Der Kampf gegen die Rentenversicherungsanstalt erscheint aussichtslos (1 Betrachter)

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Paradies

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Hallo,
es ist tröstlich zu lesen, das ich kein Einzelfall bin, was die Verfahrensweise der Rentenversicherung angeht.
Ich habe das gleiche Problem. Ich bin seit 2 Jahren wegen psychischen Erkrankungen krank geschrieben. Mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde abgelehnt, nachdem ich aus der Reha voll schichtig arbeitsfähig entlassen wurde.Ich habe mich auch an den VDK gewandt ( wobei mir die Anwältin vom Vdk bis dato keine Hilfe war ) und Widerspruch eingelegt.
Dieser wurde jetzt wieder abgelehnt und ich stehe jetzt auch vor der der Frage, ob ich vor dem Sozialgericht Klage einreiche . Die RV behauptet, es wurden keine ärztlichen Unterlagen vorgelegt und keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vorgetragen, obwohl ich einen aktuellen Befundbericht an die Anwältin vom Vdk geschickt habe, zur Weiterleitung
an die RV. Nach allem , was ich hier gelesen habe und aus meiner eigenen Erfahrung erscheint der Kampf gegen die RV sehr aussichtslos.
 

Doppeloma

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Hallo Paradies,

es ist tröstlich zu lesen, das ich kein Einzelfall bin, was die Verfahrensweise der Rentenversicherung angeht.
genau so ist es und was willst du machen, was soll weiter geschehen wenn du jetzt aufgibst ???

Geht es dir dann besser, sind deine Probleme dann gelöst ... :icon_kinn:

Ich bin seit 2 Jahren wegen psychischen Erkrankungen krank geschrieben. Mein Antrag auf Erwerbsminderungsrente wurde abgelehnt, nachdem ich aus der Reha voll schichtig arbeitsfähig entlassen wurde.Ich habe mich auch an den VDK gewandt ( wobei mir die Anwältin vom Vdk bis dato keine Hilfe war ) und Widerspruch eingelegt.
Kommt mir sehr bekannt vor, wer zahlt im Moment noch Geld für dich, vermutlich bist du mindestens schon ausgesteuert ???
Beziehst du noch ALGI oder schon Hartz 4 oder bekommst du gar nichts mehr weil dein "Partner" genug verdient ???

Vom VDK habe ich mich damals sehr schnell wieder getrennt, die wollten nicht mal Widerspruch einlegen ... hatte dann einen Anwalt für Sozialrecht (auf Staatskosten), trotzdem wurde der Widerspruch auch abgelehnt ...
Immerhin hat sich die DRV dafür fast 1 Jahr Zeit gelassen ...

Dieser wurde jetzt wieder abgelehnt und ich stehe jetzt auch vor der der Frage, ob ich vor dem Sozialgericht Klage einreiche .
Ja, du reichst Klage ein, unbedingt denn sonst war alles bis hierher schon umsonst ... warst du auch zu DRV-Gutachtern ???
Warst du in Kliniken in der Zeit, wurde alles immer (nachweislich) bei der DRV eingereicht ...

Die RV behauptet, es wurden keine ärztlichen Unterlagen vorgelegt und keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vorgetragen, obwohl ich einen aktuellen Befundbericht an die Anwältin vom Vdk geschickt habe, zur Weiterleitung
an die RV.
Welche medizinischen Unterlagen wurden denn überhaupt geprüft, ist dir das bekannt (Akteneinsicht nach der Ablehnung ???), wurden deine behandelnden Ärzte angeschrieben, hast du gute Ärzte die in der Sache hinter dir stehen ???

Das wäre schon sehr wichtig, die DRV behauptet schnell, dass es nicht genug gibt, die besorgen sich aber auch selber fast gar nichts, obwohl sie dazu verpflichtet sind ...

Nach allem , was ich hier gelesen habe und aus meiner eigenen Erfahrung erscheint der Kampf gegen die RV sehr aussichtslos.
Nein der Kampf ist nicht aussichtslos, der kann noch lange dauern und sehr zäh werden aber mit den richtigen Partnern (Ärzte /Anwalt) kannst du es schaffen auch die DRV zu besiegen ... am SG werden die Karten neu gemischt und meist werden vom Gericht dann Gutachter beauftragt.

Die sind (meist) etwas unabhängiger als die von der DRV und sehen oft so Manches ganz anders als die DRV-Gutachter und Reha-Kliniken ... mein EM-Renten-Verfahren dauerte fast 3 volle Jahre (ab Antragstellung), ich wollte auch öfter alles hinwerfen, aber am Ende musste die DRV mir die EM-Rente bewilligen ...

In der ersten Verlängerung bekam ich sogar EM ohne Befristung bis zur Altersrente ... ich bin sehr froh dass es vorbei ist aber ich weiß nicht wo ich heute wäre wenn ich aufgegeben hätte ...

AU war ich seit Anfang 2008 / Reha auch noch 2008 mit Entlassung weiter AU aber ansonsten Vollzeit-Erwerbsfähig ... Antrag auf EM-Rente Sommer 2009 nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld ... SG ab November 2010 / Vergleich nach SG-Gutachten Sommer 2012 ...

Ich konnte gar nicht aufgeben, ich hätte ja auch nicht mehr arbeiten können ... :icon_neutral:

MfG Doppeloma
 

gelibeh

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Ich habe meine Rente nach Klage auch bekommen. Was hast Du zu verlieren? Darauf spekuliert doch die DRV, dass man sich nicht wehrt.
 

Machts Sinn

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Hallo Paradies,

die Rentenversicherung arbeitet so schlecht, dass regelmäßig Erfolgsaussicht
besteht - das ist kein Trost, sondern sehr schlimm.

In meinem Fall hat die DRV-Sachbearbeitung sogar entgegen der DRV-internen
beratungsärztlichen Auswertung / Stellungnahme abgelehnt und sich korrigieren
müssen.

Die Formulierung "es wurden keine ärztlichen Unterlagen vorgelegt und keine neuen
medizinischen Gesichtspunkte vorgetragen" ist Textbaustein. Danach stellt sich auch
immer sehr die Frage, ob der Amtsermittlungsgrundsatz aus § 20 SGB X erfüllt ist
bzw. die Beweismittel, § 21 SGB X, überhaupt berücksichtigt wurden.

Seit 30 Jahren kenne ich einen prima VdK-Vertreter, der aber inzwischen in Rente ist.
In ´zig anderen Fällen habe ich vom VdK nichts gutes gehört und inzwischen die
gefestigte Meinung: mehr Schein als sein - jeden Monat ein Erfolgsfall bei 1,7 Mio.
Mitgliedern.

Gruß!
Machts Sinn
 

Gimli

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Hallo,
es ist tröstlich zu lesen, das ich kein Einzelfall bin, was die Verfahrensweise der Rentenversicherung angeht.... Nach allem , was ich hier gelesen habe und aus meiner eigenen Erfahrung erscheint der Kampf gegen die RV sehr aussichtslos.
Das ist beabsichtigt, um eine größere Volksmasse unten zu halten. Habe in den letzten drei Jahren drei unterschiedliche Anträge gestellt. Alle wurden abgelehnt und das nachdem man 35 Jahre gearbeitet hat; alle Widerspruchsbescheide negativ, eine Klage ist mit Hilfe des DGB am Laufen, da ich nicht drei Klagen gleichzeitig machen wollte. Petitionsausschuss des Bundestages wurde von mir involviert; der hat auch nur Alibi-Funktion und kann dazu nichts sagen ...
Allerdings tröstet es MICH NICHT, dass es anderen ähnlich geht.
 

saurbier

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Hallo Paradies,

nun wenn du das System doch durchschaut hast, warum gibst du dann auf.

Ich hab gut 5 Jahre gegen die DRV klagen müssen, bis hin zum LSG und hab dann endlich meine BU-Rente bekommen.

Wer so früh aufgibt, der hat leider verloren.

In Deutschland gilt bei Behörden hartnäckig bleiben, sonst gibt es nichts, ganz gleich was im Gesetz steht, denn Gesetze sind auf Papier geschrieben und das ist bekanntes Maßen sehr geduldig.


Gruss saurbier
 

Ines2003

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Hallo,
das Problem mit den Klageweg ist die Dauer.
Was macht man in der Zwischenzeit?
Man wird von Maßnahme zu Maßnahme geschickt, tolle Veranstaltungen besuchen und das alles wo es einen nicht gut geht.

Ich hatte das Glück, das meine EM- Rente im ersten Anlauf bewilligt worden ist.
Ich habe den Eindruck gewonnen, das es Glückssache ist, welcher Sachbearbeiter die Akte auf den Tisch bekommt.
Meint Ihr nicht?

Ich wünsche allen die um eine EM- Rente kämpfen alles gute, viel Erfolg, lasst euch nicht unterkriegen.
 

Doppeloma

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Hallo Ines,

Was macht man in der Zwischenzeit?
Man wird von Maßnahme zu Maßnahme geschickt, tolle Veranstaltungen besuchen und das alles wo es einen nicht gut geht.
darum habe ich ja nachgefragt wer im Moment für den Lebensunterhalt aufkommt, dazu wissen wir ja noch gar nichts ...

Das mit den Maßnahmen ist Unsinn, wenn man EM-Rente beantragt hat, dann sollte man zumindest auch dauerhaft AU geschrieben sein und dann braucht man in keine Maßnahmen und muss sich auch keine Arbeit suchen.

Dazu gehören aber eben auch Ärzte die das genau so sehen und felsenfest hinter einem stehen in dieser Zeit, es gibt ja leider inzwischen genug, die da meinen "wer Hartz 4 bezieht braucht keinen Krankenschein, der ist ja sowieso zu Hause" ...

Wer solche Ärzte hat braucht allerdings im Kampf um die EM-Rente sonst keine "Feinde mehr" ... so fehlt die wichtigste Unterstützung überhaupt in diesem Kampf und dabei ist es unerheblich wie hoch oder niedrig das was die eigenen Ärzte meinen von der DRV eingestuft wird.

Was hätten wir ohne unsere Ärzte gemacht, ich weiß es nicht ... vielleicht "den Strick" gewählt wenn es sonst nichts mehr gegeben hätte ...
Für uns war es schon Strafe genug 2 Jahre Hartz 4 beziehen zu müssen, obwohl wir sogar noch feste Arbeitsplätze hatten aber in Maßnahmen hat man nie versucht uns zu stecken ... mit AU-Bescheinigung geht das auch gar nicht. :icon_evil:

Ich hatte das Glück, das meine EM- Rente im ersten Anlauf bewilligt worden ist.
Ich habe den Eindruck gewonnen, das es Glückssache ist, welcher Sachbearbeiter die Akte auf den Tisch bekommt.
Meint Ihr nicht?
Zum Teil mag das auch stimmen, denn wie ich nun nach 6 Monaten zur Verlängerung ohne erneute Befristung gekommen bin weiß ich auch bis heute nicht, aber ich hinterfrage es auch nicht mehr ... vor Gericht hatte die DRV jedenfalls eine EM-Rente auf Dauer noch verweigert, obwohl die gerichtlichen Gutachten eindeutig waren.

Ich kenne auch eine (noch recht junge) Frau, die fast 7 Jahre AU kämpfen musste und 2 Gerichtsverfahren durchstehen, ehe sie jetzt endlich ohne Befristung berentet wurde ... inzwischen geht es ihr so schlecht, dass man befürchten muss sie wird die Altersrente gar nicht mehr erreichen können ... :icon_cry:

Dabei besagte schon ein DRV-eigener Reha-Bericht vor 7 Jahren, dass sie NICHT mehr leistungsfähig ist am allgemeinen Arbeitsmarkt und es auch nicht mehr werden wird ...trotzdem wurde die EM-Rente jedes mal (mit Verweis auf genau diesen Bericht) abgelehnt ... da fragt man sich ob da auch Analphabeten sitzen ... :icon_neutral:

Es gibt irgendwie wirklich kein System. es sei denn das ein " frühes sozialverträgliches Ableben" von Rentenantragstellern möglichst zu beschleunigen ...

Mein Männe brauchte auch 2 Anträge und fast 5 schwere AU-Jahre ehe er endlich die EM-Rente bekam ... nun auch ohne Befristung ... wo der erste Antrag sogar noch am Gericht mit einer "Trost-LTA" abgelehnt wurde ... er könne Vollzeit arbeiten ... das war knapp ein Jahr vor der tatsächlichen Berentung auf Dauer ... sein Zustand war im ersten Antrag schon genau so schlecht wie im Zweiten ...

Ich wünsche allen die um eine EM- Rente kämpfen alles gute, viel Erfolg, lasst euch nicht unterkriegen.
Da kann ich mich nur anschließen, wenn man aufgibt läuft es bei einem späteren neuen Antrag (meist) genau so, hat ja schon mal funktioniert ...

MfG Doppeloma
 

Ines2003

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@ Doppeloma

Das mit den Ärzten kann ich bestätigen,
Ich war vor der Rente nicht AU, hat meines HA nicht für notwendig erachtet.
Ich musste mich fast 2 Jahre den Maßnahme stellen, weil die Diagnose nicht gestellt wurde.
Kam dann zwar aus Kulanz in die Rehaabeilung, da war das anders, danach kam bei mir die Rente.
Ich weiß noch als ich in der Tagesklinik war, wie Penetranz einige SBs waren, bis der Arzt dort Angerufen hat.
 

saurbier

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Hallo Ines2003,

all das sagt aber auch nicht alles.

Ich hab damals als bei mir alles anfing alle Rehaärzte hinter mir und selbst in der ABE bei der DRV haben die Ärzte und die Arbeitsmediziner mir bescheinigt das ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten kann/darf.

Das hat dennoch nichts genützt und ich musste gut 5 Jahre Klagen bis man mir endlich die BU-Rente gewährte.

Komischer Weise lief das ganze jetzt bei der vollen EM - Arbeitsmarktrente auf Zeit alles viel viel schneller ab, da brauchte es plötzlich nur noch wenige Monate und man informierte mich sogar kurz davor noch telefonisch über das Angebot der Arbeitsmarktrente auf Zeit.

Für meinen WBA brauchte die DRV sogar nur 1 Woche, man staune und wundere sich.

Wie mein Hausarzt damals beim WBA sagte - legen sie zu meinen verschlossen Umschlag mit dem Arztbericht unbedingt das Gerichtsurteil für die BU-Rente, das wird die Sache beschleunigen - und offensichtlich hatte er recht.


Frohe Oster!

Gruss saurbier
 

Muzel

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Bei uns bearbeiten die Widersprüche des VdK nur ein SB. Erst bei der Klage bekommt man von der VdK einen Anwalt.
 
E

ExitUser

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Mir kommt das ohnehin alles manchmal wie eine Riesenmauschelei vor.
 

Muzel

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Seltsam finde ich auch das Vorgehen vom Versorgungsamt. Münster als Überprüfungsstelle hat keine Ärzte.
Mein SB vom VdK war eine Pflaume. Er hat die behandelnden Ärzte nicht vollständig angegeben, so dass ich noch nachfragen vom Amt erhalten habe, ob mein jahrelang behandelder Arzt mich noch behandeln würde.
 
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