Der Faschismus lebt - Eine Kolumne von Jakob Augstein

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Kaleika

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Der Faschismus lebt
Eine Kolumne von Jakob Augstein
Enttäuschung, Lüge, Hass, Gewalt * wenn aus diesen Zutaten Politik wird, entsteht
Faschismus. In Deutschland ist es wieder so weit. Leider scheut sich die Nation, bei der
Ursachenforschung tief genug zu graben.
"Dies ist ein gutes Deutschland, das beste, das wir jemals hatten." Joachim Gauck hat das im
vergangenen Jahr gesagt. Ein schöner Satz. Für solche schönen Sätze lieben ihn die Menschen. Gauck
ist ein Schön*Redner. Und gemeinsam mit ihrem Präsidenten haben sich die Deutschen ihr
Deutschland schöngeredet. Vielleicht aus jener merkwürdigen Sehnsucht heraus, die im berühmten
Satz vom "Ende der Geschichte" steckte: dass die Dinge endlich ein für alle mal gut sind.

(...)
Druckversion - Gewalt gegen Flüchtlinge: Der Faschismus lebt - SPIEGEL ONLINE - Politik
 
D

Don Vittorio

Gast
Man kann alles übertreiben, Herr Augstein ist darin ein Meister, wenn er aus seinem Elfenbeinturm die Realität beleuchtet. Schließlich wurde er ja in ein Leben ohne Existenzsorgen hineingeboren, da kann man sich gerne als stramm links zeigen.
Wenn allerdings Menschen, die auf die Straße gehen, weil ihnen die Entwicklung des stetigen Zustroms von Flüchtlingen Zukunftssorgen bereitet, besonders deshalb, weil diePolitik in ganz Eurtopa sich bisher nur als total unfähig gezeigt hat, darf man sie nicht pauschal als Rechte bezeichnen. Unter den Mitläufern bei Pegida ist nur ein kleiner Teil wirklich rechts. Der Rest will einfach seine Besorgnis ausdrücken.
Wäre es so wie Herr Augstein schreibt, dann wäre die AfD bei der aktuellen Sonntagsfrage nicht bei nur 7 %, während die NPD weiterhin unsichtbar sich unter Sonstige mit gerade 6 % befindet. Nein, dann hätten wir Ergebnisse wie in Österreich die FPÖ, in der Schweiz die SVP, in Frankreich die Front National, in den Niederlanden Partij voor de Vrijheid und in Schweden die Sverigedemokraterna, mit teils 25 % und mehr der Stimmen.

Natürlich muß man darauf achten, dass es hier keinen Rechtsruck gibt, das erreicht man nicht dadurch, dass man aus besorgten Bürgen grundsätzlich Rechte macht und versucht sie in Abseits zu drängen, das bewirkt nämlich irgendwann genau das Gegenteil.
Es muß in unserem Land immer noch erlaubt sein, nicht in Willkomensrufe auszubrechen, sonder darüber nachzudenken, wie diese historischen Tage Deutschland verändern könnten. Und da muß auch erlaubt sein, nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen zu sehen, ohne gleich deshalb ein Nazi zu sein.
 

Dagegen72

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@ Don Vittorio: dann musst du im Link lesen, da steht drin, auf was du hinweisen möchtetst indem Augstein auf Bude verweist und die Verbitterten und Enttäuschten und die, die sich um ihren wenigstens noch prekär - Wohlstand sorgen.

Es ist auch von faschistischen Tendenzen die Rede wenn es um den Umgang mit Erwerbslosen über BA / vor allem aber dem Jobcenter geht -> "hauptsache die Vorgaben werden erfüllt"


Home ? Be an Angel e.V.
 
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Augstein hat vergessen, zu erwähnen, dass wir gerade neben dem heimischen Faschismus ( der ausser Fremdenfeindlichkeit übrigens noch sehr viel mehr Ausprägungen hat; siehe als kleines Mosaikstückchen die Art und Weise, wie man in Jobcentern mit Menschen umgeht und die Art und Weise, wie deutsche Arbeitgeber und Unternehmer mit ihren Angestellten umgehen) den religiösen zusätzlich importieren.
Aber ich gehe davon aus, letzteres stört ihn nicht.
 
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Ja, der Faschismus lebt. In der BRD mehr als in jedem anderen Land des Westens. Er nennt sich lediglich nicht so.

Der Fall Pirinçci | Telepolis

Es ist ein Abschied von jenem Denken, für das Voltaire und die anderen großen Philosophen Europas stehen. Es ist schlicht ein Rückfall in die voraufklärerische Barbarei von Bücherindex und Zensur. Im Namen der Verteidigung der politischen Korrektheit, stößt man - überheblich lächelnd und sich dabei auch noch lobwürdig glaubend - der Freiheit ein Messer in den Rücken.

Dieser Rückfall wiegt umso mehr, als er von Buchhändlern kommt. Sie spielen damit die von vermeintlichen Intellektuellen stammende Begleitmusik zu dem, was sich derzeit auf den Straßen Deutschlands an Auseinandersetzungen abspielt.

Man kann diesen Buchhändlern nur schlicht sagen: Ihr streicht von Eurem Programm die "große Verschwulung" und zelebriert ganz offen die totalitäre Verdummung! Schämt Euch!
 
E

ExitUser

Gast
@ Don Vittorio: dann musst du im Link lesen, https://beanangel.direct/

Yep, don Vit., das solltest du tun, bevor du eine flammende Rede pro Pegida und pro Mitläufer entfachst.

Wir sollten ihn wieder lesen, Heinrich Böll in Billard um Halbzehn (1959), wie er eindringlich die Schuld des Mitläufers beschreibt und überhaupt sollten wir bevor wir kommentieren lesen und verstehen übern.

Schönen guten Morgen!
 
E

ExitUser0090

Gast
So was wie #4 und #7 wollte ich auch gerade schreiben. Muss ich ja jetzt nicht mehr. Der Artikel ist mMn ein wenig überspitzt, aber die Aussage ist treffend.


Jens Bergers Meinung:

Anmerkung JB: Augsteins Aufsatz in allen Ehren – aber schießen wir nicht ein wenig über das Ziel hinaus, wenn wir aus 20.000 Pegida-Anhängern geschichtliche Parallelen zu den 1930ern konstruieren? Wenn in Berlin 200.000 Menschen gegen TTIP demonstrieren, ist dies in der öffentlichen Debatte nur eine Randnotiz. Wenn in Dresden 20.000 Menschen gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ demonstrieren, wittern viele Leitmedien Schulter an Schulter mit den sozialen Netzwerken bereits eine bevorstehende Machtübernahme der Rechten. Wehret den Anfängen! Geht´s nicht auch ein bisschen kleiner? Bezieht Pegida nicht auch einen großen Teil seiner Stärke aus dem Umstand, dass man sie einfach zu wichtig nimmt?

https://www.nachdenkseiten.de/?p=28097#h03
 
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Je öfter ich jetzt die Kolumne lese, desto logischer erscheint sie mir.

Der Neoliberalismus hat die Menschen glauben gemacht, ein natürliches Gesetz zu repräsentieren, eine objektive Vernunft. Aber er ist eine totalitäre Ideologie. Er beansprucht und erfasst den ganzen Menschen. Wer im Neoliberalismus versagt, versagt darum total. Für diese Menschen(das Dienstleistungsproletariat) sind die Flüchtlinge, die jetzt zu Hunderttausenden nach Deutschland kommen, nicht nur eine ausgedachte Bedrohung sondern eine reale - eine Reservearmee, stets bereit, sie zu ersetzen.

Wer pegida weghaben will, muss den allseits umgreifenden Ökonomismus beseitigen und nicht bei den Mitläufern der Bewegung ansetzen.
 

roterhusar

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Wir haben es mit innerer Führung zu tun. Nach außen hin die Lupenreinen. Und da brauchen wir die kleinen Agitatoren, wie hier im Forum. Aber das sind dann die ersten, die den Abgang machen.
Wenn große Agitatoren, wie die Augsteins schon aufmerken, dann sei gewiss, wer jetzt noch ein Ticket bekommt, hat Glück gehabt.
Inner circle, wenn Antifaschisten grundlos verhaftet werden, oder gar nicht erst ihr Ziel erreichen. Wenn Beweismittel gar nicht erst sichergestellt werden, oder gereinigt hingelegt werden. Wenn Dorfbewohner sich entschuldigen müssen, dass sie nicht mitmarschieren.
 
D

Don Vittorio

Gast
Yep, don Vit., das solltest du tun, bevor du eine flammende Rede pro Pegida und pro Mitläufer entfachst.

Diese Aussage ist genauso falsch, als würde man jeden, der bei einer linken Demo mitläuft, als Molotow - und Steinewerfer, oder wie zu RAF Zeiten, als Terrorist bezeichnen.
Versuch es einmal ohne Schwarz / Weiss Denken, denn auch Schwarz und Weiss haben sehr viele Nuancen !
Ein Pawlowscher Reflex gegenüber Jedem, dessen Meinung nicht Deinem Weltbild entspricht, bringt auch niemanden weiter.
 

roterhusar

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Der Donn hat eine Behauptung aufgestellt und ich bin zum Zerreißen gespannt, was nun folgt. Seine These ist, dass PEGIDA samt Mitläufer Nuancen hat.
Kurze Frage, was für Nuancen wären für Erwerbslose relevant?
Ich mag meine Pawlowschen Reflexe, stehe voll dazu, bin somit frei und offen, anderer P.R. zu lauschen.
 

0zymandias

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Natürlich kann man nicht alle Pegida-Mitläufer als stramm rechts bezeichnen.

Das muss man sich ordnungsgemäß für die aufheben, die vorne laufen.

Zum Beispiel für den Repräsentanten der bürgerlichen Mitte, der selbst schon Erfahrungen als "krimineller Wirtschaftsasylant" in Südafrika gesammelt hat.

Und bei der AfD gab es auch den wenig demokratischen Vorschlag, dass nur Netto-Steuerzahler wählen dürfen, Rentner und Erwerbslose eben nicht.

Man sollte sich vielleicht gut aussuchen, wem man zuruft: "Wir sind was folgt!". :biggrin:
 

Wolly

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Immer schön zu lesen,wer in welche Schublade gehört.
Letztendlich landen eh alle in der selben Schublade des Wirtschafts-Faschismus,wer nicht spurt wird verhungern.
Während sich das dumme Kleinvolk gegenseitig in verschiedene Schubladen sortiert,lachen sich inzwischen die Wirtschafts-Nazis einen ab.
 
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Diese Aussage ist genauso falsch, als würde man jeden, der bei einer linken Demo mitläuft, als Molotow - und Steinewerfer, oder wie zu RAF Zeiten, als Terrorist bezeichnen.
Versuch es einmal ohne Schwarz / Weiss Denken, denn auch Schwarz und Weiss haben sehr viele Nuancen !
Ein Pawlowscher Reflex gegenüber Jedem, dessen Meinung nicht Deinem Weltbild entspricht, bringt auch niemanden weiter.

:icon_evil:Augstein kannst du aber schlecht Schwarz/Weiß denken vorwerfen , vor allem dann nicht wenn er dem Bildungsbürgertum seine Vogelstrauß-Menthalität vorwirft.
Augstein hat ja eingangs in seinem Artikel vom Dienstleistungsproletariat gesprochen dass aus der rechten Ecke ( Wolfgang Clement etc.) als Dienstleistungsprekariat denunziert wurde und wird.
 
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Eine türkische Pegida mitten in Deutschland - DIE WELT

Toprak: Ich erwarte von jedem Politiker und Medienschaffenden, dass er oder sie den Mut hat, sich auch mit der ungleich gefährlicheren türkischen Pegida zu befassen. Über die Demonstranten von Dresden wagt jeder deutsche Politiker zu schimpfen. Warum versagt diesen Kritikern plötzlich die Stimme, wenn die Scharfmacher türkische Namen tragen?


...weil deutsche Politiker feige Opportunisten sind, die sich nur dort abarbeiten, wo es weder Mut noch Intelligenz braucht.
 
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