Der Arbeitgeber zahlt kein Geld mehr seit Monaten. Was kann man tun?

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ohzschmidt

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Hallo,
ich bin nicht ganz sicher wo das Thema hingehört, denn in kurzer Zeit überschlagen sich hier die Ereignisse.
Schwiefervater war seit vielen Monaten in Kurzarbeit und wurde nun gekündigt im August. Seit Juni bekommt er kein Geld. AG vertröstet immer wieder und nun haben wir einen Anwalt aufgesucht, der eine Frist gesetzt hat und die ist antürlich auch verstrichen. Momentan ist er krankgeschrieben. Das Arbeitsverhätnis läuft noch bis zum 31.10.
Leider gibt es keine Rechtsschutzversicherung und ich befürchte, dass die Kosten leider in keinem Verhältnis stehen. Hier geht es ja um einige tausend Euro. Und allein der Anwalt wird dann ebenfalls vierstellig und deswegen haben wir noch lange kein Geld gesehen.
Prozesskostenbeihilfe gibt es nicht.
Wir könnten jetzt schon Arbeitslosengeld beantragen, aber dann müsste er sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Das wird er nicht machen. Nun bekamen wir die Diagnose Krebs bei seiner Frau mit ungünstiger Prognose. Er will nun Ende des Jahres mit Abschlägen in Rente um für sie da zu sein.
Außerdem ist er mittlerweile sehr labil und will eigentlich nur seine Ruhe und für seine Frau da sein. Kein "rauszögern" durch AU oder Arveistlosigkeit . Wir alle stehen sehr unter Schock aufgrund der Diagnose und trotzdem ist diese enorme Wut auf den AG da.
Gibt es da vielleicht auch Sozialverbände die helfen können?
 

avrschmitz

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Gibt es da vielleicht auch Sozialverbände die helfen können?
Dazu kann ich Dir nichts sagen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Wartezeiten haben und damit der Fall von Deinem Schwiegervater nicht abgedeckt ist.

Was ihr aber auf jeden Fall machen könnt, eine Klage beim Arbeitsgericht selbst einreichen ohne Anwalt. Das habe ich gegen eine ZAF auch schon gemacht und am Ende über Gerichtsvollzieher mein Geld bekommen.

Vor dem Arbeitsgericht zahlt in erster Instanz jeder seinen Anwalt selber. Selbst wenn ihr gewinnen würdet, bleibt ihr damit auf den Kosten des Anwalts sitzen.
 
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bebes

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Hallo ohzschmidt,

beim Arbeitsgericht Lohnklage einzureichen ist in solch klaren Fällen nicht weiter kompliziert sodass es eigentlich keines Anwaltes bedarf. Dabei können auch Verzugszinsen und ggf. Schadenersatz (wenn z. B. aufgrund eines Dispokredites ein tatsächlicher, bezifferbarer Schaden entstand) erfolgreich eingefordert werden.

Ein Rechtspfleger beim Arbeitsgericht kann zwar nicht beraten aber beim Ausformulieren der Klage behilflich sein.
 

grün_fink

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Dazu könnte der Schwiegervater sich auch krank schreiben lassen, wenn er eh bald in Rente geht. Es klingt, als ob er das aufgrund seines psychischen Zustandes eh brauchen könnte, auch wenn seine Frau keinen Krebs hätte.
 

SB Feind

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Gerichtsvollzieher beauftragen der holt sich seine Kosten gleich mit vom Schuldner.


Betroffene mögen sich fragen, wer die Kosten für den Gerichtsvollzieher trägt. Grundsätzlich gilt laut § 788 der Zivilprozessordnung (ZPO), dass die Kosten der Zwangsvollstreckung dem Schuldner zur Last fallen. Er muss also diese Kosten zusätzlich tragen – jedoch nur, wenn die Vollstreckung auch notwendig war.
 
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Samuela

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Zum Arbeitsgericht gehen. Entweder Lohnklage mit Gerichtstermin oder oder mahnbescheid und hinterher einen Gerichtsvollzieher hinschicken. Mache das auch gerade ein zweites mal durch. Einen Anwalt braucht man dafür nicht.
 
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