrsing

Redaktion
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Hallo Thomas,

das tut mir sehr leid für dich. Aber Deine Gesundheit geht nun mal vor.

Aber so einiges möchte ich dennoch dazu sagen.

1. Sind nicht alle Erwerbslose so, wie Deine Erfahrungen sind. Es sind eher wenige, aber diese Erfahrungen hinterlassen halt einen bleibenden Eindruck.
2. Man braucht bei so einer Arbeit ein dickes Fell un darf sich mit so etwas wirklich nicht lange aufhalten. diese Erfahrung machen wir ja nun auch immer wieder. In regelmäßigen zeitl. Abständen tauchen bei uns Leute auf und versuchen alles zu diskreditieren. Ich erinnere nur an die Spendenaktion für Hans-Jürgen, was da aufeinmal für miese Typen auftauchten. Da half uns auch wirklich nur ein Anwalt und Unterlassungandrohungen gegenüber diesen Leuten. Aber insgesammt erleben wir ja nun immer wieder, dass wir eine riesige positive Zustimmung in unsere Arbeit haben und die hier bei uns registrierten nicht völlig untinteressiert sind. Wir sehen das ja jedesmal an den Zuschriften, wenn wir einen Newsletter raussenden.
3. Erwerbslose sind eine sehr heterogene Gruppe, weshalb es auch sehr schwer ist, echte Solidarität zu schaffen. Da hatten es Anti-AKW-Gruppen Friedensbewegungen sehr viel einfacher. Auf Grund der Thematik konnte man davon ausgehen, dass sie zumindest in der politischen Bildung ein gemeinsames Level hatten. Dies vereinfacht vieles.

Vielleicht ist es auch wirklich erstmal gut, wenn du dir eine Auszeit nimmst und schaust, wie du dich ganz klar abgrenzen kannst. Es wird immer Leute geben, die dir einen Erfolg, Anerkennung nicht gönnen und sofort dagegen schießen. Und genau dafür braucht man ein riesen dickes Fell, weil es immer nur ein paar Leute sind.
 

marty

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was ist das?

Deine Signatur... wenn ich da draufklicke meldet Avira " Erkennungsmuster Ad- Spyware ADSPY/ AdSpy.Gen

Solltest du besser entfernen.

Bitte um Aufklärung. Möchte keine Probleme hier verursachen.Danke.


m.
 

Martin Behrsing

Redaktion
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was ist das?

Deine Signatur... wenn ich da draufklicke meldet Avira " Erkennungsmuster Ad- Spyware ADSPY/ AdSpy.Gen

Solltest du besser entfernen.

Bitte um Aufklärung. Möchte keine Probleme hier verursachen.Danke.


m.
Habe Deine Smilies in dem Posting schon entfernt
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

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