Der letzte Schritt zum Kleingewerbe ... ein paar Fragen habe ich noch (1 Betrachter)

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xverbst

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Hallo an alle,

ich spiele nun seit längerem mit dem Gedanken ein Kleingewerbe anzumelden, habe allerdings noch ein paar Fragen dazu.

Aber erstmal kurz was zu mir, für den besseren Überblick.

Mein Fokus liegt auf IT-/Web Sicherheit, dazu gehören Web Application Security, Vulnerability Assesment/Testing und auch Malware analysis, nebenher befasse ich mich mit der Absicherung von Webservern (Hauptmerkmal sind hier Linux Server).

Wem das nichts sagt, versuche ich es kurz zu erklären:

Web Application Security: Fehler in Web Anwendungen auffinden und beseitigen, bspw. Paypal hat eine Sicherheitslücke in deren "Passwort vergessen" Funktion, diese heißt es zu finden, Paypal darüber zu informatieren und ggf. selbst zu beseitigen oder Paypal kümmert sich selbst drum.

Vulnerability assessment/testing: Identifizieren von Lücken in einem Netzwerk, außerdem Unterstützen beim Planen um Angriffe auf ein Netzwerk vorzubeugen.

Malware Analysis: Hier geht es einfach gesagt um das Analysieren von Trojanern, Viren und Malware (Reverse Engineering) und natürlich auch um das Bereinigen von einem System, wenn ein PC-/Netzwerk befallen ist (Die meisten denken, dass es reicht ein Anti-Viren Programm sein PC scannen zu lassen und dann ist der Virus beseitigt, dem ist aber in den meisten fällen nicht so, hier ist meine Aufgabe also unter anderem zu analysieren)


Soviel dazu erstmal.

Alles was ich über diese Gebiete wissen muss, habe ich mir selbst angeeignet, ich habe also keinerlei Zertifikate, wodurch das Bewerben in Firmen, die sich auf sowas spezialisiert haben, erschwert wird.

In der letzten Zeit hatte ich immer wieder Kontakt mit Leuten, die mich gefragt haben, warum ich mich nicht selbstständig mache, vor kurzem hatte ich aber ein etwas längeres Telefonat mit jemanden, der mich auch nochmal explizit drauf angesprochen hatte, der mir ebenfalls angeboten hat, mich zu vermitteln mit Agenturen, die Sicherheitsprobleme mit ihren Servern haben - WENN ich selbstständig wäre.

Daher also jetzt der Schritt und auch der Gedanken, genau dies in Angriff zu nehmen.

Nun zu den Fragen:

- Startkapital: Wird ein Startkapital gewährt, um bspw. besorgungen zu machen für z.B. ein 2. zuverlässiges Arbeitsgerät? Oder sogar für ein Fahrzeug um zu den Kunden zu fahren? Und wie ist es mit dem Zurückzahlen, gibt es da ein bestimmten Zeitraum?

- Geringe Auftragslage: Wie sieht es aus, wenn die Auftragslage mal nicht so gut ist, ich habe gehört es muss dann Hartz4 gewährt werden?!

- Wie schwer ist es im allgemeinen ein Kleingewerbe anzumelden? Derzeit beziehe ich Hartz4, habe aber nebenher einen Minijob im IT Bereich, die Chancen auf eine Festeinstellung sieht in dem Bereich eher schwer aus, ohne spezielle Zertifikate.

- Was muss ich sonst noch wissen bzw. beachten?

Ich möchte auch noch erwähnen, dass ich nie Probleme oder Schwierigkeiten mit meinem SA hatte, auch wenn ich mich mal widersetzt habe (Ich habe also nicht immer "Ja" gesagt, um der "Sklave" zu sein).


Ich danke euch!

LG
 

HartzVerdient

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Das sind erstmal alles Fragen, die in einen Businessplan gehören. Warum ? Weil wenn man einen Businessplan erstellt, kommt man irgendwann genau zu diesen Fragestellungen!

Nun zu den Fragen:

- Startkapital: Wird ein Startkapital gewährt, um bspw. besorgungen zu machen für z.B. ein 2. zuverlässiges Arbeitsgerät? Oder sogar für ein Fahrzeug um zu den Kunden zu fahren? Und wie ist es mit dem Zurückzahlen, gibt es da ein bestimmten Zeitraum?

- Geringe Auftragslage: Wie sieht es aus, wenn die Auftragslage mal nicht so gut ist, ich habe gehört es muss dann Hartz4 gewährt werden?!

- Wie schwer ist es im allgemeinen ein Kleingewerbe anzumelden? Derzeit beziehe ich Hartz4, habe aber nebenher einen Minijob im IT Bereich, die Chancen auf eine Festeinstellung sieht in dem Bereich eher schwer aus, ohne spezielle Zertifikate.

- Was muss ich sonst noch wissen bzw. beachten?
Du schreibst hier, dass wenn die Auftragslage schlecht ist, dir dann wieder HartzIV gewährt werden könnte. Das lässt darauf vermuten, dass du es ohne HartzIV probieren möchtest.

Ich kann nur soviel dazu schreiben. Überlege dir das gut. Vielleicht lohnt sich der Job erstmal aus HartzIV heraus zu starten.

Grund: Übernahme der Krankenkasse und Pflegeversicherungsbeiträge. Nun redet man ja auch davon, dass Selbstständige auch in die Rentenkasse einzahlen müssen. Wenn das nun durch ist, dann musst du eine Kalkulation aufstellen, ob deine Ausgaben für KK+PV+RV nicht die Einnahmen auffressen.

Zertifikate sind zwar ganz nett, aber nur die halbe Wahrheit. Gerade im Bereich Linux und Distributionen ändern sich die Sachlagen sehr schnell. Beispiel: systemd <-> sysvinit (wobei systemd ja wesentlich mehr beinhaltet), Xorg <-> Wayland, permanente Änderungen von z.B. Paketmanagern (yum <-> dnf <-> flatpak) usw.. Teilweise kommen dann noch Container (durch z.B. systemd) zum Tragen usw... Das Zertifikat von gestern ist heute nicht mehr viel wert. Auch gerade bei Webentwicklung ändern sich die Zusammenhänge wie API changes und Frameworks usw.. Viel Glück!
 

xverbst

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Du schreibst hier, dass wenn die Auftragslage schlecht ist, dir dann wieder HartzIV gewährt werden könnte. Das lässt darauf vermuten, dass du es ohne HartzIV probieren möchtest.
Ganz doof gefragt: Gibt es da 2 Wege? Würde es wenn natürlich erstmal MIT Hartz 4 probieren, um noch abgesichert zu sein.


Zertifikate sind zwar ganz nett, aber nur die halbe Wahrheit. Gerade im Bereich Linux und Distributionen ändern sich die Sachlagen sehr schnell. Beispiel: systemd <-> sysvinit (wobei systemd ja wesentlich mehr beinhaltet), Xorg <-> Wayland, permanente Änderungen von z.B. Paketmanagern (yum <-> dnf <-> flatpak) usw.. Teilweise kommen dann noch Container (durch z.B. systemd) zum Tragen usw... Das Zertifikat von gestern ist heute nicht mehr viel wert. Auch gerade bei Webentwicklung ändern sich die Zusammenhänge wie API changes und Frameworks usw.. Viel Glück!
So ist es!
Aber leider wollen (zu-)viele Firmen nur wissen, was man auf dem Blatt hat, erschwert wird das ganze noch, wenn man Hartz 4 bezieht.

Aber, ich danke dir vielmals.
 

xverbst

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Ich danke dir!

Würde ja wenn so oder so von Hartz 4 raus ein Kleingewerbe anmelden wollen, da ich ja noch kein Kundenstamm habe, diesen müsste ich erst aus bzw. aufbauen.

Daher wäre die komplette Selbstständigkeit erstmal ein no-go für mich.
 

HartzVerdient

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Würde ja wenn so oder so von Hartz 4 raus ein Kleingewerbe anmelden wollen, da ich ja noch kein Kundenstamm habe, diesen müsste ich erst aus bzw. aufbauen.
Ohne Kundenstamm und ohne HartzIV kannst du das knicken! Die Kosten die alleine wegen der KV auf dich zukommen killen dich.

Aber ich will dich nicht entmutigen!

Mach mal diese Reihenfolge!

1) Schau dir dieses Flash auf der Existengründerseite an!
2) Stell eine Tabelle auf, was du verdienen musst und was deine mtl. Ausgaben sind!
3) Denk daran, dass du leider ein Gewerbe anmelden musst, statt einem Freiberuf. Da du weder Akademiker bist, noch Zertifikate hast, wirst du dieses IT Zeugs nicht als Freiberuf ausüben können. Dort wird vom Finanzamt ein "wissenschaftliches Arbeiten" vorausgesetzt. Gerade im IT-Bereich wird im Dienstleistungssektor (IT-Beratung z.B.) noch ganz anders gearbeitet.
4) Es kommen zusätzliche Kosten auf dich zu. Gewerbesteuer, Abgaben z.B. Steuerberater, Mitgliedschaft IHK (musst dich aber selbst mal schlau machen).

Gerade was Sicherheitstechnik betrifft (ich komme selbst aus dem Berich: Habe jahrelang Softwaretechnik im wehrtechnischen Umfeld gemacht), wirst du ggf. sogar eine Sicherheitsüberprüfung haben müssen, um überhaupt mit VS Sachen in Kontakt zu kommen (was allerdings auch sehr stark davon abhängt, was du tust und wo dein Tätigkeitsumfeld liegt).

Fang also erstmal bei A an und arbeite dich bis Z durch.

Tipp!

Hol dir "Freeplane" (nicht das alte Freemind) und schreibe deine Gedanken in eine Mindmap. Egal wie blöd deine Gedanken auch sind. Alles runterschreiben in die Mindmap und später sortieren.

Daraus baust du dir dann dein Businessplan zusammen. Kann einige Wochen dauern. Dort packst du auch externe Quellen per Link hinein (wie meine Links oben). Dort versuchst du dann zwei Wege zu beschreiben. Einmal mit Jobcenter und einmal auf eigene Faust.

Dort auch alle deine kalkulationen einbringen und die Datei nebst Backup irgendwo auf Platte klatschen.

Keine Panik, wenn das Dokument erstmal wie "Hintern" aussieht... Das geht nicht von jetzt auf gleich... Sobald dir wieder was neues durch den Kopf rauscht, gleich mit einbringen in das Mindmap!
 

xverbst

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Ich glaube ich verstehe es komplett falsch: Also ich bin derzeit Hartz 4, möchte nen Kleingewerbe anmelden, aber weiterhin H4 bekommen, bis ich evtl. nen großen Kundenstamm habe - Ich denke jetzt hab ich's, hoffe du auch :icon_hihi:
 

HartzVerdient

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Ich glaube ich verstehe es komplett falsch: Also ich bin derzeit Hartz 4, möchte nen Kleingewerbe anmelden, aber weiterhin H4 bekommen, bis ich evtl. nen großen Kundenstamm habe - Ich denke jetzt hab ich's, hoffe du auch :icon_hihi:
Ah ok! Ändert aber nichts an der Tatsache, dass du einen Businessplan und eine Kalkulation brauchen wirst.

Dazu kommt noch, dass du dich mit Einkommensregularien des Jobcenters befassen müsstest. Also wie die Einkommen angerechnet werden, wie die Freibeträge und Absetzbeträge berechnet werden usw.. Du musst dich deshalb schon damit befassen, um gegenüber dem Jobcenter einen Vorteil (zur Argumentation) vorweisen kannst, falls die versuchen deine Selbstständigkeit zu Fall zu bringen!

Auch würde ich deine Absichten nicht sofort dem Jobcenter unterbreiten. Versuche dich erstmal in Ruhe selbst auf alles einzuarbeiten und einzulesen. Sobald du beim Jobcenter auftauchst und dort nach Gründungszuschuss oder so ähnlich fragst, dann kann es sein, dass die dich da wirsch abservieren und dich in Maßnahmen stecken, um deine Arbeit zu konterkarieren.

Also erstmal gegenüber dem Jobcenter stillschweigen halten. In Ruhe alles lesen, Gedanken machen, Gedanken in die Mindmap schreiben, Links sammeln und auch in die Mindmap (damit du ein zentrales Dokument hast).

Kalkulieren was du an Kohle einnimmst und was dir das Jobcenter runterrechnet usw.. zeitlicher Aufwand für deine Arbeit usw....

Auch aufpassen vor Jobcenter eigenen Unternehmensberatern, Tragfähigkeitsprüfungen und so ein Zeugs. Wenn du von denen keine Kohle bekommst, dann geht denen das alles nix an. Weder Unternehmensberater, Tragfähigkeit noch Businessplan.

Vorsichtig beim Jobcenter vortasten... Erstmal selbst versuchen sich zu informieren und auf Kurs zu bringen....

Alles weitere bitte im Thread für Selbstständige lesen... Da sind so einige Knaller mit bei!

PS: Ich habe hier nur so Kurzinfos rausgehauen, um dich mal auf Kurs zu bringen. Da kommt noch Arbeit auf dich zu. Auch was Einlesen usw. betrifft... Das Fachliche (also IT) da mache ich mir keine Sorgen bei dir... Das Problem was wir aber alle haben, ist der Businessplan und die Kostenkalkulation usw... also das Wirtschaftliche... Dort scheitern sie alle!
 

xverbst

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Etwas spät, aber weiter gehts:

Hatte vor kurzen nen Termin bei einem zuständigen SA für Existenzgründung.

Bezüglich des Startkapitals dürfte es schwer aussehen, was aber auch keine Priorität hat bei mir.

Viel wichtiger fand ich hingegen, die Erwähnung, dass es sein kann bis zu 3 Monate kein ALG II zu bekommen, wenn man ein Gewerbe anmeldet wegen der EKS.

Da ich heute erst dazu komme alles nachzulesen, würde ich im Vorfeld schonmal wissen, ob das so richtig ist?!

Es wäre also:

- Gewerbe anmelden
- EKS ausfüllen
- Prüfung abwarten und in der Zeit kein ALG II bekommen

Falls es noch relevant ist: Lebe in einer Eheähnlichen Gemeinschaft, Partner bezieht ebenfalls derzeit ALG II.

Ist das so richtig oder gibt es da Wege, dass man weiterhin ALG II bekommt, während der Prüfung?

Danke euch!
 

Koelschejong

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So ein Quatsch - lass Dir diese 3 Monate nach Möglichkeit schriftlich geben. Wird er aber nicht machen, denn er weiß genau, dass er Blödsinn erzählt hat.

Wenn es also zu einer erheblichen verzögerung kommt, Eilantrag beim SG stellen. JC hat auf jeden Fall den Bedarf zu decken.
 

xverbst

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Noch 2 interessante Punkte die er erwähnt hat:

1) Ich muss bei der Stadt nachfragen, ob ich das überhaupt "darf" bzgl. des Gebiets. (Misch-Gebiet oder reines Wohngebiet?!)

2) Ich habe Meldepflicht bei meinem aktuellen Chef, da ich in direkter Konkurrenz zu ihm stehen würde (IT ist IT meinte er, obwohl mehrmals im Verlauf des Gesprächs selbst erwähnt hat, dass IT nicht gleich IT ist, weil das Thema einfach zu groß ist und mein Fokus auf etwas komplett anderes liegt, als das was mein aktueller Arbeitgeber anbietet...)

Im großen und ganzen habe ich nur zugehört, hab mir "Infos" geholt, mir die Risiken angehört und wollte mich dann im nachhinein informieren.
 
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