Der katastrophale Arbeitsmarkt - Bericht eines Zeitarbeiters

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xolo

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Guten Tag alle zusammen,

nach vielem lesen in diesem Forum, habe ich mich dazu entschlossen, mich selbst zu regestrieren, damit ich auch mal meinen Senf dazu geben kann.

Nachdem ich nun 2 Jahre in Direkteinstellung in einem Unternehmen als Kanonenfutter eingesetzt wurde, haben diese entschlossen mich zu entsorgen, da anonsten eine Übernahme hätte folgen müssen.
Nachdem ich nun einige Wochen total am Boden war, die Welt verteufelt und den Politikern Tod und Verderben gewünscht hatte, habe ich mich nun wieder etwas aufgerafft.
Wenn jemand Interesse an meinem "mimimi" hat (kann man aber auch einfach überspringen), welches ich vor wenigen Wochen in einem Forum gepostet hatte, bitte schön:
2 Jahre lang habe ich mir jetzt für das Unternehmen den Hintern aufgerissen, ich bin nicht einfach nur dorthin gegangen und habe meine Arbeit verrichtet, nein, es war viel mehr als das.
Jeden Tag habe ich überdurchschnittliche Leistungen erbracht, habe zum Wohle der Firma auch tätigkeiten übernommen, welche nicht in meinen Bereich vielen und noch so vieles mehr.

Das Ergebnis und der Dank für meinen Ensatz ist nun meine Entsorgung.
Man hielt es nichtmal für nötig, mir vorzeitig bescheid zu geben. Auch auf Nachfrage bekam man immer nur zu hören: "Man könne noch nichts sagen", wohlgemerkt das 5 Wochen vor dem Ende.
Leistung scheint dort keinen hohen Stellenwert einzunehmen, denn die Auswahl für die unbefristeten Verträge scheint völlig sporadisch und willkürlich abzulaufen. Ich muss mich also damit abfinden, dass weniger engagierte Mitarbeiter einen Platz erhielten, wogegen ich das Feld räumen muß.
Natürlich sei es jedem gegönnt, dennoch stellt man sich selbst die Frage, warum man so dumm war und so viel mehr Energie in die Arbeit gesteckt hat, wo doch Fleiß und Engagement scheinbar völlig unbedeutend sind.
In mir herrscht Hass und Verzweiflung im gleichen Maß, warum konnte man nicht wenigstens eine Frühzeitige Erklärung abgeben, das es wohl zu Ende sein wird.
Warum wurde ich so behandelt, was habe ich falsch gemacht, außer dem Unternehmen mit größtem Wohlwollen zu dienen. Ich hasse sie dafür so sehr, Tod und Verderben wünsche ich ihnen.

Schwindet der Hass, so kehrt die Verzweiflung ein. Wie geht es jetzt weiter? was soll ich machen? Werde ich jemals wieder einen so "guten" Job finden?... Die Gedanken fressen mich Tag für Tag auf und wechseln nur zwischen Zorn und Trauer.
Hat dann dochmal wieder das rationale Denken die Oberhand gewonnen, so wird spätestens bei Betrachtung des Arbeitsmarktes wieder der Hass geweckt, nichts als Zeitarbeit, zum Teufel mit diesen.
Der Kreislauf wiederholt sich, klingt der Hass ab, so macht sich wieder die Verzweiflung breit, nichts als Zeitarbeitsfirmen, was soll ich nur tun?
Die Gedanken springen nur zwischen Unmut und Perspektivlosigkeit, sie zerfressen mich, zerstören meine sonst so ausgeprägte rationale Denkweise völlig und ich kann nichts dagegen tun.

Es wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen, meine Existenz und Lebensgrundlage wurde mir genommen, der Job mit dem ich mich identifizieren konnte, ist nicht mehr vorhanden.
Meine Kraft und Energie ist versiegt, nichts als Motivationslosigkeit ist übrig geblieben. Gute Grundsätze wurden hingeschmissen, Nikotin füllt wieder meine Lungen.
Nie hätte ich gedacht das mein Geist so schwach ist. Was ist nur los mit mir, warum belastet mich das so sehr? Ich hasse micht selbst dafür, dass ich so schwach bin.
Aber noch mehr hasse ich den Verursacher dafür, und ja, da ist er wieder, mein ständiger Begleiter der Hass.

Woher soll die Kraft stammen Bewerbungen zu schreiben, oder gar ein Bewerbungsgespräch zu meistern?
Ich fühle mich dazu nicht in der Lage, überhaupt möchte ich nicht wieder bei 0 beginnen, wieder neue Menschen, wieder alles neu erlernen und am Schluß vielleicht wieder alles umsonst.
Nie mehr werde ich zu diesen Konditionen einen Job finden.
Ich hasse das System, die Politik und ja sogar gegen die Menscheit verspüre ich Abscheu. Vielleicht steht mir ja sogar der Titel "Misanthrop" zu.
Vielleicht sollte ich einfach mein Erspartes nehmen, Ausrüstung damit kaufen und irgendwo in Alaska ein Einsiedlerleben im Wald führen.

Da also mein Rationalität wiederkehrte, fing ich mit dem logischsten an, nämlich einen neuen Job zu suchen.
Die erste Anlaufstelle war natürlich die Jobbörse von der Agentur für Arbeit.
Also schön den Wohnort und die Berufsbezeichnung angeben und auf Suche klicken...
Was sehen meine Augen da? Den Satan! Den Satan erblickte ich! Nicht nur einen, nein, dutzende, hunderte, wenn nich sogar tausende.
Sämtliche Jobangebote stammten von diesen Teufeln, nicht ein normaler Arbeitgeber war dabei. Was ist los mit dem Arbeitsmarkt? Ich will meine Seele nicht an den Teufel verkaufen...

Da ich dem Teufel abgeschworen habe, aber dessen dämonische Helfer mich immer wieder versuchen dahin zu verleiten, musste ich mir etwas einfallen lassen.
Die Hölle ist nicht sehr wählerisch, weshalb die Abwehrmaßnahmen perfekt sein müssen.
Hier in diesem Forum fand ich viele hilfreiche Antworten und Methoden, dafür einen Dank an die Community.

Nun möchte ich einfach mal mein Anschreiben hier vorstellen, welches auch Abschnitte von Mustern enthält, welche hier gepostet wurde (nochmal ein Dank an dieser Stelle).



Sehr geehrte Damen und Herren,

Von der Agentur für Arbeit habe ich einen Vermittlungsvorschlag für die ausgeschriebene Stelle als x, (Referenznr.: x) erhalten.

Sehr gerne bewerbe ich mich deshalb um diese Stelle bei Ihnen.

Ich bin stets dazu bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden, bin umgänglich, kontakbereit und bringe für die Arbeit Verständnis und Interesse mit.
Ich verfüge über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen, auch außerhalb der Firma zeige ich stets Engagment, für die Arbeitnehmerinteressen.
Alle mir gegebenen Aufgaben habe ich stets in meinem, sowie im Interesse der Firma gut gelöst.
Gegenüber Kollegen und Vorgesetzten bringe ich eine erfrischende Offenheit mit.

Im Rahmen eines persönlichen Gespräches würde ich mich gerne näher vorstellen.
Sollte Ihrerseits Interesse an einem persönlichen Gespräch bestehen, so bitte ich um Regelung der Fahrtkostenübernahme gemäß § 670 BGB.
Sofern die Fahrtkostenübernahme durch Sie ausgeschlossen ist, so bitte ich um schriftliche Mitteilung dieses Ausschlusses. Bitte bedenken Sie in diesem Fall,
dass die Fahrtkostenübernahme ersatzweise durch die Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe - Rastatt erfolgen muss. Den Zeitrahmen für die Antragstellung der Fahrtkostenübernahme beim der Bundesagentur für Arbeit Karlsruhe - Rastatt bitte ich bei eventueller Terminierung bzw. Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu berücksichtigen.

In der Anlage übersende ich Ihnen meinen Lebenslauf.

Zeugniskopien werde ich beim Vorstellungsgespräch vorlegen.


Hochachtungsvoll, x


Meine Bewerbung ist an die oben genannte Arbeitsstelle gerichtet. Sämtliche persönliche Daten, die aus meiner
Bewerbung hervor gehen, dürfen lediglich zum Zweck der Bearbeitung der Bewerbung in unmittelbarem Bezug auf die
genannte Arbeitsstelle erhoben werden. Einer Aufnahme in einen sog. "Bewerberpool" wird nicht zugestimmt.
Sollte sich die Erfolglosigkeit der Bewerbung abzeichnen oder diese Erfolglosigkeit bereits feststehen, so sind die
im Rahmen der Bewerbung erhobenen persönlichen Daten zu löschen. Über diese Löschung ist ein schriftlicher Nachweis zu erbringen.
Die Regelungen zur Erhebung und Löschung der Daten sowie sämtliche damit verbundenen Einschränkungen ergeben sich aus den §§ 4 Satz 1-3, 4a, 6 und 14 BSDG.

Ich möchte nochmal etwas näher auf das Anschreiben eingehen.

Ich bin stets dazu bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden, bin umgänglich, kontakbereit und bringe für die Arbeit Verständnis und Interesse mit.
Ich verfüge über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen, auch außerhalb der Firma zeige ich stets Engagment, für die Arbeitnehmerinteressen.
Alle mir gegebenen Aufgaben habe ich stets in meinem, sowie im Interesse der Firma gut gelöst.
Gegenüber Kollegen und Vorgesetzten bringe ich eine erfrischende Offenheit mit
.


Kling ja erstmal alles eher positiv, bei genauer betrachtung fällt allerdings eine zweideutigkeit auf.
Alle hier verwendeten Sätze werden so, oder so ähnlich auch in sehr schlechten Arbeitszeugnissen verwendet.
Für jemanden der die "Codewörter" kennt, steht hier unter anderem:
*Person X taugt nichts
*Person X hat in der Firma geklaut
*Person X war Vorlaut

Anonsten ist mir noch aufgefallen, dass eigendlich fast jeder ein "mit freundlichen Grüßen" unter das Schreiben setzt. Warum kein "Hochachtungsvoll", was fast soviel heißt wie "leck mich am A***" ?

Letztendlich hätte ich noch ein paar kleine Fragen.
Bekomme ich Probleme, wenn ich dem Amt einmal Bewerbung A für die ZAF vorlege (siehe oben) und Bewerbung B für eine normale Firma, welche natürlich völlig anders aufgebaut ist?
Wenn dem Amt also beide Bewerbungen vorliegen, kann man mir dann vorwerfen, dass eine Bewerbung wesentlich schlechter geschrieben ist als die andere?
Außerdem würde mich interessieren, ob man mir die Grußformel "Hochachtungsvoll" negativ auslegen kann (Sanktionen).

Über Antworten würde ich mich freuen.

Grüße vom Xolo
 

qwertz123

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Meinst du ernsthaft diese disponenten affen kennen den zeugniscode? Und wie du deine Bewerbungen schreibst ist und bleibt deine privatsache.
 

MrBigHelz

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Die "Teufel" kann man mit den richtigen Funktionen der Jobbörse "exorzieren". Oben Links auf "Ergebnisse nach Branchen filtern" klicken und im Menü die Häckchen bei Arbeitnehmerüberlassung, Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung, privat entfernen. Teufel aber noch nicht gebannt. Jede nun übrige Stelle genau kontrollieren,viele ZAFs versuchen gern diese Funktion zu umgehen.
Und sonst alle anschreiben !!!!
 

Sonne11

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

An selbstbewussten Menschen stört sich niemand! Das ist ein Eigentor! Solche Menschen passen sich schnell neuen Situationen -oder der ZAF Truppe (meißt mehrere Opfer in einem Betrieb) an!

Einen Typen der kaum ein Wort heraus bekommt, also im Schreiben schon zögerlich klingt, will keiner!! So habe ich das mehrfach gesagt bekommen, nachdem ich den ungeeigneten ZAF Versteher gegeben habe.

Wie man die Grußformel formuliert ist egal! Ich würde als Zeichen der Anerkennung einen Popel hinschmieren.

Es ist ganz einfach: Auto, Telefon, möglichst viel (unberechtigtes) Selbstbewusstsein und Uninformiertheit = perfekt für ZAF

Würde man in die Bewerbung schreiben, dass man ganz viele Fragen an die ZAF hat, die Vorteile der Super ZAF für sich nutzen möchte und die Fragen gerne persönlich stellen würde, weil diese sich von allen anderen Betrügern unterscheidet, könnte man was andeuten, was die verstehen!

Formuliere das mal!
 

SB Feind

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Ich würde denen noch ein Schokopudding der stark riechen tut mit schicken. :icon_biggrin::icon_twisted:
 

Rotten

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Wie der Eingangsbeitrag aufzeigt, lohnen sich Engagement und Einsatz für deutsche Arbeitgeber nicht.
Man sollte das wissen, wenn man irgendwo anfängt und niemals volle Leistung zeigen, und in Zaf und dergleichen am besten gar keine.
 
E

ExitUser12345

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

An selbstbewussten Menschen stört sich niemand! Das ist ein Eigentor! Solche Menschen passen sich schnell neuen Situationen -oder der ZAF Truppe (meißt mehrere Opfer in einem Betrieb) an!

Einen Typen der kaum ein Wort heraus bekommt, also im Schreiben schon zögerlich klingt, will keiner!! So habe ich das mehrfach gesagt bekommen, nachdem ich den ungeeigneten ZAF Versteher gegeben habe.

[...]

Ohm, andersherum wird ein Schuh draus. :wink:

Ein selbstbewusster Charakter lässt sich nämlich nicht so schnell und vor allem lange knechten. Die Schwachen hingegen laufen aus Angst vor der Peitsche brav in der Reihe; und genau das ist das Persönlichkeitsprofil, dass die ZAF i.d.R suchen.

m.M

:icon_pause:
 

qwertz123

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Ohm, andersherum wird ein Schuh draus. :wink:

Ein selbstbewusster Charakter lässt sich nämlich nicht so schnell und vor allem lange knechten. Die Schwachen hingegen laufen aus Angst vor der Peitsche brav in der Reihe; und genau das ist das Persönlichkeitsprofil, dass die ZAF i.d.R suchen.

m.M

:icon_pause:

Sehe ich genauso, ein wirklich selbstbewusster Mensch passt sich eben nicht jeden an, dass ist doch irgendwie in einer Weise auch die Definition von Selbstbewusstein, ein schwacher passt sich an, weil sie ängstlich sind. Eben um aus der Reihe zu tanzen braucht es Selbstbewusstsein, wer keines oder wenig hat passt sich brav an, blos nicht auffallen.
 

Martinius

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Das Problem ist doch, das sich alle alles gefallen lassen. Es gibt einen guten Spruch von Volker Pispers
der sich so ähnlich anhört. Hauptsache man ist im Colosseum dabei, selbst wenn man nur Löwenfutter ist.
Meine Schwester ist sogar stolz darauf Löwenfutter zu sein. Hauptsache Arbeit. Jetzt hast Du Zeit zu überlegen was Du machen willst und wie es weitergehen soll.
 

qwertz123

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

@TE
Übrigens war ich mal in der selben Situation wie du, ich arbeitete 1 Jahr bei einem bekannten Versandunternehmen (will jetzt keinen Namen nennen) war niemals krank, kam immer pünktlich, habe sogar meinen Urlaub verkürzt als Leute fehlten, weil ich dachte ich mache dadurch Pluspunkte, sogar an meinen Geburtstag an dem ich extra Urlaub genehmigt bekam arbeitete ich, da ich angerufen wurde, es fehlte jemand.

Als Dank wurde mein Vertrag nicht verlängert, es sprach nichtmal einer mit mir, einfach nur ein Brief dass mein Vertrag nicht verlängert wird, an betrieblichen Gründen lag es nicht, sie brauchen immer welche, kam eben der nächste, erst war es 1 Jahr befristet, dann wirds um ein weiteres verlängert und dann fest.

War damals auch fassungslos am Boden zerstört, da starb ein Teil in mir, seitdem sehe ich alles locker und konzentriere mich lieber auf meine Hobbys, wenn ich zufällig ne gescheite Stelle finde bewerbe ich mich eben, wenns nicht klappt pech gehabt, und den A*sch aufreißen auch nicht mehr nur noch Dienst nach Vorschrift, wenn ich krank bin bin ich krank, und wenn ich dringend Urlaub brauche und nicht bekomme mach ich krank. So einfach ist das, nie wieder knechten lassen.
 
E

ExitUser12345

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Das Problem ist doch, das sich alle alles gefallen lassen. Es gibt einen guten Spruch von Volker Pispers
der sich so ähnlich anhört. Hauptsache man ist im Colosseum dabei, selbst wenn man nur Löwenfutter ist.
Meine Schwester ist sogar stolz darauf Löwenfutter zu sein. Hauptsache Arbeit. Jetzt hast Du Zeit zu überlegen was Du machen willst und wie es weitergehen soll.

So einfach ist es nun auch wieder nicht. Das Thema muss man differenzierter betrachten.

Es gibt nämlich auch Menschen, die es sich nicht leisten können aus der Reihe zu tanzen, weil sie eine Familie zu versorgen haben oder weil sie ihren Kindern etwas bieten möchten; nur um mal ein "paar" Beispiele zu nennen. Und diesen Leuten ist i.d.R sehr genau bewusst, dass sie von ihrem AG (insb. ZAF) verarscht werden - ihnen ist jedoch auch bewusst, dass wenn sie aus der Reihe tanzen, dass dann der AG die Kündigung ausspricht.

Das ist dann eine klassische Zwickmühle; und manch Einer entscheidet sich dann halt dafür, sein eigenes Ego hinten anzustellen und gute Mine zum bösen Spiel zu machen.

m.M

:icon_pause:
 
E

ExitUser

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Zitat: Sehr geehrte Damen und Herren,
Von der Agentur für Arbeit habe ich einen Vermittlungsvorschlag für die ausgeschriebene Stelle als x, (Referenznr.: x) erhalten.
Sehr gerne bewerbe ich mich deshalb um diese Stelle bei Ihnen.
Hier würde ich als Personaler das Interesse verlieren.

Ich bin stets dazu bemüht...
Wüsste ich, dass ich heute noch 86 weitere Bewerbungen lesen muss, wäre hier Schluss.


Trotzdem wäre ich vorsichtig mit dieser Bewerbung.
Auf mich wirkt sie, als wenn ein intelligenter wortgewandter Verfasser absichtlich mit positiven Elementen tatsächlich eine grundnegative Bewerbung rüber bringen möchte.
Kurz gesagt, das Ganze ist zu durchsichtig. Es liegt in der freien Entscheidung des Richters, diese Bewerbung als Negativbewerbung zu bewerten.
 

xolo

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Danke für die Antworten.

Die "Abwehrmethoden" mögen funktionieren, zumindest teilweise, aber das Kernproblem wird dadurch ja nicht gelöst. Es gibt leider genug Menschen die sich versklaven lassen wollen, manche haben aber auch kaum eine andere Wahl (Familie etc.).
Mir reicht die Abwehr allein nicht, ich will diese ausrotten!

Schon lange mache ich mir Gedanken wie man denen das Leben schwer machen könnte und mir sind dazu genug Möglichkeiten eingefallen.
Wieso nicht einfach jeden Tag eine Fake Bewerbung an die Emailadresse der ZAF schicken? Würden das nur 50 andere auch tun, würde das den Bürokatischen Aufwand für die ZAF enorm erhöhen.
Es würde einen enormen Aufwand bedeuten, die echten Bewerbungen unter den falschen zu identifizieren.
Genauso könnte man täglich dort einmal anrufen, ein Fax hinschicken etc.

Bei so vielen unzufriedenen Zeitarbeiter sollten sich doch eigentlich locker 1000 finden lassen, die täglich 5 Minuten für die Bekämpfung opfern würden.
Man stelle sich nur vor, jeden Tag strömen eintausend Fake-Bewerbungen per Email an eine ZAF, ständig klingelt das Telefon und es wird einfach wieder aufgelegt, oder belanglose Fragen gestellt.
Jeder von diesen tausend schreibt 2 mal im Monat einen Brief an diese ZAF, der Briefkasten würde dadurch dauerhaft blockiert werden.
Würde man so etwas koodiniert durchführen, könnte man eine ZAF komplett lahmlegen und nach kürze ausrotten.

Es kommt einfach kaum Widerstand von der Bevölkerung und die Politik interessiert sich für das Thema nicht wirklich.
Alleine von 2002 bis 2011 hat sich die Anzahl der Zeitarbeiter fast verdreifacht. 1980 gab es weniger als 40.000 Zeitarbeiter, aktuell stehen wir etwa bei 800.000-900.000.
Des Weiteren kommen noch die ganzen Arbeitslosen hinzu, welche mit solch einem Arbeitsmarkt konfrontiert werden.

Warum schafft es eine Gruppe von gut einer Millionen Menschen nicht, sich zur Wehr zu setzten?


Bin etwas von dem eigentlichem Thema abgeschweift, aber das wollte ich einfach mal los werden, man möge mir verzeihen.
 

dots

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Gute Idee, das mit dem Ausrotten. :biggrin:
Ich habe die auch ganz schön genervt, letztens, als ich mit denen leider quasseln musste, auf der Zeitarbeitsmesse oder wie der Dreck da hieß.
Hab das aber so ganz aus Versehen... nein Scherz, ich bin einfach so schwierig, da kann ich gar nichts für, einfach nur über das Fahrtkostenproblem und die Möglichkeit zur Arbeit zu kommen, das muss so schlimm geklungen haben, die waren frostig innerhalb von Sekunden... :icon_hihi::biggrin:

Wäre ich noch zu allen in der Reihe gegangen, hätte es am Ende ein Desaster gegeben, glaube ich. Ich hätte es nicht ertragen! Schlimme, eklige Menschen irgendwie.
Weiß nicht wie man so niedrig sinken kann. Ich habe bei allen gemerkt, wie sehr raubtierartig die sind. Sogar bei denen, wo es nur um Arbeiten ging, die eigentlich nicht als egozentrisch eingestuft werden, da dachte ich gleich, dass die sogar noch schlimmer mit ihren Leuten umgehen, als die anderen. Furchtbar. Und diese Überheblichkeit, ist auch nicht zu übertreffen, die fühlen sich wie die Könige und schlachten alle sofort ab, die vor sie treten. So kam es mir vor.

Ich kann übrigens auch davon reden, wenn man die ordentlich oft anruft, werden die auch genervt, ich kann sowas, aber wie gesagt, ich bin ein Tollpatsch und ich mache das meistens eher so aus Versehen. Ganz ohne Absicht! :icon_mrgreen:
Ich hätte auch nichts gegen so einen richtigen Kampf gegen die, aber wie Krieg kommt mir das alles so oder so vor. Ist halt der neue Krieg, den wir also längst haben, von dem jeder immer in der Zukunftsform redet.

Und so ein Jobverlust ist halt wirklich verletzend, ob nur drei Wochen oder drei oder zwei Jahre, es kann einen einfach wegfegen. Ich erhole mich so langsam, aber wirklich Kraft habe ich für eine (selbstbewußte) Bewerbung auch nicht wirklich. Wenn dann so eine Husch-husch-Bewerbung, ich hasse es eh, mich mit meiner verkorsten beruflichen Vergangenheit zu beschäftigen. Das alles hier, im Forum, macht so der so keinen Mut, wenn schon sehr gut qualifizierte Leute solche Probleme mit denen haben, wo sollen dann Leute wie ich wohl bleiben?
glg, dots
 

qwertz123

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Ich habe da eine gespaltene Meinung zu den ganzen unterwürfigen die jeden Zeitarbeitsjob ohne mit der Wimper zu zucken annehmen und alles unterschreiben weil sie eingeschüchtert sind und Angst haben.

Auf der einen Seite muss es nicht sein, sie gehören wirklich ausgerottet, niemand sollte aus Angst eine Arbeit annehmen, das ist Sklaverei und das gehört ausgerottet, ist es nämlich bis jetzt nur auf dem Papier, Arbeit unter Androhung von Strafen ist laut Definition Sklaverei und das haben wir noch immer.

Auf der anderen Seite bin ich über diese ganzen unterwürfigen Sklaven froh, da sie mir den Job wegnehmen und es einfacher ist so eine Stelle abzuschmettern, dann suchen sie sich eben einfach ein williges Opfer gibt ja genug.
 

Rotten

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Das Problem ist doch, das sich alle alles gefallen lassen. Es gibt einen guten Spruch von Volker Pispers
der sich so ähnlich anhört. Hauptsache man ist im Colosseum dabei, selbst wenn man nur Löwenfutter ist.
Meine Schwester ist sogar stolz darauf Löwenfutter zu sein. Hauptsache Arbeit. Jetzt hast Du Zeit zu überlegen was Du machen willst und wie es weitergehen soll.
Deine Schwester wird ihre undurchdachte und naive Einstellung spätestens dann überdenken (müssen),wenn sie nicht mehr kann und dann vom Unternehmer "entsorgt" wird wie ein Ding und der Arbeitgeber dabei alle menschlichen gemeinheiten aufbietet, die möglich sind, und alleine ihr der Schaden bleibt, während der AG dann den oder die Nächste ausbeutet.



Du hast aber immerhin aus der Erfahrung gelernt und es wird dir nie wieder passieren.
Viele aber lernen nicht mal daraus und rennen genau so bestusst zu diesen Jobs wie vorher.

Und davon gibt es leider viel zu viele Zeitgenossen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 52536

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Danke für die Antworten.

Die "Abwehrmethoden" mögen funktionieren, zumindest teilweise, aber das Kernproblem wird dadurch ja nicht gelöst. Es gibt leider genug Menschen die sich versklaven lassen wollen, manche haben aber auch kaum eine andere Wahl (Familie etc.).
Mir reicht die Abwehr allein nicht, ich will diese ausrotten!

Wenn ich kurz reingrätschen darf.

Hast das "System" doch selbst lange genug gefüttert. Erst machst du den Gegner stark und dann sollen diejenigen, die den Braten von Anfang an gerochen haben gefälligst bei deinem Kreuzzug mitmachen.:icon_kinn:
Aber erstmal Glückwunsch zur Erkenntnis. Des Pudel-Kern sind wir hier schon sehr nahe, was die Grütze im Inneren zusammen hält.

Übrigens geht es den Leihbuden in der Breite ohnehin nicht gut, wie man meinen möchte. Lediglich politisch motivierte Maßnahmen halten einen Großteil der Klitschen noch mehr schlecht als recht am laufen.
Ich hab mir mal die Mühe gemacht einige Jahresabschlüsse der Branche zu lesen und ich bekam erhebliche Zweifel, ob meine Kenntnisse in Buchhaltung so schlecht sein?! Andererseits - NEIN :icon_hihi:

Die Buden sind häufig (es gibt Ausnahmen) hoch verschuldet, aber nicht bei Banken, sondern z.B. beim Finanzamt und bei den Sozialkassen. Die sehen sich das aber komischerweise jahrelang an das Spiel ohne, dass da eine Reißleine gezogen würde, bei gleichzeitig neuen Höchstständen in der Kategorie Operativer Verlust.
Wer da im Übrigen einen Arbeitsvertrag unterschreibt, dem ist nicht zu helfen. Von wegen Familie versorgen, die kann dann helfen dem mickrigen Lohn hinterher zu laufen, was man sich häufig sowieso schenken kann, weil keine Masse mehr verfügbar ist.

Das ist halt eine schöne pseudo WIN-WIN Situation zwischen den Buden und der Regierung. Die einen machen ohne Mehrwert zu leisten Geld und die anderen können sagen: "Schaut mal, wie doll niedrig die Arbeitslosigkeit in D ist." Unter der Hand dürfen die die Leihklitschen nicht pleite gehen lassen,sonst müssten da die Krankenkassen und die Finanzämter die offenen Beiträge schlagartig abschreiben, weil diese unwiederbringlich weg wären.

Kunststück: Wo vorher ein Arbeiter einfach zur Maloche gerannt ist, haben wir nun einen JC-SB nebst Hierarchie und die liebgewonnenen Personaldisponenten gleich noch mit "in Beschäftigung".

Keine Sorge dieser Umstand wird uns sicher bald um die Ohren fliegen, denn irgendwann haben die faulen Schlauberger alle echten Leistungsträger durch und dann sollte es das gewesen sein.

Ansonsten: Energie sparen und Koffer packen. Andere Länder haben auch schöne Arbeitsplätze:icon_cool:

Grüße

P.S. Ich wurde letztens von einer Leihbude gefragt, ob ich Schaltpläne lesen könne. - Ich schon. Die Frage ist vielmehr, ob die Personaldisponenten es können an dem Tag an dem der letzte Facharbeiter das Land verlassen hat.:icon_lol::icon_lol::icon_lol:
 
G

Gelöschtes Mitglied 52536

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Stehen die online?

Schon lange und gratis:biggrin:...

https://www.unternehmensregister.de

Firmenname rein, bei GmbH und AG, bei GmbH & Co. KG nach der Holding-GmbH suchen - captcha eingeben und staunen wie der Verlustvortrag steigt und steigt.:biggrin:

Die großen Aktiengesellschaften haben auch eigene Abschlüsse auf den Websites. Da wird es dann naturgemäß etwas komplizierter durchzublicken.

kompakt: da laufen ein Haufen herum, die eindeutig die lächerlichen Rücklagen nicht mehr haben, die diese bei der Gründung noch vorweisen mussten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 52536

Gast
AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Guckst Du hier: https://www.unternehmensregister.de/ureg/

Da findest Du aber nur Kapitalgesellschaften. Für Personengesellschaft gibt es meines Wissens nach kein öffentlich zugängliches Register.

§ 325 HGB Offenlegung - dejure.org

Richtig, hab das unterschlagen, aber welche bedeutende Leihbude hat jetzt schon die Gesellschaftsform GbR?:icon_hihi:

Lasse mich aber gerne überraschen. Aber selbst z.B. die Adecco Germany Holding SA & Co. KG ist zu finden.

https://annualreport2015.adecco.com/uploads/tx_dlcenter/Adecco_Group_AR2015.pdf

daraus: A characteristic of the German market is that temporary agency workers are effectively permanent employees* of the staffing firm. Employing associates on a permanent basis is in contrast to most other European countries, where the employment contract signed with temporary staff is limited to the duration of the assignment at the client. In Germany, collective labour agreements historically have not proscribed full equal pay between associates and permanent workers at a client. [...]

Germany remains a good market for temporary staffing with growth opportunities in the longer term.
In 2015, the staffing market in Germany grew only very modestly, as geopolitical uncertainties** and a slowing economy


die lecken sich die Lefzen.

*soviel zum Thema, dass nur Auftragsspitzen abgefangen werden
** Deutschland geht es gut, gell:icon_mrgreen:

und die anderen:
https://www.randstad.de/polopoly_fs/1.1451!/download/downloadFile/randstad_annual_report_2014.pdf
 

xolo

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AW: Der katastrophale Arbeitsmarkt

Hast das "System" doch selbst lange genug gefüttert. Erst machst du den Gegner stark und dann sollen diejenigen, die den Braten von Anfang an gerochen haben gefälligst bei deinem Kreuzzug mitmachen

Wie genau habe ich den "Gegner" denn stark gemacht?
Außerdem ist mir die Erkenntnis nicht erst vor kurzem gekommen, den Braten rieche ich also schon etwas länger.

Das erste mal das mir die Problematik mit der Zeitarbeit bewusst wurde, war kurz nach meiner Ausbildung.
Genau zu diesem Zeitpunkt habe ich in einem anderen Forum meinen ersten Beitrag dazu erstellt:

Moin ,
ich habe vor etwa 2 Wochen meine Ausbildung zum Fachlagerist beendet.
Da mir meine Firma erst 2 Tage vor der Abschlussprüfung mitteilte , das ich nicht übernommen werde , hatte ich kaum eine Chance neue Arbeit zu finden.
eigentlich lehnte ich es gedanklich ab , bei einer Fremdarbeitsfrima anzuheuern.
Ich meine , ich bin 23 , habe eine abgeschlossene Ausbildung zur Fachkraft und hatte mir das alles etwas anders vorgestellt......

In meinen Gedanken kommt immer wieder dieser Spruch auf , "lieber aufrecht sterben als auf knien leben"....

Vielleicht sind meine Gedanken ja tatsächlich übertrieben , aber ich habe mir das alles etwas anders vorgestellt.
Ich bin einfach entäuscht , von mir , vom Staat und von dem System.....

Diesen Beitrag habe ich im Jahr 2013 verfasst und es folgten noch weitere.
Es ist fast schon amüsant meine alten Beiträge zu lesen, damals war ich in der ZAF Geschichte noch so unwissend.

Also ich war nun bei einem der Vorstellungsgespräche und bin positiv überrascht......

Jaja, zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, nur kleine unseriöse Spelunken setzten auf Zeitarbeiter.
Ich war der Überzeugung einen Glücksgriff gelandet zu haben: "Was Bosch? Woah geil, ein Namhaftes Unternehmen"!
Dennoch wollte ich den Vertrag erstmal mitnehmen, allerdings wollte ich auch sicher gehen, das der tolle Job nicht plötzlich doch weg ist, weil ich nicht direkt zugegiffen habe.
Also frage ich: "Wenn ich mir jetzt 1-2 Tage Bedenkzeit lasse, dann ist der Job aber noch vorhanden?
Ich glaube so etwas hat die Dame dort noch nie gehört, so viel begeisterung....

Ein paar Wochen später:

So, wie versprochen möchte ich euch auf den laufenden halten.
Erstmal möchte ich beschreiben, wie ich mich momentan fühle.
Ich fühle mich wie ein Sklave, ein Mensch 5. Klasse, im Stolz verletzt und Ehrenlos.
Stolz und Ehre waren für mich immer die wichtigsten Dinge in meinem Leben, man konnte mir noch so zusetzen, doch Stolz und Ehre blieben mir immer.

Die Woche war furchtbar, die Arbeitszeiten varrierten ständig, es wurden fast Täglich 2 Std. länger gearbeitet.
Während die ganzen Leute in den hinteren 2 Hallen um 23:15 nach Hause gingen, mußte ich und 3 andere Zeitarbeiter bis um 1:30 bleiben.
Es ist einfach alles so demotivierend, man macht den gleichen Job für gerade mal die hälfte, darüber hinaus reißen sich die Zeitarbeiter den ***** auf während die meißten Festangestellten normal arbeiten.

Als Lohn für seine Mühe muß man sich in der Täglichen Besprechung anhören, wie viel Euro die Festangestellten heute mehr bekommen, für die gute Arbeit, derren Leistung größtteils der Zeitarbeiter zu verdanken ist.

Die müßen sich auch über uns kaputt lachen, wie dumm wir doch sind, arbeiten uns zu tode, damit die Herrenmenschen dann mehr Geld bekommen, die sowieso schon das doppelte bekommen......

Mir schießen hunderte Gedanken durch den Kopf,
"soll ich mich einfach erschießen um ein Zeichen zu setzen"?
"Soll ich die Sklaventreiber einfach töten, um genugtuung zu erfahren"?
"Soll ich einfach auf alles schei... , auf der Straße Leben und in paar jahren krepieren"?
Damit hätte ich dem Staat sogar noch eins ausgewischt, sie müßten die Kosten für die Entsorgung meiner Leiche tragen......

Das ist einfach nur lächerlich, am liebsten würde ich die ganzen Politiker ins Abeitslager schicken, dort dürften sie dann 10Std. täglich für ein stück Brot arbeiten.
Was soll ich machen? Weitermachen und nebenbei bewerben, ne, sicher nicht.
Ich mach das maximal noch einen Monat mit, danach ist mir alles egal.
Werde ich eben Kriminell, Komme ins Gefängnis und koste den Staats mein restliches Leben hunderttausende.

Tage später, noch mehr Unmut:

Ich war viele Jahre aktiv.
Gebracht hat es dennoch nichts, dennoch vertrete ich weiterhin meine Meinung und versuche den Leuten die Augen zu öffnen.
Aber wie soll man ein System besiegen das man selbst finanziert?
Wie soll man ein System besiegen das an allem mitverdient und die Gesetze immer zu seinen Gunsten variiert?
Mit Worten ist das überhaubt nicht möglich, auch Gesetze bringen nichts, da der Staat und das System über dem Gesetz stehen.

Ich bin Realist, die einzigste Möglichkeit die ich sehe mit der man realistische Chacen hat etwas zu ändern, wäre mit Waffengewalt.
Ich sehe das deutsche Volk durchaus berechtigt dazu, schließlich versucht der Staat durch ignorieren von Menschenrechte und Gesetze die Ordnung zu unterbinden und somit hat jeder Deutsche das Recht zum Widerstand.

Nach etwa 3 Monaten bei Bosch:
Durch einen Zufall wurde ich als einzigster von uns in das Kommissionieren im vorderen Lager eingelernt und genau das ist die Hölle.
6Wochen am Stück durfte ich das machen, diese Woche etwa die hälfte der Zeit.

Man steht einfach nur dumm auf einem Fleck, die Ware kommt über Bänder zu einem gefahren, man nimmt die Ware und setzts sie in einen Behälter, dieser kommt ebenfalls über ein Band.
Dann gibt man dem Behälter einen kleinen schups, drückt auf einen Knopf und schon fährt dieser auf dem Band weiter.

Ich könnte da durchdrehen und verzweifeln, die Arbeit ist so monoton und langweilig, durch das "nur auf einem Fleck stehen" bekomme ich Kreuzschmerzen und zu allem Überfluss vergeht die Zeit überhaubt nicht, das ist das schlimmste.

Man braucht dabei nichts mehr denken, oft stand ich da wie ein Zombie, der Kopf leer und einfach mal gemacht.
Teilweise kommt es mir einfach nur noch surreal vor, ich schwebe in Gedanken irgendwo anders, baue mir eine Phantasiewelt auf, bekomme seltsame Gedanken usw.....

Das war mein letzter Arbeitstag.
An diesem Tag bin ich noch in das Büro gegangen, habe dem Typ erklärt das ich an dem Arbeitsplatz Rückenschmerzen bekomme und nach einer anderen Beschäftigung gefragt.
Es gab angeblich keine andere Arbeit und der andere arrogante Typ im Büro hat mich noch doof angemacht, das man ja bei fast jeder Tätigkeit auf den Beinen stehen würde.
Auch Erklärungsversuche prallten an ihm ab, er wollte nicht verstehen das es ein Unterschied macht ob man in Bewegung ist und auf den Beinen steht, oder einfach wie angewurzelt.
Übrigens wurde ich sogar angemault, das ich mich nicht hinsetzten soll, auch wenn die Maschine eine Störung hat und für eine Minute nicht geht und ich nichts anderes machen kann und darf.
Seltsamerweise ermahnte er die Stammarbeiter aber nie, wenn er sie sitzen sah.

Nach diesem Tag bin ich dort einfach nie mehr aufgekreuzt, etwa 3 Monate habe ich also durchgehalten.

Aber das ist nun alles egal, ich habe gestern verpennt und bin erst garnicht mehr hin gegangen.
Gemeldet habe ich mich auch nicht, ich warte nun einfach auf die Kündigung.....

Und wieder beginnt das Spiel von vorne:

ich möchte hier weiterhin über meinen Werdegang berichten.
Da ich nun durch das Arbeitsamt dazu gezwungen wurde, min. 10 Bewerbungen zu schreiben, mußte ich diesen Monat 2 Zeitarbeitsfirmen mit rein nehmen.
Ich hatte allerdings 2 Stück ausgewählt, die in der Beschreibung mit guten Konditionen und Übertariflicher Bezahlung sowie mit Zuschlägen warben.......

Der Typ vom Amt war mir sowieso nicht gerade sympathisch, er äußerte ständig Aussagen, die mir wohl ein schlechtes Gewissen verpassen sollten.
Ich wohne noch bei meiner Mutter, so meinte Er ständig ob ich das fair gegenüber meiner Mutter finde, das Sie nun für mich aufkommen muß.
Was ich denn mache, wenn Sie mich deshalb rausschmeißt.
Ich würde Sie Geld kosten, ob ich das toll finde.
Wie ich mir nun vorstelle, meine Mutter finanziell unterstützen zu könnnen.....

Um das gleich richtig zu stellen, ich lebe nicht auf die Kosten meiner Mutter, Sie bekommt jeden Monat Geld von mir.....

Und es folgte das Vorstellungsgespräch für die Stelle mit den "guten Konditionen":

So ich war nun dort.
Ich bin positiv überrascht, das Gespräch lief super und mir wurde ein sehr gutes Angebot unterbreitet.
Mir wurde ein Stundenlohn von 15,50€ geboten, durch etwas Verhandlungsgeschick konnte ich noch etwas mehr rausholen.
So wurden mir letztendlich 17,20€ geboten und ich unterschrieb den aufgelegten Vertrag direkt.
Außerdem konnte ich noch außhandeln das mir täglich ein Chauffeur gestellt wird, der mich zur Arbeit fährt und wieder abholt.
Ich bestand darauf, das es sich bei dem Fahrzeug mindesten um eine Mittelklasse Limousine handelt....


So jetzt im Ernst, ich bin bei der slave trade GmbH angekommen und mußte erstmal schauen, in welches der Sklavenlager ich mich nun begeben muß (das Arbeitslager umfasste mehrere Etagen).

Ich versuchte mein Glück dann einfach mal an einer Tür, mir wurde geöffnet und ich wollte mich erstmal vorstellen: "Hallo, mein Name ist xxx, ich..." daraufhin wurde ich schon unterbrochen und direkt zu der Gefangenensammelstelle geschickt.

Ich befolgte den Befehl und nahm in dem Warteraum platz.
Ich war der einzigste dort, hinter mir stand der Broschürenständer, der genau eine vergammelte AOK Broschüre umfasste.
Weiterhin wusste ich immer noch nicht, ob ich überhaubt richtig bin (es hat sich niemand mit Namen vorgstellt und ausreden durfte ich ja auch nicht).

Nach kurzer Zeit kam die Unbekannte und gab mir die Fragebögen zum ausfüllen, außerdem befand sich ein weiterer Fragebogen extra für Fachlageristen darunter.
Nachdem ich die Bögen mehr oder weniger ausgefüllt hatte, ging es also zum Gespräch mit der Unbekannten.

Nach wenigen Minuten vorgetäuschtem Interesse an meinen Qualifikationen und Kenntnissen, kam die immernoch Unbekannte wohl zum eigentlichen Thema.

Sie hätte da eine Firma, dort müßte ich Teile auf Schäden prüfen und zuschrauben, oder so ähnlich formulierte Sie es.
Haben Sie das schonmal gemacht und Interesse daran, fragte Sie.
Ich verneinte damit bereits Erfahrung gemacht zu haben und fragte ob es sich dabei um den Bereich Produtkion handelt.
Sie bestätigte es, die Einstellung wäre dann als Produktionshelfer.

Die nächsten Worte bekam ich nur halbwegs mit, da ich in Gedanken war und überlegte wo ich Ihre Leiche am besten entsorgen konnte.

Der rest war blablabla, ich werde nochmal zum Gespräch eingeladen wegen der Stelle als Produktionshelfer, jaja und Tschüs.


Ich bewerbe mich auf eine ausgeschriebene Stelle als Fachkraft in meinem Beruf und in meinem Ort.
Angeboten bekomme ich eine Stelle in der man irgendwelche Deckel irgendwo draufschrauben muß.

Wieder etwas gelernt, mit Fakestellen versuchen die also Leute zu locken und schon folgt das nächste Vorstellungsgespräch bei einer ZAF:

Meine Geschichte geht nun weiter, ich hatte mich heute Nacht per Email bei einer ZAF beworben.
Heute kam bereits ein Anruf, dazu aber später mehr.....

Nun zum Telefonat, Es war ein junger Mann, wohl nicht viel älter als ich und er war mir eigentlich recht sympathisch.
Er hatte eine Stelle als Fachlagerist für mich, laut seiner Aussage würde diese Stelle 6-9 Monate über die ZAF laufen und anschließend werde ich dort übernommen....

Das Ergebnis:

So, das war wohl auch wieder nur Betrug.
Es hieß im Gespräch, Er redet mit der Einsatzfirma und meldet sich anschließend bei mir, was nun bereits 2 Wochen her ist und ich nichts mehr davon hörte.
Doch vor 2 Tagen kam ein Anruf dieser ZAF, nur diesmal sprach ich mit einer anderen Person.
Diese meinte Sie hätte einen Job für mich, als Staplerfahrer, für 9€ die Stunde....

Wieder eine neue Erkenntnis, diese Teufel können sogar ohne mit der Wimper zu zucken einem in´s Gesicht lügen.


Ich sehe es nicht ein, aufgrund eines schlechten und korrupten Systems, meine Ansichten zu ändern und mich zu etwas zwingen zu lassen, das ich nicht möchte.
Ich gehe meinen Weg, erfolgreich oder nicht, aber ich bleibe meiner Linie treu.

Was ist mit den anderen Leuten? Die jenigen die bereits älter sind, die seit Jahren oder sogar Jahrzenten, den Sklaven des Systems spielen.
Diese dürfen ihr restliches leben in Armut führen, als Sklave, ohne Perspektive und Hoffnung.
Das kann doch kein Zustand sein......

So viel mal zu meiner Lebensgeschichte.
Du siehst also, der Kreuzzug begann für mich bereits vor Jahren.
 
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