Der geplante Ausstieg

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mishoto

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Der geplante Ausstieg
- oder -
ein möglicherweise bald realer aber aktuell noch rein hypothetischer Fall:

Die Story:

Ein Mann, Deutscher mit 100% deutschen Wurzeln, geboren in Westdeutschland ist knapp 50 Jahre alt, er hat seit 32 Jahren ununterbrochen gearbeitet und in Arbeitslosen- Versicherung und Rente immer brav einbezahlt und bereits jede Menge Steuern an sein Vaterland entrichtet.

Nun wurde seine Firma in der er auch schon über 20 Jahre tätig ist verkauft.
Er wurde zwar übernommen und der Vertrag läuft unverändert weiter auch die bisherigen Dienstjahre bleiben anerkannt, aber dennoch mehren sich die Hinweise am Horizont dass es viele Verschlechterungen geben wird und er weiß nicht ob er seinen Job in einem Jahr noch haben wird.

Dieser Mann hat von Deutschland echt die Nase voll und plant den Totalausstieg den er gerne finanziell etwas versüßt hätte:

Er hat seit einigen Jahren sehr gute Kontakte - freundschaftlich und familiär in ein benachbartes EU Land.
Er spricht bereits diese Sprache und könnte dort sehr günstig leben.
Allerdings hat er hier in Deutschland ein selbst bewohntes Einfamilienhaus um das er sich erst noch kümmern muss.

Nun ist dieser Mann gerade dabei sein Haus zum Verkauf anzubieten da er aufgrund von früherer Scheidung und Unterhaltsverpflichtungen noch einiges an Schulden auf dem Haus hat hätte er nach einem Verkauf und Begleichung aller Schulden nun ein Startkapital von circa 70.000 €

In seinem Kopf wächst gerade so ein Plan nach dem Hausverkauf mit seinem Arbeitgeber über einen Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung zu sprechen was hier aktuell durchaus möglich wäre, da da er ein zu teurer Mitarbeiter ist – bedeutet er verdient fast 1000 € mehr wie alle anderen Kollegen die den gleichen Job machen, Weil er besser ist und immer geschickter verhandelt hat.
Hier sollte nach dem fetten Steuerabzug nochmal realistisch 30.000 € möglich sein


Die Idee eines kompletten Ausstiegs könnte vielleicht so aussehen:

* Verkauf des Hauses Ablösung aller Verbindlichkeiten
* Aufhebung oder Kündigung des Arbeitsverhältnisses
* Arbeitslos melden – ohne Sperre bekäme er mindestens 12 Monate lang ca. 1.700,-- ALG 1
aber bekommt er das auch wenn er schon 100.000 Euro (siehe oben) auf dem Konto hat?


Er würde nach dem Hausverkauf umziehen in eine kleine 2-Zimmer-Mietwohnung einer deutschen grenznahen Stadt zu dem erwähnten EU Land.
Offiziell wäre seine Melde-Adresse in Deutschland, inoffiziell würde er 2 Autostunden hinter der Grenze in einem kleinen Dorf ganz günstig leben.
Hier besteht die gute Möglichkeit sich eine Selbstständigkeit aufzubauen die nach und nach weiter entwickelt werden kann, so dass er nach ein bis zwei Jahren auf eigenen Füßen in diesem Land stehen kann.


Fragestellungen:

1)

Was sollte der Mann bei seinem Vorhaben beachten und bedenken - gibt es mögliche Fallen.

2)
Wie oft würde der Mann wohl persönlich beim Arbeitsamt erscheinen müssen und was werden Sie alles in diesen ersten zwölf Monaten von ihm an Anstrengungen verlangen.
Die Post vom Jobcenter würde er täglich per E-Mail vom freundlichen Nachbarn gesendet bekommen.

3)
Wenn das ALG 1 hier in den alten Bundesländern beantragt wird und dann ein Bescheid vorliegt, und er dann in die neuen Bundesländer umzieht kann das den ALG-Anspruch verringern?

4)
Was ist mit seinen zukünftigen Rentenansprüchen zu beachten?


5)
Angenommen dieser Mann hat eine Lebensgefährtin die aus dem andern EU Land stammt und die beiden haben zusammen ein KleinKind das in Deutschland geboren ist und einen deutschen Pass hat, kindergeldberechtigt ist.
Diese Frau und das Kind würden in dem anderen EU-Land leben.
Vielleicht wäre es günstiger für den Mann wenn diese Frau die aktuell schon ALG 1 bezieht (noch bis Mitte 2015) auch mit ihm in der deutschen Grenzstadt gemeldet ist.
In wieweit wird das eigentlich kontrolliert wie viele Tage man sich wo aufhält?

6)
Was hat der Mann gar nicht bedacht?


Der Mann würde sich sehr über Eure Meinungen, Tipps, Vorsichtsmaßnahmen, Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschläge freuen.
 
S

silka

Gast
Der Mann würde sich sehr über Eure Meinungen, Tipps, Vorsichtsmaßnahmen, Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschläge freuen.
Szenario A:
1) Fallen gibt es immer. Unbekanntes lauert hinter Ecken.
2) Als Arbeitsloser mit Anspruch auf ALG von der Arbeitsagentur hätte er nichts mit dem Jobcenter zu tun. Sondern mit der Arbeitsagentur und sein Rechtskreis wäre das SGB III. Einladungen zu Meldeterminen sind nicht gesetzlich geregelt. Aber auch für ihn gilt die Erreichbarkeits-Anordnung mit der postalischen Erreichbarkeit.
3)Nein.
4) Während ALG werden von der Arbeitsagentur Rentenbeiträge an die RV gezahlt.
5) Die Frau bezieht das Kindergeld für ihr Kind. Nicht das Kind. Es gilt für beide ALG-Bezieher die Erreichbarkeits-Anordnung. Egal, ob sie im Grenzbereich Ausland oder Deutschland wohnen.
6) Ganz vieles

-Das Vermögen spielt für den ALG-Anspruch keine Rolle. ALG ist eine Leistung aus der Alo-Versicherung.
-Ob der AG ihm eine Abfindung zahlt, liegt im Nebel. Ob der AG seinen *besten* Mitarbeiter gehen lässt, liegt auch im Nebel. Er könnte dann selbst kündigen, würde 3 Monate Sperrzeit des ALG schlucken müssen. (das wäre ein *Verlust* von 3x1700,-)
-Warum der Mann, der seit 32 Jahren treu und brav in D gearbeitet und gutes Geld verdient hat, die Nase voll hat, versteh ich nicht.
-Er hat zwar einen neuen AG-Herrn, aber weiterhin unverändert sein Gehalt, seinen Job, seine Freundin, sein Kind, sein Haus, alles in der Nähe.
Wovon hat der denn die Nase voll?
- Was hindert den Mann, noch 1 Jahr abzuwarten, was der neue AG-Herr wirklich macht und ob er wirklich Mitarbeiter loswerden will? Was ist schon ein Jahr?
- Ob man mit knapp 50 noch eine gut florierende Selbständigkeit aufbauen kann, liegt im Nebel.
-Der Mann könnte zuerst sein Haus verkaufen. Ganz unabhängig von den Plänen seines AG.
-Der Mann könnte mit dem AG über sein Ausscheiden aus dem Unternehmen sprechen. Alles weitere ergibt sich.
-Der Mann könnte auch zu seiner Freundin ins Ausland ziehen. Die hat doch dort eine Wohnung und lebt dort schon mit dem Kleinkind. Wozu brauchts rechts und links der Grenze (welche Grenze überhaupt in der EU) je eine Wohnung??
 

Roter Bock

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ich kann den Mann nur beglückwünschen zu seinem Plan. Besser gehts nicht. Nur bei dem Thema Abfindung lauert die Falle und der Aufhebungsvertrag ist eine ungünstige Variante, weil er in eine Sperrfrist gerät. Die Kündigung muss auch im Hinblick auf Kündigungsfristen abgestimmt werden.

Kann leider im Moment nicht mehr dazu schreiben. Keine Zeit.

Roter Bock
 

Neudenkender

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mit seinem Arbeitgeber über einen Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung zu sprechen was hier aktuell durchaus möglich wäre

ICH würde noch cool abwarten. Bis die Restrukturierungen tatsächlich losgehen bzw. angekündigt werden. Dann "vertraulich" bei der Arbeitnehmervertretung andeuten, dass man durchaus bereit wäre, bei einer entsprechenden Entschädigung und und unter Berücksichtigung der sozialversicherungsrechtlichen Aspekte gegangen zu werden ... (Die steckt das rasch durch und weiß häufig auch schon mehr ...). Kann dann alles sehr angenehm und profitabel ablaufen. Lange Freistellung, hohe Abfindung, bei Kündigung durch Firma, gegen die man - abgesprochen - nicht vorgeht ...

Pokern aus der sicheren Position heraus. Später, wenn die Kacke richtig ins Dampfen gerät, wird es in der Regel härter, einen guten Schnitt ohne harte Kämpfe zu machen.

Nur meine Erfahrung, keine Rechtsberatung.
 

Fritz Fleißig

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Mal zusätzlich zum bisher schon Geschriebenen:

1. Wohnsitz in Deutschland ist keine Voraussetzung für den Bezug von deutschem ALG. Allerdings muß die Verfügbarkeit für die deutsche Arbeitsvermittlung sichergestellt sein, beispielsweise durch ausländischen Wohnsitz in Grenznähe. Das heißt weiter, der Arbeitslose muß werktäglich Post von der BA entgegennehmen können und nötigenfalls Meldetermine schon am nächsten Tag morgens absolvieren können. Ob das aber bei Postnachsendung durch den Nachbarn erfüllt ist, wage ich zu bezweifeln. Deshalb wäre es die bessere Lösung, auch offiziell im grenznahen Ausland zu wohnen.

2. Die praktisch einzige Möglichkeit für die BA, die Ortsanwesenheit zu überprüfen, sind kurzfristige Meldetermine. Falls Post als unzustellbar zurückkommt, ist eine Einstellung der Leistungen bis zur Klärung der Umstände ebenso wahrscheinlich.

3. Es können aber ganz andere Probleme auftauchen, wenn tatsächlicher Aufenthaltsort und angemeldeter Wohnsitz nicht übereinstimmen. Ich denke hier vor allem an steuerliche Aspekte. Die Einkommensteuerpflicht hängt ja oftmals vom tatsächlichen regelmäßigen Aufenthalt ab, und da wird eher etwas überprüft, weil es um viel mehr Geld gehen kann.

4. Eine Eigenkündigung oder ein Aufhebungsvertrag sollten gut überlegt und in allen Einzelheiten vorbereitet werden (wegen drohender Sperrzeit). Sicherer wäre eine fristgemäße Arbeitgeberkündigung.
 

Neudenkender

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2. Die praktisch einzige Möglichkeit für die BA, die Ortsanwesenheit zu überprüfen, sind kurzfristige Meldetermine.

Gibt immer Mitwisser, Neider und damit Denunzianten. Das wird dann auf entsprechenden (häufig anonymen) Hinweis ganz schnell geprüft, mit erheblichen Konsequenzen. Kann vor solchen Sachen nur warnen, da müsste man schon ziemlichen Absicherungsaufwand treiben. Rechtlich sauberere Alternativen erarbeiten (Auslandsauftenthalte zur Arbeitssuche beantragen, zum Beispiel, geht aber nur zeitlich beschränkt, 3 Monate immer drin ...).
 
D

Don Vittorio

Gast
Er hat seit einigen Jahren sehr gute Kontakte - freundschaftlich und familiär in ein benachbartes EU Land.
Er spricht bereits diese Sprache und könnte dort sehr günstig leben.
Allerdings hat er hier in Deutschland ein selbst bewohntes Einfamilienhaus um das er sich erst noch kümmern muss.

Alles schön und gut,aber da er knapp 50 Jahre alt ist,hat er noch 17 Jahre bis Rente aus Deutschland fliesst.Stellt sich die Frage,wie er diese Zeit überbrücken will.Hat er denn im Ausland dann eine Chance noch einen Arbeitsplatz zu finden ?
Er muss schliesslich auch in dem Land seiner Wahl erstmal nachweisen,dass er sich selbst ernähren kann und auch Krankenversichert ist.
Mit 70 000 € kommt er da nicht sehr weit.
Also der wichtigste Punkt wäre,bevor er alles andere bedenkt,wie er dort seinen Lebensunterhalt bestreiten will.
Nach Ablauf Alg I in Deutschland dann Alg II beantragen,wäre da ein Weg,denn man im Forum nicht unterstützen sollte.
Wobei er ja auch mit Alg I der Vermittlung zur Verfügung stehen und in seinem Alter noch damit rechnen muss,auch in Maßnahmen gesteckt zu werden.
 

Fritz Fleißig

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@Neudenkender

Das ist natürlich auch richtig, die "lieben" Mitmenschen, sofern die davon wissen.

"Auslandsaufenthalt zur Arbeitssuche" wäre aber eigentlich ein anderes Thema, soweit ich das überblicke, weil es da um die Arbeitssuche im Ausland geht. Hier soll es doch (wenigstens formal) um eine Arbeitssuche in Deutschland gehen, wobei lediglich der Wohnsitz im grenznahen Ausland ist.

Aber noch ein Nachtrag, den ich ganz vergessen habe:

5. "Aufbauen der Selbständigkeit" funktioniert neben der Arbeitslosmeldung nur, wenn sie weniger als 15 Wochenstunden in Anspruch nimmt, sonst ist man nicht länger beschäftigungslos. Nun gut, bei einem Selbständigen läßt sich der genaue Zeitaufwand schlecht überprüfen. Genauso werden Einkünfte aus einer Nebentätigkeit jenseits des Freibetrages von monatlich 165 Euro netto voll auf das ALG angerechnet.
 

Roter Bock

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Wenn der Kollege das 50 zigste Lebensjahr abwartet, dann hat er Anspruch auf 15 Monate ALG I. In dieser Zeit wird auch noch in die Rentenversicherung eingezahlt.

Das Haus verkaufen bringt unter bestimmten Prämissen ihn auch voran, wenn es nicht zu ländlich liegt - da sollte er den Markt mal studieren.

Den Umzug in Grenznähe sollte er davon abhängig machen, wann der Job ended.

Der moderne und kostenbewusste Arbeitgeber, wird Ihm möglicherweise keine Abfindung hinterherwerfen wollen, die neue Sorte Arbeitgeber ist sehr kostenbewusst.

Da muss man eventuell nachhelfen. Die Idee mit dem BR ist gut - wenn einen gibt. Ansonsten könnte man sich für die Gründung eines solchen einsetzen...das hilft oft sehr nach.

Im Hinblick auf einen späteren ALG II Anspruch sollte er in Deutschland aber grenznah bleiben. Er muss sich aber dort auch aufhalten. Schein-Wohnsitze fliegen irgendwann auf.

ALG I ist eine Versicherungsleistung - hierauf hat er unabhängigi vom vermögen Anspruch. Die Zeit des ALG I Bezuges sollte jedoch ausreichen auch einen Betrag um die 100.000 Euro "unterzubringen". Das muss man natürlich sinnvoll tun.

Unterhaltsverpflichtungen können jedoch zum Problem werden. Falls hier Beträge offen bleiben wird er eventuell zu forcierter Bewerbung gerichtlich aufgefordert.

Roter Bock
 
S

silka

Gast
ALG I ist eine Versicherungsleistung - hierauf hat er unabhängigi vom vermögen Anspruch. Die Zeit des ALG I Bezuges sollte jedoch ausreichen auch einen Betrag um die 100.000 Euro "unterzubringen". Das muss man natürlich sinnvoll tun.
Schon seltsam, wie einseitig gerichtet die Denke hier ist...
Bloss, weil jemand den Ausstieg plant (aus Deutschland weg will), gehen deine Hinweise schon gleich hin zu Alg2. Warum eigentlich?
Der Mann plant für 12-18 Monate mit ALG. Dann im Ausland eine Selbständigkeit.
Hier besteht die gute Möglichkeit sich eine Selbstständigkeit aufzubauen die nach und nach weiter entwickelt werden kann, so dass er nach ein bis zwei Jahren auf eigenen Füßen in diesem Land stehen kann.

Da ist in dieser ganzen Überlegung doch überhaupt nichts von Hartz 4 und Alg 2 zu spüren...
Deshalb kann der Mann mit seiner Familie das Vermögen doch möglichst lange behalten und für den nächsten Lebensabschnitt im Ausland verwenden.

Hartz 4 ist hier NICHT das Thema.
Warum sollte der Mann sich entreichern???
Kannst du das erklären?
 
D

Don Vittorio

Gast
Das mit der Selbstständigkeit hatte ich glatt überlesen,aber der Plan einer solchen ist nicht unbedingt auch die Garantie,dass man davon leben kann.
Da sollte schon ein Plan B vorhanden sein.
 
S

silka

Gast
Das mit der Selbstständigkeit hatte ich glatt überlesen,aber der Plan einer solchen ist nicht unbedingt auch die Garantie,dass man davon leben kann.
Da sollte schon ein Plan B vorhanden sein.
Der Plan B sind die 100.000€---:icon_hihi: Aber grundsätzlich geht das doch.
Mein Szenario B:
Ich bin 50. Ich bin gesundheitlich fit. Ich habe kein Kind, aber einen Partner. Ich wohne in der Euregio, und zwar in Aachen. Mein Partner wohnt in NL, und zwar in Vaals.
Ich verkaufe mein klein Häuschen für bewertete 150.000€, löse Kredite und sonstige Verbindlichkeiten ab. Mir bleiben 100.000€. Ich habe Wohnrecht bis zum Umzug ins Ausland vereinbart mit dem Käufer.
Mein AG signalisiert Rationalisierung und Schrumpfung und Stänkerung. Ich signalisiere, dass ich auch rational und geschrumpft und stänkernd antworten könnte. Evtl. einige ich mich mit dem AG, dass er mich betriebsbedingt entlässt. Mit Abfindung.
Wenn nicht, kann er mir ordentlich kündigen. Ich sitze die 3 Monate Sperrzeit auf einer Backe und mit Lächeln ab.
Ich beziehe dann ALG für 9 Monate, ziehe zu meinem Partner nach Vaals. Der bezieht noch kurzzeitig ALG.
Ich beginne mit dem Aufbau einer Selbständigkeit, die zunächst nur ganz wenige Std., evtl. auch als Liebhaberei beginnt und die ALG-Kriterien berücksichtigt. Ich stehe selbstverständlich der Vermittlung zur Verfügung.
Nach kurzer Zeit führt mein Partner die Selbständigkeit komplett weiter, weil er kein ALG mehr bezieht.
Nachdem mein ALG-Anspruch erloschen ist, steige ich voll mit ein oder mach allein weiter.
Als Sicherheit und Polster habe ich das Vermögen aus dem verkauften Haus.

Was soll daran nicht klappen?
Sollte das mit der Selbständigkeit und dem Gewinn daraus nicht so klappen, dass man sein Vermögen nicht anrühren muss, dann rührt man das Vermögen eben an.
Ist ein Haus nicht auch Altersvorsorge (ob aus Stein oder aus Geld)?
 

mishoto

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Wow schon soooo viele Infos .. ich bin begeistert :)
danke Leute - liest sich alles hochinteressant für mich

wo fange ich da jetzt an Stellung zu nehmen??......

Also der Mann hat die Nase voll weil er durch den Verkauf der Firma...
viele erarbeitete Vorteile schwinden sieht.
Neue Chefs wollen alles ganz anders machen..
der bisherige Erfolg interessiert die nicht!
Die Exfrau stresst, das Finanzamt nervt, jede Rechnung im Briefkasten kotzt ihn an ....

Er denkt eine kluge Planung ist wichtig und der richtige Moment bezgl. der
Gespräch mit Abfindung etc. beim AG muss klug gewählt werden.
Im Laufe des 1. Halbjahres 2015 wird der Mann 50 und hätte ab dann 3 weitere Monate ALG1-Anspruch - wobei das nicht das Wichtigste ist.


Die Freundin des Mannes wohnt derzeit nicht im Ausland sondern mit ihm hier in DE - und bezieht wie geschrieben ALG 1

Die Selbständigkeit existiert quasi schon - es muss nur noch "mehr Leben" eingehaucht werden und etwas investiert werden, anfangs kann die Firma problemlos auf einen Geschäfts-Partner aus der Familie laufen.

In den 12-18 Monaten soll über eine Finanzierung im dortigen Ausland das Geschäft erweitert werden. Businesskonzept steht - Banken zeigen sich sehr interessiert, denn es ist mehr als zukunftsträchtig.
Der Mann und seine Freundin haben in dme Business alle Erfahrungen dieser Welt nur in dem Land ist das noch nicht so "ausgelutscht" wie in DE.

Der Mann würde das quasi nur aufbauen und anfangs managen und sich dann zur Ruhe setzen und seine Freundin und die Angestellten würden das Geld verdienen! Seine Freundin steht da voll dahinter.
Der Mann geht dann Angeln und schreibt vielelicht ein Buch über diese Story und lässt Gott einen guten Mann sein!

Der Mann will aber trotzdem nicht sofort alles Brücken in DE komplett kappen sondern ein Hintertürchen behalten, daher der Wohnsitz an der Grenze in DE, er ist eben bodenständig und ein kleiner Sicherheitsdenker, ausserdem ist es gut für die Rentenkasse.

Seinen Unterhaltsverpflichtungen kann er auch in den 12 - 18 Monaten
problemlos nachkommen

Die postalische Erreichbarkeit ist so geregelt das eine Vertrauensperson
täglich den Briefkasten leeren würde und jedes Schreiben einscannt und per Mail am selben Tag übermittelt - so daß bei 180km Entfernung ein Termin am Folgetag immer machbar ist.
1x pro Woche wäre der Mann auch für einen Tag und eine Nacht vor Ort.

Einen anschliessenden ALGII/Hartv4 Bezug plant er indes nicht.
 
D

Don Vittorio

Gast
Der Plan B sind die 100.000€

Falls,wie es ja vorkommen soll,die Selbstständigkeit nicht die Erwartungen erfüllt und kein neuer Arbeitsplatz in Aussicht ist,sind 100 000 € auf 17 Jahre verteilt nichtmal das Ex-Minimum deckend.

Wer solche umwälzende Lebenspläne macht,im Moment noch mit knapp 50 einen Arbeitsplatz hat,der sollte in seiner Gleichung so wenig als mögliche Unbekannte drinnen haben.
Ganz schnell kann man für die restlichen Lebensjahre in der Sch****e sitzen.
Dafür gibt es unzählige Biografien,bei denen solche Pläne in die Hose gingen.

Mir ist es egal,was derjenige dann letztendlich durchzieht,aber ich bin ein Pessimist und ziehe daher auch immer das Worst-Case-Szenario in meine Betrachtungen mit ein.
Die Verantwortung für sein Leben hat jeder aber alleine.
 

Fritz Fleißig

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Die Exfrau stresst, das Finanzamt nervt, jede Rechnung im Briefkasten kotzt ihn an ....
Mein Eindruck ist, daß gar nicht der ALG-Bezug das Hauptproblem sein wird, sondern steuerliche Fragen (Einkommensteuerpflicht, unterschiedliche Behandlung verschiedener Einkommensarten und ähnliches). Hier kommt es auf den tatsächlichen Wohnsitz beziehungsweise den ständigen Aufenthalt an. Dieser Aspekt müßte unbedingt noch geklärt werden. Wenn eine Finanzverwaltung (ob in Deutschland oder im Ausland) der Meinung ist, daß ihr Steuern zustehen, diese aber nicht gezahlt wurden, kann es reichlich Ärger geben. Der ausländische Wohnsitz macht die Sache dann nicht einfacher.

Scheinwohnsitze im Ausland fliegen nicht selten auf. Ich würde die Finger von so einer zweifelhaften Konstruktion lassen und entweder offiziell ins (eventuell grenznahe) Ausland umziehen oder in Deutschland bleiben.

Zur Verfügbarkeit bei der Arbeitsagentur: bitte Erreichbarkeits-Anordnung durchlesen. Die BA muß dich unter der angegebenen Adresse persönlich per Briefpost erreichen können, nicht durch Vermittlung eines Dritten.

Den Beginn des Anspruchs auf ALG kann man durch einfache Erklärung vor Bewilligung beispielsweise auf den 50. Geburtstag hinausschieben. Dann hat man Anrecht auf die längere Höchstbezugsdauer.

In die RV kann man jederzeit freiwillig einzahlen, auch aus dem Ausland.

Auch an die KV denken. Bei der gesetzlichen deutschen KV besteht voller Versicherungsschutz nur in Deutschland.

Und ob das optimistische Geschäftskonzept so tatsächlich klappt - nun ja, muß jeder selbst wissen. Alle guten Wünsche!
 
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